Bützow in alten Ansichten Band 1

Bützow in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Wolfgang Schmidtbauer
Gemeente
:   Bützow
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6003-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bützow in alten Ansichten Band 1'

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29 Bützows mittelalterliche Stadtmauer verlief etwa dort, wo [etzt die Wohnhäuser in den Wallstraßen und am Ausfall stehen. Sie erhielt in ihrem Nordteil bereits im 13. [ahrhundert einen zusätzlichen Schutz durch den künstlich angelegten Wallgraben. Der Wall, der das Abfließen des Wassers in die Wiesen verhindert, war noch Mirte des 18. [ahrhunderts wesentlich höher als heute, der Graben etwa 6 Meter breit und 2,5 Meter tief. Er bildete damit ein echtes Hindernis gegen feindliche Angriffe. Im Hintergrund ist die Brücke am Rostocker Tor zu sehen. Um 1900, als diese Aufnahme entstand, war das Wasser im Wallgraben noch

so klar, daß an den Stegen Wäsche gespült werden konnte.

J; T. 48

301m ersten Drittel des 19. [ahrhunderts wurde in Europa begonnen, aus Steinkohle gewonnenes Gas in größerem Umfang für Beleuchtungszwecke zu nutzen. In London gab es 1807 Anrange einer Straßenbeleuchtung, und 1826 erhielt die Straße 'Unter den Linden' in Berlin Gaslaternen. In Bützow wurde am 10. Oktober 1862 auf der Bleiche - Vor dem Rühner Tor 4 - ein Gaswerk in Betrieb genommen. 74 Straßenlaternen erhellten fortan die Stadt. Da die Leistungsfáhigkeit der Gasanstalt jedoch beschränkt war, wurde 1901102 auf der Gänsewiese hinter dem Rostocker Tor ein neues Werk erbaut und am 23. Juli 1902 in Be-

trieb genommen. Ein zweiter Gasometer wurde 1910 errichtet. Nach Anschluß Bûtzows an das Fernleitungsnetz für Gas wurden Kokerei, Gaswäsche und Gasometer 1972 abgerissen.

Wur nu up'n Wall de Gör'n rümdollern, dor hiirt'n eenst Kanon'n bollern,

dunn wier'n de Schwedea hier in't Land, dat is uns ut de School bekannt.

Mihr as dreehunnert johr is' t her,

dunn stünn uns' Stadt in Krieg un Wehr.

31 Noch 1714ließ der Kommandant der Bützower Garnison, Obrist von Kohlhans, das Vieh der Bûtzower, 'so nur den Wall berühret', totschießen; jedoch um die Mitte des 18. Iahrhunderts verlor die Stadtbefestigung mit Mauer, Wall und Graben mehr und mehr an Bedeutung. Nachdem die Universität nach Bützow verlegt worden war, wurde der Wall in den Iahren 177 6 bis 1779 zur Promenade umgestaltet und mit Linden bepflanzt. Für Ruhebänke stiftete Herzog Friedrich sogar Eichenholz.

32 Vom Wall aus sind wir in die Pfaffenstraße eingebogen, 1704 als 'Puppers Straß' bezeichnet. Bis in das vorige [ahrhundert hinein gehörten die Häuser in der Pfaffenstraße, am Kirchenplatz und am Schloß zur 'Freiheit' und unterstanden dem herzoglichen Amt zu Rühn. Das große Gebäude auf der linken Seite wurde 1891 von der Schulvorsteherin Emma Hoffmann gekauft, die seit 1872 in unserer Stadt eine Privatschule für höhere Töchter betrieb, 1901 besuchten 101 Mädchen die Anstalt, die 1923 von der Stadt übernommen wurde. Eine Mädchenschule wird für unsere Stadt erstmals 1599 erwähnt: damit gehört Bützow zu den

sechs mecklenburgischen Städten, in denen es bereits im 16. Iahrhundert Bildungsmöglichkeiten für Mädchen gab. Unsere Karte zeigt die Pfaffenstraße um 1910.

Pfaffenslrasse.

33 Die Pfaffenstraße führt uns auf den Kirchenplatz, den ehemaligen Friedhof

Das Erdreich ist hier im Laufe der [ahrhunderte um etwa 1,70 Meter gewachsen, so daß der Granitsockel der Kirche unter der Erdoberfläche liegt. Der Bau der Domkirche wurde in der zweiten Hälfte des 13. [ahrhunderts begonnen. Weitere bauliche Veränderungen erfolgten bis ins 17./18. [ahrhundert. Heute präsentiert sich die Stiftskirche St. Elisabeth als eine dreischiffige Backsteinhallen kirche mit einem 74 Meter hohen Turm. In ihrem Inneren birgt sie wertvolle Kunstdenkmäler, so eine bronzene Tauffünte von

1774, einen spätgotischen Flügelaltar von 1503 und eine Renaissancekanzei von 1617. An der Südseite des Chores befindet sich eine Sonnenuhr, die 1765 angebracht wurde.

