Bützow in alten Ansichten Band 2

Bützow in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Wolfgang Schmidtbauer
Gemeente
:   Bützow
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6613-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bützow in alten Ansichten Band 2'

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19 Um 1930 gehörten Autos in Bützow zum inzwischen gewohnten Bild. 1 92 6 waren in unserer Stadt mindestens vierzig, im Iahr darauf mindestens fünfundvierzig Motorräder, PKW und LKW zugelassen worden. Übrigens bestand seit 1909 in Deutschland ein Kraftfahrzeuggesetz. In ihm war für jedes Kraftfahrzeug ein Kennzeichen vorgeschrieben, das für MecklenburgSchwerin mit M I, für Mecklenburg-Strelitz mit M II begann. Der Führer eines Kfz musste einen Führerschein erworben haben; auch die Haftpflicht war in diesem Gesetz geregelt. Seit 1 927 wurden die

Kfz-Steuern nach dem Hubraum bemessen.

Ein Geschäft für Automobile und Motorräder betrieb Wilhelm Busse in der Langen Straße 61; bei ihm wie bei D. Ratke, Am Markt 11,

wurden auch Autos vermietet. Taxibetriebe hatten A. Richter, H. Ulrich und Heinrich Mellendorf eröffnet. Zwei dieser 'Mietwagen', die vor dem festlich geschmückten Rathaus

vorgefahren sind, sehen wir auf dem Foto, das

1 92 9 entstand.

20 Bereits 1905 gab es in Berlin die ersten Kraftomnibusse. Nur wenig später, ab 1909, befuhrvonBützow aus die Mecklenburgische Kraftfahr -Gesellschaft mbH die Strecke nach Arendsee- Brunshaupten, dem heutigen Kühlungsborn. Ob nach ihrem Konkurs im Iahre 1912 der Betrieb durch einen anderen Besitzer weitergeführt wurde, ist unbekannt. Wahrscheinlich seit 1 9 19 hat dann die Post mit moderneren Fahrzeugen den Verkehr von Bützow aus aufgenommen, so dassVerbindung in die Dörfer der Umgebung und nach Neuklaster bestand, was sich auf den Fremdenverkehr positivauswirkte. Mit

der Zunahme der Kraftwagen entstand übrigens eine Reihe neuer Berufe. Im Einwohnerverzeichnis von 1 92 5 werden fünf Mechaniker und vier Chauffeure aufgeführt, darunter Her-

mann Stridde, der älter war und als einziger schon 1912, und zwar als Klempner, im Verzeichnis genannt worden war. Die anderen gehörten einer jüngeren Generation an.

21 Das Foto, das etwa

1 92 9 entstand, zeigt den Bützower Motorrad-Club, der sich 1925 gegründet hatte. Zu seinen ersten Mitgliedern zählten Paul Voigt, Max Wall und Hermann Heiden. 1 926 bildete sich in Güstrow der 'Landesverband Mecklenburgischer Motorradfahrer' aus sechs Vereinen; ihm schloss sich später auch der Bützower Klub an. Vereinslokal der Bützower war das RestaurantAm Forsthof20. Motorradfahren war nicht nur das Steckenpferd der Männer, denn Charlotte Knop, Elisabeth Warning und Charlotte Manzelmann hatten 1926127 einen Führerschein erworben und

besaßen Motorräder. Ob sie auch Klubmitglieder waren, ist nicht bekannt. Der Motorradklub unternahm seine Ausfahrten jedenfalls gemeinsam mit den Frauen der Mitglieder.

Wo Autos und Motorräder fahren, mussten auch 'Benzin- und Benzol- Tanks tationen' eröffnet werden. 1929 unterhielten die Deutsch - Amerikanische Petrol, BP Olex, Rhenania-

Ossag und Shell insgesamt neun Tankstellen in der Stadt, mit denen sie sich Konkurrenz machten.

