Cham in alten Ansichten Band 2

Cham in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hermann Steiner
Gemeente
:   Cham
Provincie
:   Zug
Land
:   Schweiz
ISBN13
:   978-90-288-6642-3
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Cham in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

21 Pferdegespann an der Egge

Schon bei ihrem Eintritt in die Geschichte kannten und übten die Germanen die Dreifelderwirtschaft. War die Winterfrucht eingefahren und waren die Getreidestoppeln gestürzt, so pflanzte man im nächsten Frühjahr Sommerfrucht. Nach der Ernte der Sommerfrucht ließ man das Feld bis zum nächsten Frühjahr brach liegen. Es diente nun alsWeideland und wurde durch das weidende Vieh ausgiebig gedüngt. Im Juni wurde dann das Feld mit dem Pflug umgebrochen, im September mit der Egge behandelt und um Michaeli wieder mit Winterfrucht eingesät. Entsprechend dieser Dreifelderwirtschaft war die Gemarkung auch in drei Fluren eingeteilt. Nämlich in das Ober-, das Mittel- und das Unterfeld.

Die Landwirtschaft wurde zum Ende des 19. [ahrhunderts zum größten Teil nur noch im Nebenerwerb berrieben. bis schließlich in den fünfziger [ahren des 20. jahrhuuderts die ersten motorisiertenAcker- und Erntegeräte auf den Markt kamen. 1953

wurde durch den LandwirtTheo Köhler in Großwallstadt der erste Ackerschlepper eingeführt.

In den darauffolgenden [ahren liefen in Großwallstadt 48 Traktoren der verschiedensten Größen. Zu dem Ackerschlepper kamen die Zusatzgeräte und Maschinen, die heute von der Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken und für eine lebensfähige Landwinschaft unentbehrlich sind (Saat-, Egge- und Erntemaschinen für Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais, zum Hacken und Pflügen).

22 Überschwemmung

Da Großwallstadt direkt am Main liegt und auch ab und zu noch von Hochwasser heimgesucht wird, könnte man bei diesem Bild, das ein StückWeichgasse unterWasser zeigt, glauben, es handle sich um Hochwasser. Doch die Weichgasse befindet sich im Zentrum des Ortes und bis dorthin ist das Hochwasser bisher glücklicherweise nicht gestiegen. Nein, die Überschwemmung entstand nach einem großen Gewitterregen.

Oft war die Weichgasse, die in der Mitte eine leichte Vertiefung hatte, mangels Kanalisation durch Gewitterregen überflutet. Das änderte sich erst im Iahre 1956, als Bruno Köhler den Bürgermeister Konrad Markert ablöste und sich als ein wichtiges Ziel den Bau der Kanalisation vornahm.

Heute sind die Häuser in der Weichgasse alle renoviert, die Straße ist geteert und das Dorf von anno dazumal gibt es so nicht mehr. Auch eine so enorme Überschwemmung gab es nicht mehr. Großwallstadt ist modern geworden und hat den Charakter einer hübschen Kleinstadt.

23 "Iante-Emma-Laden'

In Großwallstadt gab es früher sechs "Iante-Bmrna-Läden'. Einer davon befand sich in dem hier abgebildeten Haus im Erdgeschoß. An der Ladentür dieses Kolonialwarengeschäftes war eine Glocke angebracht, die dem Geschäftsmann den Ein- und Ausgang der Kunden anzeigte.

Eine Wand beherbergte ein großes Regal mit Schubkästen, die unter anderem mit Mehl, Reis, Grieß, Salz und Zucker gefüllt waren. Die Leute konnten ein halbes pfund Salz kaufen, das extra für sie abgewogen und in Tüten verpackt wurde. Fûr Kinder gab es aus einem großen Bonbonglas, das auf der Theke stand, Bonbons für 10 Pfennige pro Tüte.

Man wurde auch nicht schief angesehen, wenn man nur einen einzigen Hering kaufte. Sauerkraut und Senf gab es in Gefäßen, die die gewünschten Mengen hergaben. Eines dieser Senfgefäße steht noch in unserem Heimatmuseum.

