Burghaun in alten Ansichten Band 1

Burghaun in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hans Joachim Ruppel
Gemeente
:   Burghaun
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1674-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Burghaun in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Dieser Bildband 'Burghaun in alten Ansichten' soll uns einige Fotografien zeigen, die den Ort im Wandel der Zeit von etwa 1880 bis 1930 beleuchten. Viele Bilder werden Erinnerungen an längst Vergangenes wachrufen und manch einer wird in die 'gute alte Zeit' zurückversetzt.

Aus der Vielzahl der Motive wurden vor allem Bilder ausgesucht von Gebäuden, Vorkommnissen und Personen, die damals das Ortsbild prägten. Gebäude, deren Bausubstanz sich kaum oder nur wenig veränderten, wurden aus Platzmangel fortgelassen, auch solche, die erst zu späterer Zeit verschwanden.

Die Jahrhundertfeier des Ortes im Jahr 1980, die unter dem Motto - 700 Jahre Burghaun, 500 Jahre Stadtrechte - stand, rechtfertigt einen gerafften geschichtlichen Überblick des Ortes.

Am Nordende des Haunfeldes, in der hessischen Kuppenrhön, liegt das ehemalige Städtlein Burghaun, ein Gebiet, das früher zwischen den Machtbereichen des Bonifatius Klosters Fulda und dem des Klosters Hersfeld lag. In dieser Pufferzone entwiekelten sich starke und mächtige Rittergeschlechter, wie die von Haun, ven Mansbach, Buchenau oder Trümbach, deren Herrschaftsbereiche schon kleinen Grafschaften glichen. Die hohen Herren nutzten ihre Rangstellung recht aus, wie ein Ausspruch der Pfarrer früherer Zeit schließen läßt: 'Vor Mansbach, Wehrda, Buchenau, behüt mich Gott und meine Frau und daß ich auch nicht komm zu kurz, bewahr mich auch vor Langenschwarz'. Kurzum, dieser Landstrich wurde allgemein die Ritterschaft genannt.

Im Jahre 801 tritt uns fast die ganze heutige Gemarkung der Großgemeinde Burghaun in einer Schenkungsurkunde entgegen. Die Beschreibung geht von einem Rodungsbezirk

'Berghohe' aus. Dieser lag an oder bei der Mündung des Tunibaches, der jetzt noch durch Burghaun fließenden Dimbach. Der heutige Name Burghaun hat trotz der großen Namensgleichheit und Lage mit Berghohe nichts zu tun. Burghaun erscheint in seinen ersten Erwähnungen nur als Hune. Eine Namensgebung, die auf die im Ort ansässigen Ritter von Hun zurückgeht, die hier ihren Stammsitz hatten. Erstmalig erscheinen sie 1217 in Hersfelder Urkunden, werden jedoch später Fuldaer Ministralen. 1262 wird in einer Urkunde das Erstemal der Ort Hune erwähnt und zwar in einer Erbschaftsangelegenheit. Ein Vorgang, der wiederum auf ein älteres früheres - Entstehungsjahr Huns hinweist, Von Zeit zu Zeit kam es auch zu Spannungen zwischen dem Abt und seinen Rittern, die sich bis zu offenen Fehden ausweiteten. So erhoben sich die fuldischen Ritter im 13. Jahrhundert gegen den Abt und ermordeten diesen vor dem Altar der Fuldaer Stiftskirche. Sein Nachfolger Abt Bertho 11. von Leipolds zog gegen die Schlösser und Burgen der Missetäter und zerstörte diese, so auch Burg Hune 1280 nach achttägiger Bestürmung. Kurze Zeit später sehen wir jedoch die Ritter von Hun wieder am Hofe zu Fulda und die Burg wieder stärker und fester denn je, neu erbaut. 1324 taucht zum ersten Male der Name 'Borghune' auf, auch ist für 1361 ein Pfarrer nachweisbar. Im Jahre 1400 wird bei einem Verkauf eines Teiles des Schlosses und des Ortes, Burghaun das erste Mal als Stadt angesprochen. Doch erst das Jahr 1480 überliefert uns die Abschrift eines Stadtrezesses. Dieser Rezeß, heute als die Stadtrechte bekannt, läßt uns einen Bliek in die Rechte und Pflichten der damaligen Bürger tun. Verschiedene Sagen und auch nachweisbare Fehden zeigen uns, daß das Geschlecht von Haun ein bewegtes Leben führte und Burghaun, je nach Kriegsglück, erfolgreich verteidigt oder auch eingenommen

wurde. Zur Zeit der Reformation wurde die Ritterschaft evangelisch und nun kam zu dem Grenzgebiet zwischen Fulda und dem inzwischen hessischen Hersfeld, auch noch eine Konfessionsgrenze, die sich bis in die Neuzeit hinein erhalten hatte und die erst durch die Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland nach 1945 etwas verwischt wurde.

Nach dem Aussterben der Ritter von Haun, Anfang des 17. Jahrhunderts, kamen deren Besitzungen durch Erbschaften, Verkäufe und Gütertausch gänzlich in den Besitz der Abtei Fulda, Das Bestreben, die katholische Religion wieder heimisch zu machen, bescherte Burghaun eine Gegenreformation zu einer Zeit, da diese in Deutschland fast abgeschlossen war. Diesen Ereignissen verdanken wir auch das jetzige Wahrzeichen der Gemeinde, die beiden nebeneinander stehenden barocken Pfarrkirchen. Als kontra zu den auf ihre Religionsfreiheit bestehenden evangelischen Einwohnern ließ Fürstabt Adalbert die alte Burg niederlegen und erbaute an ihrer Stelle die heutige Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Ein Gebäude, welches für damalige Religionsverhältnisse viel zu groß war und einen Religionsprozeß vor dem Reichsgericht in Regensburg nach sich zog, der über mehrere Jahrzehnte andauerte und mit einem Vergleich beider Parteien endete. Die wirtschaftliche Lage des Landes und die ab Mitte der achtziger Jahre des 18. Jahrhunderts einsetzende Besiedelung Ungarns mit Deutschen brachte auch für Burghaun eine Abwanderung von Familien und einzelnen Personen in die Walachey, wie Ungarn damals genannt wurde.

Die Auflösung der geistlichen Fürstentümer (Secularisation) brachte 1802 auch für das Fürstentum Fulda den Verlust seiner Selbständigkeit und einen neuen Landesfûrsten: den Erbprinzen von Oranien. Es kamen Jahre, in denen die Natio-

nalitätszugehörigkeit laufend wechselte, bevor 1815 das Kurfürstentum Hessen die Hoheit erlangte. Diese fiel nach dem verlorenen Bruderkrieg 1866 dann an Preußen. In die hessische Zeit fällt auch die Auflösung der Allmente. Das waren die von der Gemeinde gemeinsam betriebenen Einrichtungen und zu unterhaltenen Baulichkeiten und Gebäude: Der Stadtweyer, das Brauhaus, die Stadtmauer und das Torhaus. Letzteres wurde auf Befehl des Landrates 1860 wegen Baufá1ligkeit zur Hälfte abgebrochen. Als 1866 die BebraHanauer Eisenbahn fertig war, erhielt auch Burghaun Anschluß an das Eisenbahnnetz. Der Bau der Haune-Ulster Bahn im Jahre 1905 brachte die Verbindung ins Thüringische. Nach der Reichsgründung 1871 lebte das Vereinswesen auf, es bildeten sich mehrere Vereine. Der heute noch bestehende Kriegerverein ist der älteste.

Infolge der Industrialisierung und Ansiedlung von Unternehmen in den Nachbarstädten Hünfeld, Fulda und Hersfeld, änderte sich das Bild von einer Landwirtschaft und Heimweberei betreibenden Ortschaft, zu einer Wohngemeinde. Inzwischen sind auch einige Firmen in Burghaun ansässig, Seit 1945 gehört Burghaun zum neu gegründeten Land Hessen und bildet nach der Gebietsreform 1974 den Hauptort der Großgemeinde Burghaun. Interessant wäre wohl noch zu erwähnen, daß die Großgemeinde fast genau das gleiche Gebiet verwaltet, welches früher dem adeligen und fürstlichen Oberamt Burghaun unterstand.

Meinen Dank möchte ich all denen aussprechen, die mir ihre Bilder zur Verfügung stellten und durch Erläuterungen sehr geholfen haben.

1. Die älteste Ansicht des Ortes zeigt Burghaun etwa im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts von Norden (Galgenberg) her. Noch steht die alte 'Steiner Brücke' und die Trennung zwischen Stadt und Dorf ist noch deutlich zu erkennen. Die alte Brücke wurde 1842 durch eine dreibogige ersetzt. 1864 machte der Bau der Bebra-Hanauer Eisenbahn eine Verlegung des Hauneflusses und die Versetzung der Brücke zum Dorf hin notwendig. Die Stadt erscheint noch als geschlossener, von der Stadtmauer geschützter Ortsteil, während das Dorf offen ist und sich ausbreiten kann.

