Burghausen in alten Ansichten

Burghausen in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. R. Gerlich
Gemeente
:   Burghausen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5245-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Burghausen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Burghausen, diese alte Hcrzogstadt, liegt im Salzachtal unmittelbar an der österreichischen Grenze, halbwegs zwischen Salzburg und Passau, kurz vor der Einmündung der Salzach in den Inn.

Das erste Bauwerk auf dem langen Höhenrücken zwischen Salzach und Wöhrsee, der sich zu jeder Zeit als natürliche Verteidigungsanlage darbot, bestand aus einern befestigten Holzhaus, das, im 7. Jahrhundert errichtet, später zu einer Pfalz umgewandelt wurde. Zu seinen Füßen und in seinem Schutz entwickelte sich die Siedlung Burghausen, die in einer Urkunde 1025 als Reichshof erwähnt wird. Urn 1100 regierten hier die bayerischen Pfalzgrafen und 1166 bernächtigte sich Heinrich XII., der Löwe, Herzog von Bayern, der Burg. Nach seiner Absetzung im Jahre 1180 traten die Bayerischen Herzöge aus dem Haus Wittelsbach die Nachfolge an und Heinrich XIII., dem durch die Teilung Bayerns 1255 der 'niedere Teil zugefallen war, baute die Burganlage großzügig als Wehr- und Wohnbau aus. So entstand in seiner Regierungszeit in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts der Fürstenbau rnit dem Dümitzstock, der Kernenatenflügcl in der Hauptburg und die frühgotische innere Burgkapelle.

In den folgenden Jahrzehnten erweiterte sich die Burgaulage zur ausgedchntesten in ganz Europa. Nahezu 2 112 Jahrhunderte lang herrschten hier die Herzöge von Niederbayern - Landshut. die die Burg zu ihrern zweiten Regierungssitz erhoben und dort ihren Gold- und Silberschatz verwahrten. Wirtschaftlich und politisch war dies für Burghausen eine Glanzzeit. Die Wittelshacher waren es auch, die um 1220 das Produktions- und Handelsmonopol des Reichenhaller Salzes, das schon in vorchristlicher Zeit abgebaut worden war, wieder an sich nahmen.

Um 1180 wurde ein Friedrich vor dem Holz mit der Maut für das auf der Salzach verschiffte Salz belehnt. Seit 1380 nennt sich dann das Geschlecht Mautner von Katzenberg und es gehörte zu den Reichsten des Landes, waren auch Geldverleiher an Kaiser, Könige und Fürsten. Man nannte sie die

'Fugger von Burghausen' .

Der Salzhandel, diese große Einnahme der Stadt, verlor aber ab 1599 an Bedeutung, als der Verkauf des 'Weißen Goldes' zum Staatsmonopol erklärt wurde. Der Lebensnerv der Stadt wurde damit durelischnitten. Die polnische Königstochter Hedwiga, die sich 1445 in einer prunkvollen Hochzeit in Landshut mit Georg dem Reichen verheiratete, rnußtc nach dem frühen Tod ihrer beiden Söhne den Rest ihres Lebens in der Burg vertrauern. Ihre letzte Ruhestätte fand sie in der Zisterzienserkirche Raitenhaslach.

Als die Teilherzogtümer Ober- und Niederbayern 1505 wieder vereinigt wurden, büßte die Salzachstadt zwar ihren Residenzcharakter ein, wurde aber nepen München, Landhut und Straubing Sitz eines Rentamtes, einer Regierung. Durch die Abtrennung des Innviertels irn Jahre 1779 wird Burghausen Grenzort. Als 1802 auch noch das Rentamt aufgelöst wird, verliert Burghausen damit die letzte wichtige Behörde und die Stadt wird zur Bedeutungslosigkeit herabgesetzt.

Am 28, April 1809 besetzten die Franzosen die Salzachstadt und Napoleon wohnte vier Tage lang im ehemaligen Regierungsgebäude, dem Tauffkirchenpalais, dem heutigen Amtsgericht. Als 1891 die scit 1763 bestehende Garnison abgezogen wird, bedeutet dies einen weiteren wirtschaftlichen Rückgang.