Das Ladenschlußgesetz wurde damals noch nicht so ernst genommen wie heute. Fiel einem Kunden gegen Abend oder sogar am Wochenende noch ein, was er vvichtiges vergessen hatte zu kaufen, so konnte er sogar zu später Stunde noch ans Fenster klopfen. um eventuell Schuhcreme zu kaufen, damit er am Sonntag nicht rnit ungeputzten Schuhen in der Kirche erscheinen mußte. Fuhr der Bauer aufs Feld, so hielt er mit seinem Kuhgespann vor dem Laden, um seinen Schnupftabak zu kaufen.

Es ging damals alles noch langsam und gemütlich zu. Die Menschen haben ganz sicher nicht weniger gearbeitet als wir heute, doch den negativen Streß, den wir heute kennen, kannten die Menschen der damaligen Zeit glücklicherweise noch nicht. Kein Wunder, wenn alte Menschen sich gerne an 'die gute alte Zeit' erinnern.

24 Milchhäuschen

Ieder ältere Bürger Großwallstadts hat sicher noch das hier abgebildete Milchhäuschen in Erinnerung. Es war Eigentum der Familie [ohann Hartlaub, die es früher als Wohnhaus benutzte. Nachdem sie in ihr neues größeres Haus umgezogen waren, vermieteten sie das Milchhäuschen an Ludwig Suffel, der zusammen mit seiner Frau eine Heimschneiderei betrieb.

In den dreißiger [ahren zog die Familie Suffel aus. Dann wurde im Milchhäuschen eine van Alma und Linus Hartlaub, dem Sohn von [ohann Hartlaub, betriebene Mikhannahrnestelle eingerichtet.

Damals gab es noch etliche kleine bäuerliche Betriebe. Die Bauern brachten morgens und abends ihre Milch zum Milchhäusehen. Die Molkereigenossenschaft Schaafheim holte sämtliche Milch morgens und abends ab.

Während des Krieges konnten Großwallstadts Einwohner ihre frische Milch dort mittags auch kaufen und mußten lange Warteschlangen in Kauf nehmen, während nach dem Krieg die Milch wieder direkt bei den Bauern geholt wurde.

Die Familie Hartlaub kaufte sich dann eine Kühlanlage, in der die von den Bauern abends gebrachte Milch über Nacht bis zur Abholung durch die Molkereigenossenschaft gekühlt wurde. Als dannAlma Hartlaub erkrankte übernahm Werner Gunther noch bis zum januar 1987 diese Tätigkeit. Doch im Mai 1987 schon wurde das Milchhäuschen abgerissen. Glücklicherweise existiert dieses Foto noch als Erinnerung.

25 Weichgasse 18

Dieses alte Haus stand einmal in derWeichgasse 18, Ecke Friedhofstraße. Anstelle des abgerissenen Hauses steht heute ein neues Haus. Das Haus hier auf dem Foto wurde 1 730 erbaut, Damalige Eigentümer waren die Familien Wolfgang und Karl Schnabel. Der nächste Besitzer, Theodor Adrian, errichtete in einem Zimmer des Hauses eine Schreinerei. Er mußte mangels Maschinen alles mit der Hand anfertigen, war nebenbei Landwirt und besaß auch eine Ölmûhle, in der die Großwallstädter ihr Öl kauften. Im Hofneben dem Haus befanden sich eine Scheune und der Stall. Sein Sohn Alois Adrian, der Heimschneider und Landwirt war, übernahm den Familienbesitz.

Das Haus war nicht unterkellert, weil der Haggraben, der früher unter anderem zur Ortsbefestigung diente, von der Weichgasse aus unter dem Haus der Familie Adrian, entlang der anschließenden Gärten, durch den Hof des heutigen Anwesens Frühlingstraße 3 (Hohm Berta) und durch das Anwesen Specht, durch den Friedhof und das Leichenhaus verlief.

Da man aber hauptsächlich für die Käjl einen Lagerplatz brauchte, baute man insgesamt sechs gewölbte Kellerchen mit je einem Türchen dran in den Haussockel. Diese kleinen Keller, in denen die Runkelrüben aufbewahrt wurden, verliefen ebenerdig mit dem Hof. Bei starkem Gewitterregen staute sich das Wasser vor diesem Anwesen und überschwemmte den Hof und auch die kleinen Keller. Der jetzige Besitzer Stefan Adrian, der Sohn von Alois Adrian, hat neben dem später durch die Gemeinde eingeebneten Haggraben einen Keller ausgehoben. Doch die feuchte Mauer wies noch auf den Graben hin.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek