Brühl in alten Ansichten

Brühl in alten Ansichten

Auteur
:   Marlies Fey-Bursch und Bernhard Münch
Gemeente
:   Brühl
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6333-0
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brühl in alten Ansichten'

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Einleitung

Als wir mit den Arbeiten zu 'Brûhl in alten Ansichten' begannen, da war uns von vornherein klar, daß wir weder eine Kopie des 'Altbrûhler Bilderbuches' von Jakob Sonntag schaffen konnten noch wollten. Da dieses jedoch inzwischen vergriffen ist, stellt unser Buch nur den Versuch dar, neben dem bereits existierenden Werk eine neue, andere Seiten unserer Heimatstadt beleuchtende Sammlung alter Ansichten zusammenzustellen. Da das gesamteArchiv Jakob Sonntags in dieses neue Buch mit einfließen konnte, hoffen wir daß es uns gelungen ist, eine ebenso heimatverbundene Betrachtung unserer Schloßstadt zu schaffen. Ganz besonders möchten wir diesen Band daher als Würdigung des Brühler Heimatkundlers Jakob Sonntag verstanden wissen, ohne dessen jahrzehntelange Arbeit die Brühler Heimatkunde um vieles ärmerwäre!

Für die Gestaltung von 'Brûhl in alten Ansichten' haben wir uns - nach der Vorstellung einiger besonders prägnanter Bauten zu Beginn - für die Präsentation in Form eines Rundganges durch das alte Brühl entschieden. Anhand des als Bild 8 abgebildeten Stadtplanes aus dem [ahre 1930 wollen wir Sie einladen zu einer Entdeckungsreise durch die Vergangenheit, die sicherlich viel Interessantes und auch Ungewöhnliches preiszugeben weiß.Abgerundet wird der Bilderreigen durch die Vorstellung der Brühler Kirchen, Schulen

sowie einiger BrühlerTraditionen. Selbstverständlich kann auch dieses Buch kein vollständiges Bild unserer Schloßstadt in der' guten alten Zeit' wiedergeben, so mußten wir auf die Vorstellung der Vororte ganz verzichten. Wir können uns vorstellen, dies in einem weiteren Band mit einzubinden. Dennoch sind wir sicher, mit der getroffenen Auswahl mehr als nur ein Streiflicht Brühls zu präsentieren.

Brühl im August 1 996

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Bernhard Münch

Kurze Darstellung der Geschichte Brühls

Im Iahr 1185 faßte ErzbischofPhilipp von Heinsberg die beiden erzbischöflichen Fronhöfe Pingsdorf und Merreche zum Burghof'an dem Brule' zusammen. Seinen Namen erhielt dieser Burghof durch die Lage eines sumpfigen Niederungswaldes, von dem heute noch ein Teil enthalten ist (Schloßpark). Als bevorzugter Aufenthaltsort der Kölner Erzbischöfe, die als Landesherren lange Zeit mit ihrer Hauptstadt Köln verfeindet waren, verlieh Siegfried von Westerburg der Siedlung am 27. April 1285 Stadtrechte. Gleichzeitig übertrug er dem Schöffenrat Rechtsprechung und Selbstverwaltung.

Östlich vom Burghof erbaute Siegfried von Westerburg eine Landesburg als wehrhaften Posten gegen die aufsässigen Kölner.

Bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts blühte Brühl, bedingt durch die zunächst in den Orten Badorf und Pingsdorf ansässigeTöpferei auf. Nach der Stadterhebung wurde die Produktion in die Innenstadt verlegt. Vermutlich unsachgemäße Handhabung der Brennöfen war am 14. September 1530 Ursache eines verheerenden Stadtbrandes, bei dem fast die gesamten Häuser der Innenstadt Opfer der Flammen wurden. Hierdurch kam auch das Töpfereigewerbe in Brühl zum Erliegen.

