Bützow in alten Ansichten Band 2

Bützow in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Wolfgang Schmidtbauer
Gemeente
:   Bützow
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6613-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bützow in alten Ansichten Band 2'

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39 Der älteste Bützower Sportverein war der 1861 gegründete Turnverein, dem zunächst nur Männer beitreten konnten; jedoch seit Anfang der zwanziger Iahre des vorigen Jahrhunderts war es auch Mädchen und Frauen möglich, Mitglied zu werden.

Im Rahmen der Festwoche veranstaltete der MTV am 10. Juni 192 9, musikalisch unterstützt von der Kapelle Curland, ein Bühnenschauturnen im Schützenhaus. Die Männer führten Barren- und Hochreckübungen vor. Eine Mädchenriege turnte Barren- und eine Knabenriege Reckübungen, ferner wurden neuzeitliche Gymnastik, Keulenschwingen sowie lustige Hüpf- und Bodenübungen gezeigt.

Etwa seit 1920/21 konnten innerhalb des MTV

außer dem Turnen auch andere Sportarten betrieben werden. Der Verein richtete LeichtathletikMeisterschaften aus, es entstand eine Abteilung Fußball, es wurde Tischtennis

gespielt und auch geboxt. In den Sommermonaten trafen sich die Schwimmer in der Badeanstalt, wo auch Schwimmkurse abgehalten wurden.

40 Zu den ältesten Sportvereinen der Stadt gehörte der 1896 gegründete Radfahrerverein. In den zwanziger Iahren zählte er zumeist Handwerker und Kaufleute zu seinen Mitgliedern, aber auch Angehörige anderer Berufe wie Zahnarzt Sinnig und Kriminalkommissar Schweigmann gehörten ihm an. Eine Jugendgruppe umfasste Mädchen und Jungen. Im Sommer fanden an Sonntagen Fahrten in die nähere und weitere Umgebung statt, an denen zuweilen auch Familienangehörige teilnahmen. Das Tourenprogramm endete jährlich mit einem Eisbeinessen im Schützenhaus, auf dem die aktivsten Fahrer geehrt wurden. 1928 erhielten fünfvon ihnen je einen Römer; Max Krull (stehend oben links) hatte

z. B. an 18 Touren teilgenommen und dabei 597 km zurückgelegt. In den Wintermonaten wurde im Schützenhaus Kunstfahren geübt, und jährlich veranstaltete der Verein ein öffentliches Wintervergnügen, das stets regen Zuspruch fand. Unser Bild entstand bei einer solchen Veranstaltung.

41 Im Iahre 1924 war innerhalb der Freien Turnerschaft eine Abteilung Fußball gegründet worden; das Foto der Bützower Mannschaft entstand im Winter

1 929/30 nach einem Spiel auf dem Sportplatz am Wall.

Weil das Gelände des alten Sportplatzes im Westen der N eu en Bahnhofstraße als Bauland benötigt wurde, beschlossen die Stadtverordneten im März 1 926, die Reuterwiesen am Wall anzukaufen und zum Sportplatz auszubauen. Die Kaufverhandlungen zogen sich längere Zeit hin, und daher konnte erstAnfang Februar 1928 die Ausschreibung zur Anlegung des Platzes erfolgen. Bereits am 1. Juli 1928 war der Platz soweit planiert, dass dort das Arbeiter-Sportkartell den Reichs-Arbeiter-

Sporttag durchführen konnte. Nach weiterer Aufschüttung um 15 cm wurde im Ianuar 1929 für die Fußballspiele eine provisorische Spielfläche hergerichtet, und nach der

Nutzung des Platzes als Festwiese stellte die Abteilung Fußball im Oktober des gleichen Iahres die Tore für ihre Wettkämpfe fest auf

42 Ein Mann, der das kulturelle Leben und die Vereinstätigkeit in Bützow über viele Iahre entscheidend mitgeprägt hat, ist der Wahlbützower Paul Voigt (1895-1971). Gegen Ende des Ersten Weltkrieges kam er als Soldat mit einer mobilen Kraftwagenwerkstatt nach Bützow. Hier verliebte er sich in die Bützowerin Paula Winter, machte sich nach seiner Demobilisierung in unserer Stadt sesshaft und eröffnete als gelernter Mechaniker im Ellernbruch eine Reparaturwerkstatt für Motor- und Fahrräder sowie Maschinen.

