Brühl in alten Ansichten

Brühl in alten Ansichten

Auteur
:   Marlies Fey-Bursch und Bernhard Münch
Gemeente
:   Brühl
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6333-0
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brühl in alten Ansichten'

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69 Die Restaurierung des Schlosses im [ahre 1842, die hiermit verbundenen Besuche der preußischen Monarchen, sowie die Eröffnung der neuen Eisenbahnlinie Köln-Trier 1844, veränderten das Brühler Stadtbild zusehends: Mitglieder des gehobenen Bürgertums, vorwiegend aus Köln, errichteten in der Nähe des Schlosses vornehme Villen mit prächtigen, parkähnlichen Gartenanlagen. Einer dieser Prachtbauten war an der Comesstraße 31 zu finden. Um 1880 errichtete hier der Kölner Kaufmann August J oest eine zweigeschossige Villa nach französischen Vorbildern in den Formen der N eurenaissance, als Winkelbau mit einer überhöhten Mittelkuppel. Die Villa wurde dann jedoch leider wie ihr Erbauer ein Opfer der ersten In-

flati on und war finanziell nicht mehr zu halten, so daß sie 1936 abgebrochen werden mußte.

70 Als Eigentümerin dieser um 1880 errichteten Villa an der Comesstraße 39 ist 1894 die Witwe des Major Suermondt verzeichnet. Das Gebäude, das wie viele der an der Comesstraße erbauten Villen über einen großzügigen, parkähnlichen Garten mit wertvollem Baumbestand verfügte, wurde 1909 an Max Gruhl, einen Bruder des Bergrates Karl Gruhl, verkauft. Max Gruhl oblag die kaufmännische Leitung der ersten Gruhl'schen Brikettfabrik. Seither nennt der Volksmund das prachtvolle Haus die 'Villa Gruhl'.

71 Der Kölner Justizrat

Dr. Carl Mayer ließ 1890 auf den Grundstück Wilhelmstraße 17 eine prachtvolle Villa erbauen. Das Haus, das den Namen 'Haus Hubertus' erhielt, wurde in den Folgejahren gleich mehrfach erweitert: einem Anbau am Pferdestall >- hier zeichnete seine Gattin, Frau Mayer-Leiden als Bauherrin für den Antrag bei den Behörden - folgte um die [ahrhundertwende der Anbau eines Fremdenzimmers. 1905 wurde dann auf dem Areal des Familienbesitzes ein Gärtnerhaus neuerrichtet und 1911 ließ man einen Treppenturm im Norden des Grundstückes entstehen. Die Familie Mayer war durch enge Verwandtschaftsbande mit den Familien Camphausen und Joest verbunden. Nach dem Tod ihres Mannes richtete

die Witwe von Karl MayerLeiden hier gegen Ende der zwanziger [ahre die 'Brûhler Dampf- Waschanstalt' ein.

72 Eine Dampf-Waschanstalt betrieb die Brühler Familie Mayer-Leiden in ihrer Villa in der Wilhelmstraße. Die Werbung für das neue Gewerbe fiel recht ungewöhnlich und für heutigen Tage sicherlich amüsant aus, pries man doch 30 000 Quadratmeter Rasenflächen an auf denen 'Rasenbleiche bzw. Lufttrocknen' zu perfekten Ergebnissen führen würden. Auch als einzige 'Gardinen-Spannerei' am Platze hatte man sich einen Namen gemacht. Man versprach den Kundinnen: 'Garantiert keine Chlorbleiehe, durch Verwendung nur bester Materialien vollkommene Schonung derWäsehe, HauswäschelElegante Stärkewäsche' .

Telephon Brühl472 Köln Hansa 91380

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MI. MlA"I~·IIIDI~ Brühl-Köln, Wilhelmstraße 17

30000 Quadratkilometer Rosenflöchen

Rasenbleiche, l.ufttrocknen I Garantiert keine Chlorbleiche ? Durch Verweridunç nur bester Materialien (Sunlicht, Persil) vollkommene Schonung der Wäsche ? Hauswäsche / Elegante Stärkewäsche

Einzige Gardinen-Spannerei om Platze

73 Das 'Kreuz vor dem Kölntor' , dieses steinerne Wegkreuz, das bis zum November des [ahres 1941 auf der Kreuzung Kaiserstraße/Kölnstraße seinen angestammten Platz innehatte, gehört neben dem Haus zum Schwanen, dem Haus zum Stern und der - inzwischen zerstörten - ehemaligen kurkölnischen Kellnerei an der Burgstraße wohl zu den ältesten Wahrzeichen Brühls. So ist es schon auf der urn 1575 van Abraham Hogenberg gefertigten 'Landkarte Brühls' zu finden. Nach demAbbruch durch die Braunen NaziSchergen im [ahre 1941 wurde das Kreuz aufIntervention der katholischen Kirche notdürftig wieder-

hergestellt und ohne Korpus - dieser war schon unrettbar zerstört - auf dem Bürgersteig vor demJudenfriedhof aufgestellt, wo es dann als 'schaurig mahnendes Bild' (Pfarrchronik) der Dinge harrte, die da kommen sollten. Danach wurde das Kreuz noch mehrfach umgesetzt und steht heute einsam und unbeachtet im Garten der Pestalozzi Schule.

