Bützow in alten Ansichten Band 1

Bützow in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Wolfgang Schmidtbauer
Gemeente
:   Bützow
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6003-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bützow in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

59 Auf unserem Gang zur Wilhelmstraße, der heutigen Gartenstraße, kommen wir an der Löwen-Apotheke vorbei. Es ist ein breit hingelagertes Haus an der Ecke zur 2. Ausfallstraße, gedeckt durch ein Walmdach mit einer runden Gaupe. Das Haus wurde nach 1716 erbaut und war bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts im Besitz von adligen Pensioniàren, die in Bützow wohnhaft geworden waren. Bereits zur Zeit der Universität hatte es einige [ahre lang eine zweite Apotheke gegeben, die sich jedoch nicht rentiert hatte. 1852 erteilte die Regierung erneut eine zweite Konzession. Trotz der gestiegenen Bevölkerungszahl konnte der

Löwen-Apotheker nur bestehen, indem er neben Medikamenten auch Drogeriewaren verkaufte, Mineralwasser herstellte und sogar Benzin an 'Automobilisten' abgab.

i. M.

Löwenapotheke.

60 Der Turnplatz, den wir hier auf einer Postkarte aus demjahre 1910 sehen, war früher eine sumpfige Wiese vor der Stadtmauer. Sie wurde 1886 mit dem Erdaushub und dem Schutt aufgefüllt, der beim Bau des Postgebäudes anfiel. Der Kirchturm überragt das Gymnasium, das 1863 fertiggestellt wurde. Links davon erkennen wir das Gerätehaus der Feuerwehr, erbaut 1888, und daneben die Turnhalle. die 1907 errichtet wurde. Bis dahin wurde Turnunterricht für die Gymnasiasten nur im Sommer erteilt; bevor der Turnplatz fertiggestellt worden war, hatte er auf dem Schäferberg stattgefunden und war zeitweise von einem

Unteroffizier geleitet worden. Die Stege im Vordergrund dienten sowohl zum Wàschespûlen als auch zur Wasserentnahme, wenn die Freiwillige Feuerwehr übte.

Pattie beim Rea/gymnasium u. [,urnhal/e

61 Der 'Männer-TurnVerein ' zu Bützow wurde am 5. Juli 1861 ins Leben gerufen. Zu den 21 Gründungsmitgliedern gehörten unter anderen Kaufleute, Lehrer, Beamte, Handwerker und zwei 'Commis' (Handlungsgehilfen). Ende 1861 zählte der Verein bereits 37 Mitglieder, darunter auch einen Töpfergesellen. Im Gegensatz zu anderen Bützower Vereinen setzte sich der 'MTV' offensichtlich über soziale Schranken hinweg; bis 1868 wurden 38 Gesellen aufgenommen. Manche hatten bereits Turnvereinen in anderen Städten angehört und blieben nur kürzere Zeit im hiesigen Verein, weil sie wieder auf Wanderschaft gingen. 1885 verzeichnet die Liste erstmals einen Lehrling und einen Primaner sowie ab 1887 auch Arbeiter als Mitglieder.

62 Die Bûtzower Preiwillige Feuerwehr gehört zu den ältesten Wehren des Landes: sie wurde all 27. November 1870 gegründet und feiert in diesem Iahr ihr 125. Stiftungsfest. Unser Bild zeigt die Wehr - Kommandeure, Steiger und Pumpenmannschaft - beim Feuerwehrtag 1911. Der Bützower Johann Lübs, der mehr als vier [ahrzehnte der Feuerwehr unserer Stadt angehörte, faßte in einem seiner Feuerwehrlieder in Verse, was die Bützower Wehr in zahlreiche Einsätzen bewiesen hat:

Wenn der Flammentod Menschenleben droht, wenn des Nächsten Gut ist in Gefahr,

Eilt mit festem Mut in die Feuerglut

unsre tapfre kühne Rettungsschar.

Zu des Nächsten Schutz, ohne Eigennutz, bieter sie den Elementen Trutz.

63 In der Mitte des vorigen Jahrhunderts gab es auch in Bützow Bestrebungen, eine höhere Bildungsanstalt einzurichten. Nach siebenjährigen Verhandlungen mit dem Magistrat wurden schließlich 1863 in Verbindung mit der Bürgerschule zwei Realklassen mit je zwei Abteilungen als höhere Bürgerschule eingerichtet. Anfänglich waren sie in der Pfaffenstraße 3 in gemieteten Räumen untergebracht. Mit steigender Schûlerzahl wurde ein Neubau erforderlich, der 1863 bezogen und 1872 durch einen Anbau mit Aula erweitert wurde (unser Bild). 1878 erfolgte die staatliche Anerkennung der Anstalt als Realgymnasium. Nach Auflö-

sung der Hoffmannschule traten die Mädchen in das Realgymnasium über, das 1923 als Reformrealgymnasium verstaatlicht wurde.

