Calbe an der Saale in alten Ansichten Band 3

Calbe an der Saale in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Hanns Schwachenwalde
Gemeente
:  
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6617-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Calbe an der Saale in alten Ansichten Band 3'

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61 Noch bis in die Iahre nach dem Zweiten Weltkrieg führte Richard Marschall auf dem Druschplatz am Hänsgenhoch den

Lohndrusch für die Kleinbauern und privaten Ackerbesitzer aus. Auch andere Bauern, die keine Möglichkeit zum Einlagern

der Getreidegarben hatten, ließen hier das direkt vom Feld geholte trockene (!) Getreide dreschen. Bis spät in die Nacht hörte man das

Bubbern des 'Lanz-Bulldog', der sich hier als verläßliche Antriebsmaschine für den 'Dreschkasten' erwies.

62 Neben Zwiebeln und Gurken baute man in Calbe nach dem Ersten Weltkrieg alsbald in großen Mengen Karotten, Frühkartoffeln, Sellerie, Rote Beete, grüne Erbsen, grüne Bohnen, Mohrrüben und verschiedene Kohlsorten an.

Da an Gemüse gut verdient wurde, verlegten sich viele Bauern auf den Gemüseanbau, wodurch es bald zu Überangeboten und Preisverfall kam. In dieser Zeit (1928) wurde am Bahnhof Calbe- West die 'Versteigerungshalle' gebaut. Hier hinein mußte jederWagen mit dem geernteten Gemüse zur Begutachtung durch die Großhändler. Je nach Qualität wurde dann der Abkaufpreis festgelegt. Erst danach konnten die Bauern das Gemüse in Waggons verladen.

63 Preislich gut kamen die Calbenser Bauern mit demAnbau von Zuckerrüben zurecht. Mit der 1923 erbauten Zuckerfabrik in

der Nienburger Straße konnte j eder Bauer schon im Frühjahr bestimmte Abnahrnemengen an Zuckerrüben vereinbaren, womit

ihnen später gesicherte Einnahmen gewährleistet wurden. Wer im Herbst mit seinen Zuckerrüben auf den Hof der Zuckerfa-

brik kam, mußte mit dem Wagen über die Waage, zuerst beladen und nach der Entladung leer.

64 Zuckerrüben für die Zuckerfabrik gelangten von Beladungsstellen an Saale und Elbe auch mit Kähnen nach Calbe. An der hiesigen Entladestelle stand der 'Rübenbunker' mit einem Kran vermittels dem die Rüben aus dem Kahn geholt wurden. Der jeweils gefüllte Eimer wurde oben über dem Holzkasten ausgeschüttet. Von dort rutschten die Zuckerrüben durch eine Rille in eine davorstehende Seilbahnlore, die nach Füllung für die nächste Platz machte und dann in Richtung Zuckerfabrik abfuhr.

65 Manche Calbenser betätigten sich früher in den Wintermonaten als 'Zigarrenmacher' , die in eigener Regie oder in Lohnarbeit tätig waren. Die bedeutendste Zigarrenfabrik in Calbe war die van Gottlob Nathusius in der Ritterstraße 2, wo eine ganze Reihe von Lohnarbeiterinnen beschäftigt war. Verschiedene Zigarrenmacher blieben aber selbständig, wie August Engier in der Schloßstraße. Neben eigenen Produkten verkaufte er auch Zigarren großer Firmen. Er hatte offenbar den Spezialvertrieb der Zigarrensorte 'Iasrnatzi' .

66 Wie andernorts auch wohnten in den zwanziger Iahren in Calbe viele Familien in Wohnküchen, in denen alle Gerätschaften zum Koehen und für den Haushalt in Küchenschränken, in Regalen und an Haken untergebracht waren. Für die Hausfrau alles greifbar nahe! Typisch war der damals übliche Waschschüsselständer mit der Wasserkanne (rechts). Auch das Waschbrett (daneben) war damals noch in Gebrauch. Auf ihm wurde die Wäsche mit Seifenschaum sauber ' gerubbelt' . Die drei Suppenterrinen zeigen an, daß damals viel mehr Suppen gegessen wurden.

67 Noch nach dem Ersten Weltkrieg erschienen in Calbe solche Kaufmannswagen anläßlich von Jahrmärkten. Hier ein solcher, der nach seiner Entladung auf einem Gasthof mit 'Ausspann' abgestellt war. Ähnliche Wagen, die sogenannten 'Leiterwagen' , brachten Leitern aller Größen nach Calbe. Verkaufsflächen waren auf dem ehemaligen 'Alten Markt' zwischen Post und Badergasse.

68 Waren die Hufeisen der pferde der Fernkaufleute oder der ansässigen Bau-

ern abgenutzt oder locker, erhielten die pferde neue Hufeisen. Hier wird gerade

das neue Hufeisen dem pferdehuf angepaßt.

69 Als sich auch in Calbe die Benutzung von Autos ausweitete, entstanden die ersten Autoreparaturwerkstätten, denn die damali-

gen Autos wurden noch oft von Pannen heimgesucht. Hier in der 'Schlosserei und Autoreparaturwerk statt' von Ernst Assmann in

der Bernburger Straße 15 mit dem Eingang rechts war immer etwas zu tun. Vor seinem Wohnhaus hatte er bereits eine Ben-

zinzapfsäule, an der nach Meldung im Büro jeder Autofahrer tanken konnte.

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70 Eine richtige große 'Tankstelle' entstand 1938 am Friedensplatz.

Hier konnte an den beiden Zapfsäulen Benzin der

Firmen 'BV-Aral' und 'Standard' getankt werden. Auch verschiedene Ölsorten waren im Angebot. Bemerkenswert und oft von Zu-

schauern beobachtet war die Hebebühne, mit der die Autos hydraulisch nach oben befördert wurden, wenn das untere Chassis

gesäubert, abgespritzt oder mit einem Ölfilm versehen werden sollte. Tankstellenwart war über viele Iahre Herr Roßberg.

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