Bützow in alten Ansichten Band 1

Bützow in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Wolfgang Schmidtbauer
Gemeente
:   Bützow
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6003-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bützow in alten Ansichten Band 1'

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69 Bützows Straßen und Plätze haben uns auf unserem Spaziergang viel Interessantes geboten. Lassen Sie uns zum Abschluß einige lohnende Ausflugsziele in der näheren Umgebung besuchen! Wir folgen dem Landweg zum Rühner See, den Gärten und Felder säumen. Vorbei an der fast kreisrunden Wasserfläche des Trien-Sees mit den rohrgedeckten Häusern zweier Bauernstellen gelangen wir an einen schmalen Waldstreifen zwischen Rühner und Langem See, den Rühner Laden, ein Landschaftsschutzgebiet mit einem herrlichen, etwa dreihundertjahre alten Buchenbestand. Der Name geht auf ein niederdeutsches Wort mit der Bedeutung

'junger Schößling' zurück; im Mittelhochdeutschen bedeutet 'Laden' soviel wie Brett oder Bohle. Nach kurzem Fußweg erreichen wir Dorf und Kloster Rühn.

70 Rühn war ehemals ein Zisterzienser- Nonnenkloster im Bistum Schwerin, 1233 gestiftet. Wir blieken in den Hof der Klosteranlage, wie er nach 1918 aussah. Die Klosterkirche ist ein einschiffiger Saalbau aus dem 12.113. [ahrhundert. Sein Westgiebel weist ein typisch rnecklenburgisches Giebeldreieck auf. Im Kircheninneren sind ein Kruzifix aus dem 15. [ahrhundert, ein RenaissanceFlügelaltar von 1577/78, die Fürstenempore (um 1600) sowie Epithaphien und Grabsteineausdem 14. bis 17. [ahrhundert sehenswert. Im Dorf Rühn waren um 1914 vier Erbpächter, 21 Büdner und 20 Häusler ansässig. Im Dorf gab es ferner eine

Wind- und eine Wassermûhle, Fischerei, Schmiede, zwei Schankwirtschaften und zwei Schulen. 'Hof Rühn war seinerzeit ein Pachthof von 23 0 Hektar.

71 Wenn wir die Bahnlinie bei Wolken überschreiten und uns anschließend rechts halten, gelangen wir zum alten Bahndamm. Unter schattigen Bäumen folgen wir ihm und überqueren die Nebel auf der Eisenbahnbrücke aus dem]ahr 1850. Am Waldrand geht es linkerhand zur Schleuse und zum Zeppelindenkmal; wir halten uns jedoch rechts und gelangen in das breite Urstromtal der Nebel. Sie bildet den Abfluß des Malkwitzer Sees und durchfließt fünf weitere Seen, bevor sie Güstrow erreicht. Bei der lüssower Stauschleuse verläßt sie den Kanal und vereinigt sich erst unterhalb der Schleuse II wieder mit ihm, bevor sie östlich

Bützows in die Warnow mündet. Die Brücke am ]ägersteig ist leider Vergangenheit, so daß wir von hier das Waldgebiet der Mäcker nicht erreichen können.

72 Aus dem [ahre 1504 stammen erste Vorstellungen, die Nebel von Bützow nach Güstrow schiffbar zu machen. Im ersten Drittel des vorigen jahrhunderts wurde dieser Plan wieder aufgegriffen; dennoch bedurfte es jahrzehntelanger Verhandlungen, bis arn 11. Juli 1895 der erste Spatenstich für den Nebelkanal gemacht werden konnte. Nur anderthalb [ahre später erfolgte offiziell die Eröffnung der Wasserstraße, doch weitere vier Monate dauerte es, bis die regelmäßige Schiffahrt aufgenommen werden konnte. Aus dieser Zeit stammt unsere Aufnahme. Streng voneinander geschieden haben sich Unternehmer, Ingenieure

und Arbeiter zum Erinnerungsfoto an der Schleuse II aufgestellt. Heute hat der Kanal keine wirtschaftliche Bedeutung mehr, und die Schleuse wurde 1966 stillgelegt.

73 Im Iahre 1900 war in Konstanz am Bodensee das erste durch Ferdinand von Zeppelin entwickelte Luftschiff aufgestiegen, und Luftschiffbegeisterung erfaßte viele Menschen. Da in einer Urkunde von 1286 ein Heinrich von Zepelin als Dienstmann des Fürsten von Werle erwähnt wird und das Dorf Zepelin als Ursprungsort des Grafengeschlechtes gilt, beschloß die Gemeinde, dem Luftschiffpionier ein Denkmal zu errichten. Dank der Spenden aus dem Dorf und der Stadt Bützow konnte dieser Plan in kurzer Zeit verwirklicht werden. Zu einer Lichtung in der Staatsforst fuhren die Besitzer der Zepeliner Bauernstellen I bis XXIV

Findlinge von der Hermannshäger Feldmark an, die den in der Mitte stehenden Findlingsblock mit der bronzenen Gedenktafel im Halbkreis umgeben.

74 Die Enthüllung des Zeppelin-Denkmals fand am 31. Mai 1910 statt. In Vertretung des 72jährigen Grafen Ferdinand nahm General von Zeppelin gemeinsam mit Ehrengästen aus Regierung, Amt und Stadt an der Einweihung teil. In geschlossenem Zug begaben sich die Gäste und die Dorfbewohner zum Denkmalsplatz, wo Amtshauptmann Fensch die Fest-

rede hielt und /

Oberlandbaumeister Prahst das Denkmal der Forstbehörde in Schutz und Pflege übergab. Zum Abschluß des Festaktes führten die Dorfbewohner zu den Klängen einer Handharmonika in der original Zepeliner Tracht die alten Zepeliner Tànze auf. Die Mit-

wirkenden zeigt unser Bild. Festessen und Tanzvergnügen im Dorf folgten, bis dann all nächsten Morgen gegen neun Uhr auf dem Denkmalsplatz die Feier beendet wurde.

75 Ein bequemer Fußweg führt uns zur Vierburg. unserem letzten Ausflugsziel. Es war eine Bûdnerei mit Schankwirtschaft, in der stadteigenen Vierburgwaldung gelegen. An ihr fûhrte früher die alte Land- und Poststraße Rostock -Sternberg vorbei, und in der Vierburg mußte Zoll für Waren gezahlt werden. die nach Bützow gebracht werden sollten. Eine alte Zolltafel am Gebäude zeugt noch heute davon. Die Gaststatte war ein beliebtes WaldIakal. Tische unter schattigen Bäumen luden zum Verweilen ein, und manches Tanzvergnügen im Saallockte zahlreiche Besucher an. Zwischen der Bûtzower Mühle und der Vierburg

verkehrte bei Bedarf ein Motorboot. wie es auf unserer Karte aus demjahre 1908 zu sehen ist. Alle Bützower hoffen. daß die Vierburg bald wieder eröffnet wird.

76 Nun ist unser Spaziergang durch Bützow und

seine Umgebung zuende, durch eine liebenswerte Stadt mit viel Sehenswertem, gelegen inmitten von Acker und Wald, umgeben von Wiesen und Wasser. Wie sagt doch unser Fritz Reuter: 'Up dese Ort is uns' Meckelnborg worden un schön is't iri'n Ganzen worden, dat weit jeder, de dorin buren is un tagen; un wenn en frömd Minsch 'rtnner kamen deiht, un hei hett Ogen tau seihn, denn kann hei seihn, dat unsern Herrgott sin Hand up Wisch un Wald, up Barg un See sülwst rauht hett, un dat hei MekkeInborg rnit in't Og fatt't het, as hei sach, dat allens gaut was.' Wi wünschen för

uns' Meckelborg, för uns' Bützow: sei salln wassen un gräunen, un de Minschen dorin salln' sick wohlfäuhlen,

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