Durch die 'Erblandesvereinigung' des [ahres 1463 wurde

Brühl Landeshauptstadt und blieb es bis 1597. Ein [ahr nach dem Regierungsantritt des Kurfürsten J osef Clemens 'schliffen' französischeTruppen am 21.April1689 bei ihremAbzug aus der damaligen Burgstadt die Festung, das heißt, sie zündeten Minen und sprengten die Burg in die Luft. Eigentlich nicht beabsichtigt, aber in Kauf genommen wurde damals, daß durch diese Sprengaktion fast die gesamte Stadt in Flammen aufging und nur einige wenige Häuser von der Feuersbrunst verschont blieben.

Bereits 1491 erbaute Erzbischof Hermann von Hessen in der Nähe der Burg ein Kloster, welches er 1494 dem Orden der Minderbrüder des heiligen Franziskus übergab. Bis zur Säkularisierung im [ahre 1802 blieb das Kloster im Besitz des Ordens, dessen Wirken sich für Brühl als ein großer Glücksfall erwies.

Unter Kurfürst Clemens August (1723 -1 761) erlebte Brühl glanzvolle Zeiten. 1725 erbaute er auf den Fundamenten der zerstörten Wasserburg das Schloß Augustusburg und 1729 legte er den Grundstein zu Schloß Falkenlust. Als der letzte Kölner Kurfürst Max Franz vor den französischen Revolutionstruppen flüchtete, war Brühls kurfürstliche Zeit dahin. Die Franzosen besetzten das Städtchen und gliederten es verwaltungsmäßig neu als 'Mairie", es wurde Hauptort des Kantons Brühl und Sitz eines Friedensgerichtes.

Durch die französische Munizipalverfassung wurde die bisherige Form der Selbstverwaltung aufgehoben. Brühl war völlig verarmt. Auch die Übernahme des Rheinlandes durch Preußen änderte nichts daran. 1830 wurde die Zurückstufung von der dritten in die vierte Gewerbesteuerklasse beantragt. Das bedeutete gleichzeitig, daß die Gemeinde hierdurch die Chance vergab, mit Erlaß der für kurze Zeit in Kraft getretenen revidierten Städteordnung erneut die Stadtrechte zu erlangen.

Durch den Bau der Eisenbahnlinie Köln-Bann 1844 erlebte Brühl einen Aufstieg zur Villen- und Gartenstadt. Das Hotel Brühler Pavillon wurde in Schloß- und Bahnhofsnähe errichtet und wohlhabende Kölner errichteten in Schloßnähe großzügige Villen. In Kierberg wurde 1874 ein Repräsentationsbahnhof errichtet, der mit Brühl durch eine Auffahrtsallee, die Kaiserstraße, verbunden wurde. 1865 wurde mit der Errichtung einer Fortbildungsklasse der Grundstein zu einer höheren Schule gelegt.

Die Inbetriebnahme der ersten Brikettpresse im [ahre 1877 gab seinerzeit den 'Startschuß' zur beginnenden Wandlung Brühls zu einer Industriestadt. Neben Braunkohlentagebau und -verarbeitung kamen nun noch weitere Industriezweige hinzu. Dadurch nahm auch die Bevölkerungszahl zu: zwischen 1873 und 1890 wuchs diese von 2 971 auf 4500 an.

Eine Verwaltung nach den Bestimmungen der Landgemeindeordnung war nicht mehr trag bar. Seit 1878 war Brühl auf dem Provinziallandtag im Stande der Städte vertreten und Titularstadt. 1 91 0 erhielt Brühl die Stadtrechte zurück. Die umliegenden Ortschaften blieben selbständig. Durch die Zusammenfassung Brühls mit den Vororten vergrößerte sich 1932 das Stadtgebiet erheblich (36 krn-). Gleichzeitig verdoppelte sich die Einwohnerzahl beinahe: waren es 1931 noch 12 309, so konnte Brühl1933 bereits 23076 gemeldete Einwohner verzeichnen.

