Burladingen in alten Ansichten

Burladingen in alten Ansichten

Auteur
:   Karl Werner Steim
Gemeente
:   Burladingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2261-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Burladingen in alten Ansichten'

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27. Fast in jeder Burladinger Familie kann man solche alte Bilder von Schulklassen finden. Jeder wollte eben eine Erinnerung an seine Schulzeit behalten. Meistens sind mit den Schü1erinnen und Schülern auch die Lehrer und Pfarrer abgebildet. So ist es auch auf dem Bild des Schuljahrganges 1896. Auf der Treppe stehen (von links nach rechts) Vikar Albert Ketterer, der 1902/03 in Burladingen war und aus Freiburg im Breisgau stammte, Pfarrer Fridolin Eiseie (1898-1910 in Burladingen) aus Trochtelfingen, der im Jahre 1918 als Divisionspfarrer starb, und der unvergessene Schulleiter und Ehrenbürger August Speidel, 1909-1945 an der Schule, seit 1938 als Rektor.

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28. Aus älterer Zeit gibt es nicht viele Ansichtskarten aus Gauselfingen. Vor dem Bahnbau lag der Ort völlig abseits vom großen Verkehr. Man war bis zum Jahre 1908 ganz auf die Straße angewiesen. Gelbe Postwagen der Kaiserlichen Post, im Winter gelbe Postschlitten, beförderten Briefe, Pakete und auch reichere Leute, die sich solches Fahren leisten konnten. Die anderen fuhren mit Bauernwagen oder gingen zu Fuß. Als es dann auch in Gauselfingen einen Bahnhof gab, mußte er natürlich auf die Postkarte. Auftraggeber dieser Karte war das Gasthaus 'Löwen', im Besitz von A. Klaiber.

29. Gauselfingen im Jahre 1906. Trotz der nicht besonders guten Bildqualität ist diese Ansicht des Ortes recht interessant. Damals stand noch die alte Säge und links davon das Haus Silvester Eisele, das bei der Vergrößerung des Betriebes abgebrochen wurde. Das Gasthaus 'Löwen' hatte noch keinen Saal, Bahnhof und Bahnhofstraße gab es noch nicht, nur die Brennhütte, 1908 wurden Bahnhof und Bahnlinie gebaut, 1909 das erste Haus an der Bahnhofstraße (Kaspar Klaiber), 1910 das Haus Gottlieb Zintgraf, 1913 die Fabrik Schwanenmaier. Der Bach verlief damals noch in zahlreichen Windungen; es gab auch noch Wässergräben.

30. Auf diesem Luftbild von Gauselfingen, vor etwa 50 Jahren aufgenommen, ist deutlich die Ausdehnung des damals noch recht kleinen Ortes zu sehen. Von rund 500 Einwohnern hat sich Gauselfingen auf heute knapp 1 200 entwickelt. Die vielen Freiflächen auf dem Bild sind heute größtenteils verschwunden, sie sind bebaut. Heute hat Gauselfingen Probleme mit einer weiteren Bebauung, was man sich vor 50 Jahren natürlich noch nicht vorstellen konnte.

31. Die alte Gauselfinger Kirche St. Peter und Paul wurde im Jahre 1821 von Johann Walter Sauter aus Balingen erbaut, Sie lag in der Dorfmitte an der Landstraße und war nicht nach Osten orientiert. Die Kirche war 26 Meter lang, 13 Meter breit und innen 7,40 Meter hoch und hatte ein achteckiges Türmchen (Dachreiter) mit einer Blech-Zwiebelhaube, Der Innenraum war weiß gestrichen, hinter den Altären waren Altarrückwände im klassizistischen Stil aufgemalt. Gekostet hatte die Kirche 5 223 Gulden. Vor Jahren wurde die Kirche abgebrochen und an anderer Stelle durch einen Neubau ersetzt.