Burghausen hat einc lange Schultradition aufzuwciscn. Seit Ende des 15. Jahrhunderts gab es eine Lateinschule, die, 1629 von den Jesuiten übernommen, ab 1872 als hurnanistischcs Gymnasium geführt wurdc. 1649 erfolgte die Grundsteinlegung des Kapuzinerklosters, welches von Anfang an als Studienkloster diente. Die Englischen Fräulein cröffnctcn 1683 ein Institut und cine Klostcrschule. Das Gymnasium und sein wissenschaftfiches Umfeld, wie auch die Klosterschulen. brachten Burghausen den Rang eines hervorragenden geistigen Mittelpunktes ein und den Ruf einer bedeutenden Schulstadt.

Die Hauptanziehungskraft und die größte Sehenswürdig-

keit ist heute noch die Burganlage. Sie gliedert sich in sechs Höfe und ist die Jahrhunderte hindurch zum größten Teil erhalten geblieben. Die Hauptburg, die mit dem inneren Hof, mit Fürstenbau, Kernenate, Dürnitz, Kapelle, Schatzkamrner, Brustwehr, Torriegel und Bergfried schon für sich eine Burg darstellt, hat heute noch ausgedehnte Bauteile aus dem 13. Jahrhundert. Die anderen Höfe ziehen sich hin wie ein mittelalterliches Städtchen, wo sich Speicher, Vorratskarnmcrn, Wohnhäuser, Mauern und eine Vielzahl von Türmen und Toren in malerische Folge abwechseln. So schrieb Adalbert Stifter an seine Braut: 'Die Stadt sieht nicht anders aus, als wäre sie aus einem altdeutschen Gemälde herausgeschnitten und hierher gestellt worden.'

Viele Jahrhunderte litt die Stadt an der ständigen Bedrohung durch das Hochwasser. Kaum ein Jahrzehnt verging ohne eine Hochwasserkatastrophe. Eine Verödung der Altstadt und ihr wirtschaftlicher Niedergang konnte durch eine großzügige Sanierung und Errichtung eines 1971 fertiggestellten Hochwasserschutzdammes aufgehalten werden.

Mit der Ansiedlung der chemisehen Industrie 1914 begann für Burghausen eine neue Ära. Die Neustadt entstand. Trotz seiner peripheren Lage stieg die Bevölkerungszahl auf 18 000. Die Stadt ist aufgrund ihrer Tradition und der Tatsache, daß hier die älteste chemische Großindustrieanlage der Region etabliert wurde , wirtschaftlicher und kultureller Schwerpunkt des bayerischen Chemiedreiecks. Die Firma Wacker stellt die größte chemische Fabrik in Bayern dar. Sie liegt bei der Entwicklung und Herstellung von Reinstsilicium mit an der Spitze der Weltproduktion. 19661967 errichtete die amerikanische Gesellschaft Marathon eine petrochemische Raffinerie. Damit konnte die notwendig gewordene Umstellung der Rohstoffbasis für die einheimische chemische Industrie vollzogen werden. 1987 wurde die damalige Deutsche Marathon Petrochemie GmbH. von derÖMV AG, Wien, übernommen.

Von Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges weitgehend

verschont, entwickelte sich die Stadt wieder zu einem blühenden Gemeinwesen. Schon immer lebten und arbeiteten Künstler in dieser romantischen urbanen Stadt. Maler, Bildhauer, Architekten und Dichter gaben ihr ein besonderes Gepräge und einen eigenen Stil.

Seit der Jahrhundertwende gibt es hier ausgezeichnete Musecn. Die Staatliche Gemäldegalerie im Fürstenbau zeigt von der Münchner Pinakothek Gemälde aus der Blütezeit der Burg und vom Bayerischen Nationalmuseum Möbel, Skulpturen und Waffen aus der gleichen Periode. Der Museums- und Altertumsverein eröffnete 1902 in der Kemenate ein Heimatmuseum. Hier wird ein Querschnitt über Kunst und Kultur sowie der Vergangenheit Burghausens dargeboten. Das 1983 eröffnete Fotomuseum im Rentmeisterstock am Anfang der Burg zeigt unter anderem die technische und künstlerische Entwicklung der Fotografie und besitzt eine große Galerie der deutschen Spitzenfotografen sowie der deutschprachigen Amateurlichtbildner .

