Cham in alten Ansichten Band 2

Cham in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hermann Steiner
Gemeente
:   Cham
Provincie
:   Zug
Land
:   Schweiz
ISBN13
:   978-90-288-6642-3
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Cham in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

31 Hasenstreiben und ]ägerhaus

Auf diesem Bild sehen wir Jäger bei derTreibjagd (Hasenstreiben). Früher wurden noch 1 00 bis 1 50 Hasen geschossen. Heute sind es nur noch wenige.

In der Mitte des Bildes sieht man den Jagdpächter Josef Markert, links und rechts Peter und Hans Mühlon und Jagdfreunde. Im Vordergrund Lauser der Dackel war seinerzeit der beste Iagdhund im Landkreis Obernburg. Nach einem erfolgreichen Tag bekam auch Lauser seine Belohnung vom Herrehen in Form eines Ringels Fleischwurst. Lauser nahm es auch mit einem Fuchs auf. Einmal kämpfte er mit einem Fuchs und wurde schwer verletzt, aber er überlebte. Schweinefett half ihm wieder auf die Beine.

Auch das Iägerhaus war oft Ziel der Jäger. Oft wurde dort auch gefeiert.

Über derTür des Häuschens hing damals der Spruch: 'Nicht nur der Mann im grünen Rock, manch and'rer schießt auch mal 'nen Bock,'

Ein Stück vom Jägerhaus entfernt befand sich ein Wildsau-Fang. Eine größere Fläche Wald war eingezäunt. Die Falltüre wurde oben an einem Pfosten befestigt und im Fang wurden Köder ausgelegt. Wollte ein Schwein diesen Köder fressen, fiel die Tür zu und das Tier war gefangen.

Benötigte man Wasser im Jägerhaus, so holte man es vom Abergsbrünnchen, eine Quelle, die nicht weit entfernt vom Jägerhaus war und heute noch existiert.

Die Jagdhütte steht in der Waldabteilung Neubergsrain.

32 Bohrturm

Auf diesem Bild ist ein Bohrturm zu sehen, zu dem es folgende Geschichte gibt:

Wie ein Lauffeuer ging am 30. August 1926 die Nachricht durch das Dorf ein Wünschelrutengänger habe angeblich eine starke Erdölader in der Flurabteilung 'Hohes Ufer' entdeckt. Er hatte den Auftrag, am Untermain nach Bitumen zu forschen. Nachdem die Rute stark ausschlug, vermutete man Öl, so daß ein Ölfachmann und seine Bohrmeister aus Hannover begannen, eine Baustelle einzurichten.

Ein 28 m hoher Holzturm aus Masten von 25 m Länge und 70 cm Durchmesser wurde errichtet. Ebenso ein Maschinenhaus. Am 10. November 1926 begannen die Bohrungen. Die 30 cm dicke Humusschicht war gleich durchbrochen und die folgende 5 m dicke Kiesschicht ebenso. Dann hatte der Bohrer eine bis 20 m tiefe Buntsandsteinschicht von wechselnder Festigkeit vor sich. Bei 18 m Tiefe trat eine geringe Wasserstoffgasentwicklung auf Bis zu 102,5 m wurden wechselnde Sandsteinschichten mit Toneinlagerungen erbohrt. Von 102 m bis 275 m hatte man festen Buntsandstein vor sich. Nun wechselte roter Letten mit Buntsandstein und Tonschichten, als am 5. März 192 7 bei einer Tiefe von 302 m Erdgas ausströmte. Schon glaubten sich die Sucher am Ziel. Doch mit Urgewalt brach plötzlich ein Warmwasserstrom aus dem Bohrloch, mit einer Schüttung von 5 000 I in der Minute. Mit dem Druck vieler Atmosphären und der em-

porsprudelnden Wassermenge drohte der aufHolzbohlen sitzende Bohrturm in den Main gespült zu werden. Er wurde daher mit starken Seilen nochmals verankert.

Die Bohrung wurde fortgesetzt. Die tieferen Schichten gaben der Bohrfirma und den Fachleuten noch manches Rätsel auf Die nachfolgenden Ton- und Sandsteinschichten boten wenig Widerstand. Am 4. August 192 7 erbohrte man in einerTiefe von 77 5 m einen Kern von 25 cm Länge und beförderte ihn an die Oberfläche. Er bestand aus dunklem Gneis mit roter, weißer und dunkler Färbung. Von da an ging die Bohrung nur langsam vorwärts und man war gezwungen, eine Spezialbohrspitze einzusetzen, die das Urgestein anging.

Ende November hatte man in einerTiefe von 835,6 m bei Gneis und Urtonschiefer (Hornblendegneis) die Bohrung eingestellt ohne öl-fündig geworden zu sein.