34 Am Ratsarmenhaus vorbei hat uns unser Weg wieder auf den Wall geführt, und wir blieken auf die alte Papiermühle, wie sie vor 1905 aussah. Der Wallgraben ist noch ein schnell fließendes Gewässer von mehr als acht Meter Breite. Im Hintergrund ist das Wasserrad zu erkennen, das Holländer, Gautschwalze und Kalander antrieb. AufVeranlassung der Rostokker Universität hatte der Bützower Magistrat 1578 beim Herzog um die Genehmigung zum Bau einer Walkmühle nachgesucht, die 1585 errichtet wurde. Sie hat erwartungsgemäß der Universitätsdruckerei besseres Papier als Grabow und Neustadt geliefert. Das auf unse-

rem Bild zu sehende Gebäude brannte 1907 ab. Bis 1945 wurde in unserer Stadt Papier hergestellt, bis der Betrieb für Reparationszwecke demontiert wurde.

35 Um die Verteidigung einer Stadt mit Hilfe ihrer Bürger gewährleisten zu können, wurde im 15./16. [ahrhundert jährlich eine Schießübung der waffenfáhigen Bürger abgehalten. Ihren Abschluß bildete das Wettschießen nach dem Vogel, später der Scheibe. 1695 klagte die Bützower Schützenzunft, daß sich die Bürger beim Schießen in einer schlechten Laubhûtte unterstellen müßten; der Herzog bewilligte daraufhin vier Bäume zum Bau eines festen Hauses. Es gehörte der Schützenzunft und wurde verpachtet. Das muß sich für den Pachter gelohnt haben, denn 1824 errichtete er auf eigene Kosten ein massives Gebäude

mit Saal, das nach dreißig [ahren in das Eigentum der Zunft überging. 1912 ist das alte Schützenhaus, das uns die Karte von 1910 zeigt, abgebrannt.

Schüttenbrauder freu di mun, Königschuß dei geiht nu on! Schüttenbrauder weit Bescheid,

is frühmorgens marschbereit. Haut verwegen up den Kopp, Fahrt hei in dei Schüttenjapp. Schüttenbrauder röpt juchhei!, wenn hei schütt den Knop Intwei. doch hei süh t gefährlich sur; schütt hei' n Lock in dei Natur.

36 Bereits 153 8 wird in Bützow die Schützenzunft erwähnt. Jährlich wurde bis 1940 der Schützenkönig errmttelt. Noch im 18 .jahrhundert waren mit dieser Würde wirtschaftliche Vorteile verbunden: der König war für ein jahr von städtischen Lasten und Abgaben frei und hatte für seinen Haushalt freies Mahlrecht. Unser Bild zeigt ein Schützenfest um 1910.

37 Das Schützenhaus war einer der Orte, an denen Bûtzower Geselligkeit zu Hause war; unter anderen traf sich hier der Gesangsverein 'Liederkranz' jede Woche zur Probe. Neben elfweiteren Vereinen hatte er sich arn 4. Dezember des Revolutionsjahres 1848 gegründet und war bereits 1851 Gastgeber des 2. Mecklenburgischen Sängerfestes mit 332 Teilnehmern. Seine Mitglieder waren die Honoratioren Bützows:

Handwerker, Kaufleute, Beamte, die in späterer Zeit den sozial schlechter Gestellten den Zugang zum Verein verwehrten. So kam es, daß zwischen 1869 und 1924 zwei Männerchöre in Bützow bestanden. Unser Bild vom 19.

März 1889 zeigt den 'Liederkranz' mit dem Banner, das ihm an diesem Tage von dem Hofmaler Fritz Richter, einem gebürtigen Bützower, verehrt wurde.

38 Ein paar Schritte weiter, und wir stehen auf dem Hopfenwall, zur Wendenzeit eine Fluchtburg auf einer künstlich erhöhten Untiefe im See. Im Hintergrund, am nördlichen Ufer, erblicken wir die Landesstrafanstalt Dreibergen. Der Bützower See ist ein 1,2 Quadratkilometer großer Flachwassersee von maximal zweieinhalb Metern Tiefe, dessen Spiegel nur einen Meter über Meereshöhe liegt. Ein Warnowarm, das Ausfallwasser, bildet seinen Zufluß; die Lüßnitz, auf alten Karten auch Temse genannt, führt sein Wasser in die Warnow zurück. Ausgedehnte Schilfund Seerosenzonen säumen seine Ufer und bieten zahlreichen Wasservögeln Brutplatz.

Von besonderem Reiz ist eine Bootsfahrt auf dem See, beliebt auch schon im [ahre 1905.

Biitzo

Dre'bergea

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