Cham in alten Ansichten Band 2

Cham in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hermann Steiner
Gemeente
:   Cham
Provincie
:   Zug
Land
:   Schweiz
ISBN13
:   978-90-288-6642-3
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Cham in alten Ansichten Band 2'

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16 Hochzeitsgesellschaft

Hier sehen wir eine Hochzeitsgesellschaft aus dem Iahre 1928. Die Braut trug ein schwarzes Brautkleid mit einern großen weißen Schleier. Manche Bräute trugen auch weiße Brautkleider, das war ganz unterschiedlich. Der Bräutigam hatte einen schwarzen Zylinder auf dem Kopf, ebenso die Trauzeugen. Wenn sich nach derTrauung die Hochzeitsgesellschaft und auch Schaulustige vor der Kirche versammelten. warfen die Gäste 10- oder auch SO-pfennig-Stücke unter die Kinderschar.

Alle Straßen bin durchwandert, eiligst hin in schnellem Lauf Um was Schönes auszufinden, machte ich die Augen auf

Und ich wollte fast verzagen.

Nicht, weil ich für Dich nichts fand, nein, mein Bräutchen -

weil an jedem Ding ein hoher Preis dranstand.

Meine Kasse ist bescheiden, hab' nur wenig Nickel drin. Um 'ne Kleinigkeit zu kaufen, reichen sie gerade hin.

Das nannte man' die Kinder hemmao'. Der Brauch hat sich nicht bis heute erhalten.

Nach der Kirche wartere immer ein besonders gutes Hochzeitsmahl auf die Gäste, es ging fröhlich und lustig zu und im Laufe des Festes durften die Kinder auch Gedichte vortragen.

Für das nachfolgende Gedicht wurde ein Kind auf einen Stuhl gestellt, bekam einen mit einer Schleife geschmückten Besen in die Hand gedrückt und trug folgendes vor:

Neulich sagte unser Lehrer: 'Reinlichkeit ist eine Zier.' Ah, da dacht' ich,

dieser Besen wäre gerade recht dafür.

Flugs ging ich hinein zum Laden, und den Besen ich erstand.

Und die Dame drinnen sagte: 'Praktisch für den Ehestand!'

Nimm nun hin die kleine Gabe - Bräutchen braucht sie oft im Haus.

Um was Größ'res zu bescheren, reicht mein Taschengeld nicht aus!

17 Käthchen, Anna und Mariechen Kulm

Im jahre 1910, als dieses Foto von A. Kämmer, Inhaber der Firma KGL Bayr. Hofphotograph Samhaber & Kämmer, Atelier für künstlerische Photographie in Aschaffenburg, aufgenommen wurde, haben sich diese drei Damen besonders hergerichtet. Es gab damals Kleidung für werktags und Kleidung für sonntags und besondere Anlässe wie diesen. Sonntags gehörte zur Kleidung immer noch ein Hut.

Das Schicksal dieser drei Großwallstädter Mädchen - von links nach rechts Käthchen, Anna und Mariechen Kuhn - soll hier festgehalten werden:

Von 1870 bis 1894, also 24 Iahre lang, war Michael Kuhn Bûrgermeister in Großwallstadt. Sein Sohn Franz Karl bekam mit seiner Ehefrau Gertrud die auf diesem Foto abgebildeten drei Töchter. Sie hatten in Großwallstadt ein Lebensmittelgeschäft. Käthchen Kuhn wurde im zeitigen Frühjahr von LehrerWarmuth, der auch ein Freund der Familie war, gebeten, ihn zwecks Besorgungen nach Obernburg zu begleiten. Käthchen hatte kurz zuvor eine Grippe gehabt, die noch nicht ganz auskuriert war, bekam durch die Kälte auf dem 5 km langen Fußmarsch eine Hirnhautentzündung und verstarb im jungenAlter von 23 jahren.

Eine Tante aus Amerika hatte unter dem schrecklichen Schicksal zu leiden, Ehemann und Kinder durch Tod verloren zu haben und fühlte sich einsam und alleine, so daß sie Franz Karl bat,

ihm doch seine Tochter Anna ein Weilchen zum Trost nach Amerika zu schicken. Dort lernte Anna einen Schlesier kennen, den sie mit 20 [ahren zum Mann nahm. Zu Besuch kam sie nach Großwallstadt und wurde von Käthchen und von ihrem Vater herzlichst gebeten, doch hierzubleiben. Doch sie ging zurück in die USA und kam sofort zurück, als sie vom Tode Käthchens und auch vom Tode ihres Vaters hörte und übernahm das Kolonialwarengeschäft. Annas Mann Erwin fiel im Ersten Weltkrieg 1917 in Flandern. Sie starb im Alter von 61 [ahren.

Mariechen heiratete einen Würzburger und verstarb im Alter von 51 [ahren.

18 Karlchen Eppig

Auf diesem Bild sehen wir das kleine Karlchen Eppig, Kind von August Eppig. Von dem kleinen Kerl sind drei Begebenheiten bekannt, die zum Schmunzeln anregen:

Karlchens Mutter war sonntags in die Nachmittagsandacht gegangen. Sie sagte ihrer Mutter, daß sie noch vorhabe, danach zu beichten. Die Oma nahm das Kind an die Hand, um dessen Mutter entgegenzugehen. Da sie jedoch in der Kirche nicht zu sehen war, mußte sie wohl gerade im Beichtstuhl sein und sie teilte ihre Ansicht dem Buben mit, woraufhin er die Tür zum Beichtstuhl aufriß und einfach hineinging. Die beichtende Mutter und der Pfarrer, der gerade die Absolution erteilt hatte, erschraken aufs Heftigste, konnten dem kleinen Buben jedoch nicht böse sein.

Früher war es noch gang und gäbe, daß man seine stumpfen Messer und Scheren dem Scherenschleifer gab, der dann von Kindern umringt auf der Straße seiner Arbeit nachging. Das hartnäckige Karlchen wich ihm nicht von der Seite. Dem Scherenschleifer wurde das mit der Zeit zu dumm und er fauchte den Buben an:

'Geh heim und mach Deiner Mutter ins Nähkörbchenl' Der Bub ging weg, kam aber nach einer gewissen Zeit wieder und legte einen Zettel auf den Schleifstein, auf dem zur verblüffung des Scherenschleifers geschrieben stand: 'Du! Mach aufDein Drehbrett!'

Karlchen war mit seinen Eltern bei Bekarmten zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Er stolperte und fiel dummerweise über deren Teppich. Als ein nächster Besuch angesagt war, meinte Karlchen: 'Tut erst Eure Tischdecke weg!'

19 Einweihung Schule

Am 30. August 193 1 wurde die neu erbaute Schule in der Hauptstraße 3 eingeweiht. Aus diesem Anlaß entstand dieses Bild.

Wir sehen hier den Schulhof Die Schule, die im Hintergrund steht, ist auf diesem Bild nicht zu sehen.

Das Häuschen, vor dem die Kinder Schlange stehen, war das Wiegehäuschen. Zur Feier des Tages bekamen die Kinder jeweils ein Würstchen und einen Weck.

Die Würstchen wurden von dem Fenster des Wiegehäuschens aus verteilt.

Dann ging die Schlange der Kinder weiter zu den Männern mit den drei mit Weck gefüllten Körben. Der erste Mann links war joharm Sam, der damals auch Gemeinderatsmitglied war.

Auf diesem Bild ist die Rückseite des Häuschens zu sehen - der Eingang war auf der Hauptstraße. Vor dem Wiegehäuschen war in den Gehsteig die Holzwaage eingelassen. Diese verlief ebenerdig rnit dem Gehsteig. Die Waage war feststehend. Auf dieser wurde Großvieh gewogen, aber auch Kartoffel- oder Apfelladungen.

Im Häuschen selbst befand sich das Wiege-Schiebe-Gestänge. Kam ein Fuhrwerk angefahren und stellte den Wagen auf die Waage, wurde diese vom Häuschen aus vom Wiegemeister gesteuert. Sie vibrierte dann, Am ehemaligen alten Feuerwehrhaus gibt es heute noch solch eine Waage, die auch noch benutzt wird.

Das hier abgebildete Wiegehäuschen wurde bereits in den sechziger [ahren außer Betrieb gesetzt. Der Kaminkehrer hat es später als Abstellplatz benutzt.

20 Nähsaal im Rathaus

Dieses Bild zeigt den Nähsaal im Rathaus im [ahre 191 7. Zu erkennen ist nur der Leiter joharm Sarn - von links gesehen der Dritte. Vielleicht erkennt der eine oder andere Leser auf diesem Bild noch seinen Großvater.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam die Aschaffenburger Herrenkonfektion fast völlig zum Erliegen. Durch die ungewisse Lage und die Einberufung zum Militärdienst blieb die Nachfrage nach Zivilkleidung aus. Doch sollte die beschäftigungslose Zeit nicht lange dauern, denn mit der allgemeinen Mobilmachung wuchs auch der Bedarf an Uniformen für die Ausstattung des Heeres.

Fast zwei [ahre war die Konfektionsindustrie überwiegend durch Heeresaufträge ausgelastet. Danach setzte auch wieder die Nachfrage nach Zivilkleidung ein. Im [ahre 191 7 wurde dann die Bezugskarte für Kleidung eingeführt. Obwohl viele Heimschneider einberufen waren, trat kein Mangel an Arbeitskräften ein, da in den meisten Fällen deren Ehefrauen die Heimschneiderei alleine weiterführten.

In Großwallstadt richtete 191 7 eine Aschaffenburger Kleiderfabrik eine Produktionsfiliale ein. Dazu wurde der Schulraum im Rathaus geräumt und in einen Nähsaal umfunktioniert. Unterrichtet wurden die Kinder dann in einem Saal im Gasthaus 'Zum Ochsen'.

Im Nähsaal des Rathauses entstanden unter Leitung von [ohann Sam Uniformhosen. Diese Arbeitsstätte bestand nur kurze Zeit, da sie mit Kriegsende geschlossen wurde.

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