1 Clemens August (1 72 31 761) , Kölner Kurfürst und Erzbischof und in unserer Stadt als 'der Brühler Kurfürst' bekannt, legte am 7. Juli 1 725 den Grundstein zum Wiederaufbau der Brühler Burg, die am 21. April 1689 den zerstörerischen Händen der französischen Besatzer zum Opfer gefallen war. Ein Segen für Brühl war es, daß der lebensfrohe Kirchenfürst das Bauwerk nicht in der ursprünglichen Form, sondern - seinem Kunstgeschmack folgend, im französischen Stile erbauen ließ. Die Vollendung der Bauarbeiten zog sich über einen Zeitraum von vierzig [ahren hin, sodaß es Clemens August nicht vergönnt war 'sein Brühler Schloß' vollendet zu erblikken. Bedeutende Baumeister wie Balthasar Neumann, [ohann

Conrad Schlaun und François de Cuvilliés aber auch der Brühler Meister Gerhard Cadusch standen zur Verfügung und trugen ihren Teil zum Entstehen dieses prachtvollen Bau-

werks bei. Nach dem Ende der Kurfürstenzeit 1794 wurde das Schloß seinem Schicksal überlassen und drohte vollends zu zerfallen. Mit dem Wiener Kongreß im [ahre 1815 fiel das

Rheinland an die preußische Krone. Da somit auch Schloß und Park unter neue Verwaltung gestellt wurden, rettete dies den Prachtbau von der völligen Zerstörung.

2 Der 10. Februar des Jahres 1815, an dem der Wiener Kongreß das Rheinland dem preußischen Königshause zuteilte, dieserTag bedeutete für die ehemalige kurfürstliche Residenz Brühl das Ende einer großen und jahrhundertelangen, meist glorreichen Zeit. Kronprinz Friedrich Wilhelm erklärte zwar schon im August 181 7 sein Interesse an Schloß und Parkanlage, dies bedeutete aber keinesfalls eine Verbesserung für Brühl. Bei einer Besichtigung, die er zusammen mit dem preußischen Reichskanzler Fürst Hardenberg unternahm, hatte Brühl zwar zweifellos die Aufmerksamkeit des Regenten geweckt, die äußerst knapp gefüllte Staatskasse ließ jedoch bei weitem nicht zu, alle ihm zugefallenen Schlösser zu renovie-

ren. Erst viel später erinnerte man sich in Berlin wieder des Brühler Schlosses und es entstand der Plan, Augustusburg wieder wohnlich einzurichten und zur vorübergehenden Hofhaltung brauchbar zu gestalten. Mehrere hundert Handwerker hatten also in der Folge-

zeit - im wahrsten Sinne alle Hände voll zu tun, um das seit Jahrzehnten leerstehende Gemäuer wieder herauszuputzen. Die Renovierungsarbeiten gingen recht zügig vonstatten und so konnten schon bald aus Berlin sowie aus den Schlössern Benrath und En-

gers bei Neuwied Möbel und Gobelins herbeigeschafft werden. Der Bau wurde wieder so prachtvoll hergerichtet, daß er in der Folgezeit unzählige Ansichtskarten, wie die hier gezeigte, schmückte.

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3 Nach der Renovierung des Schlosses stand der Schloßpark auch für die Bevölkerung und für Besucher offen. Zuvor hatte der König den Hofgärtner Hermann Claußen beauftragt, die verwilderten Parkanlagen instandzusetzen. Eine Polizeiverordnung, die

1887 erlassen wurde, regelte was im Park erlaubt oder verboten war. So durften Kinder unter 12 [ahren den Park nur in Begleitung der Eltern betreten.

4 Der Winter der [ahre 1920/21 war derart stark und auch in den Temperaturen extrem, daß selbst das Wasser der Springbrunnen im Schloßpark einfror und diese bizarren und einmaligen 'Fontànen ' bildete. Dieser Anblick war selbstverständlich eine Attraktion für die Brühler und auch aus

den benachbarten Ortschaften kamen viele Schaulustige, um das gefrorene Kunstwerk zu bestaunen.

5 Der 19. Juli des [ahres 172 9 sah die Grundsteinlegung für das kurfürstliche Lustschlößchen Falkenlust durch seine Eminenz Clemens-August persönlich. Der frühere Münchener Hofbaumeister, der Wallone François de Cuvilliés hatte die Leitung des Bauprojektes und zeichnete auch für Pläne und Gestaltung verantwortlich. Nach einer Bauzeit von zwölfJahren konnte das - bis zum heutigen Tage in seiner ursprünglichen Form noch erhaltene - Schmuckstück des Rokoko endgültig seiner Bestimmung als Jagdund Lustschloß übergeben werden. Bereits weit früher, aus demJahre 1735 nämlich, ist jedoch überliefert,

'daß Seine kurfürstliche Durchlaucht' die gesamte Brühler Schützenbruderschaft aus Anlaß seiner vierten Schützenkönigschaft 'an der Falkenlust mit fürstlicherTafel tractiert' hatte.

Dieses Festmahl fand damals also im 'Rohbau ' statt. 1 794 fiel das Schloß dann in die Hände der französischen Revolutionstruppen. Am 22. Oktober 1807 erwarb der Kölner Rentner

Sulpice Boisserè das Lustschloß als Bevollmächtigter des französischen Diplomaten Karl Friedrich Reinhard zum Preis von 22000 Franken.Von 1832 bis 1960 gehörte es der Familie Giesler.

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6 'Halte Rat vor derTat! ' Dieser bemerkenswerte und zugleich mahnende Sinnspruch ziert den Eingang des Brühler Rathauses.

Als 'Bürgerhaus' wurde es 1546 schriftlich erwähnt und anläßlich der Bürgermeisterwahl im Iahre 1707 bezeichnete man das Gebäude in den Ratsprotokollen erstmals als Rathaus. 1858 wurde anstelle des bisherigen Gebäudes ein Neubau errichtet, der 1904 umgestaltet und erweitert wurde. 1911 wurde auf einem angrenzenden Grundstück das erste Gebäude der Brühler Sparkasse errichtet. Da diese Sparkasse anfänglich noch städtisch war, befanden sich die ersten Büros des Geldinstituts zunächst im Rathaus. Auch die Poli-

zeiverwaltung nebst einem 'Kittchen ' (Gefängnis) war noch 1 92 1 in den Mauern des 'Stadtbürgermeisteramtes' untergebracht.192 7 erfolgte eine zweite Erweiterung. Die Stadtverordnetenversammlung setzte sich damals aus der Zentrumspartei, den Sozialdemokraten, der Bürgerlichen Partei und der Unabhängigen Sozialdemokratie zusammen.

7 1847 wurde Brühl in Einzelgemeinden aufgeteilt, die jeweils eigene Katasterund Kassenverwaltung sowie Gemeinderäte erhielten. In den einzelnen Gemeinden waren Gemeindevorsteher mit der Verwaltung und Amtsführung betraut. Der Gruppe von Einzelgemeinden stand ein Bürgermeister vor, der gleichzeitig auch die Innenstadt verwaltete und leitete. Erst 1910 wurde Brühl erneut in den Stand der Städte aufgenommen, dabei blieben jedoch die umliegenden Ortschaften selbständig. 1913 wurde das Bürgermeisteramt Brühl-Land unter Leitung von Amtsbaumeister JosefBlied an der Clemens-August-Straße errichtet.

8 Lageplan der Stadt Brühl aus demJahre 1930.

Unser Rundweg beginnt auf der Uhlstraße kurz nach der Einmündung der Liblarerstraße. Von dort führt der Verlauf entlang dieser Verkehrsader und schließt Seitenblicke in die Nebenstraßen Bonnstraße, Böningergasse, Tiergartenstraße, Fischmarkt, Wallstraße ein. Nach einer kurzen Stippvisite im Steinweg, der Hospital- und der Schloßstraße wenden wir uns dem Markt zu. Bahnhofstraße, Burgstraße, Kölnstraße und Kempishofstraße folgen. Weiter geht der fotografische Bilderzug durch die HeinrichEsser-Straße, Comesstraße, Kaiserstraße und Königstraße, Friedrichstraße bis hin zu Mühlenstraße und Bleiche.

Anschließend beleuchten wir in Brühl ansässige Unternehmen, die Feuerwehr und den beginnenden Siedlungsbau.

Unser Rundgang endet mit einem Blick auf die Brühler

Schulen sowie der Vorstellung der Brühler Innenstadtkirchen St. Maria von den Engeln und St. Margareta.

Ganz zum Schluß dann werfen wir noch einen kur-

zen Blick aufBrühlerTraditionen der damaligen Zeit (Fronleichnam, St. Martin, Vereine, Karneval).

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