Calbe an der Saale in alten Ansichten Band 1

Calbe an der Saale in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hanns Schwachenwalde
Gemeente
:   Calbe an der Saale
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5172-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Calbe an der Saale in alten Ansichten Band 1'

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9. Der Kaufmann Hugo Steiner baute etwa 1925 das von ihm vom Bäckermeister Perl gekaufte Haus zum modernsten Bekleidungshaus der Stadt um. Die Steiners waren Juden und haben sich für die Stadt verdient gemacht. Vorbildlich wurde in ihrem Geschäft auf die Wünsche der Kunden eingegangen, gleichgültig, wer in das Geschäft kam. Weniger Bemittelten wurden zum Teil erhebliche Preisnachlässe gewährt. In der Pogromnacht am 9. November 1938 wurden den Steiners sämtliche Fensterscheiben und die gesamte Inneneinrichtung zerschlagen. Martin Steiner, der damalige Besitzer des Geschäfts, wurde von Nazis an einen unbekannten Ort abtransportiert. Von ihm hat man nie wieder etwasgehört.

10. Kommt man vom Markt zur Schloßstraße, fällt der Bliek auf das Postamt. Davor sieht man einen Pferdeomnibus, der noch zu Anfang des Jahrhunderts die Reisenden zum Bahnhof Grizehne (heute CalbeOst) brachte bzw. von dort holte. Immerhin sind bis dahin 4 Kilometer zurückzulegen. In der Bildmitte ist die tiefstgelegene Stelle im Stadtgebiet zu sehen. Bis hierhin stiegen noch bis in neuere Zeit die Hochwässer der Saale. Dann stand auch der ganze Mühlenhof', zu dem es rechts abgeht, unter Wasser. Eine Plage für die Anlieger wurden in den zwanziger und dreißiger Jahren auch Massen von Wollhandkrabben, die von der Saale und vom Mühlenhof her in das Stadtgebiet krochen. Mit dem Haus Nr. 1, rechts, beginnt hier die Schloßstraße.

11. Auch der Anfang der Schloßstraße war hochwassergefährdet, wie die Treppenstufen beim Kaufmann Beyse beweisen. Sie führt in Richtung des einstigen, ursprünglich außerhalb der Stadt liegenden Schlosses von Calbe, das in den Jahren 1314 und-1363 erbaut wurde. An der Anschlagsäule vor der Post waren die Bekanntmachungen des Magistrats angebracht. Fast täglich spazierten die Rentner und andere Interessierte hierher, um zu sehen, ob es 'was Neues' gab. Aufgebote und Polizeiangelegenheiten fanden besonderes Interesse!

Post und (irche

12. Das 'Kaiserliche Postamt', modern und einer Kreisstadt würdig, auch mit Telefon- und Telegrafenstation versehen, war im Jahre 1888 vom Baumeister Förster erbaut worden. Über dem Eingang befand sich eine Uhr, nach der sich der jeweilige Postillion zu richten batte, wenn er mit seiner Postkutsche von Calbe abfuhr. In der Post links befand sich ein Aufenthaltsraum für die Reisenden. für den Fall, daß sich die Postkutsche verspätete. An den Postschaltern verkaufte man damals Briefmarken zu 5 Pfennigen für Ortsbriefe, zu 10 Pfennigen für Fernbriefe. Fernpostkarten kosteten 5 Pfennige. Im oberen Stockwerk befanden sich die Wohnungen für die Leiter des Postamtes. Von dem auf dem Dach befindlichen Turm gingen die Telefonleitungen zu den einzelnen Telefonkunden ab.

13. Der Bauernhof Schloßstraße 11, zuletzt im Besitz der Familie Bernau, war einer der letzten gut erhaltenen alten Bauernhöfe mit einem Taubenturm. Links befanden sich die Ställe mit darüberliegenden Kammern, die man über eine Treppe und den Galeriegang (nach außen offen) erreichte. Das Wohnhaus, vorn direkt an der Straße, ist auf dem Bild nicht sichtbar. Die Scheunen und Ställe sind heute nicht mehr vorhanden, weil sie vor etlichen Jahren wegen Baufälligkeit abgerissen werden mußten.

14. Direkt gegenüber finden wir das Café Pflugmacher, als es noch nicht aufgestockt und umgebaut war. Es war wohl das am meisten aufgesuchte Café der Stadt, besonders auch von der Landkundschaft, die nach ihren Einkäufen in der Stadt hier einkehrte. Zur Beliebtheit des Cafés trug auch die Originalität von 'Täve' Pflugmacher bei, dem man etliche Kuriositäten nachsagt. In seinem Haus wohnten damals auch der in Calbe bekannte Tierarzt Georg Wüstefeld und der Schneidermeister OHo Fischer.

15. Im Haus Schloßstraße 28 hatte das 'Omnibus-Luxus- und Reisefuhrgeschäft' von Wilhelm Jäger sein Domizil. Nach kleinen Anfängen besaß er mehrere Pferde-Omnibusse, mit denen er den Reisenden die Verbindung zwischen der Stadt Calbe und dem Bahnhof Grizehne (heute Calbe/SaaleOst) ermöglichte. Gefahren wurde mit verschiedenen Fahrzeugen: mit einem rundum geschlossenen Wagen, mit einem doppelstöckigen Wagen, bei dem die Plätze auf dem oberen Plafond billiger waren (wegen der Wetterabhängigkeit) und der halbgeschlossenen Kutsche. Je nach Geschmack und Geldbeutel suchten sich die Fahrgäste 'ihren' Wagen aus. Heute gehört das Haus zur Getränkefabrik Duphorn und Franke.

16. Das Schloß in Calbe in seinem letzten Zustand, bevor es bei den Kriegsereignissen des Zweiten Weltkrieges am 13. April 1945 ein Raub der Flammen wurde. Die ersten Baulichkeiten eines Schlosses entstanden hier schon in den Jahren 1314 und 1363. Nach und nach erfolgten Erweiterungsbauten mit Türmen und Erkern, die um 1700 aber wieder abgetragen wurden. Über Jahrhunderte war das Schloß in Calbe Sommerresidenz der Erzbischöfe des Erzstiftes Magdeburg. Im rechten Trakt befanden sich die 'Herrschaftlichen Zimmer' und der Sitzungssaal. Links von der Ecke ab war die Schloßkapelle , die ab 1708 von der Reformierten Gemeinde genutzt wurde. Heute befinden sich an dieser Stelle die Turnhalle und der Kinderspielplatz der Schillerschule.

17. Teil des Sitzungssaals des ehemaligen Schlosses in Calbe, in dem über lange Zeit etliche Landtage abgehalten wurden. Hier erschienen die Vertreter des Adels, der Geistlichkeit und der Städte des Erzbistums bzw. später des Herzogtums Magdeburg. Der wohl berühmteste Landtag war 1541, auf dem der Erzbischof und Kardinal AIbrecht den Landständen des Erzbistums die evangelische Religion zugestehen mußte. Später wurde das Schloß Amtssitz der für das hiesige Territorium zuständigen Amtmänner, die jeweils auch Pächter des Schlosses sowie der dazugehörigen Baulichkeiten und Äcker waren.

18. Zum Schloß gehörte auch ein großer Wirtschaftshof, die 'Schloßdornänc' , zu der rund 500 Hektar Land gehörten. Das Bild zeigt vorn das Kutscherhaus, in dem die Familien der herrschaftlichen Kutscher wohnten, dahinter das Verwalterhaus mit Wohnung und 'Comptoir'. Die beiden Pfeiler mit den aufgesetzten preußischen Adlern als Statussymbole der preußischen Domäne begrenzten die Haupteinfahrt zur Schloßdomäne. Im angrenzenden großen Stall standen bis zu 200 Mastochsen, die als gute Einnahmequelle galten.

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