64 Der Begründer und erste Direktor des Bützower Gymnasium war August Theodor Wilhelm Winckler, geboren am 4. November 1829 in AllendorflHessen. Nach dem Abitur studierte der Sohn eines Pfarrers an der Universität Gießen neuere Sprachen und wurde 1851 magna cum laude promoviert. Nach einer Tàtigkeit an verschiedenen Instituten nahm er 1855 eine Anstellung an einer Privatschule in Stavenhagen an. Als er sich 1860 in Bützow bewarb, konnte er von überall ausgezeichnete Zeugnisse vorlegen. Dr. Winckler hat das Bützower Gymnasium 44 [ahre geleitet und zu einer staatlich anerkannten Anstalt

mit einer beeindruckenden Leistungshàhe entwickelt. Er starb arn 16. Dezember 1904, nachdem er vergeblich beim Magistrat um seine Pensionierung gebeten batte, 'in den Stelen'.

65 Wer über die Brücke zur Gartenstraße geht, wird erstaunt feststellen: So alt ist

das Brückengeländer schon? Unsere Großeltern waren sparsame Leute, denn als

1931 die Brücke erneuert werden mußte, wurde das noch gute Geländer wieder verwendet. Die Aufnahme, die nach 1908 entstand, zeigt übrigens die zweite Straßenbrücke. Die erste war vollständig aus Holz errichtet. Ihre tragenden Teile setzten sich oberhalb der Fahrbahn in einer plump wirkenden Konstruktion fort. Wie unser Heimatforscher Dr. Hans W. Barnewitz vermutete, könnte dies der Anlaß gewesen sein, sie als 'Elefantenbrücke' zu bezeiclmen. Der Name 'Wil-

helmstraßenbrücke " den sie nach dem Willen der Stadtväter offiziell tragen sollte, hat sich jedenfalls nie eingebürgert.

Gruss aus Bützow.

Wllhelmsfrasse.

66 Die Bebauung der Wilhelmstraße begann nach 1870, und zwar zunächst auf dem Abschnitt zwischen dem 'Gumrniweg' - so der Volksmund - und dem Forsthof. Sie war von Anfang an eine ruhige Wohnstraße der sozialen Mittelschichten; das Adreßbuch von 1912 verzeichnet hier nur einen Arbeiter, aber 24 Rentner und Witwen, 2 ° Beamte und städtische Angestellte sowie 17 selbständige Unternehmer, Handwerker und Kaufleute. Wegen der 14 Lehrer, die hier wohnten, wurde sie scherzhaft auch 'RoteTinten-Straße' genannt. Neben den schmucklosen zweigeschossigen Häusern der 'Hierings-Siet' treffen wir in

der jetzigen Gartenstraße Häuser im Villenstil an, deren Errichtung nach einer Änderung des Baureglements erst seit 1888 gestattet war.

Gruss

aus BOT ZOW

WilhelmlrtlB$Se

67 Aus einem Bodenfenster in der Wilhelmstraße blieken wir um 1910 auf die Altstadt. Das Bild wird von der Kirche beherrscht, um die sich die niedrigen Häuser scharen. Nur wenige Dächer ragen höher empor; rechts neben der Kirche ist das Rathans mit seinen Türmchen zu erkennen. Im Vordergrund nimmt das Ausfallwasser noch eine größere Fläche ein. Hier befand sich ehemals der Burgsee, der im Süden vom sandigen Rücken der heutigen Gartenstraße begrenzt wurde. Bis zur Stadtmauer erstreekten sich Wasser, sumpfige Wiesen und Bruchwald und boten einen hervorragenden Schutz gegen Angriffe. Heute ist der Burg-

see verlandet; ein Teil wurde zu einer Parkanlage urngestaltet, und ein naturbelassenes Erlenbruch bietet zahlreichen Wasservögeln Brutplätze, Schutz und Nahrung.

.0. ~üfsott1 î. Jn.

~otal

68 Wer von der Wilhelmstraße in die Stadt wollte, mußte entweder die Brücke am Forsthof ader die am Turnplatz benutzten. Das war für manchen ein beträchtlicher Umweg. So mehrten sich in der Bevölkerung die Stimmen, die eine weitere Brücke über das Ausfallwasser forderten. Unter Bürgermeister Paschen wurde 1898 in Verlängerung der 3. Ausfallstraße durch die Wiesen ein Damm aufgeschüttet und eine Fußgängerbrücke errichtet. Unsere Postkarte, die 1909 gestempeltwurde, zeigt sie uns. Damit Ruderboote unter ihr durchfahren konnten, erhielt sie einen 'Buckel': deshalb mag der Name 'Elefantenbrücke' zu ihr gewan-

dert sein. Sie hat übrigens seit Oktober 1926 eine 'amtliche' Bezeichnung. die fast in Vergessenheit geraten ist: Wilhelmssteg.

;ßüb:ow, i. $ï1. " . Partié-mit der Kirche

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2022 Uitgeverij Europese Bibliotheek