Burladingen in alten Ansichten

Burladingen in alten Ansichten

Auteur
:   Karl Werner Steim
Gemeente
:   Burladingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2261-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Burladingen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Burladingen. Ein Name, wie der Duft von Nadelholz und der Sommersonne über Bergwiesen. Eine lange Dorfstraße und dahinter Wiesen und Äcker. Nur am Bach entlang, im Zinken und den Wasen hinaus, überhaupt der Bachseite zu, Gassen und Hëusergruppen. Am unteren Ende des Dorfes eine Kirche und ein Friedho]. Alte Kreuze lehnen an der Kirchenmauer und stehen zerstreut unter den riesigen Kastanten. und weiße Schneebällchen blühen wie kleine, weiße Zuckerkugeln bis in den späten Herbst in den Zweigen des Gebiisches zwischen den Gräbern. Man konnte von da das alte Schlößchen noch sehen, darin unser Urahn gelebt und das ihm aus der Hand genommen wurde, wie einem Kind ein Stück Brot. Während ich so zurûckdenke über meine eigene Jahresreihe, ist mir, wie schon aft, als ob die Gewesenen alle lautlos vor meiner Türe stiinden, ihren Bliek auf micb gerichtet und frügen: 'Sagst du es? - Sage ihnen, daß wir in armen Hütten wohnten und nicht viel von des Lebens Süßigkeit wußten, aber daß wir ehrliche und rechtschaffene Menschen waren. Schau uns in die Augen und heiße die Lebenden um dien alle auch in die Augen ihrer Ahnen sehen. Unser Blut klopft in euren Herzen und es ist nicht wenig, was das Blut der Ahnen zu geben vermochte. '

Eine bessere Einleitung als diese der Burladinger Heimatdichterin Marie Theres Baur (1894-1962) hätte kaum gefunden werden können,

'Burladingen in vergangenen Tagen' ist ein lesenswerter Beitrag des Heimatforschers Johann Adam Kraus aus dern benachbarten Ringingen überschrieben, aus dem nachstehend zitiert ist, Wer hört bei der heutigen Unrast nicht gern in stillen Stunden von der guten alten Zeit, von den [rilheren Bewohnern unsers Fehlatales, von ihren Arbeiten und Leiden? In der Erinnerung erscheint ja meist alles verklärt, wie unsere rings aufragenden Atbberge im letzten Schein der Abendsonne. In romantischem Licht stehen da die Hohe Wacht mit ihren kiimmerlichen Resten der einst stolz aufragenden Burg Burladingen, der sagenumwobene Höllenstein mit seinen geheimen Gängen und Kammern im Felsgestein. Da grüßt die Doppelburg Falken ûber dem Annatal mit Felsgraben und Wall und wentgen Resten, aber herrliche Sicb t talabwärts zum abgegangenen Dorf Malgingen am starken Gassenbrunnen, bis zu den verträumten Trûmmern der ehemaligen Herrensitze Leckstein und Gauselfingen, dem man binterher den Namen 'Hasenfratz' angehängt hat. Und rings breiten sicn aus die uralten Wiesen und Ackerfluren mit ihren [ast tausendjährigen Namen, die Felder, die einst unseren Vorfahren ihr Eins und Alles waren, ehe in unserer Zeit die Industrie mit ihrem Geldsegen (aber auch ihrer Hast) den Einzug hielt.

Ein kurzer Bliek in die Geschichte von Burladingen und den heutigen Stadtteilen ist interessant. Erste

Siedlungsspuren reichen in die Altsteinzeit zurück. Eine stärkere Besiedlung des Raumes brachten die Bronze- und mehr noch die Hallstatt- oder frühe Eisenzeit. In der Späteisenzeit, ab etwa 400 vor Christus, bewohnten die Kelten den Raum. Die Landnahme durch die Römer geschah in den Jahren 15 vor Christus bis 85 nach Christus. In dieser Zeit, etwa um 80 nach Christus, errichteten die Römer westlich von Burladingen an der Wasserscheide Starzel/Fehla beziehungsweise RheinjDonau ein Kastell als wichtigen Stützpunkt im Zuge des Alb-Limes Laiz-BurladingenUrspring-Heidenheim. Im 3. Jahrhundert, etwa ab 260 nach Christus, zogen sich die Römer aus dem Raume zurück, und die Alemannen nahmen von dem Gebiet Besitz.