Paul Voigt war ein vielseitig aktiver und guter Sportler:

Fußballer, Radfahrer,

Leichtathlet, Tischtennisspieler. Motorräder begeisterten ihn: Kein Wunder, dass er in Bützow 1 92 3 einen Motorradklub mit-

begründete, an dessen Fahrten auch seine Frau Paula teilnahm! Da er die Ardie- Vertretung in Bützow innehatte, fuhr er

selbstverständlich auch eine Maschine dieses Typs. Seine besondere Leidenschaft galt jedoch dem Theater.

43 Seit früher Jugend für das Theater begeistert, gründete Karl Voigt mit gleichgesinnten Bützowern Mitte 1921 einen Theaterverein, der schon wenig später eine erste Vorstellung mit zwei Einaktern, 'Op Festung' (nach Reuters 'Festungstid') und 'Fórster Mertens', veranstaltete. In den dreizehn Iahren seines Bestehens haben die Laienschauspieler jährlich zwei bis drei Neueinstudierungen, insgesamt über einhundert Inszenierungen in Bützow und bei Gastspielen über Land gezeigt. Da dem Verein vorwiegend Handwerker und kleine Kaufleute angehörten, wie Friseurmeister Kehrwieder, Schneidermeister Witten-

burg, Malermeister Stavenhagen, Kaufmann Schütz, mussten alle Ausgaben für Saalmiete, Dekorationen und Kostüme vom Eintrittsgeld bestritten werden. Deshalb mussten die

Ruhla' auf dem Programm. Das Foto stammt von dieser Aufführung.

Stücke volle Häuser garantieren, und so standen vorwiegend Schwänke 'Hurral Ein Junge!' oder 'Die spanische Fliege' und sogenannte Volksstücke wie 'Der Schmied von

44 Ein besonderes Ereignis erwartete die Bützower am l1.Juni 1929: im Schützenhaus wurden 'Die Gänse von Bûtzow', 'ein lustiges Stück aus Bützows Vergangenheit' , aufgeführt. Enoch Prahl, Lehrer am Gymnasium (unter den Mitwirkenden in der zweiten Reihe als siebenter von rechts zu sehen) , hatte die Erzählung van Wilhelm Raabe zu einem Theaterstück umgearbeitet. Die Aufführung fand solchen Beifall, dass sie mehrmals wiederholt werden musste; der Inhalt des Stücks sei hier aus der 'Bützower Zeitung' zitiert:

In Bützow - Revolutschion, un von dei Gäus, door kehm sei hier!

Dat wier ein Stück! - Dei Panner haalt dei Gäus, wenns blewen in dei Straat

un nich rutgüngen mit dei Haud, as anordiert de hoge Raat!

Verdunnert sei tau swore Straaf, un düsse dämlich Gausgeschicht Tröck sick dörch vele johren hen ...

Dei Börgers tröken alltohoop henn nah den Panner, möken fri

Dei Gäus, doch hage Obrigkeit haalt gliek sick Militör herbi

Un spunnt dei Rädelsführer in. Un nahst, denn kehm dat haag Gericht,

45 Wir blieken in die Bützower Ratsbuchdruckerei, wie sie nach ihrem 1 93 1 erfolgtem Umzug von der Langen Straße 6 in den NeubauAmAusfall43 aussah. Links im Bild richtet ihr Besitzer Carl Buhr (1881-1967) eine Druckmaschine ein. Er hatte den Beruf des Buchdruckers von der Pike auf gelernt und den Betrieb 1905

übernommen. Als Verleger, Herausgeber und Chefredakteur der 'Bützower Zeitung' war er mit seiner Wahlheimat eng verbunden. Die 700-Jahr-Feier der

Stadt förderte er maßgeblich. Seine Zeitung erschien aus diesem Anlaß mit einer 26seitige Sonderausgabe, deren Titelblatt der seit 1 928 in Bützow

ansässige Architekt Erich Keßler entworfen hatte. Mit ihren Beiträgen stellte sie eine glückliche Ergänzung der ebenfalls von Carl Buhr verlegten Festschrift dar.

