Cham in alten Ansichten Band 2

Cham in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hermann Steiner
Gemeente
:   Cham
Provincie
:   Zug
Land
:   Schweiz
ISBN13
:   978-90-288-6642-3
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Cham in alten Ansichten Band 2'

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11 Gasthans 'Zum Engel'

Dieses Bild zeigt das Gasthaus 'Zum Engel', das im jahre 1755 erbaut wurde und um 1900 von einem aus Eichenbühl stammenden Metzger Karl Horn und dessen Ehefrau Maria geborene Berberich, aus Schneeberg stammend, gekauft wurde. Dieses Ehepaar hatte fünf Söhne, wovon der älteste im [ahre 1904 geboren wurde.

Das Gasthaus hatte eine Kegelbahn, ein Brauhaus, einen Weinkeller und etliche Fremdenzimmer, die auch oft von Schiffern, die mit ihren Schiffen am Mainufer anlegten, benutzt wurden. Im Vordergrund des Bildes kann man auch ganz deutlich die 'Maolaggao' erkennen, die es an dieser Stelle heute nicht mehr gibt. Heute ist dort eine Wiese, auf der im Sommer, wenn Feste gefeiert werden, ein Festzelt steht.

Im 'Engel' wurde oft gekeltert und geschlachtet. Im oberen Teil des Hauses befand sich ein Tanzsaal, den die Leute aus Großwallstadt und Umgebung gerne besuchten. Küche und Wirtschaft waren unterkellert. Früher wurden die am Main ansässigen Großwallstädter sehr häufig vom Hochwasser überrascht und das Gasthaus 'Zum Engel' wurde jedesmal arg in Mitleidenschaft gezogen - der Keller stand immer unter Wasser. Es ist überliefert, daß in den [ahren 1909 und 192 9 bei Hochwasser das Wasser in der Küche bis zur Tûrklinke stand. Notgedrungen fuhr man mit dem Kahn von einem Zimmer ins andere.

Von der Küche aus ging einlanger Gang zum Viehstall und zur Scheune.

Darunter befand sich ein tiefer Eiskeller, der nachträglich eingebaut worden war. Das tägliche frische Wasser wurde vom eigenen Brunnen geholt.

Während des Krieges mußte die Wirtin die viele Arbeit ganz alleine bewältigen, da ihr Mann sieben Iahre lang gelähmt ans Bett gefesselt war und die fünf Söhne im Krieg waren. Zwei der Söhne sind in diesem Krieg 'für ihrVaterland' gefallen.

Nach dem Krieg übernahm der zweite Sohn Willi Horn mit seiner Frau das Gasthaus, das dann auch alsVereinsheim für den 1925 gegründeten Schachclub diente.

Während des Zweiten Weltkrieges waren zwanzig Franzosen und zwei deutsche Wachsoldaten im Tanzsaal untergebracht. Tagsüber arbeiteten die Franzosen bei Großwallstädter Bauern auf dem Feld, wo sie gute Arbeit für die eingezogenen deutschen Männer leisteten. Als 1945 die Amerikaner nach Großwallstadt kamen, flüchteten die Franzosen.

Im [ahre 1951, als sich kein Nachfolger fand, wurde der Betrieb des Gasthauses aufgegeben. Das denkmalgeschützte Bauwerk steht heute noch, ist jedoch sehr marode und vom Verfall bedroht.

12 Gasthans 'Zum Adler'

Mitten im Ortskern von Großwallstadt steht das Gasthaus 'Zum Adler'. Es wurde 1596 gebaut. Die damaligen Besitzer hießen Fischer und Adrian.

Im Erdgeschoß befand sich die Gaststätte, im ersten Stock war derTanzsaal und im zweiten Stock fand man die Schlafräume. Bevor der Tanzsaal eingerichtet wurde befand sich im ersten Stock auch die der Familie Adrian gehörende Schreinerei.

Auf dem Bild ist links ein Anbau in der Schmalzgasse zu sehen, von dem aus man bis zum Gäßchen (Hauptstraße) durchgehen konnte. Auf dem Bild rechts neben der Zapfsäule befindet sich dieses Gäßchen, das auf dem Bild nicht zu sehen ist. Da auch

die Betreiber der Gaststätte Landwirtschaft hatten, befanden sich hinter dem Gasthaus eine Scheune und ein Stall, die nur mittels des Gäßchens von der Hauptstraße aus zu erreichen waren. Auch der Landwirt und Bäcker [ohann Giegerich, dem das Haus in der Hauptstraße, vor dem die Zapfsäule steht, gehörte, nutzte dieses Gäßchen. Von der Schmalzgasse aus war das Gäßchen nicht begehbar.

In dem Anbau hatte in späteren [ahren dann die Familie Vogel ein Omnibusunternehmen. Die Zapfsäule auf der rechten Seite gehörte dazu.

In die Erde waren Benzintanks eingegraben, darüber befand sich die Zapfsäule.

Heute befmdet sich in diesemAnbau die Firma Getränke-Markert.

Das Haus rechts des Landwirtes Giegerich wurde auch verkauft. Heute befindet sich dort 'Geschenk-Ideen' - Fecher.

Im [ahre 1928 kaufte JosefHartlaub das Gasthaus 'Zum Adler' und eröffnete daneben eine Bäckerei. Man kann es auf diesem Bild gut sehen. 'Dä Adelwädd' und 'die Meta' waren und sind bis heute ein Begriff, obwohl sie heute nicht mehr leben. Doch der 'Adler' ist noch im Familienbesitz der Hartlaubs.

An dem wunderschönen Erker war früher die Straßenbeleuchtung in Form einer Petroleumlampe, die abends angezündet und morgens gelöscht wurde, angebracht.

Das Gasthaus 'Zum Adler' warVereinsheim des Männergesangvereins und des Handballvereins TVG. In den fünfziger Iahren wurde das Fachwerk freigelegt.

Heute noch ist das schöne Fachwerkhaus Motiv vieler Fotografen.

13 Gasthans 'Zum Ochsen'

Auch hier ist ein uraltes Gasthaus zu sehen. Das Gasthaus 'Zum Ochsen' wurde 1595 in altdeutschem Stil erbaut. Im [ahre 1628 wurde dem damaligen Besitzer J. Weigand die Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft erteilt.

In diesem schönen alten Haus führt eine Wendeltreppe vom Erdgeschoß in die oberen Stockwerke sowie auch eine Eisentreppe, die sich im Anbau befindet.

Auf diesem Foto steht vor demAnbau der Brunnen. Neben dem Anbau befindet sich die Scheune, die auf dem Bild ein kleines Stück zu erkennen ist.

Früher machte der von pferden gezogene Postwagen, von Seligenstadt kommend und unterwegs nach Obernburg, in Großwallstadt im Gasthaus 'Zum Ochseri' Rast. Die Pferde wurden dort gewechselt und konnten bis zum Rückweg in der Scheune mit Wasser und Futter untergestellt werden. Im jahre 1899 erhielt Großwallstadt erst eine eigene Postagentur. Bis dahin wurde die Post im Ochsen ausgegeben.

Von 1916 bis 1919 war auch eine Schulstelle dort untergebracht. Auch ein Metzger wohnte einmal dort, der, wenn er geschlachtet hatte, eine Wurst an das eine Ende einer Stange band und diese zum Fenster hinaushing. Kamen die Kunden vorbei und sahen die Stange, wußten sie, sie konnten einkaufen, sahen sie keine Stange, hatte der Metzger noch nichts zu verkanfen. DerTanzsaal, der früher im Ochsen war, wurde auch zu Theater-

aufführungen genutzt. Heute nennt sich die Gaststätte 'Landgasthof zum Ochsen'.

Sehen Sie sich diesen hübschen Brunnen im Hintergrund des Bildes an! So etwas sieht man heute leider nicht mehr. Früher hatte fast jeder Bauer seinen eigenen Brunnen im Hof oder im Garten. In Großwallstadt gab es sieben Brunnen, und zwar in derWeichgasse (Bild), in derTurmstraße, in der Hauptstraße vor dem Rosenwirt, in der Ankergasse und an der Ecke Frühlingstraße (am Haus des Textilgeschäftes Sam), sowie in Neubaugasse, vor dem alten Haus der Familie Stein, und im Hof des alten Rathauses. Der hier abgebildete Brunnen stand urspriinglich auf der Kreuzung (auf dem Bild ist an dieser Stelle das Senkloch). Da dasVerkehrsaufkommen mit der Zeit stark zun ahm, wurde der Brunnen dahin versetzt, wo man ihn auf diesemBild sehen kann, Ein Kreis in der Dorfmitte, andersfarbig gepflastert, erinnerte noch lange Zeit an ihn. Heute ist die Straße geteert.

14 Gasthans 'Zum Grünen Baum' und 'Mainfähre'

Auf dieser Karte sehen wir das 1753 erbaute Gasthaus 'Zum Grünen Bauru' und die Mainfähre, Besitzer des Gasthauses - ein stattliches Anwesen als landwirtschaftlicher und gastronomischer Betrieb - war Iohann Anton Markert.

Hinter der Gaststätte in der Scheune befand sich die einzige Schnaps-Brennerei, für die man ein Brennrecht erwerben mußte und in der zum Beispiel die eigenen Zwetschgen zu Zwetschgenschnaps gebrannt wurden.

Im Hofbefand sich die älteste Kelterei Großwallstadts, zu der sämtliche Bauern ihre Äpfel brachten, um sie zu Apfelsaft und Apfelwein zu keltern.

[ohann Anton Markerts Sohn Edmund übernahm später den Gastbetrieb. Der Tanzsaal wurde besonders gerne an Käbb (Kirchweih) benutzt. Später übernahm dessen Sohn lulius den Hofund irn Iahre 1965 wurde das Brennrecht verkauft und das gesamteAnwesen aufgegeben. Heute ist das einst so stolzeAnwesen verkauft und dient ausschließlich Wohnzwecken. Die Käufer haben jedoch den alten Stil des Wohnens beibehalten und sich mit der Renovierung des Hauses sehr viel Mühe gegeben.

Die lange Geschichte der Mainfähre würde hier den Rahmen sprengen. Es sei nur angemerkt, daß seit 1624 ein regelmäßiger Fährbetrieb bestand. Eine 'Zwerchfähre' wurde für den Güter-

verkehr eingesetzt und der 'Nacheri' für den Personenverkehr. 1873 nahm dann eine 'fliegende Fähre' den Betrieb auf, die dann im Iahre 1926 durch eine 'Hochseilfähre' ersetzt wurde und deren Eigentümer die Kleinwallstädter Karl Ostheimer und Pius Jakob waren.

Da die Fähre aber zu Großwallstadt gehörte, baute die Gemeinde unterhalb der Schmalzgasse ein Fährhäuschen, denn der Fährmann mußte Tag und Nacht Dienst tun. Rund um die Uhr stand die Fähre auf Großwallstädter Seite zum Einsatz bereit. Im [ahre 1968 wäre eine neue Fähre nötig gewesen, da die alte marode war, doch die Gemeinde scheute die Ausgabe, zumal durch den Autoverkehr die Rentabilität nicht mehr gesichert war. So wurde zum 1. Juli 1968 der Fährbetrieb sehr zum Leidwesen so mancher Bürger eingestellt.

Ga ihaus zum grünen Baum

15 Pährhäuschen

Auf diesem Bild sehen wir das Fährhäuschen (davor steht ein Kahn), das die Gemeinde Großwallstadt unterhalb der Schmalzgasse baute, um dem Fährmann, der auf der Fähre in einem kleinen Häuschen nächtigte, das Leben zu erleichtern. Denn er war mit seiner Fähre ganz wichtig für Großwallstadt, das keinen Arzt und keineApotheke hatte. Beide befanden sich in Kleinwallstadt, so daß der Fährmann so manches Mal nachts wegen eines Kranken Dienst tun mußte, um auf der anderen Mainseite den Arzt zu holen. War mal wieder im Frühjahr oder im Winter Hochwasser angesagt, brachte der Fährmann den Arzt mittels eines Kahns über den Main. Wohnte der Patient direkt am Main, so wurde der Arzt mit dem Kahn direkt vor die Haustüre gefahren. Der Hausarzt operierte auch beim Patienten zu Hause, entfernte einen Blinddarm oder richtete einen Bruch.

Folgende Geschichte wurde mir erzählt:

Der Arzt wurde zu einem Patienten rnit einem Bruch geholt. Die Angehörigen machten Feuer im Herd. Während der Operation ging das Feuer aus, weil man vor lauter Aufregung vergessen hatte, Holz nachzulegen. Der Patient erkältete sich, bekam Husten und bekam einen erneuten Bruch.

Fand eine Operation beim Patienten zu Hause start, wurde das Operationsbesteck auch dort in heißem Wasser ausgekocht, um die Sterilität zu gewährleisten, und sämtliche Gegenstände, die

der Arzt benötigte, wurden mit gewaschenen sauberen Tüchern abgedeckt.

Als später in Obernburg ein Krankenhaus gebaut wurde, nahm der Arzt seine Patienten im eigenen Auto mit nach Obernburg, um sie im dortigen Krankenhaus zu operieren. Denn die Möglichkeiten waren dort auf [edenfall besser als zu Hause auf dem Küchen- oder Wohnzimmertisch.

Seitdem 1968 der Fährbetrieb eingestellt wurde, dient das heute noch stehende Fährhäuschen mit neu eingebauterToilette den Festplatz-Besuchern.

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