Bützow in alten Ansichten Band 1

Bützow in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Wolfgang Schmidtbauer
Gemeente
:   Bützow
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6003-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bützow in alten Ansichten Band 1'

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19 Wir stehen an der Ostecke des Marktes und blieken in die Kirchenstraße. Als Bützow 1848/49 ein neues Rathaus bauen wollte, war die herzogliche Regierung nicht einverstanden; sie forderte stattdessen den Bau neuer Schulräume, da die vorhandenen am Kirchenplatz und in der Pfaffenstraße 13 völlig unzureichend waren. Der Bützower Magistrat dagegen schlug vor, Rathaus und Schule in einem Gebäude zu vereinen. Wenn auch widerstrebend, stimmte die Regierung dem Plan schließlich zu. Als zu Beginn unseres [ahrhunderts die Schülerzahl erheblich stieg, mußte ein weiterer Schulbau errichtet werden. Vom Schul-

teil des Rathauses nur durch eine schmale Gasse getrennt, lag das Haus des Senators Hagemeister, das wir hier sehen. Die Stadt kaufte es 1909 für einen Schulneubau an.

20 Nach Plänen des Architekten Busch aus Wismar wurde die neue Bürgerschule nach knapp zweijähriger Bauzeit 1911 fertiggestellt. Sie umfaßte zwölf Klassenräume, das Dienstzimmer des Rektors, eine Hausmeisterwohnung sowie Spültoiletten, für eine Bützower Schule eine Neuheit! In die modernen, zweckmäßigen Räume zog die Knabenbürgerschule ein, während die Mädchenklassen in den ungünstigen Räumen des Rathausteils verblieben. Hier fand auch eine Volksschulklasse Platz, so daß der schlechteste Raum des alten Schulhauses am Kirchenplatz aufgegeben werden konnte. Das Erdgeschoß jenes Hauses war bereits 1585 als Schule

erbaut worden. In der zweiten Hälfte des vorigen Iahrhunderts hatte man die Obergeschosse aufgesetzt, um die dringendste Schulraumnot zu beheben.

21 Das Hagemeistersehe Haus liegt jetzt in unserem Rücken. Wir blieken in die Breite Straße, die schon im ältesten Straßenverzeichnis der Stadt aus dem Iahre 1704 so genannt wird. Da ihr Name eine Besonderheit ausdrückt, müssen demnach die anderen Straßen der Stadt vorzeiten wesentlich schmaler gewesen sein. Um die [ahrhundertwende, als die Aufnahme entstand, wohnten und arbeiteten zahlreiche Handwerker in der Breiten Straße: je ein Bäcker, Glaser, Klempner, Konditor, Sattler und Tapezierer, Schlachter, Schleifer, Schmied, Uhrmacher und Zahntechniker sowie je zwei Maler, Schneider und Schuster, und außerdem

hatten ein Lebensmittelkaufmann, ein Eisenwaren-, Glasund Porzellanwarenhändler sowie ein Fell- und Produktenhändler in dieser Straße ihre Geschäfte.

As vvi so söbenteinhunnert schreeb 'n, dunn hett uns' Fürst Erlaubnis gäb'n, dat uns' fmnzöschen GJobensfrünn

hier mit ehr Kirch 'ne Heimstatt fünn.

22 Ab 1699 wurden unter Herzog Friedrich Wilhelm Hugenottenfamilien in Biitzow angesiedelt. Indem er bedrängten Protestanten eine Zuflucht bot, verfolgte er auch wirtschaftliche Zwecke. Die Einwanderer sollten durch Erwerbszweige, die bisher in Mecklenburg nicht heimisch waren, die Industrie des Landes beleben. Der Grundstein für die reformierte Kirche wurde 1765 gelegt, ihre Einweihung am 1. September 1771 gefeiert. Das Geld für den Kirchenbau sammelte Pastor Finmann in drei Kollektenreisen, die ihn bis nach Holland und England führten.

23 Im Iahre 1833 verfaßte Wilhelm Ferdinand Rong in holprigen Knittelversen den 'Versuch einer topographisch-historischen Darstellung der Stadt Bützow, wie sie leibt und lebt' . Darin heißt es: 'Der Goldberg noch, Ellerbruch wird er genannt, weil er von den Ellern im Sumpfe herstammt. Er grenzt an den Goldberger Rinnstein dicht an, von da hat man gradaus, rechts, links freie Bahn.' Wo der 'Goldberg' zu finden war, wissen wir nicht; das Ellernbruch gibt es als Straßenbezeichnung noch heute. In Nummer 4 hatte Schlachter Kadow, später Schlachter Winter seinen Laden. Es war eine der 24 Schlachtereien, die das

Adreßbuch von 1908 aufzählte, davon drei allein im Ellernbruch - kaum zu glauben, daß sie alle in einer Kleinstadt ihr Auskommen hatten.