In der Folgezeit zeichnet sich im Raume Burladingen ein lebhaftes, weitgehend eigenständiges geschichtliches Geschehen ab, das sich in fast allen Ortsteilen in ähnlicher Weise vollzog und seit dem 8. Jahrhundert urkundlich belegt werden kann.

Burladingen ist erstmals erwähnt im Jahre 772. Ab dem 10. Jahrhundert erlangte der Ort durch den ansässigen Ortsadel eine gewisse Selbständigkeit. Um 1300 ging Burladingen zunächst mit Teilen seiner Markung in den Besitz der Zollergrafen über und wechselte dann bis 1473 häufig durch Verpfändung und Verkauf zwischen den Zollern und den Württem-

bergern seinen Herrn. Ab 1473 kam Burladingen endgültig in den Besitz der Grafschaft Hohenzollern und später des Fürstentums Hohenzollern-Hechingen.

Gauselfingen wird ebenfalls im Jahre 772 erstmals erwähnt. Es gehörte im Mittelalter zur Herrschaft Hölnstein. Ende des 15. Jahrhunderts kam der Ort in den Besitz der Zollergrafen und teilte dasselbe Schicksal wie Burladingen. Seit 1. Januar 1974 ist Gauselfingen Stadtteil von Burladingen.

Hausen im Killertal, Starzeln und Killer, seit 1. März 1973 Stadtteile von Burladingen, entstanden vermutlich im 6. und 7. Jahrhundert. Urkundlich erstmals genannt sind Starzeln 1090, Killer 1255 und Hausen 1333. Die Geschichte der Killertalorte ist wiederum eng mit dem Hause Zollern verbunden. Im 16. Jahrhundert wurde aus den drei Orten das Amt Killer gebildet.

Ringingen. Salmendingen und Melchingen auf der Alb verdanken ihre Entstehung der alemannischen Landnahme. Ringingen wird 799, Salmendingen 1245 und Melchingen 772 erstmals urkundlich erwähnt. Die früheste belegte Geschichte wurde in den drei Orten überwiegend von Ortsadligen bestimmt. Nach einer bewegten Geschichte kamen sie über die Grafen von Werdenberg und Fürstenberg erst im Jahre 1806 an

das Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen. Seit 1. März 1973 sind Salmendingen und Melchingen, seit 1. Januar 1974 auch Ringingen, eingerneindet.

Stetten unter Holstein ist 1275 urkundlich erstmals nachweisbar. Der Ort unterstand zum Teil einer eigenen Standesherrschaft, zu anderen Teilen dem Werdenbergischen und später dem Fürstenbergischen Hause. Erst 1584 gelangte Stetten in den Besitz der Zollern. Seit 1. März 1973 ist Stetten ein Stadtteil van Burladingen.

Hörschwag, 1304 erstmals erwähnt, gehörte im 14. und 15. Jahrhundert zur Herrschaft Hölnstein und kam über die Werdenberger und Fürstenberger Grafen an die Zollern. Der Ort ist seit dem 1. Juli 1974 Stadtteil von Burladingen.

Hermannsdorf wurde am 1. Oktober 1935 nach Burladingen eingemeindet, auf dessen Gemarkung es im Jahre 1804 vom Fürsten Hermann Friedrich Otto von Hohenzollern-Hechingen gegründet worden war.

Burladingen hat in den letzten 100 Jahren einen interessanten Strukturwandel mrtgemacht. Das bevölkerungsstärkste Dorf Hohenzollerns in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts (1890 waren es 1 745 Einwohner) war stark landwirtschaftlich orientiert.

Die Bevölkerung suchte zunächst weiteren Erwerb in der Herstellung von Holzwaren und deren Vertrieb im Hausierhandel, ferner in der Hausweberei und -strickerei und bei den Trikotfabriken des Talgangs entweder als Heimarbeiter oder als Pendler. Seit 1887 entstanden dann im Ort selbst die ersten Trikotbetriebe. Nach dem Ersten Weltkrieg begann der eigentliche Aufstieg Burladingens zu einem Mittelpunkt der Wirk- und Strickwarenindustrie, und man ist in Burladingen besonders stolz darauf, daß mit Ausnahme nur einer frühen Filiale alle heute noch bestehenden Betriebe von Burladinger Bauern- und Handwerkerfamilien gegründet wurden. Neben der führenden Textilindustrie bestehen heute auch andere Branchen.

Zum Jahresende 1982 hatten Burladingen und die Stadtteile folgende Einwohnerzahlen: Burladingen 5 186, Gauselfingen 1 177, Hausen 1 050, Hörschwag 314, Killer 682, Melchingen 882, Ringingen 912, Salmendingen 703, Starzeln 576 und Stetten unter Holstein 658. Zusammen waren dies 12 140 Einwohner.

Mit diesem Büchlein sollen Fotografien wiedergegeben werden, die etwa zwischen 1880 und 1930 in Burladingen und seinen heutigen Stadtteilen aufgenommen wurden. Zwar hätte man sich auf den Zentralort beschränken können, doch bildeten die

Orte rings um Burladingen schon früher - wie aus der einleitenden Geschichte hervorgeht - wenigstens in Teilen eine Art Verwaltungsraum. Somit soll der Kreis von der ältesten bis in die jüngere Vergangenheit geschlossen werden. Es wurde der Versuch unternommen, nicht nur bauliche Veränderungen gegenüber heute aufzuzeigen, sondern etwas von der Atmosphäre jener Jahre einzufangen. Auf den Abbildungen wird der ältere Einwohner Dinge finden, die er selbst noch kennt. Für ihn dienen die knappen Bildunterschriften als eine Art Gedächtnisstütze. Die jüngeren oder zugezogenen Einwohner können in diesem Buch sehen, wie der Ort vor SO und noch mehr Jahren ausgesehen hat.

Die fotografische Überlieferung einer Gemeinde hängt von verschiedenen Faktoren ab, wobei zugegeben sei, daß der Zufall oft keine geringe Rolle spielt. Fast alle der ältesten abgedruckten Bilder sind von dem früheren Burladingen Fotografen Anton Mayer, der bereits vor dem Jahre 1880 hier fotografierte. Bernerkenswert ist, daß Mayer sein Hauptgeschäft lange Jahre im industriereichen Oberndorf am Neekar betrieb, das von Burladingen weit abgelegen war. Der Fotograf Jakob Scheu aus Burladingen, der später ein Geschäft in Hechingen eröffnete, ist ebenfalls mit älteren Aufnahmen vertreten. Die meisten Bilder aus Burladingen sind aber vom Fotografen Alexander Mühlhansel, der in den zwanziger Jahren sein Geschäft in Burladingen

eröffnete. Sein Sohn stellte die Aufnahmen bereitwillig zur Verfügung, Für die Überlassung von Bildern ist ferner zu danken: Studiendirektor Alf Müller von der Hohenzollerischen Heimatbücherei in Hechingen, Herbert Deuchert, Josef Diebold, Johann Adam Kraus, Karl Oberwemmer, Anton Pfister, Albert Restle und Josef Schülzle, der Stadtverwaltung Burladingen und den Ortsvorstehern der Burladinger Stadtteile. Bei der Literatur sind das Burladinger Heimatbuch von August Speidel und die Broschüre zur Stadterhebung in erster Linie zu nennen, wertvolle Hinweise werden Pfarrer i. R. Johann Adam Kraus verdankt.

1. Burladingen um 1870 von Südwesten. Das Bild zeigt die älteste bekannte Aufnahme des Ortes überhaupt. Sie stammt - wie fast alle ganz alten - vom damallgen örtlichen Fotografen Anton Mayer, der auch viele Bilder aus der näheren Umgebung gemacht hat. Diese Fotografie ist zugleich wohl eine der schönsten von Burladingen. Hier wird das unvergleichliche Bild der Burladinger Landschaft deutlich, das durch das Hochtal der Fehla und die Formen der Hochalb beiderseits des Tales bestimmt wird. Das unmittelbar an der Wasserscheide stark erweiterte Tal verengt sich östlich von Burladingen immermehr.

