Buttenheim in alten Ansichten

Buttenheim in alten Ansichten

Auteur
:   Bernhard Bickel
Gemeente
:   Buttenheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6523-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Buttenheim in alten Ansichten'

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16 Buttenheimer Schloß

Das Buttenheimer Schloß (Aufnahme um 1920).

Über Jahrhunderte war die Geschichte Buttenheims eng mit dem Geschlecht der Reichsfreiherren von Stiebar verknüpft. Der Konflikt mit dem Hochstift Bamberg, das bemüht war, die starke Position der Stiebar in Buttenheim einzuschränken, verschärfte sich, als Hans Joachim Stiebar von Buttenheim d. Ä. (1513-1585) lutherisch wurde und auch seine fünfSöhne am evangelischen Glauben festhielten.

Bereits irn Iahr 1686 hatte das Hochstift eine Reihe von stiebarschen Gütern von der Frau Obristin von Bose gekauft, die diese geerbt hatte. Als am 14. Juni 1762 mit dem Tode von [ohann Georg Christoph Wilhelm Stiebar von Buttenheim die fränkische Hauptlinie im Mannesstamm erlosch, war hinsichtlich der Herrschafts- und Eigentumsverhältnisse eine komplizierte Rechtslage gegeben. Nach langem juristischen Tauziehen gelang es den Nachfolgern der Stiebar in weiblicher Linie, einen Teil des Besitzstandes zu behalten.

Wilhelm Christian Friedrich von Seefried (1741-1806),

der Elisabeth Sofie Friederike Stiebar von Buttenheim (1746-1782) geheiratet hatte, erbaute irn Iahr 1774 das jetzige neue Schloß. Der stattliche zweigeschossige Walmdachbau wurde rückwärtig an den noch vorhandenen Turm des im Schwedenkrieges zerstörten unteren Schlosses angelehnt.

Der Schloßgraben des neuen Schlosses wurde 1819 weitgehend aufgefüllt. Das Schloß wird bis heute von der Familie von Seefried bewohnt.

17 BeimWasserholen

Beim Wasserholen (Aufnahme aus den frühen dreißiger [ahren).

Das Bild zeigt Frau Habermann, eine Buttenheimer [iidin, vor ihrem Anwesen im Lichtenhof. Die Anwohner im Lichtenhofholten ihrTrinkwasser im Regelfall vom öffentlichen Brunnen im Schloß, der für seine gute Wasserqualität bekannt war.

Erstmals im 15. Jahrhundert werden Juden in Buttenheim erwähnt. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war die Zahl der hier ansässigen Juden stark gestiegen. In der Buttenheimer Einwohnerstatistik von 1809/10 werden 176 Juden bei einer Gesamtanzahl von 822 verzeichnet, so daß der Anteil der jüdischen Bevölkerung 21,4 Prozent betrug.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts setzte bedingt durch die schlechte wirtschaftliche Situation auch in Buttenheim eine Auswanderungswelle nach Übersee ein, von der die jüdische Gemeinde ebenfalls betroffen war. Ein besonderer Anziehungspunkt für die Auswanderer war hierbei N ordamerika.

Mit der Aufhebung der Matrikelgesetze (1861) zogen zudem viele jüdische Familien in die benachbarten Städte um. Der starke Mitgliederverlust aufgrund der Aus- und Binnenwanderung führte schließlich dazu, daß sich die jüdische Gemeinde Buttenheim im [ahr 1892 auflöste. Die übriggebliebenen Mitglieder schlossen sich der Hirschaider Kultusgemeinde an.

Im [ahr 1900 waren in Buttenheim nur noch elfJuden ansässig. Im Iuni 1939 waren in Buttenheim keine jüdischen Bürger mehr gemeldet.

18 Thoraschrein

Thoraschrein in der Buttenheimer Synagoge. Wie Pfarrer Grandinger in seinem Buttenheimer Heimatbuch mitteilt, ließen sich Juden in den Ruinen des im Bauernkrieg (1525) abgebrannten oberen Schlosses nieder. Es wird vermutet, daß dort auch die erste Synagoge erbaut wurde. Unmittelbar neben diesem Areal entstand im [ahr 1741 ein Neubau. Die neue Synagoge war eine relativ großes, rechteckiges Gebäude mit einem weit heruntergezogenen Krüppelwalmdach. Sie wurde bis zur Auflösung der Buttenheimer Kultusgemeinde (1892) genutzt. Die leerstehende Synagoge wurde im [ahr 1937 an den Brauereibesitzer Modschiedler verkauft.

Das Gebäude, das völlig umgebaut und mit einem Satteldach versehen wurde, dient seitdem landwirtschaftlichen Zwecken. Die beim Verkauf noch vorhandenen Teile der Innenausstattung wurden in die Bamberger Synagoge gebracht. Sie wurden beim Brand der Bamberger Synagoge (9.1 10 . November 1939) zerstört.

An der Flurgrenze nach Seigendorflegte die Buttenheimer Kultusgemeinde im [ahr 1819 einen eigenen Friedhof an. Vorher hatten die Buttenheimer Juden ihreToten auf dem Friedhof in Zeckern bei Adelsdorf begraben.

Auf dem Buttenheimer Judenfriedhof sind heute noch das Tahara-Haus und 280 Grabsteine vorhanden.

19 Geburtshaus Levi Strauss

Das Geburtshaus von Levi Strauss, dem 'Erfinder' der Blue Jeans (Aufnahme aus der Zeit um 1900).

Everyone knows his first name: Levi Strauss, der 'Erfinder' der Blue Jeans, hat als bayerischer Auswanderer in Amerika Karriere gemacht. Aus kleinsten Anfängen heraus brachte er es in der Neuen Welt zum Multimillionär und wurde zu einer der legendären Symbolfiguren des' american dream'. Lange Zeit war in Vergessenheit geraten, in welchem Ort in Bayern Levi Strauss geboren wurde. Nachdem frühere Abhandlungen die Herkunft des im [ahr 1829 geborenen 'Erfinders' der Blue Jeans in der Umgebung von Bad Windsheim vermutet hatten, steht seit 1984 fest, daß Levi Strauss aus Buttenheim stammt.

Sein Geburtshaus in der heutigen Marktstraße 33 (frühere Bezeichnung: Haus Nr. 83) ist mit folgendem Text in der Denkmalliste eingetragen: 'Zweigeschossiges Wohnhaus mit Satteldach, Fachwerk verputzt, 1. Hälfte 19. Jahrhundert.' Genauere Untersuchungen in jüngster Zeit haben ergeben, daß das Gebäude im Kern wesentlich älter ist und um das [ahr 1687 als eingeschossiges Bauernhaus errichtet wurde. Im 18. Jahrhundert wurde das Haus aufgestockt.

Das Geburtshaus von Levi Strauss, das sich in einem sehr schlechten baulichen Zustand befunden hatte, wird derzeit von Grund auf saniert und soll später als Levi-Strauss-Museum genutzt werden. Neben einer Darstellung des Lebens in der ehemaligen jüdischen Landgemeinde Buttenheim sieht das Museumskonzept vor, das Leben von Levi Strauss und die Geschichte der Blue Jeans umfassend zu dokumentieren.

Den Buttenheimer Einwohnern, die sich auf dem vorliegendem Foto aus der Zeit um die Jahrhundertwende stolz vor ihrem Anwesen in Position gestellt haben, dürfte allerdings nicht bewußt gewesen sein, daß sie das Geburtshaus eines so berühmten Mannes bewohnten.

20 Levi Strauss

Levi (Löb) Strauss (Studioporträt um 1860).

Am 26. Februar 1829 kam Löb Strauss als Sohn des Buttenheimer Juden Hirsch Strauss zur Welt. Die Familie Strauss bewohnte den oberen Teil des Anwesens Nr. 83.

Hirsch Strauss, der einen Hausiererhandel mit Schnittwaren in Buttenheim betrieb, starb im [ahr 1846. Ein [ahr später wanderte seine Witwe Rebecca Strauss zusammen mit ihren Kindern Löb und Vögela (= Fanny) und ihrer Stieftochter Maila (= Mathilde) über Bremen nach Nordamerika aus. Löb, der sich nach dem Erhalt der amerikanischen Staatsbürgerschaft Levi nannte, hielt sich zunächst in NewYork aufund siedelte irn Iahr 1853 nach San Franzisko über. Sein Schwager David Stern, der Ehemann von Fanny, hatte im [ahr 1850 in dieser seit dem Goldrausch boomenden Stadt einen Kurzwarenladen gegründet. Levi stieg ebenfalls in das Textilgeschäft mit ein.

Die Firma 'Levi Strauss & Co.' ist heute der größte Bekleidungshersteller überhaupt und zählt zu den bekanntesten Unternehmen der Welt.

Levi Strauss hatte bald nach seiner Ankunft in San Franzisko strapazierfähige Arbeitshosen für den Bedarf der Goldgräber anfertigen lassen. Die Hosen waren aus braunem Zeltstoff und wurden ständig den Bedürfnissen der Kundschaft angepaßt. Den braunen Planenstoff ersetzte Levi Strauss mit

der Zeit durch ein robustes blaues Baumwollgewebe, das in der sogenannten Serge- Webtechnik in der französischen Stadt Nîmes entwiekelt worden war. Aus diesem 'Serge de Nîmes' leitete sich das Wort 'Denim' ab, die heutige Bezeichnung für den Jeansstoff.

Seeleute aus Genua, die mit Vorliebe Hosen aus robustem Baumwollstoff trugen, verhalfen der Hose ursprünglich zu ihrem Namen: Jeans kommt von ' genoese' .

Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Jeans war das [ahr 1873. Die Idee des jüdischen Schneiders Jakob W Davis, Hosentaschen an den Ecken durch Kupfernieten vor dem Einreißen zu schützen, war patentiert worden. Levi Strauss kaufte das Patent und brachte Jeans mit Nieten auf den Markt.

Als Levi Strauss am 26. September 1902 starb, war die Jeans immer noch das, was sie ursprünglich sein sollte: eine robuste Arbeitshose. Sechzig [ahre später waren die Jeans Symbol einer neuen Lebensanschauung. In Blue Jeans lehnte sich eine ganze Generation gegen Konformismus und althergebrachte Werte auf. Heutzutage haben sich die Jeans zu einem Unisex-Kleidungsstück entwickelt, das von allen Altersklassen zu fast allen Gelegenheiten getragen wird.

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