74 Bereits im [ahre 1 877 im Brühler Straßenverzeichnis enthalten, wurde die Kaiserstraße als prächtige Alleenstraße hin zum Kierberger Kaiserbahnhof angelegt, um den Hochwohlgeborenen Monarchen einen angenehmen und erfreulichen Weg von Kierberg hin zum Schloß Augustusburg zu ermöglichen. Der zweite Brühler Bahnhof trägt im übrigen bis zum heutigen Tage nur den Namen Kierberg.

75 Auf dem Gelände an der Ecke Kaiserstraße/Kölnstraße erbaute Ludolf Camphausen, ein als Mitinhaber einer Kölner Bank sehr betuchter Bürger, um das [ahr 1857 seinen Sommersitz. Wie in dieser Zeit üblich, erhielt der schmucke Bau schnell die Bezeichnung nach seinem Erbauer und wurde in und um Brühl als Villa Camphausen bekannt. Unser Foto zeigt den prachtvollen Bau von der Gartenseite aus. 1890 wurde dem Komplex in der Kaiserstraße 7 eine Gärtnerwohnung hinzugefügt. 1893 baute die Witwe Hermann Camphausens die Villa nach ihren gewandelten Wünschen um. Im Auftrag

des nachfolgenden Besitzers, des Justizrates SchnitzIer, fügte der Kölner Architekt Band dem Gebäude nochmals mehrere Zimmer an. 1921 dann ging der Besitz über in die Hände von

Karl Moritz und auch dieser Eigentümerwechsel fand schon bald seinen Niederschlag in dem neuen Namen 'Villa Moritz.' .

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76 Ein Blick auf das westliche Ende der Königstraße mit ihren wunderschönen villenartigen Häusern. Im [ahre 1907 beschloß der Rat der Stadt, die Königstraße zu befestigen. Vor den hier abgebildeten Häusern wurden 1928 die Gleise für die benzolbetriebene KölnBonner Eisenbahn gelegt. Die Trassenführung ist bis zum heutigen Tage beibehalten worden. Die Gleise bilden so eine 'natiirliche' Trennlinie zwischen der Königstraße und der jenseits der Bahn fortführenden N euen Königstraße.

77 Architekt Matthias Erven erbaute dieses stolze Haus zwischen 1890 und 1893 für den damaligen Gymnasiallehrer Wilhelm Dahm. Dieses erste in der FriedrichstraBe erbaute Haus galt seiner Zeit als eines der nobelsten Wohnhäuser des ausgehenden 1 9. Jahrhunderts in Brühl. Das im Vordergrund zu erkennende Rübenfeld verdeutlicht, daB die FriedrichstraBe, die erst um die [ahrhundertwende angelegt wurde, zum Zeitpunkt der Aufnahme noch eine sehr abgelegene und einsame Wohngegend war.

78 Ein Blick auf die alte Stadtmühle in der gleichnamigen Mühlenstraße. Hieß die Straße, einst ein Umgehungsweg der außen an der Stadtmauer entlangführte, zunächst noch 'Pàddche', so wandelte sich der Namen wegen seiner Nähe zur Stadtmühle bald in 'Mühlengasse' bis hin zu seiner heutigen Form.

Ein älterer Brühler Bürger gab, befragt nach diesem Brühler Verkehrsweg folgendes zu Protokoll:

'Auf eine Zeit, wo die Mühlengasse nicht vorhanden gewesen wäre, kann ich mich nicht erinnern. Sie war immer rechts und links mit einer Hecke eingefaßt und ein richtiger Feldweg.

Entgegenkommenden Wagen konnte man nur ausweichen, wenn man sich in die Hecke drückte. Der Verkehr auf der Mühlengasse beschränkte sich auf die Besitzer der angrenzenden Grundstücke und auf die Mühle.'

Zu der Zeit, die unser Altbrühler hier beschrieb, um 1850 herum, gab es im Straßenverlauf zwei Wohnhäuser nahe der Uhlstraße, und weiter nach Norden drei Fachwerkhäuser. Wenn ein neues Haus gebaut werden sollte, entfernte man ei-

nen Teil der beschriebenen Hecken und setzte das Haus in die Lücke. Als im [ahre 1890 die Grundbesitzer der Mühlengasse Land für den Ausbau der Gasse abgeben sollten, wurde die Hecke durch einen Lattenzaun ersetzt.

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