Bremerhaven in alten Ansichten

Bremerhaven in alten Ansichten

Auteur
:   H. Gabcke
Gemeente
:   Bremerhaven
Provincie
:   Bremen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0763-1
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bremerhaven in alten Ansichten'

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19. Bürgerrneister Johann Srnidt setzte nach der Gründung Bremerhavens durch, daß in dem neuen Hafenort die Lutheraner und Reformierten in einer 'Vereinigten evangelischen Gemeinde' zusammengeschlossen wurden. Das fand nicht die Zustimmung aller evangelischen Christen. 1862 genehmigte der Senat die Gründung eines 'Lutherischen Vereins zur Annahme und Unterhaltung eines Iutherischen Predigers'. Daraus ist dann 1865 die evangelisch-lutherische Kreuzkirchengemeinde entstanden. Eine Kapelle an der Ecke Lange- und Keilstraße konnte 1863 eingeweiht werden. Am 18. Februar 1877 übernahrn die Gemeinde auf dem gleichen Grundstück die zweite größere Kreuzkirche, die dieses Bild zeigt. Sie hat dort bis zur Bombennacht vom 18. September 1944 gestanden.

20. Wir sind hier im Jahre 1930 auf der alten 'Burger' vor der Großen Kirche, die links (im Bild nicht mehr sichtbar) liegt. Auf der Straße herrscht reger Fußgänger- und noch geringer Fahrzeugverkehr. Das in den Unterweserorten sehr bekannte Kaufhaus Schocken lag der Kirche gegenüber. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938, der sogenannten 'Reichskristallnach t', wurde dieses jüdische Kaufhaus von zerstörungswütigen und haßerfiillten Nazis in barbarischer Weise demoliert und geplündert. Links neben Schocken war das Hansa-Kino, das schon im Jahre 1910 bestand. Die ganze alte 'Burger' sank in der Bombennacht vom 18. September 1944 in Schutt und Asche,

21. Die Straßenbahn der Linie 3, die 'Grüne', fährt auf ihrem Weg vom Leher Bahnhof nach Wulsdorf im Sommer 1931 durch die 'Bürger'. Sie hat gerade die Ecke Mittelstraße passiert. Der Turm der Großen Kirche ist im Hintergrund schwach zu erkennen. Links fällt die mächtige Kastanie auf, die am Kirchenplatz neben dem Gemeindehaus der Großen Kirche stand. Die 'Bürger' war bis zur totalen Zerstörung im Bombenkrieg 1944 auf jeder Seite um einige Meter schmaler als heute. Beim Wiederaufbau nach dem Kriege wurde Bremerhavens Hauptstraße verbreitert. Die Straßenbahn fuhr zur darnaligen Zeit für Kinos Reklame. Rechts am Wagen ist ein Schild mit dem Filmtitel 'Der Sittenrichter' lesbar.

22. Der Fotograf dieser Aufnahme hat um 1900 vom Leuchtturm am Neuen Hafen aus den We ser dei eh in südlicher Richtung aufgenommen. Noch ist nichts von Strandhalle und Tiergrotten zu sehen, die hier heute das Bild bestimmen. Nur der 1893 erbaute rotweiße Leuchtturm steht schon an seinem Platz. Das Gebäude links in der Mitte war bis 1897 die erste Lloydhalle am Neuen Hafen. Diese 1870 entstandene Wartehalle legte zum ersten Mal den Gedanken eines 'Bahnhofs am Meer' nahe. Die Schnelldampfer fuhren entweder vom Neuen Hafen oder von der Anlegestelle aus (unten im Bild) nach Amerika. Hier war der Schauplatz des Thomasverbrechens, bei dem 1875 über 80 Menschen durch eine Explosion ums Leben kamen.

23. Im Jahre 1855 wurde neben der Schleuse zum Neuen Hafen der 40 Meter hohe neugotische Leuchtturm mit Beobachtungshaus fertiggestellt. Seine beiden mit Gas gespeisten Strahlenwerfer waren 18 Kilometer weit zu sehen und gaben der Schiffahrt an der Wesermündung eine wesentliche Orientierungshilfe. Der Entwurf für den Leuchtturm stammt von dem Bremer Architekten Simon Loschen (1818-1902), dessen Hauptwerk die Große Kirche an der 'Bürger' ist. Die unter der rollbaren Brücke befindliche Schleuse zum Neuen Hafen war einstmals die größte auf dem Kontinent. Sie wurde 1936 geschlossen und später zugeschüttet. Das Beobachtungshaus wurde im Kriege zerstört. Der Leuchtturm dient noch heute als 'Bremerhaven Oberfeuer' der Schiffahrt.