22 Obwohl nach heutigen Maßstäben Anfang der dreißiger Iahre nur wenige Kraftfahrzeuge auf den Straßen unserer Stadt verkehrten, gab es auch das schon: Verkehrsunfall in Bützow! Hoffentlich wurde der Motorradfahrer nicht ernstlich verletzt. Die Schaulustigen drängen sich auf den Bürgersteigen, und auch der FotografPaul Kaven ist herbeigeeilt. Vom Markt aus hat er das Ereignis aufgenommen. Wir blicken auf die Einmündung der zweiten Ausfallstraße in die Lange Straße. Rechter Hand können wir das Schild der Löwenapotheke und in der Bildmitte das Gebäude der Sparkasse er-

kennen, die am 24. Dezember 1834 als kommunale Einrichtung gegründet worden war. Darauf deutet auch das Stadtwappen über der Eingangstür hin. Die älteste Sparkasse

Mecklenburg -Schwerins wurde 1821 in Schwerin errichtet; die Bützower war die dreizehnte, die im Land entstand. Bevor im Iahre 1926 der Neubau in der Langen Straße 35 bezogen

werden konnte, hatte die Sparkasse ihren Sitz im Erdgeschoss des Bützower Rathauses.

23 Wer heute vor unserem Krankenhaus steht, kann sich kaum vorstellen, das ein Teil des Gebäudes in früheren Zeiten eine Zichorienfabrik beherbergte. In dem rechten, eingeschossigen Gebäudeteil auf unserem Bild wurde aus den Wurzeln der Wegwarte ein dunkelfärbender, bitterschmeckender Kaffeezusatz geröstet. Danach war das Haus bis 1945 Armenwohnhaus, das im Volksmund nach den ersten Insassen namens Klein und Pap, 'Klein-Paps-Hagen' genannt worden ist. Aus dem Vermächtnis einer früher in Bützow wohnenden Dame wurde im Sommer 1884 für etwas über 9 000

Mark der links in unserem Bild zu sehende zweigeschossige Bau als Krankenhaus errichtet. Es verfügte über zwanzig Betten. Seine Leitung übten bis 1954 Bützower Ärzte nebenamt-

1933/34 erfolgten größeren Umbau.

lich aus; zwischen 1919 und 1934 war Dr. Johannes Bätke, der seine Praxis in der Schlossstraße 14 betrieb, gleichzeitig Krankenhausarzt. Unsere Aufnahme zeigt das Gebäude vor dem

24 Eine Apotheke gibt es in Bützow seit fast vierhundert Iahren, denn bereits 1604 erhielt der Wismarer Petrus Strauß das herzogliche Privileg zu ihrer Errichtung. Eine zweite, die 'Löwenapotheke' (bis in unsereTage schmückte das Haus Lange Straße 37 eine Eingangstür mit Löwenköpfen) , wurde erst 1853 gegründet und bestand bis 1941.

Auf dem Foto ist die alte Ratsapotheke zu sehen, deren Gebäude am 6. Dezember 1925 abbrannte. Die 'Mecklenburgische Zeitung' berichtete darüber, dass das Feuer im Dachstuhl des Hauses ausgebrochen war. Obwohl es der Freiwilligen Feuerwehr unserer Stadt zunächst gelang, den Brand auf seinen Herd zu beschränken, loderten die Flammen nach-

mittags noch einmal auf. Das Innere des Hauses brannte vollkommen aus, und Vorder- und Seitenfront stürzten ein. Der bald begonnene Neubau ging zügig voran, so dass er bereits am 1. März 1927 bezogen werden konnte.

25 Der Brand der Ratsapotheke war einer der

182 Brände, zu denen die Freiwillige Feuerwehr unserer Stadt seit ihrer Gründung am 27. November 1870 gerufen wurde. Sie war in den ersten Iahren ihres Bestehens mit Wasserwagen und Handdruckspritzen ausgerüstet, die durch Menschenkraft gezogen wurden. Obwohl unsere Feuerwehr schon seit 1910 eine mechanische Drehleiter besaß, stockte bis Mitte der dreißiger Iahre ihre weitere technische Ausrüstung. Erst 1935 erhielt die Wehr eine Tragkraftspritze und konnte 1937 im wesentlichen aus eigenen Mitteln ein Löschfahrzeug anschaffen. Bei allem Einsatz und aller Gefahr kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Wie Paul Lübs es besang,

wurde nach einer Übung und auch zu Feuerwehrfesten 'rnit vuller Kraft dei Schlauch utspölt mit Gas-

tensaft' , und dazu machten 'dei Trumpeiters alltogliek denn ne mordsche Blasmusik'. Damit die Musik

besser klang, wurde 1925 die auf dem Foto abgebildete Feuerwehrkapelle gegründet.

26 Die Postkarte aus den dreißiger Iahren zeigt uns links das Schloss nach dem 19 1 0 bis 1 911 erfolgten Umbau. In früheren Zeiten stand rechts von der Straße ein Turm, und die Zufahrt zum Schlossplatz war mit dem sogenannten Bischofssaal überwölbt. Nachdem beides wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste, wurde der Turm im Vordergrund angesetzt, um die Giebelwand des Schlosses zu stabilisieren. Die Innenräume des Gebäudes wurden zu Wohnungen ausgebaut; die gotische Kapelle, durch einen unterirdischen Zugang mit dem Zentralgefängnis verbunden, diente

als Andachtsraum für die Gefangenen.

Rechts blieken wir auf die Rückfront des ehemaligen Amtsgebäudes. Es wurde um 1853/54 erbaut, da das Amt von Rühn nach

Bützow verlegt wurde, und beherbergte sowohl die Verwaltung wie auch das Amtsgericht. Als Bützow 1925 wegen der Zusammenlegung mit dem Amt Güstrow den Amtssitz ver-

lor, war das ein Verlust an Ansehen wie auch ein wirtschaftlicher Verlust für die Stadt. Nur das Amtsgericht wurde in Bützow belassen.

27 Etwa neunzig Iahre ist die abgebildete Karte alt. Sie lässt uns vom Schloss in östlicher Richtung in die Schlossstraße hineinblicken. Der Hauptflügel des Zentralgefängnisses auf der linken Bildseite wurde

1 854-1856 errichtet. 1960/61 wurde das Gebäude umgebaut, bis 1994 für die Kreisverwaltung des selbständigen Kreises Bützow genutzt und nach dessen Auflösung 1996 abgerissen, so dass nun wieder ein Platz entstanden ist. Das Gebäude rechts hinter den Bäumen ist das Krumme Haus, dessen älteste Bauteile dem 13. Jahrhun-

dert zugeordnet werden können. Es hat zur Zeit der Bützower Universität (1760-1789) dievon OloffTychsen eingerichtete öffentliche Bibliothek beherbergt. Im 19. und 20.

Jahrhundert enthielt das Haus Wohnungen für Beamte des Strafvollzugs oder 'Gnadenwohnungen' für deren Witwen. 1999 wurde es von Grund auf instandgesetzt. Hier haben

nun die Stadtbibliothek und das Heimatmuseum mit der Gedenkstätte eine würdige Heimstatt gefunden.

28 Nun haben wir die Stadt kennengelernt - doch dass ihr die Mecklenburgischen Monatshefte im Iahre 1929 einen würdigenden Artikel widmeten, hatte seinen Grund nicht in ihrer Gegenwart. Urkundlich ist 122 9 das Wirken eines zweiten Priesters an der Bützower Kirche belegt, was den Schluß zulässt, dass Bützow um diese Zeit schon eine Stadt gewesen war. Der 1904 gegründete 'Plattdûtsch Heimatverein för Bützow un Ümgägend' griff diese Vermutung auf und schlug im März 1927 den Stadtverordneten vor, den 700. Jahrestag der Erwähnung Bützows als Jubiläum der Stadtwerdung festlich zu begehen. Eine Einwohnerversammlung im Mai des gleichen Iahres begrüßte den Vorschlag nachdrück-

lich. Die Vorbereitung wurde einem Ausschuss übertragen, dem neben Stadtvertretern der angesehene Klempnermeister Ludwig Krügel (1861-

1 932) angehörte. Als führendes Mitglied des Heimatvereins widmete er sich der Planung der Festwoche mit großerTatkraft. Unser Foto zeigt Krügels Haus in der Langen Straße 25.

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