Cham in alten Ansichten Band 2

Cham in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hermann Steiner
Gemeente
:   Cham
Provincie
:   Zug
Land
:   Schweiz
ISBN13
:   978-90-288-6642-3
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Cham in alten Ansichten Band 2'

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26 Turmgasse 179

Diese Aufnahme wurde Mitte der zwanziger Iahre gemacht. Sie zeigt den Landwirt [ohann Schnabel mit seinem Kuhgespann vor seinem Anwesen Turmgasse 179 (heute Turmstraße 3). Am Wohnhaus, der Einfahrt und am Nebenbau wurde bis heute baulich nichts verändert.

Im Nebenbau hatte der MetzgerTheodor Herdt damals nur dienstags und freitags seine Fleisch- und Wurstwaren verkauft. Geschlachtet wurde im Hof seines Elternhauses, damals Turmgasse 3, heute Turmstraße 24. Der Ring zum Anbinden der Tiere und der Haken zum Aufhängen sind heute noch am Turm zu sehen.

Im Haus dieser Aufnahme hatte um 1860 die Gemeinde eine Wohnung für den damaligen Benefiziaten und Frühmesser AntonArnold gemietet.

Die jetzigen Besitzer des HausesTurmstraße 3, ArnulfSchreiber und seine Frau Ussy geborene Schnabel haben das Fachwerk freigelegt und so mit diesem Schmuckstück zum schönen Ortsbild der Gemeinde Großwallstadts beigetragen.

27 Turnverein

Der Turnverein Großwallstadt wurde im Iahre 1888 von johann Hein gegründet. Auf diesem Bild sehen wir Gründungsmitglieder mit der Vereinsfahne.

Untere Reihe, von links nach rechts: [ohann Scherer, Heinrich Schnabel und Ignaz Odenwald.

Obere Reihe, von links nach rechts: Leo Rachor, Emanuel Scheer und Mathäus Markert.

Gleich nach der Gründung begann das Turnen im Grasgarten des Gasthauses 'Zum Grünen Baum'. Mit Eifer waren die Mitglieder bei der Sache und turnten regelmäßig. Monatlich fand eine Versammlung statt, zu deren Anwesenheit jedes Mitglied verpflichtet war. Fehlte jemand unentschuldigt, so war eine Strafe zu zahlen. Ein Mitgliederbeitrag war ebenfalls zu entrichten.

Im [ahre 1905 wurde die erste Vereinsfahne angeschafft. Als Fahnenpatin wählte man FräuleinAnna Giegerich (verheiratete Holler). Heute wird innerhalb des Turnvereins nicht nur geturnt, sondern Leichtathletik, Wandern und Handball sind Sportarten, die vielen Menschen nach getaner Arbeit Entspannung bringen. 1929 wurde auch die Gesangsabteilung gegründet.

Während des Krieges wurde das Turnen nur bedingt beibehalten, doch nach dem Krieg lebte derTurnbetrieb unter der Leitung Oberturnwarts Alfons Markert wieder auf

Großwallstadt hat sich hauptsächlich bekannt gemacht durch seinen Handballverein, der Mitte der zwanziger [ahre durch die Hauptverfechter JosefRachor, Ernst Markert, Alfred Herdt und Hermann Markert eingeführt wurde.

Keiner dieser Ideengeber wird damals geahnt haben, daß dieses Rasenspiel im Turnverein einmal solch eine Bedeutung erlangen würde.

Mit dem BegriffHandball sind auch die Namen der Brüder Otto und Josef Karrer eng verbunden, die mit ihrer Mannschaft viele Siege errungen und Auszeichnungen erhalten haben. Heute ist derTVG in der Bundesliga nicht mehr wegzudenken.

Zu erwähnen ist noch, daß sich im Iahre 1965 eine Tischtennisabteilung angliederte und drei [ahre später eine Kegelabteilung. Seit 1977 gibt es auch eine Lauftreffgruppe und eine Gymnastikgruppe. Die Abteilungen Mutter-Kind- Turnen, Ski-Gymnastik und Iederrnann-Turnen gehören ebenfalls zumTVG (Turnverein Großwallstadt) .

28 Gänse beim Fußball

Auf diesem Bild sehen wir Gänse hinter dem Fußballtor, ein Bild, das mich sehr gefangengenommen hat. Neben dem Fußballplatz fließt der Main und dorthin wollten die Gänse, hielten zwischendrin aber inne, um den Fußballern zuzusehen. Das irritierte den Tormann öfter mal so sehr, daß er den Ball nicht halten konnte. Dieses Bild zeigt den Fußballplatz, auf dem gerade gespielt wird.

Damals gab es noch keinen richtigen Fußballplatz, sondern man spielte einfach auf der Mainwiese. Heute gibt es einen ganz modernen Sportplatz.

Am 8. Juli 1925 gründete Peter Mühlon den Sportverein in der Gastwirtschaft 'Zum Anker'. Der junge Verein hatte natürlich zunächst so manche Hürde zu überwinden und manche Schwierigkeit zu meistern. Die ersten fußballerischen Gehversuche fanden in freundschaftlichen Vergleichen bei benachbarten Vereinen statt. Manch hohe Niederlage wurde eingesteckt, manch hart erfochtener Sieg errungen.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges beschleunigte die Abwärtsentwicklung des Fußballsportes in Großwallstadt, da sämtliche führende Mitglieder zum Kriegsdienst eingezogen wurden. 1943 wurde der Spielbetrieb - bedingt durch die Entwieklung des Krieges - völlig eingestellt. Bei Kriegsende war auch das Vereinsleben völlig erlahmt.

Nach dem Krieg erwecktenAlois Köhler-und Otto Schnabel praktisch aus dem Nichts wieder neues Leben im Verein. Schon im Herbst 1945 konnte nach Überwindung vieler Schwierigkeiten wieder an einen ordentlichen Spielbetrieb gedacht werden. Kaum ein Sonntag blieb in der Folgezeit ohne Fußballspiel. Die Spiele wurden grundsätzlich auf den Mainwiesen ausgetragen. Im [ahre 1963 wurde dann ein neuer Sportplatz eingeweiht.

Bis zum heutigen Tag haben wir immer noch eine gute aktive Fußballmannschaft.

29 Traubenlese

Hier sehen wir ein Kuhgespann, beladen mit Fässern voller Trauben. Während derTraubenlese im Iahre 1934 entstand dieses Bild.

Wahrscheinlich haben die Römer den Weinbau in Großwallstadt bekannt gemacht. Die Hänge des Odenwaldes boten sich durch ihre Südlage dazu an. Bereits im Iahre 1272 wurde der Weinbau schriftlich erwähnt. Es gab viele Weinberge und meist wurde Rotwein angebaut, der seiner Güte wegen bis nach Mainz bekannt war.

Nach einem Gemeinderatsprotokoll von 1874/7 5 suchte Franz JosefKöhler um die Genehmigung zur Abhaltung einer Hackerwirtschaft zum Ausschank von selbsterzeugtem Wein nach. Nach diesem Zeitpunkt fmden sich keine Unterlagen mehr über die Anpflanzung von Weinreben. Nach Rückfragen in der Bevölkerung soll derWeinbau infolge von Mißjahren, Schädlingsplage und mangels Rentabilität aufgegeben worden sein.

Erst 192 2 erfolgte durch die Initiative einiger Landwirte unter Anleitung des damaligen LehrersWarmuth die Neuanlage eines Weinberges in der Flurabteilung 'Lûtzeltal' . Auch in den Flurgemarkungen 'Neubergswingert' und 'Pitztal' wurden inzwischen Weinberge angelegt. 1922 begann man mit Mischanlagen und verwendete die Sorten Müller-Thurgau, Gutedel, Riesling, Silvaner, Gewürztrarniner und als Rotweinsorten Portugieser und Spätburgunder. Unter dem Begriff'Lützeltaler Berg' kommt der Wein in den Verkauf, teils an Händler, teils an Häckerwirtschaften.

30 Festzug

In Großwallstadt wurde und wird immer noch viel und gerne gefeiert. Welches Fest im Iahre 1934 hier auf diesem Bild gefeiert wurde, ist leider nicht überliefert.

Die Menschen haben ihre besten Kleider angelegt und ihre Häuser mit Pahnen und Girlanden festlich geschmückt. Gut zu erkennen sind hier die zwei Fahnen mit den Quasten (auf Großwällsterisch: Bombeln ).

Immer wenn ein Verein gegründet wurde oder ein [ubiläum gefeiert wurde, ging das einher mit einern Festzug und einer Festschrift. Meistens gabs dann am Samstag nachmittags auch ein Standkonzert in der Ortsmitte. Anschließend fand der Kommersabend auf den Mamwiesen statt, an dem alle Vereine Großwallstadts teilnahmen, Die Großwallstädter Musikanten weckten die Leute sonntags um sechs Uhr und vor dem Gottesdienst gabs eine Kirchenparade, Dann zogen wieder alle Vereine mit ihren Fahnen in einer Prozession zur Kirche. Nach der Kirche gings mit Marschmusik ins Festzelt zum Frühschoppen. Um 14.00 h zog dann der Festzug durch den Ort. Auch Gastvereine konnten an diesem Festzug teilnehrnen, Tanz- und Unterhaltungsmusik wurde dann bis Mirtemacht gespielt.

Der Montag begann immer um 9.00 h rnit einer weiteren Kirchenparade und einem Gottesdienst für die Verstorbenen des jeweiligen Vereins. Danach wieder Frühschoppen. Um 14.00 h zogen die Kinder in einern Umzug durch das Dorf, danach harte man sich hübsche Dinge zur Kinderbelustigung ausgedacht.

Ab 16.00 h konnte man nochmals bei schoner Musik bis Mitternacht tanzen,

Es waren anstrengende aber sehr schöne unvergeßliche Festtage für die Vereinsmitglieder und die Dorfbewohner. Jedes Mitglied harte irgendeinen Posten zu besetzen, denn es mußte für das leibliche Wohl gesorgt werden. Inzwischen wird für diese Feste auch in den Zeitungen geworben, so daß unsere Feste auch immer von zahlreichen Auswärtigen frequentiert werden.

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