Buchen in alten Ansichten Band 2

Buchen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Prof. G. Helmut Brosch
Gemeente
:   Buchen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5271-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Buchen in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Das von mir im Jahre 1979 herausgegebene 'Buchen in alten Ansichten' erlebte schon seine 3. Auflage. Gerne greife ich daher den Wunsch nach einem zweiten solchen Band auf. Schier unerschöpflich ist das Plattenarchiv des Buchener Fotografen Karl Weiß im Bezirksmuseum Buchen. Amateurfotografen gab es hier zunächst gar nicht, erst spät - mit dem Aufkommen der Rollfilmkamera - begann das 'Knipsen', Fast ausnahmslos handelt es sich da um Familienbilder für das Fotoalbum.

Einem besonderen Anlaß verdanken wir eine Reihe anderer Aufnahmen. Alfred Schwerin (18921977), der Bruder des Malers Ludwig Schwerin (1897-1983) und Sohn des Buchener jüdischen Religionslehrers, hatte eines Tages eine Vision: 'Im Jahre 1931, zwei Jahre vor Hitlers Machtergreifung, überkam mich das Gefühl, daß wir Geschwister eines Tages Deutschland verlassen müßten und die Stätte unserer Kindheit nicht mehr aufsuchen könnten. Um das Bild der Heimat festzuhalten für immer,' schrieb er eine Erzählung und machte Fotos seiner Heimatstadt Buchen. Nicht unbedingt nur die bekannten Motive, er fotografierte auch Altstadtwinkel, die nicht An-

sichtskartenmotive waren. Der Tochter von Alfred Schwerin, Frau Ellen Bamberger, sei an dieser Stelle dafür gedankt, daß sie mir diese Fotos für eine Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.

Durch die Gemeindereform im Jahre 1974175 wurden der Stadt Buchen 13 neue Stadtteile angegliedert, einstmals selbständige Gemeinden. Über ihr Alter liegen keine genauen Daten vor. Schenkungen an das Kloster Lorsch, überliefert im 'Lorscher Codex', stellen die ersten urkundlichen Erwähnungen dar. (Buchen, Hainstadt, Hettingen, Rinschheim). Solche Orte können auf eine mehr als 1200jährige Geschichte zurückblicken. Manche andere sind sicher nicht jünger.

Während Buchen und Hainstadt schier zusarnmengewachsen sind, trennen manche anderen Stadtteile Kilometer von der Stadtmitte. Die einzelnen Stadtteile liegen rings um Buchen verstreut. Das hügelige Gelände erlaubt zudem kaum, von einem Stadtteil zum anderen zu blieken. Und so kommt es auch, daß Buchen bei nur etwa 16 000 Einwohnern an Fläche einer Großstadt gleichkommt, nämlich 139 Quadratkilometer umfaßt. Nur viereinhalb Quadratkilometer entfallen auf

Gebäude und Hofflächen, fast ebensoviel Raum nehmen Verkehrswege ein, der große Rest verteilt sich auf Äcker, Wiesen und Wälder. Dies und das gesunde Mittelgebirgsklima verhalfen der Kernstadt zum Prädikat ' Erholungsort'.

Schon in früheren Zeiten kamen 'SommerfrischIer' hierher. Für ihren Ansichtskartenbedarf war selbst in kleinen Gemeinden gesorgt. Bevor sich noch Fotografien in Drucke umsetzen ließen, schufen die Fotografen, voran Karl Weiß in Buchen, nach eigenen Aufnahmen gezeichnete Vorlagen, die dann, größtenteils farbig, im Steindruckverfahren (Lithographie) vervielfältigt wurden. Oft war es ein Gasthof oder ein Kaufladen, der solche Ansichtskarten auf eigene Rechnung anfertigen ließ.