Das Mautnerschloß ist jetzt Schulungs- und Seminargebäude der Stadt und ist Sitz eines Ausbildungszentrums für Amateurfotografen und Jazzmusiker. Letztere geben sich im Keller des Gebäudes neben Liedermachern und Kabarettisten ein Stelldichein. Die Jazzfestivale und die FotosaIons sind international bekannt geworden. Eine besondere Art von Fremdenverkehr, nämlich die Abhaltung von Tagungen, Kongressen sowie Bildungs- und Sportveranstaltungen, stellen einen wesentlichen Faktor im Leben der Stadt dar.

Auch besitzt Burghausen eine sehr alte und reiche Fototradition. Hervorragende Lichtbildner hinterließen einmalige Fotodokumente. Die Bilder in diesem Buch sind ein beredsames Zeugnis davon. Sie sind sämtlich im Besitz des Fotomuseums auf der Burg.

Burghausen. Sommer 1991

Dr. Robert Gerlich

1. Die älteste bekannt gewordene Aufnahme der Stadt Burghausen aus dem Jahr 1866 zeigt sie von Osten. Das Panoramabild ist aus vier Einzelaufnahrnen zusammengesetzt. Der Fotograf ist unbekannt.

2. Ein Bliek von Österreich auf Altstadt und Burg. Die Aufnahme wurde um 1875 vom Burghauser Fotografen Max Wild gemacht. Das Brückentor, welches 1886 abgebrochen wurde, ist auf dem Foto noch zu erkennen. Rechts neben der Brücke der Komplex der Englischen Fräulein.

3. Vom Österreichischen Steilufer oberhalb der Kirche von Wanghausen bietet sich der schönste Bliek auf die Stadt mit Wöhrsee und Burganlage. Links ist das umfangreiche Viertel der Kapuziner mit den Institutsgebäuden zu sehen. Dahinter erhebt sich der Pulverturm, der durch eine hohe Schutzmauer mit der Hauptburg verbunden ist. Dieser Wehrgang begrenzt den 900 m langen und 125 m breiten Wöhrsee nach Süden. Rechts sieht man den Turm der Jakobskirche und davor die Spitalkirche.

Burghausen mit Ach

4. Diese Postkarte von 1898 zeigt die romantische Lage der lOOOjährigen Herzogstadt mit der Salzach , die seit 1779 Grenzfluß zu Österreich ist.

5. Vom Turm der Jakobskirche aus entstand diese Aufnahme mit Bliek auf die Altstadt mit ihren beiden Straßenzügen, die Grüben und die Messerzeile. Mächtig erhebt sich darüber die Hauptburg, und gegenüber das Steilufer, sodaß Napoleon beim Anblick der Stadt am 28. April 18ü9 ausrief: 'Die Stadt unter der Erde.'

6. Ein unbekannter Burghauser Fotograf fertigte 1895 dieses Foto der imposanten Hauptburg an. Der Bergfried hat noch den ursprünglichen Zinnenkranz. Links ist die innere Burgkapelle, die erstmals 1342 urkundlich erwähnt wird, zu sehen.

7. Das Foto von 1909 zeigt den südlichen inneren Burghof. Die rechte Hochtreppe führt zur Kemenate, die linke zur Dürnitz. Dieser schönste und größte Innenraum der ganzen Burg diente den Rittern

und Dienstleuten als

Aufenthaltes- und Eß-

raum. Darüber lag der Tanzsaal, der durch einen Schwippbogengang mit der Kernenate, dem Frauentrakt, verbunden war. Wilhelm IV. ließ 1522 anläßlich seiner Hochzeit mit der Markgräfin J akobäe auf dem Verbindungsbogen das bayerische und badische Wappen mit der Jahreszahl anbringen.

8. Das Georgstor mit seiner mittelalterlichen Schönheit steht mächtig vor dem zweiten Burghof. Die 1475 gemalten Wappen von Bayern und Polen erinnern an die Verbindung beider Länder, die durch die Hochzeit am 6. September 1455 zwischen Herzog Georg dem Reichen und Hedwiga, der polnischen Königstochter Kasimiers IV., in Landshut zustande kam. Diese Aufnahme wurde 1907 gemacht.

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