Brühl in alten Ansichten

Brühl in alten Ansichten

Auteur
:   Marlies Fey-Bursch und Bernhard Münch
Gemeente
:   Brühl
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6333-0
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brühl in alten Ansichten'

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49 Der kurfürstliche Baumeister Gerhard Cadusch ließ irn Iahre 1749 an der Ecke Markt/Steinweg das Haus 'Zum Schwanen ' erbauen. Da er sich hierbei der Abfälle des gleichzeitig fortschreitenden Schloßbaues bediente - wohlgemerkt mit ausdrücklicher Genehmigung des Kurfürsten - wurde er von Neidern beim Regenten angeschwärzt, so daß dieser ihn aus seinem Dienste entlassen mußte. Als die Bauleute nun bei der Errichtung des Kuckuckstores in der Orangerie Schwierigkeiten bei der Befestigung des äußerst flachen Deckengewölbes hatten und dieses mehrfach einstürzte, da erwies sich Cadusch als immer noch treuer Diener seines (ehemaligen) Herrn und gab den Handwerkern die benötigten Hilfen undAnwei-

sungen, so daß das Werk gelang. Als dies Clemens August zu Ohren kam, stellte er den aufrechten Baumeister zur Rede und mußte sich von diesem ob seiner offenen und entwaffnenden Antwort auf's neue beschämen lassen: 'Gnädigster Herr ', sagte er ihm, 'von dem, was mir aus Eurem Überfluß einst als Abfall zugeteilt wurde, habe ich mir ein ansehnliches Haus bauen können. Und aus dem, was mir in langen [ahren übermäßig an Erfahrung zugeflossen ist, habe ich Euer Gewölbe am Tor festigen können. So hat jeder vom Überfluß gegeben und Gutes damit gewirkt!' Clemens August soll von dieser einfachen und selbstsicheren Rede so beeindruckt gewesen sein, daß er den Baumeister und Brühler Ratsherrn Gerhard Cadusch

wieder in Ehren aufnahm. Noch um die Jahrhundertwende diente das Haus 'Zum Schwanen' als Wohnhaus. Zu diesem Zeitpunkt befand es sich im Besitz der Familie Geuer und stellte

das Herrenhaus eines Bauernhofes dar, dessen zugehöriges Areal bis hin zur Hospitalstraße reichte. 1905 wurde der Hof dann aufgegeben.

50 Gustav Roos (im Bild mit seiner Frau Josefine, geborene Klug) war der Sohn des Braumeisters Anton Roos. Im Iahre 1902 übernahm er den Gasthof'Zum Kurfürsten' auf dem Markt, und richtete hier ein gutbürgerliches Hotel ein. Gemeinsam mit seinem Bruder Johann, der wie der Vater dem Beruf des Braumeisters nachging, wollte er in seinem Gasthof eine kleine Hausbrauerei gründen. Der frühe und unerwartete Tod des Bruders durchkreuzte dann 1907 jedoch alle Pläne.

51 Brühls erstes gewerbliches Kino entstand im [ahre 1908 im Haus Markt Nr.

25. Das Theater zur Krone bestand noch bis 1 978 als Lichtspielhaus. Ebenso wie der Gasthof zur Krone, gehörte auch Haus Nr. 27 der Familie Kaumanns. Nebenan gewährt die Kirchstraße einen Blick auf die Pfarrkirche St. Margareta. Urn die Jahrhundertwende gehörte das Haus Markt 23 der Witwe Martini. Sie unterhielt hier einen Zigarrenhandel. Bernhard Meier betrieb an gleicher Stelle später einen Friseursalon.

52 Der Markt mit Blick auf das Haus 'Zum Stern'. Deutlich zu erkennen ist die hier im Bereich der Haupthaltestelle zweigleisige Streckenführung der KölnBonner Eisenbahn, die hier mit dem allseits bekarmten 'Feurigen Elias' verkehrte. Eine beschauliche Ansicht vom historisch gewachsenen Mittelpunkt der Stadt Brühl. Von der Restauration Roos zieht sich der Blick über das Café Bröhl und das 'Warenhaus' der Geschwister Zier (Haus Nr. 26) bis hin auf die Kölnstraße.

Das Haus 'Zum Stern' ist im übrigen das älteste noch erhaltene Wohnhaus in Brühl. Denn bei dem großen und für das kleine Städtchen so verheerenden Stadtbrand vorn 14. September 1530 hat außer Burg, Kirchen, Kloster und eben dem Haus 'Zum Stern' damals kein

weiteres Brühler Haus die Katastrophe überstanden.

53 Peter Dahr, der spätere Blutgruppenforscher und wesentliche Wegbereiter der Blutkonserve, wurde am 13. April 1906 als ältester Sohn des Bäckermeisters Josef Dahr (4. von links) und seiner Frau Klara, geborene Renn, im Haus Bahnhofstraße 1 geboren. Dahrs Vater erlernte den Bäckerberuf bei Meister Willi Rösch in der Kempishofstraße. 1905 konnte J osef Dahr die im Foto gezeigte Bäckerei eröffnen. Peter Dahr verbrachte seine Schul- und Studienzeit in Brühl. Ursprünglich sollte er die Nachfolge seines Vaters antreten, der Erste Weltkrieg vereitelte diese familiäre Planung jedoch. Da die Bäkkerei im Laufe der Kriegswirren schließen mußte und keinen sicheren Lebensunterhalt mehr bot, wurde Peter Dahr van sei-

nen Eltern kurzerhand auf das städtische Gymnasium geschickt. So ist es gleichsam dem Krieg zu verdanken, daß aus dem 'verhinderten Bäcker' Peter Dahr der überaus erfolgreiche und weltweit anerkannte und geschätzte Serologe werden konnte.

54 Das Hotel Belvedere die ehemalige 'Hubertusburg' in der Burgstraße, lange Zeit Brûhls ' gute Stube', war als Nebengebäude von Schloß Augustusburg, als Unterkunft für das Jagdpersonal und als Magazin für die Jagd- und Fischereigeräte errichtet worden. Lange Zeit diente es - schon zum Hotel Belvedere umgewandelt - als Brühler Posthof mit Station zum pferdewechsel. Schmerzlich vermissen die Brühler bis heute das 'Belvedere' und dessen Festsaal, der Generationen als Veranstaltungsort diente. In Schloßnähe gelegen, und mit seinem großen Biergarten loekte es in den Som-

mermonaten nicht nur zahlreiche auswärtige Schloßbesucher, sondern auch die erfrischungsbedürftigen Brühler an. Nachdem die Stadt Brühl das gesamte Gelände in den

sechziger [ahren erworben hatte, wurde die Gastronomie noch kurze Zeit fortgeführt. Wenige [ahre später ließen die Verantwortlichen die 'Hubertusburg' - gegen

vielen Proteste und Warnungen heimatverbundener und weitblickender Bürger - niederreißen.

55 Unzählige Veranstaltungen fanden im Hotel Belvedere statt. Mit einem 'Bierstall' , einem Restaurant und einem großen Saal (unser Foto) stand ausreichend Platz in jeder gewünschten Größe zur Verfügung. Die Vereine nutzten die Räumlichkeiten gerne: Konzertabende, Theateraufführungen, Filmvorführungen, Festbälle und Karnevalsveranstaltungen waren hier im Belvedere ebenso zu Haus, wie Familien- und Vereinsfeste.Aber auch Benefizveranstaltungen wurden in Brühls guter Stube durchgeführt.

Am 10. Februar 1899 fand unter der Leitung des königlichen Musikdirektors

August Wiltberger im Saal des Hotels Belvedere ein großes Konzert zur Finanzierung der Anschaffungskosten für die neue Orgel an St. Margareta statt. Wie heutzutage, war es auch

früher nicht möglich, ein neues Instrument ganz aus den Kirchenmitteln zu finanzieren. Damals freute man sich über einen Ertrag von 298 Mark, eine Summe, die jetzt allerdings nur

ein müdes Lächeln bei den Orgelbauern hervorrufen würde.

56 Benannt nach der ehemaligen Hubertusburg, dem unvergessenen Hotel Belvedere, hieß die Burgstraße noch um die [ahrhundertwende Belvederestraße. An dieser Straße gründete Schneidermeister Wilhelm Meier 1861 ein Herren-Maß-Geschäft. Auch nach seinem Tod führte seine Familie den Meisterbetrieb im Haus 25 noch lange [ahre weiter fort.

57 Die Vögte von Palmersdorf nutzten einstmals das Gebäude in der Burgstraße 7 als ihr Stadthaus. Im Iahre 1660 wurde es an den Kurfürsten und Kölner Erzbischof Maximilian Heinrich verkauft. 1687 kaufte es der Oberkellner (Amtsrentmeister) J odocus Hoen. Noch urn die [ahrhundertwende hatte es dadurch seinen Namen 'Alte Kellnerei'. Bei der Besetzung Brühls durch die Franzosen 1689 wurde es stark beschädigt, jedoch bis 1693 wiederhergestellt. 1730 gelangte das Haus dann wieder in den Besitz eines Kurfürsten: kein geringerer, als 'der Brühler Kurfürst' Clemens August erwarb es von den Erben des Jodocus Hoen. Unter derTraufe trug es die Jahreszahl MDCXCIII (1693) und am Zwischengeschoß war die Inschrift

SNDBISSA zu lesen (Sit nomen Domini benedictum in saecula saeculorum, Amen, übersetzt: Der Name des Herren sei gebenedeit in alle Ewigkeit Amen).

58 Beginnend am Haus 'Zum Stern' nimmt die Kölnstraße ihren Verlauf stadtauswärts.

Wilhelm Kannegießer, einst als Finanzbeamter des Kurfürsten nach Brühl gezogen, ließ sich um 1525 an der Kölnstraße/Ecke Markt, das bis auf den heutigen Tag erhaltene, imposant erscheinende Haus 'Zum Stern' erbauen, ein auch architektonisch äußerst harmonisch wirkendes Bauwerk, wahrscheinlich in repräsentativer Fachwerkbauweise errichtet, welches das ganze Stadtbild beherrschte und auch heute noch das imposanteste und interessanteste Gebäude am Markt ist.

1887 kam es in den Besitz des Kurzwarenhändlers Jo-

hann Ferdinand Moons und wird seither im Volksmund auch 'Haus Meens' genannt. Der Satz 'Wir treffen uns bei Moons', der bei vielen Verabredungen am Brühler Markt benutzt wird,

ist bis zum heutigen Tag noch immer ein fester Begriff in Brühl geblieben. Gemeinsam mit dem Haus 'Zum Schwanen ' prägt das Haus 'Zum Stern' seit jeher das Bild des Marktes.

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