Brühl in alten Ansichten

Brühl in alten Ansichten

Auteur
:   Marlies Fey-Bursch und Bernhard Münch
Gemeente
:   Brühl
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6333-0
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brühl in alten Ansichten'

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19 'Op de Ställ', so wurde der mittlere Teil der Wallstraße einst im Volksmund genannt, weil hier zur Kurfürstenzeit die Stallungen des Hofes angesiedelt waren. Die Aufnahme zeigt den Blick aus der Wallstraße auf die Bleiche. Die im rechten Bildbereich erkennbare Baulücke ist inzwischen längst durch die Häuser mit den Nummern 64 und 66 geschlossen. Im Haus Nr. 70 war das Geschäft der Witwe Brünell, die dort mit Kurz-, Weißund Wollwaren sowie mit Arbeiterkleidung handelte. Links hatte J osef Meid ein Fahrradgeschäft nebst Reparaturwerkstätte.

20 Auf eine sehr wechselvolle Vergangenheit kann das Haus Uhlstraße 72 zurückblicken: Am 2. März 1866 hatte die katholische Pfarrgemeinde das Haus, das unter dem Namen 'Im Rosenkranz' bekannt war, gekauft. Man benötigte den Raum, um das viel zu klein geword ene Hospital in der Burgstraße zu verlegen und zu vergrößern. Nachdem 1894 aufInitiative des späteren Dechanten und Ehrenbürgers Richard Bertram das neue Marienshospital in der Mühlenstraße gebaut und in Betrieb genommen worden war, erwarben die Geschwister Litterscheidt das Anwesen. Hier betrieben sie nun einen Kurz-

und Weißwarenhandel. In den zwanziger [ahren führte Hubert Bommes dann eine Schreibwaren- und Musikalienhandlung.

21 Der Installateur Lambert Brand bewohnte das hier abgebildete Haus in der Uhlstraße Nr. 56. Hier befand sich gleichzeitig auch seine Werkstatt. Um 1904 ging das Haus in den Besitz des Wagenbauers Wilhelm Nicolay über, der sein Geschäft weitere [ahre später in die Pingsdorfer Straße 50 verlegte. Auch die Metzgerei von Siegmund Sürth war in diesem Haus nur für eine kurze Zeit beheimatet, bevor auch er einen anderen Standort wählte und sein Geschäft in das Haus Uhlstraße 54 verlegte.

22 Im [ahre 1906 eröffnete Maria Fußel auf der Uhlstraße 58 ein Putz- und Modewarengeschäft. Bis zu dieser Zeit hatte ihr Vater Engelbert Hürten die Geschäfsträume benötigt und sie nun an seine Tochter weitergegeben. Nach der Inflation, um 1924 erwarb man das Haus Uhlstraße 62, wo sich der Familienbetrieb bis zum heutigen Tag befindet und ganz Brühl aufWunsch - gut 'behûtet'. Flankiert von zwei Verkäuferinnen, posiert auf unserem Foto die gesamte Familie vor der Kamera: Ehemann Jean Fußel, Vater Engelbert Hürten und Maria Fußel, die ihren ältesten Sohn Engelbert, geboren 1911, an der Hand hält.

23 Ein Blick auf die Uhlstraße von Haus Nr. 60 bis zur Ecke Wallstraße (Haus 72). Neben dem Geschäft der Geschwister Pfeiffer sehen wir das Modegeschäft von Jean Fußel, die Eisenhandlung Wichterich, die Schuhhandlung von Bruno Stehr, den Damen- und Herrenfriseursalon Fröhlingsdorf und das Haus der Familie Litterscheidt (s.Abb. 20) Vermutlich wurde die Aufnahme an einem Sonntag gemacht, da alle Läden geschlossen sind und niemand auf der Straße ist.

24 Ein Gemeinschaftsfoto der alteingesessenen Uhrmacherfamilie Klug im [ahr 1918.

Die Geschichte dieser Familie ist stark und aufwundersame Weise mit den im Brühler Schloß residierenden Preußenfürsten und deren Begleitung verbunden. Bis hin zum Ersten Weltkrieg füllte die folgende Begebenheit die Lesebücher der preußischen Grundschulen.

Als im Herbst 1842 der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV zu Manöverbesuch in Brühl weilte, da befand sich im Troß seiner Gefolgsleute auch die preußische Königin. Bei einem ihrer vielen Spaziergänge durch die prächtigen und schattigen Anlagen des Brühler Schloßparkes entdeckte diese eines Tages in einer der einladenden Lin-

denalleen einen kleinen Knaben, der aufgrund einer Lähmung seiner Beine kaum laufen konnte. Dieser Knabe - Peter Klug - erweckte das Interesse und das Mitleid der königlichen Spaziergängerin und entgegen jeder Etikette handelte sie ganz als Frau und Mutter

und ließ ihn von ihrem Leibarzt untersuchen und behandeln. Diese Behandlung war so erfolgreich, daß der Junge mit der Zeit wieder völlig gesund wurde. Aber auch nach dieser Behandlung war das Wohlergehen ihres Schützlings der Landesmutter ein hohes An-

liegen: Seinem Wunsche entsprechend ermöglichte sie ihm, das Uhrmacherhandwerk zu erlernen. Somit begründete die preußische Königin eigentlich im [ahre 1842 die Brühler Uhrmachermeister - Dynastie der Familie Klug.

25 JosefNettekoven, aus Kardorf stammend, errichtete im [ahre 1 92 9 in der Uhlstraße 55 ein Fachgeschäft für Milch- und Molkereiprodukte. Das Haus, in dem sich zuvor das Installationsgeschäft van Theo Voiss befunden hatte, mietete Nettekoven van den beiden Damen Brust und Fräulein Lauten. Da es damals noch keine Kühltheke gab, wurden die Milchprodukte mit Blockeis gekühlt, welches täglich von der Firma Spieß aus der Schützenstraße geliefert wurde. Wie man an der Auslage im Schaufenster erkennen kann, waren die Käsespezialitäten bei weitem noch nicht so vielfältig wie heute. Hier gab es Holländer-, Schweizer-, Tilsiterkäse und Velveta-Käseecken zu kaufen.

26 In der' guten alten Zeit' bestand der Luxus einer Hausfrau unter anderem darin, daß ihr die erstandene Ware von ihren Geschäftsleuten nach Hause geliefert wurde. J osef N ettekoven ließ sich 1 92 9 den abgebildeten Wagen bauen, der innen durch seine Holzbauweise eine verhältnismäßig niedrige Temperatur aufwies. So konnte er seine Molkereiprodukte frisch und ohne Probleme 'an die Frau' bringen. Ein eigenes Pferd zog den Wagen, und so konnte er 'dreimal täglich', wie er seine Leistungen öffentlich anpries, die gewünschte Ware in bestem Zustand bei seiner Brühler Kundschaft ablie-

fern. Etwas später schaffte er sich - dem technischen Fortschritt folgend - einen Dreiradlieferwagen an, der dann schon mit einem Motor versehen war.

27 Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war der Platz, den heute der [anshof einnimmt, noch nicht in seiner heutigen Form im Brühler Stadtbild zu finden. Vielmehr erstreckten sich hier im Wesentlichen zwei große Gärten, die das Gelände untereinander aufteilten. Aus einem rückwärtigen Fenster des Hauses Uhlstraße 62 (Fußel) entstand dieses

Bild, das die Gerberei von Peter Becker aufzeigt. Dieses Gelände, postalisch Uhlstraße 52 a, bildete den vorderen Teil des heutigen [anshofes. Im Volksmund hieß dieser Bereich schlicht und einfach: Beckers Garten. Der hintere Bereich, der am Steinweg mündet, war der

Garten des 'Brasselshofes'. Zusammen nahmen die beiden Gärten aber eine weit größere Fläche ein, als dies der heutige [anshof vermuten läßt.

28 Wilhelm Thönnißen, seines Zeichens gelernter Mechaniker betrieb um das [ahr 1904 eine Fahrradund Nähmaschinenhandlung in der Uhlstraße 50.

1 91 0 verkaufte er das Haus an den Metzgermeister Johannes Lenzen, der dort seine Metzgerei eröffnete. Später dann verlegte er diese an die Kölnstraße. Das Bild aus dem [ahre 1 914 zeigt links die Mutter von Johannes Lenzen, in der Mitte seinen 1907 geborenen Bruder Gottfried und rechts Christine, die erste Frau von Johannes. Er selbst ist hier nicht abgebildet, da er zur Zeit der Aufnahme als Soldat der deutschen Truppen am Ersten Weltkrieg teilnehmenmußte.

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