Bei der Zusammenstellung dieses Bandes haben mich unterstützt Herr Stadtarchivar Rainer Trunk, die Herren Ortsvorsteher der Teilgemeinden, ferner der Betreuer des Karl-Weiß-Archivs irn Bezirksmuseum Buchen, Herr Norbert Weckbach. Ihnen, sowie allen, die Bilder für diesen Band aus ihrem Besitz zur Verfügung gestellt haben, gilt mein Dank, Dank gilt auch vielen Ungenannten, die sich bemüht haben, dargestellte Per-

sonen durch Umfragen bei älteren Einwohnern zu identifizieren.

Alfred Schwerin (1892-1977) war ein Bruder des Buchener Malers und Graphikers Ludwig Schwerin (1897-1983) und der Sohn des jüdischen Religionslehrers in Buchen. Sagen und Geschichte interessierten ihn schon frühzeitig, er hatte auch eine gute schriftstellerische Begabung. Zum Kaufmannsstand bestimmt, konnte er nur nebenbei diesen Interessen nachgehen. Von tiefer Heimatverbundenheit zeugen seine Gedichte und Erzählungen. Mit seinen 'Erinnerungen' hat er uns ein treues Bild des damaligen Buchen hinterlassen. Nach seiner Emigration lebte er bis zu seinem Tod in Cincinnati/U.S.A., wo er noch größere Reisen unternahm, die er lebendig geschildert hat. Folgenden Institutionen und Personen sei für die Überlassung von Bildern zum Abdruck gedankt:

Stadrarehiv Buchen (12), Historische Bücherei (9), Bezirksmuseum Buchen (29), Ortsverwaltungen (5), Bamberger (7), Wittemarm (6), Dittrich (1), B. Fischer (2), H. Fischer (1), Fronc (1), Grernminger (1), Kaiser (1) und Walter (1).

1. Buchens 'Schauseite' im Jahre 1813. An alten Ansichten Buchens besteht ein echter Mangel. Aus älterer Zeit zeigt sich Buchen einzig auf einer Jagdgrenzkarte vom Ende des 16. Jahrhunderts am linken Oberrand. Die nächste Ansicht - unser Bild - stammt erst aus dem Jahre 1813. Ein Jean Külsheimer, der um 1800 als Kunsttischler in Bronnbaeh nachzuweisen ist, hat die farbig ausgemalte Zeichnung gefertigt. Sein Standpunkt war Buchens 'Hausberg, der Wartberg. Diese Perspektive wählten die meisten Künstler und die späteren Fotografen, wenn sie eine Gesamtansicht Buchens geben wollten.

2. Ansicht der Ober-Amt-Stadt Buchen von Westen im Schnee 1839. So betitelt der Künstler, A. Kautzrnann, seine farbig angelegte Zeichnung. Die Perspektive ist ungewöhnlich, der Standpunkt aber stadtnäher als einer vom Wartberg her. Am linken Bildrand erkennt man die Besseikapelle an der Walldürner Straße, dann folgen die Türme der Stadtkirche, der des alten Rathauses und der Stadtturm. Ganz hinten ragt der Turm der Kirche von Hettingen (heute ein Buchener Stadtteil) hervor. Der rechte Rand wird abgeschlossen von der Kreuzkapelle, über welcher der Wartturm am Wartberg sichtbarwird.

3. Ansicht Buchens vom Wartberg. Etwa Anfang der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dürfte die vorstehende Darstellung entstanden sein. Die von Alois Senefelder erfundene Lithographie erlaubte billige und schnelle Vervielfältigungen. 'Nach der Natur' zeichnete Martin Hofert (1831-1893) die Ansicht. Julius Fehr (1855-1900), der irn nahe gelegenen Großeicholzheirn eine lithographische Anstalt betrieb, übertrug sie auf Stein. Hofert, der aus dem Stadtteil Bödigheim stammt und dort Bürgermeister war, eröffnete dort 1868 ein Fotoatelier. Spätere Ansichten von seiner Hand tragen den Vermerk: 'Nach der Photographie und der Natur gezeichnet.' Auch sie wurden lithographiert und vertrieben.