24 Schlachter Winter hat einen Ochsen gekauft geschmückt steht er vor der Schlachterei. Meister, Gesellen und Lehrjungen haben sich mit sauberen Schürzen postiert, und auch die Frau Meisterin hat es sich nicht nehmen lassen, aus der Tür zu treten, um mit auf das Bild zu kommen. Der Fotografhat das Stativ mit der großen Plattenkamera aufgebaut, die Kinder der Nachbarschaft sind herbeigelaufen, um ja den großen Augenblick nicht zu versäumen: es wird fotografiert! Wer die Aufnahme gemacht hat? Entweder war es F.W Schaufuss in der Wollenweberstraße 11, der 'Photographien aller Art zu billigsten Preisen bei künstle-

rischer Ausführung' anpries, oder sein Konkurrent Iulius Thiele in der Rühner Straße 16, der das 'größte Atelier am Platze' besaß.

25 Weiter geht unser Weg zum Pferdemarkt, auf dem zur Jahrmarktszeit tatsächlich Pferde gehandelt wurden. Der Platz wurde erst nach dem groBen Stadtbrand von 1716 angelegt und hieB zunächst 'Neuer Markt'. Zwischen den Häusern 1. WallstraBe 23 und 25 beginnend, führte noch weit bis in das vorige [ahrhundert vom Wallgraben aus ein Wasserlaufüber den Platz und mündete in der 2. WallstraBe zwischen den Nummern 21 und 23 wieder in den Wallgraben. Er diente zur Ableitung des Schmutzwassers. Noch Ende des 18. [ahrhunderts bildete er auf dem Pferdemarkt eine 'Grube', in der sich allerlei Unrat sammelte.

Das Denkmal für die Gefallenen des Krieges 1870/71 wurde 1882 eingeweiht und 1964 wegen seines schlechten Erhaltungszustandes abgetragen.

Büfzow i. M.

Kriegerdenkma.

26 Die Aufnahme, die urn 1905 entstand, zeigt uns die Bäckerei van Reinhard Schmidt, pferdemarkt 13. Die Familie hat sich aufgestellt nur der Meister fehlt. Er schläft wohl noch, denn er muß bereits in der Nacht aufstehen, wenn Brot und Brötchen zur rechten Zeit fertig sein sollen. Aufgabe des Lehrjungen ist es dann, sie mit dem zweirädrigen Karren an die Kunden auszufahren. Die Konkurrenz ist groß; 1908 gibt es vierzehn Bäckereien im Stadtkern und eine im Bahnhofsviertel, dazu noch eine Brothandlung, und in den Dörfern der Umgebung backen die Frauen das Brot vielfach selbst. Mehllieferte die Wassermühle. Außerdem

standen zwei Windmühlen auf der Bützower Feldmark, davon eine am Bahier Damm nördlich des Kaffekrugs.

27 Das 'Hospital zum Heiligen Geist für Arme' war eine der dreizehn landesherrlich anerkannten wohltätigen Stiftungen, die es in Bützow gab. Nachdem der Landtag an der Sagsdorfer Brücke 1549 das Luthertum zur Laudeskirche Mecklenburgs erhoben harte, wurde Fürst Ulrich (1527-1603) zum ersten evangelischen Administrator des Bistums Schwerin gewählt. Seine Gemahlin Elisabeth (verstorben 1586) hat das Hospital gestiftet, und

15 71 wurde es landesherrlich bestätigt. Beim großen Stadtbrand von 1716 wurde auch das Hospital eingeäschert. Nach dem Wiederaufbau gehörten zu seinem Besitz ein 'volles' Haus und zwei 'Buden'. Das jetzige Gebäude im Stil der Neogotik wurde nach Plänen des Oberlandbaumeisters AdolfPrahst 1878/79 erbaut.

28 Das Hospital wurde von einem Vorstand geleitet; unser Bild zeigt seine Mitglieder aus demjahre 1888. Am Tisch sitzen (von links nach rechts) Lehrer Peschel als Berechner, Maurermeister Voth, Amtmann von Lehsten als Vertreter der Landesherrschaft, Kirchenrat Chrestin und Stellmachermeister Vigenschow. Dahinter stehen Kaufmann Reinnoldt und Pastor Gabert. Der Stadtmagistrat war im Vorstand nicht vertreten, da das Hospital eine landesherrliche und keine städtische Stiftung war. Es unterstand dem Oberkirchenrat.

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