32. Das frühere Schul- und Rathaus von Gauselfingen wurde im Jahre 1815 erstellt, Gründliche Renovationen fanden 1873 und 1949 statt. Früher hatte man in Gauselfingen immer Schulhaussorgen. Schon 1906 empfahl die Regierung in Sigmaringen, einen Schulneubau ins Auge zu fassen. Das alte Schulhaus hatte zwei Schulsäle, die aber zu niedrig waren. Ursprünglich wohnte auch ein Lehrer hier, bis 1892 die Gemeinde eine eigene Lehrerwohnung kaufte. Der Name Schilling ist mit der Lehrerschaft in Gauselfingen eng verbunden. 1881 bis 1890 wirkte Lehrer Joseph Schilling hier und später sein Sohn Xaver Schilling, der sich als Heimatforscher und Chronist von Gauselfingen einen Namen gemacht hat, Inzwischen hat der Ort ein neues Schul- und auch ein neues Rathaus, Letzteres steht an der Stelle des abgebildeten alten Schulhauses,

33. Lange Zeit spielte das Gemeindebackhaus in Gauselfingen für den Ort eine wichtige und nicht zu unterschätzende Rolle. In ihm war auch die Milchzentrale untergebracht. Das Haus war ein Ort reger Kommunikation. Hier traf man sich täglich und tauschte die letzten Dorfneuigkeiten aus, Zum 3l. März 1951 wurde dann auch in Gauselfingen das Gemeindebackhaus außer Betrieb gesetzt, die Milchzentrale war bereits einen Monat früher geschlossen worden. Das im Jahre 1846 an der Stelle eines älteren Backhauses errichtete Gebäude wurde 1956 abgebrochen.

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34. Neben dem Straßenausbau - zum Beispiel1880 nach Hausen an der Lauchert - brachte vor allem der Bahnbau die bedeutsamste Verbesserung im Verkehrswesen für Gauselfingen. Erst arn 1. Dezember 1908 konnte die Landesbahn auch hier eröffnet werden, nachdem sie schon vorher bis Burladingen durchs Killertal heraufgefahren ist, Bis es jedoch soweit war, mußte viel Arbeit bewältigt werden. Damals gab es bereits die ersten 'Gastarbeiter', auch wenn sie noch nicht so bezeichnet wurden. Es waren Italiener, die beim Bahnbau beschäftigt waren. Das Bild aus der Zeit von 1907/08 zeigt Gauselfinger (mit Kreuzen versehen) und fremde Bahnarbeiter.

35. Die Eröffnung der Bahnlinie war für die Gemeinde Gauselfingen ein großes Ereignis. Fast alle Einwohner standen au einem trüben Vorwintertag am neuen Bahnhof. Bürgermeister Konrad Mayer hielt eine Ansprache. Erster Bahnagent war 'd'r Moler Josef' (Josef Klaiber), dessen Schwiegersohn Adolf Kanz 1943 sein Nachfolger wurde. Damals wurde auch die Bahnhofstraße angelegt. Ein Haus an der Langen Gasse fiel dem Bahnbau zum Opfer und mußte abgebrochen werden. Auf dem Bild von 1909 sind (von links nach rechts) Lukas Klaiber, August Kanz, Bemhard Klaiber, Kreszentia Klaiber, Ed. Mayer und Egidius Klaiber zu sehen.

36. Während Gauselfingen noch bis zur Jahrhundertwende fast rein landwirtschaftlich strukturiert war, wandelte es sich dann zur Industriegemeinde. Der erste bedeutende Textilbetrieb in Gauselfingen war der von Conrad Maier. Zuerst wurde Heimarbeit ausgegeben, dann wurde irn Sonnensaal genäht (seit 1910). 1913 begann man mit dem Bau einer Fabrik am Bahnhof. Vorerst blieb noch das Hauptwerk in Tailfingen, bis 1918/19 das ganze Unternehmen durch Balthas Maier nach Gauselfingen verlegt wurde. Aus kleinen Anfängen heraus hat sich die Firma zu einem größeren Textilbetrieb entwickelt, der sich später 'Jercoma' nannte. Unser Bild zeigt die Belegschaft im Jahre 1914.

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