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24. Die Viermastbark 'Herzogin Cecilie' (1902 auf der Rickmerswerft gebaut) war ein Schulschiff des Norddeutschen Lloyd. Hier passiert der stolze Segler im Jahre 1908 die Schleuse am Neuen Hafen. Rechts neben dem Leuchtturm ist der Schornstein des 1905 gebauten Bremerhavener Elektrizitätswerkes in der Schifferstraße zu erkennen. Neben dem Turm der katholischen Marienkirche beherrscht der zur Tecklenborgwerft gehörende Turmdrehkran, damals einer der größten der Welt, das Bild. Die hohen Helgengerüste (ganz rechts) gehören ebenfalls zur Tecklenborgwerft. Gegenüber der Schleuse liegt die Schonerbark 'Rudolf Josephy', die zuletzt in der Kohlenfahrt nach schottischen Häfen eingesetzt war.

25. Der schlanke weiße Turm auf dem nördlichen Molenkopf an der Einfahrt zum Neuen Hafen wurde im Jahre 1876 von Hugo Lentz als 'Zeitsäule' errichtet. Der 'Zeitball', wie der Turm allgemein hieß, hatte eine wichtige Funktion. Jeden Tag auf die Sekunde genau um 12 Uhr Ortszeit und eine Stunde später um 12 Uhr Greenwieher Zeit fiel der schwarze Ball, um allen Schiffen im Hafen und auf der Weser die genaue Zeit zu vermitteln. Zeitsäulen wurden auf Beschluß der Reichsregierung an mehreren Stellen an der Küste durch die Reichstelegraphenverwaltung errichtet. Als erste wurde in Deutschland 1875 die Zeitsäule in Cuxhaven aufgestellt.

Kapitän C. ». Bardeleben

26. Im Jahre 1885 übertrug das Deutsche Reich dem Norddeutschen Lloyd die Reichspostdampfcrlinien nach Ostasien und Australien mit Bremerhaven als Ausgangshafen. Dadurch entwickelte sich der Lloyd aus einer noch sehr spezialisierten Transatlantikreederei zu einer Weltreederei. Ab 1897 kamen die Doppelschraubendampfer der Barbarossa-Klasse in Fahrt, es waren kombinierte Fracht- und Passagierschiffe. Der auf dieser speziellen Lloyd-Postkarte dargestellte Reichspostdampfer 'Barbarossa' (l0 769 BRT) war 1897 in Dienst gestellt worden und fuhr vorwiegend auf der Ostasienlinie. 1917 beschlagnahmten die Amerikaner das Schiff in New York und übernahmen es als 'Mercury'. 1924 wurde die alte 'Barbarossa' abgewrackt.

Fernsprecher 2i8.

Strandetablissement "Seelust" .

H. Volkland, Bremerhaven.

27. Als 1897 die Kaiserschleuse mit der Lloydhalle fertiggeworden war, wurde eine Straßenbahnverbindung von der Stadtmitte nach hier geschaffen. Um die nötige Rentabilität dieser neuen Linie zu gewährleisten, errichteten die Bremerhavener Straßenbahn AG und die Bremer Kaiserbrauerei Beek & Co nördlich der Kaiserhäfen eine Gaststätte, das 'Strandetablissernent Seelust', Das Restaurant, das unmittelbar am Deich lag, wurde am 10. November 1899 seiner Bestimmung übergeben und erfreute sich bald großer Beliebtheit. Auf der neuen Kaiserhafenlinie verkehrten die ersten noch von Akkus betriebenen elektrischen Straßenbahnwagen unserer Stadt. 1916 mußte die 'Seelust' wegen der Hafenerweiterungsarbeiten abgerissen werden.

28. Am 1. September 1897 wurde die Kaiserschleuse, damals die größte der Welt, in Betrieb genommen. An der Landzunge zwischen dem Neuen Vorhafen und der Weser war eine Anlegestelle für die großen Schiffe erbaut worden. An dieser Stelle errichtete der Norddeutsche Lloyd ein großes Empfangs- und Bahnhofsgebäude, die Neue Lloydhalle. Das Bild zeigt den Lloydschnelldampfer 'Kaiser Wilhelm 11.' bei seiner Einfahrt in den Vorhafen der Großen Kaiserschleuse. Dieses Passagierschiff gehörte zu den berühmten Vierschornsteinern des Norddeutschen Lloyd, die zwischen 1897 und 1907 gebaut wurden. Sie hießen: 'Kaiser Wilhelm der Große', 'Kronprinz Wilhelm', 'Kaiser Wilhelm Il.' und 'Kronprinzessin Cecilie'.

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