4. Der Wartturm. Kurfürst Berthold von Henneberg (1442-1504), der Buchen zu seiner zeitweiligen Sommerresidenz ausbaute, ließ die Kirche erweitern, den 'Steinernen Bau' auf den Grundmauern einer alten Burg errichten und eine zweite Stadtmauer unter Einschluß der Vorstadt aufführen. Da Buchen in einer Talsohle liegt, wurde auf dem Wartberg ein Wachtturm errichtet, der bis heute den Namen 'Wartturm' führt. Der Turmwächter konnte von ihm aus alle nach Buchen führenden Straßen und Wege übersehen und einen anmarschierenden Feind frühzeitig melden. Er gab hierzu einen die Aufmerksamkeit erregenden Schuß ab und steckte eine Fahne in Feindrichtung aus. Ein eingemauerter Stein trägtdieJahreszahl1490.

5. Der Buchener 'Blecker'. Wo die mittelalterliche Figur ursprünglich angebracht war, bleibt ungewiß. Am Würzburger Tor vielleicht (Karl Schumacher), nach anderen auf der Stadtmauer in der Hochstadtstraße. Jedenfalls fand sich der erst heute so genannte 'Blecker' erst spät wieder bei einem Steinmetz in Grünsfeld. Pfarrer Weigand brachte ihn 1906 zurück nach Buchen, wo der fehlende Kopf ergänzt wurde. Bald wurde er zu einer Symbolfigur der Buchener, ein zu Stein gewordener 'Schwäbischer Gruß' des Ritters Götz von Berlichingen. Seine Hauptrolle spielt er an Fastnacht. Da wird eine überlebensgroße, vergoldete Nachbildung durch die Straßen gefahren, der man durch einen Kuß auf den 'Allerwertesten' seine 'Reverenz' erweist. Das Original steht im Bezirksmuseum.

6. Die ehemalige kurmainzische Kellerei in Buchen. Der Name hat nichts mit Keller oder Wein zu tun, jedenfalls nicht hier. Amtskeller oder einfach Keller hieß der kurfürstliche Beamte, der für die Einziehung und Verwaltung der Einkünfte eines Distriktes, der Kellerei hieß, verantwortlich war. Hauptgebäude ist der 'Steinerne Bau'. Auf den Grundmauern einer Adelsburg aus dem 13. Jahrhundert erbaute sich der Mainzer Kurfürst Berthold von Henneberg 1493 hier eine Sommerresidenz. Im ehernaligen Audienzsaal hat sich ein Wappen von Kurfürst Johann Philipp von Schönborn von 1647 erhalten. Heute bildet der Bau das Zentrum des Bezirksmuseums.

7. Die 'Zehntscheune'. Der heutige Bau stammt, wie der eingemauerte Grundstein belegt, aus dem Jahre 1627. Der Erbauer, Kurfürst Georg Friedrich von Greiffenklau zu Vollrads, ließ über dem Eingang zusätzlich sein Wappen anbringen. Möglicherweise geht der Bau in seinen Grundmauern bis ins 14. Jahrhundert zurück. Als der Zehnte. die Abgabe in Feldfrüchtcn, abgeschafft wurde und Steuern in barem Geld zu entrichten waren, hatte dieses Gebäude seinen ursprünglichen Zweck eingebüßt. Zuletzt, vor der Sanierung im Jahre 1976, fristete es als Farrenstall ein trauriges Dasein. Heute besitzt das Bezirksmuseum darin einen großen Ausstellungssaal.

8. Bliek in die Marktstraße zum Stadtturm. Recht belebt zeigt sich die Marktstraße in einer Aufnahme, die man nicht als 'gestellt' ansehen kann, ist sie doch aus dem Fenster eines Hauses neben dem 'Riesen' gemacht worden. Da und dort sind schon - neben der Gosse - Ansätze eines Gehsteiges zu sehen, einige Geschäfte weisen schon richtige Schaufenster auf und alle Fachwerkhäuser sind verputzt. Man wollte damit städtisch aussehen und das als bäuerlich angesehene Fachwerk verdecken. Ein Schornstein auf dem Stadtturm zeigt, daß er noch bewohntwar.

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