33 Schwimmen über den Main und zugefrorener Main

Auf diesem Bild sehen wir fünfMänner, die von Kleinwallstadt nach Großwallstadt schwimmen. Es ist ein sehr altes Foto, denn man kann schon lange nicht mehr unbedenklich über den Main schwimmen. Wegen der Verschrnutzung des Wassers ist es heute sogar verboten. Auch ich habe als Kind im Main gebadet und kann mich an schreckliche Unfàlle erinnern. Ein Geschwisterpaar, ein junger Mann und ein Kind waren damals ertrunken. Auch der zugefrorene Main ist ein Bild aus fernen Tagen. Im Winter war der Main in früheren Zeiten oft so zugefroren, daß die Leute ohne Weiteres auf dem Main spazierengehen konnten. Diese sonntäglichen Spaziergänge waren an derTagesordnung. Im Winter des [ahres 1923 spazierte eine Familie mit ihrem 10 [ahre alten Mädchen über den Main. Das Kind hatte Stiefel an, deren Sohlen mit Nägeln bestückt waren. Diese Stiefel waren ein Geschenk aus Amerika. An einer Stelle gab das Eis nach und das Kind sackte mit lauten Schreien in das eiskalte Wasser. Glücklicherweise gelang es dem Mädchen, die Ärmchen auf die Eisdecke zu legen und so dem sicheren Tod zu entgehen.

Damals ereignete sich noch ein Unglücksfall, als das Eis schon brüchig war und schon Schiebel und Treibeis auf dem Main schwamm. Die Mainfáhre war am Ufer festgemacht und ein paar Buben hüpften auf dem Main von einem Schiebel zum anderen. Der Fährmann schimpfte mit ihnen und gebot ihnen, gefálligst zum Ufer zurückzuhüpfen. Widerwillig taten sie das auch. Doch einer der Buben namens Alois verfehlte einen Eisschiebel, fiel ins Wasser und ertrank jämmerlich. Iede Hilfe kam für ihn zu spät. Gefunden hat man ihn leider auch nicht mehr.

34 Feuerwehr

Dieses Bild zeigt Feuerwehrmänner vor dem alten 1531 erbauten Rathaus. Die Freiwillige Feuerwehr wurde im Iahre 1880 von Georg Eppig, [ohann Markert, Edmund Markert, Franz Völker, [osef Giegerich und Georg Adam Gehlert unter Vorsitz des damaligen Bürgermeisters Michael Kuhn gegründet. Man wählte einstimmig Georg Eppig zum 1. Kommandanten. Im [ahre

1 891 übernahm Michael Anton Hein das Amt des Kommandanten. Nach dem dritten in der Kommandantenreihe, [ohann Hein, übernahm Heinrich Scherer für mehrere [ahrzehnte die Führung. Er wurde 1937 von Iulius Kunkel abgelöst, der am 1. [anuar 1957 die Verantwortung in die Hände von Friedrich Schnabellegte.

Diesem folgte am 1. September 1957 JosefEppig. Seit 12.Januar1967 führte Leo Schnabel die Feuerwehr und wurde 1984 von Bernd Völker abgelöst. 1989 wurde Christian Schwarzkopf sein Nachfolger. 1997 übernahm Hans Schnabel diesen Posten. Sofort nach Gründung der Feuerwehr im jahre 1880 bildete

man Wehrmänner aus, schaffte Geräte an und 1883 erfolgte bereits die Uniformierung.

Im Iahre 1 98 1 harte die Feuerwehr 165 Mitglieder, darunter 85 Aktive, 15 Jugendfeuerwehr-Mitglieder und eine Damengruppe, die aus der Feuerwehr nicht mehr wegzudenken ist.

Die Feuerwehr Großwallstadts ist heute eine der stärksten Wehren im Landkreis und mit den modernsten Geräten ausgestattet.

3S Männergesang- Verein

Dieses Bild entstand 1928 am Seiteneingang der alten Kirche. In diesem Iahr wurde das 65jährige Bestehen des am 14. März 1863 gegründeten Männergesang- Vereins gefeiert. Gründungsmitglieder waren Michael Kuhn (Vorstand), Adam Heinrich Zengel (Beisitzer) und Lehrer Weipert (Dirigent). Man verlangte damals von jedem Mitglied, daß es einen guten und lauteren Charakter haben müsse. Ieder Neuling, der aufgenommen werden wollte, mußte einen Fürsprecher haben.

Über die Pflichten derVereinsmitglieder hieß es in der damaligen Satzung: 'Iedes Mitglied hat zur Erhaltung und Kräftigung des Vereins beizutragen'.

Es entwickelte sich bald nach der Gründung ein recht reges Vereinsleben und der Verein wurde schnell zum Mittelpunkt des dörfhchen, kulturellen und geselligen Lebens. Im Jahre 1866 wurde eine Fahne angeschafft und eingeweiht. Sie begleitet noch heute, mit vielen Erinnerungsbändern geschmückt, den Verein bei Festlichkeiten und zu den Gräbern derVerstorbenen.

Bald bildeten sich in allen umliegenden Orten auch Gesangvereine, man nahm freundschaftliche Verbindungen auf und besuchte sich gegenseitig. Feste wurden vom Verein allerdings nicht so häufig begangen- das SOjährige und auch das 60jährige Stiftungsfest wurden als Gartenfest im kleinen Rahmen begangen. Festliche Höhepunkte waren allerdings das 75jährige Stiftungsfest und das 90jährige Festjubiläum 1953.

Die beiden Weltkriege unterbrachen das Vereinsgeschehen und die Weiterentwicklung des Vereins. Doch die Heimgekehrten nahrnen sich des Männergesangvereins wieder an und schafften weiter an seinem Auf- und Ausbau.

Ietzt, im jahre 1998, zählt der Männergesangverein 54 aktive Mitglieder und erfreut die Menschen mit seinen wunderschönen Stimmen und Melodicn immer wieder aufs Neue.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek