Calbe an der Saale in alten Ansichten Band 1

Calbe an der Saale in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hanns Schwachenwalde
Gemeente
:   Calbe an der Saale
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5172-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Calbe an der Saale in alten Ansichten Band 1'

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29. Die Städtische Knabenvolksschule wurde 1856 eingeweiht. Ihr Bau war notwendig geworden, weil seinerzeit empfindliche Schulraumnot bestand. Schon wenige Jahrzehnte später wurde das Problem der fehlenden Schulräumlichkeiten wieder akut. Man errichtete das im Hintergrund befindliche rote Backsteingebäude, das als Mädchenschule eine selbständige Schuleinrichtung wurde. Wie viele tausend Schulanfänger mögen hier wohl ihren ersten Schultag erlebt haben??

30. Das königlich preußische Landratsamt in der damaligen Poststraße wurde um 1880 erbaut. Es war der Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Calbe/Saale, der von 1815 bis 1952 bestand. In den oberen Räumen des Mittelbaus mit dem Turm war die Wohnung des Landrates.

31. Vom Kirchplatz konnte man durch den 'Schling' (ein überbauter Durchgang, rechts im Bild) die Schloßstraße erreichen. In diesem Haus befanden sich um 1910 das Uh ren- und Schmuckgeschäft von Ludwig Stephan und die Tabak- und Cigarrenhandlung von Reinhold Böhme. Die Stephans verlegten ihr Geschäft später zum Marktplatz. Nach dem Umbau dieser zwei kleinen Geschäfte zu einem größeren betrieb hier Luise Frohwein später ein Mode- und Putzwarengeschäft als 'Erstes Spezialgeschäft am Platze', Nach dem notwendig gewordenen Abriß dieses Hauses entstand hier eine Freifläche mit Grünanlagen.

32. Das seinerzeit älteste Haus in Calbe war das Tuchmacherhaus Tuchmacherstraße 48. In diesem Haus arbeitete noch vor rund 150 Jahren ein Tuchmachermeister mit seinem Gesellen an einem Webstuhl. Hier wie auch anderswo in Preußen betrieb man das 'zweymännische Tuchmacher-Handwerck'. Calbe an der Saale war dank der preußischen Gewerbepolitik zu einer der wichtigsten Tuchmacherstädte des Landes geworden. Zwischen 1750 und 1800 arbeiteten hier über 120 Tuchmachermeister, bei denen noch weitere 300 bis 400 Gesellen, Jungen und Wollspinner in Lohn und Brot standen. Dieses Tuchmacherhaus war im vorigen Jahrhundert einige Jahrzehnte Kinderbewahrungsanstalt. Danach war es Wohnhaus, und nach dem Zweiten Weltkrieg war es für einige Jahre eine Heimatstube, bevor es wegen Baufälligkeit abgerissen werden mußte.

33. Eine der ältesten Tuchmacherfamilien in Calbe war die Familie Nicolai. Ihr Vorfahr begann 1733 hier als Tuchmachermeister. Seine Nachkommen entwiekelten sich zu Fabrikanten, die schon frühzeitig mit modernen Maschinen arbeiteten. Das Bild zeigt die Tuchfabrik vou Nicolais aus dem Jahre 1880. Als 1882 das Dachgeschoß ausbrannte, wurden die Beschäftigten mit Arbeiten zur Verschönerung zwischen Fischerei und Fährweg betraut (damals entstand der 'Verschönerungsweg'). Auch bei anderen Gelegenheiten bewiesen die Nicolais eine vorbildliche soziale Einstellung. Als einzige Fabrik, inzwischen auf die Produktion von Wolldecken spezialisiert, überstand sie die Inflations- und Kriegszeiten. In der Zeit der sozialistischen DDR wurde die Familie Nicolai nach vielen Drangsalierungen enteignet. Erst 1990 wurde die Wolldeckenproduktion eingestellt.

34. In der Neustadt wurden die ersten Häuser von Bewohnern des ehemaligen Dorfes Baalberge. das einst weiter südlich von Calbe lag, schon ab etwa 1400 aufgebaut. Alle links stehenden Anwesen grenzten hinten direkt an die Stadtmauer. Die Straße war einst der Stadtgraben, und die rechten Häuser wurden später hinten durch eine zweite Stadtmauer geschützt. Der einzige Durchgang nach außen, vorn im Bild rechts, wurde später das 'Schweinetor' genannt. Der Gasthof 'Zum Schwarzen Bär' war eine der vor 100 Jahren in Calbe existierenden siebzig Gastwirtschaften, deren Besitzer aber oft noch einer anderen Beschäftigung nachgingen.

35. Das Schweinetor, von hinten gesehen, zeigt deutlich die Enge des einstigen Stadttores. Von der 'Breite' im Hintergrund gelangte man durch dieses Tor auf den 'Schweinemarkt' , der offiziell eigentlich Neuer Markt heißt. Da auf ihm aber seit Jahrzehnten (bis etwa 1940) der Calbenser Schweinemarkt stattfand, mit ansehnlichen Umsätzen an Läufern und Ferkeln, hatte sich der Name Schweinemarkt eingebürgert und in dessen Folge auch der Name Schweinetor. Rechts im Bild sieht man den kleinsten Garten von Calbe, der auch heute noch existiert. Der Überbau des Schweinetors ist vor vielen Jahren abgerissen worden.

36. Die Bernburger Straße mit Bliek zum Markt stellte sich um 1925 so dar. Wie überall auf den Straßen der Stadt war auch hier die Straße der beliebteste Spielplatz für die Kinder. Links am Haus sieht man eine der Gaslatemen. die in Calbe seit 1880 an den verschiedensten Stellen angebracht waren. Laut 'Brennkalender' des Magistrates von 1880 wurden sie in Nächten mit Vollmond aus Sparsamkeitsgründen nieht angezündet! Friseur Schönduve betrieb sein Geschäft noeh bis etwa 1939. In dem dahinter stehenden alten Kaufmannshaus betrieb Engelbert Classen sein Fischgesehäft.

37. In Höhe der Saalemauer weitet sich die Bernburger Straße wieder. Im Vordergrund begann die Bernburger Vorstadt, die im Jahre der Vereinigung mit der Stadt CaIbe (1899) immerhin 2 500 Einwohner hatte. Das große Eckhaus beherbergte unten das 'Café Hohenzollern'. Diesen Prachtbau ließ sich um die Jahrhundertwende eine Calbenserin erbauen, die vorher etliche Jahre in Magdeburg als Wahrsagerin tätig war! Davor links befand sich eine Grünanlage mit Springbrunnen, in dessen Mitte die Figur eines Storehes das Wasser nach oben spritzte. Wegen dieses Storehes wurde die Anlage 'Storchplatz' genannt.

38. Erstmals wurde 1650 'zum Nutzen der Reisenden' in der Bernburger Vorstadt ein Gasthof eingerichtet. Der Gasthof 'Zum Deutschen Kaiser' beherbergte neben anderen oft auch die Fernhändler, die auf ihren Wegen über Land hier Station machten. Nachdem der Gasthof seit 1878 auch einen Saal besaß, stieg seine Bedeutung für das gesellige Leben in Calbe. Von 1904 bis 1934 war Emil Krebs Inhaber der Gaststätte. Entsprechend der Brauereilosung 'Trinkt die guten Niemann-Biere' wurde in diesem Gasthof Bier aus Staßfurt ausgeschenkt. Seit 1936 heißt er 'Roland-Gaststätte'.

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