Bunde in alten Ansichten

Bunde in alten Ansichten

Auteur
:   Helmut Schröder
Gemeente
:   Bunde
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4764-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bunde in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Das Zentrum des Ortes Bunde liegt zusammen mit Bunderhee auf einem isolierten Geestrücken. Daher auch die alten Namen 'Hogenbonne' , 'Hogebunne' und 'Hooge Bunde'. Als der Dollart in den Jahren um 1500 seine größte Ausdehnung erreichte, schlugen die Wellen bis an die Westseite des Geestrandes. Eben mit dieser Wassemähe hängt es zusammen, daß Bunde zu gewissen Zeiten seines Bestehens einen Hafen gehabt hat (siehe das Bunder Wappen!). Unser Ort ist Teil des 'Reiderlandes' . Das Reiderland ist heute keine Verwaltungseinheit. Bis 1932 gab es einen Kreis Weener, dessen Fläche sich mit der Fläche des Reiderlandes deckte.

Bunde bildete bis 1972 eine sogenannte Fleckensgemeinde, deren Verwaltung sich an dem Platz des heutigen Rathauses befand. Über das frühere Gebäude werden Sie bei den Unterschriften im folgenden Bildteil einiges lesen. Seit dem 1. Januar 1973 ist Bunde der zentrale Ort der Samtgemeinde Bunde. Dazu gehören insgesamt zehn ehemalige selbständige Gemeinden als Mitgliedsgemeinden.

Noch zum Reiderland: ehemals war es ein ziemlich abgeschlossenes Gebiet, eine 'Insel'. Begrenzt war es im Norden und Osten durch das Flußwasser der Ems, im Westen durch die Landesgrenze zu den Niederlanden und im Süden durch stellenweise unbegehbare Moore. Allerdings war in den historischen Zeitläuften die Trennung zwischen den Niederlanden und dem Reiderland nicht immer gleich stark ausgeprägt, zu Zeiten sogar aufgehoben.

Heute besteht jedenfalls zwischen Neuschanz auf niederländischer Seite und Bunde auf westdeutscher Seite eine starke, auch verwaltungsmäßige Verbindung und Zusammenarbeit. Somit ist die noch bestehende Grenze für unsern Ort Bunde keine Trennlinie mehr, sondern eine Brückezum Nachbarn.

Durch die Lage an der Straße von den nordischen Ländern bis nach Spanien (durch die Benelux-Länder und Frankreich) ist Bunde an eine der Hauptverkehrsadem Europas angeschlossen. In naher Zukunft wird sich das noch ausgeprägter zeigen, wenn Bunde durch seinen

Anschluß an die Nord-Süd-Autobahn, die eine Abzweigung zu den Niederlanden erhält, dann dem europäischen Straßenverkehr noch nähergerückt sein wird. Daß dann allerdings ein großer Teil des Verkehrs nicht durch Bunde, sondern an Bunde vorbeirauscht, wird mit gemischten Gefühlen gesehen: die einen begrüßen es, die anderen befürchten es. Beide Seiten haben stichhaltige Argumente für ihre Einstellung.

Doch nun zurück zu diesem Bildband. Er kann uns nur einen kleinen Ausschnitt von Wirtschaft und Wirken der Menschen unseres Ortes aufzeigen. Berücksichtigt ist etwa die Zeit zwischen 1890 und 1930. Dabei mußten außer acht bleiben eine ganze Reihe von Betrieben, von Entwicklungen, von Menschen, die mitgewirkt haben, unseren Ort zu dem zu machen, was er heute ist. Manches hat sich in den vergangenen sechs Jahrzehnten, wie andernorts auch, in eine ganz andere Richtung bewegt. Mehrere Betriebe, die in diesem Buch durchaus eine Rolle spielen, bestehen nicht mehr. So mancher, der seinen Arbeitsplatz verlor, muß sich als sogenannter 'Pend-

Ier' sein Brot anderswo verdienen. Wenn viele von den auswärts Arbeitenden den Samstag und den Sonntag bei ihren Familien verbracht haben, müssen sie am Montag in aller Frühe Hunderte von Kilometern fahren, um zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen.

Möge dieser Bildband ein wenig dazu beitragen, uns zu zeigen, wie vermögende Bauern mit befähigten Mitarbeitern, wie findige Geschäftsleute und geschickte Handwerker, wie geschulte und fleißige in den kommunalen Bereichen tätige Menschen unser Bunde zu dem gemacht haben, was wir noch immer in Heimatverbundenheit lieben.

Ich danke allen, die mir Bilder zur Verfügung gestellt haben; ich danke ebenso den Bundern, die mir bei den Recherchen zu dem Inhalt der Bilder geholfen haben. Aus Platzgründen konnte längst nicht alles aufgenommen werden, was zur Verfügung stand und noch steht. Auch für andere als den hier beschriebenen Zeitabschnitt ist noch eine Menge Material vorhanden.

Bunde, im März 1989 Helmut Schröder

1. Auf diesem, einem der ältesten Bilder von Bunde, fällt im Zentrum besonders die Martinskirche ins Auge. 'Das alte Gotteshaus' wie O.G. Houtrouw es in seiner geschichtlich ortskundlichen Wanderung durch Ostfriesland nennt, 'das durch seine Größe und Bauart alles andere in der Umgegend weit überragt', ist ein Bau aus dem 13. Jahrhundert. Das Kirchenschiff wurde schon zu Beginn des genarmten Jahrhunderts gebaut, und der kreuzförmige Ostbau entstand um 1260-1270. Der über 30 m hohe Turm kam erst um 1840 dazu. Aus welcher der vier Himmelsrichtungen man auch anreist, die mächtige Kreuzkirche auf der Sandhöhe im Ortskern des früheren Haufendorfes ist zu sehen.

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2. Auch eine sehr alte Ansichtspostkarte: Bunde mit seiner Kreuzkirche, ebenfalls von Osten gesehen. Die anderen Gebäude sind meist kleinere Häuser, die sich im Ortskem auf der Sandhöhe um die Kirche scharen. Aus ihren Fenstern konnte man im Herbst und Winter auf die Wasserfläche im Vordergrund schauen. Es ist das Gebiet, das zwischen dem heutigen Judenfriedhof und dem damaligen Ortsrand lag. Das Gelände war in Regenzeiten zwar nicht hoch überflutet, doch durch die niedrige Lage gegenüber der 'Höhe' von Bunde stand es fuß- bis knietief unter Wasser. Das Gebiet wurde friiher 'in 't Visk' genannt. Jetzt entsteht dort eine moderne Siedlung, in der man eine Straße 'In 't Visk' genannt hat. 'Wurr'n hier wall', wie es in der Bunder Chronik heißt, 'de Kinner van de Densten up Nicknack na de Schole dragen?'

3. Bliek vom Kirchturm in die Neuschanzer Straße. Vermutlich ist dieses Foto zwischen 1900 und 1910 entstanden. Rechts im Vordergrund sieht man ein Teilstück vom Dach und Giebel des Hauses Schildhuis, das in den genarmten Jahren schon zu einem Wohnhaus umgebaut war (ursprünglich war es ein Bauernhof). Das nächste Haus gehörte Hopkes. Gerhard Johann Hopkes gründete darin ein Textilgeschäft. Seinen Lebensabend verbrachte Hopkes in dem schon genannten Hause Schildhuis. Es folgt das Haus Bellinga. Das Dachgeschoß wurde später ausgebaut, und das Haus nahm die bis dahin an der Schulstraße untergebrachte Apotheke Timmermann (Adler-Apotheke) auf. Ganz im Hintergrund ist die 'Villa Kempe' zu sehen (heute Wohnhaus für den Bauern Brummer).

4. Alte Ansichtskarte von Bunde. Sie enthält vier Einzelmotive: Die Mühlenstraße, die Bahnhofstraße, einen Bliek über das Zentrum von Bunde und den Bellingahof, später im Volksmund Villa Kempe. Angebaut an die Villa Kempe ist ein Hofgebäude, das früher mit den Ländereien von der Familie Kempe bewirtschaftet wurde. Heute bearbeitet der Landwirt Brummer die zum Hof gehörenden Flächen sowie große zugepachtete Flächen in Charlottenpolder und Landschaftspolder . Auf dem Motiv von der Mühlenstraße ist noch kein Hotel Ten Have in der heutigen Form zu sehen, während in der Bahnhofstraße rechts das Haus mit der Arztpraxis Spier (früher Heißmangel) schon vorhanden ist. (Bilder nach Aufnahmen von 1897.)

5. Bliek auf die Blinke, von Südwesten. Die Aufnahme aus dem Jahre 1900, fotografiert von Dr. F. Kempe, der seinen Standpunkt auf der Neuschanzer Straße in Höhe des Hauses von Rektor Oltmanns (früher van Dijk) hatte. Links im Bild die damals noch nicht ausgebaute spätere Adler-Apotheke. Die Eingangstreppe blieb auch nach dem Umbau des Dachgeschosses noch lange so wie hier zu sehen. Das Eisengitter bot eine gewisse Sicherheit zur Straßenseite, heute eigentlich bei dem starken Kraftverkehr auf der Bundesstraße wichtiger als früher. Das Hotel 'Zur Blinke' hat in langen Jahrzehnten seine Form kaum verändert, nur das heute als Garage genutzte Gebäude hatte früher eine Stalltür. Bei längerem Aufenthalt der Kutscheninsassen in der Gastwirtschaft wurden die Tiere (Pferde) ausgespannt, gefüttert und getränkt.

6. Das Textilgeschäft der Gebrüder Hopkes an der Blinke (Bild aus der Zeit kurz vor 1930). Das Geschäft wurde am 25. Juni 1885 von Kaufmann Gerhard-Johann Hopkes gegründet. Die Gebrüder Hans und Bouwo Hopkes übernahmen es dann im Jahre 1923. Am 1. September 1957 erwarb Tido Müller das Geschäft, und nach sehr umfangreichen Um- und Ausbauten, denen das Schildhuissche Haus weichen mußte, wird es seit 1973/74 als modernes Textilkaufhaus von Tido Müller und seit kurzem von dessen Sohn Arno Müller weitergeführt.

7. Zur Geschichte des auf vielen alten Ansichten von Bunde fotografierten Hotels ließe sich manches schreiben, doch fehlt hier dazu der Platz. Besitzer und Inhaber sind nicht immer identisch. Hier soll versucht werden, eine zeitlich begrenzte Entwicklung aufzuzeigen. Das jetzige Gebäude wurde 1879 erstellt, das frühere Gebäude war auf Namen wie Gerd de Boer, Gerd de Boer Wübbens und von 1875 bis 1895 auf den Namen Gerd de Boer Bellinga, das heutige Gebäude von 1899 bis 1922 auf den Namen Enno Friedrich Kempe und Frau Henriette geborene Bellinga eingetragen. Ein paar weitere Daten bei dem folgenden Bild.

8. Bild von Valentin Mannel und Frau im Garten ihres Hotels (Herr Mannel starb 1953, Frau Mannel 1965). Nach dem Tod seines Vaters führte zunächst der Sohn Heinrich Mannel mit seiner Mutter, später mit seiner Frau das Haus weiter. Umbauten des Hotels (Abbruch der Kegelbahn, Umbau des Saales zu Frerndenzimmern, späterer Neubau eines Saales und dergleichen mehr) müssen hier in ihrer geschichtlichen Reihenfolge übergangen werden. Aus Platzgründen hat der Verfasser auch auf die lückenlose Aufzählung sämtlicher Inhaber- und Besitzernamen verzichtet, sie sind aber bekannt. Im Jahre 1988 trat das Ehepaar Heinrich Mannel in den Ruhestand, nachdem das Geschäft an den derzeitigen Inhaber verkauft und übergeben war.

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