2. Ebenfalls aus der Zeit um 1870 - wie das vorige Bild - stammt auch diese Ortsansicht von Burladingen, diesmal von Südosten aufgenommen. Besenders augenfällig ist hier die fast freie Lage der alten St.-Georgs-Kirche. Etwa in Bildmitte ist das Burladinger Schlößle zu sehen, das auf einem geräumigen Platz zwischen der St.-Georgs-Kirche und der Fehla stand. Den vier Fronten waren schmale Kreuzflügel mit Rundtürmen vorgelegt, von denen auf dem Bild zwei zu erkennen sind. Leider sind aus dem letzten Jahrhundert nur sehr wenige Aufnahmen Burladingens überliefert.

3. Eine sehr schöne Lithographie ist diese Postkarte von Burladingen, die wahrscheinlich noch im letzten Jahrhundert entstand. Die obere Ansicht zeigt das damals noch recht bescheidene Dorf Burladingen aus Richtung Hausen, ganz im Hintergrund die St.-Georgs-Kirche, die noch am Ortsrand stand. Unten links ist die Brauerei zum 'Schlößle' von J. Pfister abgebildet, davor drei Pferdekutschen und -wagen. Rechts ist eine Zeichnung, wie das Schlößle vor den verschiedenen Bränden ausgesehen hat, Interessant zu sehen ist auch der 1856 auf freiem Feld angelegte neue Friedhof.

4. Noch aus dem Verlag des Burladinger Fotografen Jakob Scheu, der später in Hechingen ein Fotogeschäft eröffnete, stammt diese Postkarte von Burladingen. Auf der oberen Totalansicht sind sehr sorgfältig die einzelnen Gebäude festgehalten. Da auch bereits der Zug zu sehen ist, dürfte die Karte im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts entstanden sein. Links unten ist der 'Höllenstein' zu sehen, der eigentlich wegen der dort befindlichen Höhle 'Höhlenstein' heißen müßte. Die Höhle liegt am Osthang der Eichhalde, etwa in halber Höhe. Decke und Wände sind mit Kalksinter überzogen. Vom geräumigen Vorraum führt eine schmale Felsspalte in die innere, kleinere Höhle.

5. Sehr alt ist auch diese Postkarte ven Burladingen, die kurz nach der Jahrhundertwende entstanden sein dürfte. Bis zum Jahre 1856 waren in Burladingen außer der Wasserleitung zum Schlößle keine fließenden Brunnen vorhanden. Das Wasser wurde aus Schöpfbrunnen entnommen. Lange zog sich auch der Bau einer Wasserleitung hin. Seit dem Jahre 1903 besitzt Burladingen eine Hauswasserleitung. Bis zum Jahre 1930 bezog Burladingen das Wasser von der Quelle im Rauns und von einer Quelle in der Nähe der Fehlahauptquelle; dann wurde das Kreiswasserwerk in Burladingen erstellt. Von der Fehlaquelle aus wurde das Wasser in einen Wasserbehälter (auf dem Bild rechts) auf der Buchhalde in der Nähe der alten Steig nach Hermannsdorf gepumpt.

6. Diese Postkarte Burladingens stammt aus derselben Zeit wie die vorige. Ausgewählt wurde der Bereich um den damals noch ganz neuen Bahnhof. Das Bahnhofsgebäude im Vordergrund rechts (Fachwerk) ist deutlich zu erkennen. Der Lokomotiv-Schuppen (links im Bild) wurde nach der Weiterführung der Bahnlinie nach Gammertingen-Sigrnaringen (Fehlatalbahn) wieder abgebrochen. Wie jeder Bahnhof der Hohenzol1erischen Landesbahn bekam auch der in Burladingen ein kleines Aborthäuschen. Bemerkenswert erscheint schließlich, daß damals die Bahnlinie hart an der Ortsgrenze der Bebauung verlief, während heute die Bahnlinie den Ort durchschneidet.

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