46 Die Postkarte mit der Ansicht des Vierburger Wegs ist am 11. Juni 1929 abgestempelt. Mühsam quält sich ein Korbmacher mit seinem Handwagen durch den Sand der alten Poststraße, die von Schwerin über Stern berg und Warnow zunächst nach Bützow und dann nördlich der Stadt über Passin und Gr. Grenz nach Rostock führte. Bützow war noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Ort an diesem Postkurs. Als er jedoch mit dem Bau der Chausseen Rostock-Güstrow (1836),Wismar-Rostock (1842 bis 1847) und Schwerin -Stern berg -Güstrow (1 844) an Bedeutung verlor, geriet die Stadt mehr und mehr ins Abseits. Das änderte sich erst mit dem Anschluss ans Eisenbahnnetz (1 850) und

dem Bau der Chausseen nach Kröpelin (1 854), Tarnow-Prüzen (1884) und Neuklaster (1886). Der ehemalige Postweg zwischen Zernin und Bützow wurde nach 1 975 zur festen Straße ausgebaut; zwischen Bützow und Passin wandert man noch heute auf einer Post- und Frachtstraße, die bereits im Mittelalter bestanden hat.

47 Die Aufnahme aus demjahre 1925 zeigtdie Vierburg. Inmitten des Stadtwaldes an der alten Handels- und Poststraße und der Warnow gelegen, war dieser seit dem Mittelalter bestehende Krug seit etwa 1805 bis in unsere Zeit ein beliebtes Ausflugsziel der Bützower. Noch im 19. Jahrhundert hatte ihr Pächter auch die Aufgabe, Zoll zu kassieren. Darauf weist die alte Tafel am Haus hin: 'ein großer Frachtwagen mit 6 oder mehr Pferden' zahlte 16 Schilling, ein Salzwagen 4, ein Kramwagen der Kaufleute und Handwerker 6 Schilling. Für jedes 'Haupt' Rindvieh zahlte ein Bützower Schlachter 1 und für ' ein Schaaf, Hammeloder Schwein' einen halben Schilling - ein fremder Schlachter musste das Dop-

pelte entrichten. Wer etwa auf den Gedanken kam, die Zollstelle zu umgehen, wurde durch die sumpfigen Wiesen längs des Flusses und durch drei künstlich angelegte Gräben und

Wälle gehindert, die in Richtung des Peetscher Sees verlaufen und noch heute sichtbar sind.

48 Am 12.Juni war ein großerTag für die Bützower Kinder: wie jedes Iahr in diesem Monat fand bei der Vierburg das Kinderfest der Volks- und Mittelschule statt. Es hatte eine jahrelange Tradition und war auch während der Notzeit der

Inflation gefeiert worden. In langem Zug ging es in den Vierburger Wald hinaus, die Kleinen stolz in ihrem Blumenschmuck. Mit Spielen und Überraschungen verging die Zeit viel zu schnell. Dann hieß es den endlos erscheinen-

den sandigen Weg wieder zurückzugehen. In den Straßen der Stadt erwarteten die Daheimgebliebenen den Festzug der Kinder. NachAbschiedsworten des Rektors Behrens löste sich der Zug auf dem Markt auf Es bleibt nachzutragen,

dass noch Jahrzehnte später Kinderfeste in der Vier burg gefeiert wurden, die zu den schönsten Jugenderinnerungen vieler Bützower gehören.

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