2. Dieses Bild vom Kalkküppel, auch Antonshöhe genannt, bot Burghaun bis zur Verkoppelung in den zwanziger Jahren. Hinter dem noch unbebauten Amtsgarten erkennt man die sogenannte Hintergasse, die in alten Akten auch Hinterburg genannt wird, und die Schloßgebäude mit dem etwas verdeckten Gefängnis. Der Graben im Vordergrund ist der alte Hundsgraben mit dem Mahlertser Weg. Das heutige Wohnhaus Hubeler/Läbisch dürfte der Standort des Fotografen gewesen sein.

Burghaun

TOl:llan îc:ht

3. Das war die Totalansicht Burghauns von Westen in den Jahren 1902 bis 1905. In der Schloßstraße steht einsam und weit abseits vom übrigen Ort das 1902 erbaute evangelische Pfarrhaus. Inzwischen sind die großen weißen Flächen unserer Ansichtskarte ebenso bebaut wie der Löhmbachshang - im Salbuch als Weinberg bezeichnet - der auf der gegenüberliegenden Talseite zu sehen ist. Bis jetzt stehen nur: die alte Hausenmühle, Renerz, die 1892 erbaute Molkerei und der Hof Stuckardt. Der Bau der Haune-Ulster Bahn 1905 brachte dort drüben die erste Änderung. 1923 begarm durch Heinrich Schmidt - als Husar bekannt - und seinen Stiefbruder die Bebauung des Hanges. Diese erstreckt sich heute geschlossen von Gruben bis zur ehemaligen Stützmühle.

4. Diese Ansichtskarte von 1903 wird von einer Phantasielandschaft umrahmt und zeigt uns die Stadt vom Galgenberg her. Wie am Rauch zu erkennen ist wird im städtischen Backhaus kraftig eingeheizt, um wohlschmeckenden 'Zwibbel-Ploatz' und Bauernbrot zu backen. Im Vordergrund verläuft die Bahnlinie; das kleine Brückchen ist der Wasserdurchlaß für die Roßbach.

5. Nachdem Burghaun aus der näheren Umgebung dargestellt wurde, wenden wir uns zur Ortsmitte und beginnen mit dem ältesten Gebäude. Dieses ist das nur noch zur Hälfte stehende Torhaus. Die Gefache des Fachwerks zur Straßenseite sind nach dem Abbruch der linken Gebäudehälfte noch nicht vollständig wieder 'hergestellt. Die katholische Kirche daneben wurde nach den Plänen des Fuldaer Stiftsbaumeisters Johann Dientzenhofer gebaut, angefangen unter Fürstabt Adalbert von Schleifras und fertiggestellt unter Konstantin von Buttlar.

6. So sah der Beginn der Stadtstraße bis in die fünfziger Jahre aus. Mittelpunkt des Bildes ist die 1728 erbaute evangelische Pfarrkirche mit der alten Mauer des sogenannten kleinen Kirchhofes, Am linken Rand sieht man einen Teil der Schmiede, rechts einen Teil des ehemaligen Torhauses und etwas zurückliegend eine Ecke vom Haus Mäthrich. Diese Partie ist heute total verändert. Die Mauer wurde versetzt und nur noch durch kurze Stücke angedeutet, Haus Mäthrich abgebrochen und das Torhaus vollständig umgestaltet zu einer Ehrenhalle für die Gefallenen und Toten der Gemeinde.

7. Im Jahre 1675 wurde durch Blitzschlag die evangelische Kirche (Turm) teilweise zerstört, wobei auch die Häuser der Stadt (Burg) NI. 2 bis 9 abbrannten. Diese wurden als Sachsenhäuser in den Jahren 1675 bis 1688 wieder neu errichtet. Einen Teil dieser Gebäude sehen wir hier noch in ihrer ursprünglichen Gestalt mit den großen Toren. Heute stehen sie unter Denkmalschutz. Erwähnenswert ist, daß genau 100 Jahre später wiederum durch Blitzschlag, dieses Mal in die katholische Kirche, der Turm der evangelischen und die andere Seite der Stadt beschädigt wurden.

8. Daß Fotografieren um die Jahrhundertwende noch eine Sensation war, zeigt uns die Aufnahme vom alten Anwesen des Anton Ulmer in der Stadtstraße. Die Jugend, nicht nur die der Stadt sondern auch des Dorfes, sowie die Nachbarn stellten sich in Positur um den rechten Augenblick nicht zu verpassen. Auch die Familie des Auftraggebers für dieses Bild, Ulmer, besetzte soweit wie nur möglich die Fenster, er selbst ist im dritten der unteren Reihe zu sehen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek