Brühl in alten Ansichten

Brühl in alten Ansichten

Auteur
:   Marlies Fey-Bursch und Bernhard Münch
Gemeente
:   Brühl
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6333-0
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Brühl in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

39 Ein Blick in den Schulhof des im früheren Klostergebäudes untergebrachten ehemaligen Lehrerseminars. Dieser Einrichtung, die über hundert [ahre lang der Ausbildung der Volksschullehrer für das gesamte Rheinland diente, war eine Volksschule als Seminarübungsschule angeschlossen. Schüler war auch der später berühmt gewordene Künstler Max Ernst, dessen Elternhaus nur wenige Schritte entfernt in der Schloßstraße zu finden ist. Nach Schließung des Seminares im [ahre 1925 fand man bereits zwei [ahre später eine neue und gleichfalls der Bildung dienende Verwendung für die Räumlichkeiten, indem man die neugegründete Berufsschule hier einquartierte. Im linken Bildbereich befanden sich früher die Knechtekammer

sowie die Stallungen. An Stelle dieser Stallungen entstand wenig später die heutige Durchfahrt.

40 Bis zum Neubau des Gebäudes der städtischen Sparkasse im [ahre 1911 bot der Steinweg diesen Anblick. Das Haus Steinweg 5 gehörte dem Bäckermeister Wilhelm Röttgen, und das benachbarte Gebäude (Nr. 7) befand sich im Besitz der Familie Pilgram. Dieser Bau war - im Gegensatz zum Haus der Röttgens - weit weniger stattlich und repräsentativ. Zudem lag es ungefàhr einen halben Meter unter dem Straßenniveau, so daß man einen aus festgestampftem Lehmboden bestehenden Weg zum Eingang hinunterschreiten mußte. Der Neubau für den Umzug der Sparkasse aus der Burgstraße an den Steinweg wurde nach Plänen

von Stadtbaumeister Greuell errichtet.

41 Bis Ende des letzten Jahrhunderts gab es in Brühl keine eigene Sparkasse, sondern nur eine Annahmestelle der Spar- und Darlehenskasse des Landkreises Köln. Auf Anregung von Bürgermeister Heinrich Esser, der sich nicht nur auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Entwicklung besondere Verdienste um Brühl erworben hat, beschloß der Gemeinderat am 2 1. Mai 1896 die Errichtung einer städtischen Sparkasse. Bei den vorangehenden Verhandlungen mit der übergeordneten Kreisinstanz stieß man dabei keinesfalls auf besondere Gegenliebe für das' geldträchtige' Projekt, befürchtete man doch dort, daß Brühl mit seiner näheren Umgebung als Geschäftsgebiet für die Kölner Sparkasse wesentlich an Bedeutung einbüßen würde.

Die städtische Sparkasse war anfangs noch mit der Gemeindekasse des Bürgermeisteramtes Brühl vereinigt und wurde vom Gemeinderentmeister nebenamtlich verwaltet. 1907 wurden Sparkasse und Gemeindekasse dann getrennt. Die Sparkasse wurde fortan von einem hauptamtlichen Beamten, Sparkassendirektor [ohann Röhrig verwaltet. Sein erstes Amtszimmer befand sich in einem sechzehn Quadratmeter kleinen Raum im Rathaus am Steinweg. 1909 wurde die Sparkasse in ein zu diesem Zweck eigens angemietetes Haus in der Belvederestraße (Burgstraße) verlegt. Als die Räume auch dort zu klein wurden, erfolgte 1911 der Umzug in das unmittelbar neben dem Rathaus neu errichtete Gebäude am Steinweg. 1922 wurde die städti-

sche Sparkasse mit der Sparund Darlehenskasse des

Landkreises Köln verschmolzen.

??

42 Blick auf das Rathaus vom Steinweg aus. Vorne rechts befindet sich der Eingang zur städtischen Sparkasse, die 1 92 2 mit der Spar- und Darlehenskasse des Landkreises Köln zusammengelegt wurde. Im Hintergrund ist die Orangerie von Schloß Augustusburg zu sehen, damals noch von Efeu bewachsen.

43 BäckermeisterTheo Müller führte seine Bäckerei in der Hospitalstraße 1 9. Nach seinem Tode führte seine Witwe den Betrieb noch bis ungefähr 1910 weiter. Danach war es Wilhelm Weiler, der hier seine Backwaren fertigte und zum Verkauf anbot, sein Nachfolger Franz Kessebohm hielt gleichfalls die lange Backtradition des Hauses aufrecht und versorgte seine Kunden mit frischem Backwerk.

44 Ein Fest im Haus des Milchhändlers Wilhelm Krautwig in der Hospitalstraße 35 war der Anlaß für diese Aufnahme. Am Ende der Straße befanden sich sowohl die im [ahre 1704 erbaute Kaplanei, wie auch das Brühler 'Hospitálcheri'. Ungewöhnlich präsentiert sich die Pfarrkirche St. Margareta, die zu dieser Zeit mit Efeu bewachsen ist und von einem Gitter umgeben ist. Hinter dieser schmiedeeisernen Arbeit verlief offensichtlich ein schmaler Grünstreifen, in dem das Efeu verwurzelt war.

45 Die 'Zufahrt zum Schloß' sollte 1873 nach dem Bestreben der Bezirksregierung, für den öffentlichen Verkehr gesperrt werden, ein Unterfangen, das den Brühlern - verständlicherweise - sehr ungelegen war. Denn die Schloßstraße, die hier erstmals unter diesem Namen in den Akten der Schreiber auftauchte, diente als Zufahrt zum Zeughaus, einem Anbau der Augustusburg, in dem der Stab des Landwehrersatzbataillons untergebracht war. Die Stadt protestierte erfolgreich. Die auf unserem Bild sichtbaren Gleise gehörten keinesfalls zur Strecke der Köln-Banner Kreisbahn. Sie dienten dem Transport von Straßenbauloren, die hier vormals zum Einsatz gekommen waren. Vom Kauf-

haus Baehr in Richtung Schloß gesehen befand sich die Lebensmittelgroßhandlung von Gerhard Schuster, gefolgt von der Praxis von Dr.med. Theodor Kerssenboom.

46 Von jeher war der Markt Mittelpunkt Brühls. Wie in jeder Stadt, spielte sich hier das Leben ab: Wochenmarkt, Kirmes, Versammlungen und auch der alltägliche 'Verzàll', dies alles hatte seinen festen Platz auf dem Markt. Bei der Fronleichnamsprozession stand hier ein Altar. Neben einer großen Zahl von Einzelhandelsgeschäften konnte man in mehreren Cafés und Gasthöfen verweilen. Als 1868 das Gaswerk in Brühl seinen Betrieb aufnahm, war es selbstverständlich der Markt, der zuerst mit Gaslaternen beleuchtet wurde.

47 Am 1. August 1897 nahm die Köln-Banner Eisenbahn den Schienenverkehr zwischen Köln und Bonn auf. Zunächst befuhr man nur die Teilstrecke Brühl-Bann, ab Ende [anuar 1898 konnte dann die gesamte Strecke zwischen Köln und Bonn genutzt werden. Sie verlief eingleisig und hatte in Brühl ihre Haupthaltestelle auf dem Markt. Die Bahn, im Volksmund 'Feuriger Elias' genannt, erreichte eine Durchschnitts geschwindigkeit von 15 km/Std. und benötigte somit mehr als zwei Stunden von Köln nach Bonn.

48 'Et Bähnche', so wurde die Vorgebirgsbahn in Brühl und Umgebung liebevoll genannt. Sei es wegen des recht gemütlichen Tempos, oder aus anderen Gründen, beliebt und geschätzt war das 'moderne Transporttier' in jedem Falle. Aus dem Straßenbild des sich entwickelnden und aufstrebenden Kleinstädtchens Brühl war es längst nicht mehr wegzudenken. Meist befand sich hinter der Lokomotive, die lange [ahre unter dem Namen 'Feuriger Elias' bekannt war, ein Packwagen, sowie zwei bis drei Personenwagen mit 1. und 2. Klasse-Abteilen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek