Colditz in alten Ansichten Band 1

Colditz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Albert Peter Bräuer
Gemeente
:   Colditz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5908-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Colditz in alten Ansichten Band 1'

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9. Auf diesem Bild hat der Fotograf etwa 1870 vom Kirchberg zur Nordwestseite des Marktes geblickt. Das historische Foto zeigt zum ersten und letzten Mal die damals noch vorhandene Toreinfahrt zwischen dem heutigen Schloßcafé und der Brauerei. Über dem kleineren ersten Gebäude am Markt 11 nennt die Haustafel von 1594 das Gründungsjahr der Colditzer Brauerei. Gleich daneben das 'Commun-, Brau-, Malz- und Darrhaus' (Markt 12) mit ausgezeichneter Gliederung der Fassade und des Dachstuhls. Nach 1920 ließ Brauereibesitzer Georg Moritz Dietz (1885-1957) helles Exportbier und dunkles Schwarzbier brauen, das in ganz Deutschland gern getrunken worden ist. Sein Schwiegersohn, DI. Hans-Joachim Lampe (1908-1987), hat die Firma mit großem Können weiterentwickelt. Auch heute weiß sich die von Jon Smith geführte 'Brauerei Colditz GmbH' der vierhundertjährigen Tradition verpflichtet.

Coldilz. markl und 5dJloB.

10. Von jeher bildeten Marktplätze den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mittelpunkt. Hier hielt man Gericht, feierte Feste und trieb Handel. An der Nordseite des Marktes ist 1660 ein Bürgerhaus entstanden (Elektrogeschäft Günther Spiegel), das durch seinen breiten, aus der Mauer aufsteigenden Zwerchgiebel in voller Höhe des Steildaches imponiert. Hier eröffnete Johanne-Luise von Witzleben ihre erste 'Spielschule', Ein Haus weiter, Markt 14, befindet sich das über Jahrzehnte beliebte Ladengeschäft der Kaufmänner Hermann Warneck, Hugo Hetzer, Albert Schütze und Kurt Berthold (jetzt Porzellanverkauf der Carl Schumann GmbH). Im Markt 16, heute Friseursalon Laubner, hielten 1813 die Feldmarschälle Blücher und Yorck Kriegsrat.

11. Beim Anblick der gußeisernen Wasserpumpe über dem Brunnen am Untermarkt muß ich abermals den guten 'Papa Radestock zitieren, der in seinen 'Jugenderinnerungen eines Colditzers' über die 'Plumpen' am unteren Markt, in der Dresdener Straße und an den Fleischbänken in der Badergasse schreibt: 'Wenn wir sie in Bewegung setzten, da war Vater Katzschmann, der städtische Vorarbeiter, schnell zur Stelle, schimpfte und drohte mit der Schaufel. Er verlor einmal bei dieser Gelegenheit seine Schnupftabaksdose ... , da war ja nun des Schimpfens über die schlechten Jungen kein Ende.' Im übrigen leitete Oswald Radestock (1877-1969) von 1938 bis 1954 das Museum seiner Heimatstadt. Ihm sind sämtliche Gegenstände in der Abteilung zum Kriegsgefangenenlager Schloß Colditz zu verdanken.

12. Aus Heinrich Ferdinand Bellgers Stadtchronik geht hervor, daß das Haus der 'privilegierten EngelsApotheke ... vom Jahr 1525 bis 1537 zum Rathhaus gebraucht' wurde. Um 1778 kaufte es der Apotheker Eichenberg aus Lützen bei Leipzig. Am 4. September 1804 erhielt die damalige Besitzerin Caroline Eichenberg das Privileg zum Führen einer Apotheke. Das hier wiedergegebene Foto ist gewiß eines der ältesten, die sich in der Stadt erhalten haben. Es stammt aus dem Nachlaß von Charlotte Merbach geborene Fischer. Eigenhändig hat sie auf der Rückseite vermerkt: 'Apotheke zu Colditz, mein Geburtshaus aus dem Jahre 1866 vor der Eltern Wegzug nach Dresden.' Frau Merbachs Vater, der spätere Hofrat Dr. Carl Eduard Fischer, war von 1839 bis 1866 Apotheker in Colditz.

13. Eine nicht minder originelle Aufnahme verdanke ich Frau Emma Herrmann, die viele Jahre im Hause der Apothekerfamilie Meyer tätig war. Es ist kaum zu erahnen, daß wir hier in den Hinterhof der Apotheke des Jahres 1911 blieken, Das rechte Paar auf dem Balkon ist Theodor Meyer (1871-1946) mit seiner hübschen Gattin Amanda (1879-1963). Theodor Meyer ist ein gelehrter Mann gewesen. Er verfaßte unter anderem das 1911 in Berlin erschienene Buch 'Arzneipflanzenkultur und Kräuterhandel'. Eine 'Anleitung für Apotheker, Landwirte und Gärtner', die sich mit der rationellen Züchtung, Behandlung und Verwertung der in Deutschland zu ziehenden Arzneipflanzen befaßt. Nach Felix Meyer übernahm Imant Stahier die jetzt von Ute Jasinski geleitete Engel-Apotheke.

Cokiitz Untermar!(t mit Pos/platz

14. Seit genau einem Jahrhundert hat das Kaufhaus (links) seinen festen Standort am Markt 8. Zuerst unter Bruno Hartelt, dann Emil Olbrich, später Brunhilde Havemann und jetzt unter Jürgen Kurth. Ihm gegenüber Markt 8, das 'Schloß-Café' mit eigener Konditorei von Richard Kratzsch. In zeitgenössischen Werbeanzeigen empfahl er sein Café als 'größtes und vornehmstes Haus am Platze', Errichtet wurde das Renaissancegebäude um 1560. Trotz mehrfacher Umbauten sind die aufgesetzten Frontspieße bis heute erhalten geblieben. An der Westseite schließt das 'Kaiserliche Postamt' den Untermarkt ab.

15. Wiewohl vom Jugendstil schön mitgeprägt, paßt der Neubau des Papierwarenhändlers Paul Ronnger keineswegs in das mittelalterliche Marktbild von Colditz, zumal er das Postamt noch um eine Geschoßhöhe überragt. Es war eben auch der Zeitgeist, der das Aufstreben gar zu wörtlich versinnbildlichte. Heute ist in den Geschäftsräumen der 'Cigarren-Ecke' das Schuhhaus Biwoll etabliert.

16. Wilhelm Voigtländer eröffnete 1891 seine 'Restauration' am Untermarkt 1. Sohn Louis mit Frau (hier im Bild an der Haustür stehend) übernahm die elterliche Schankwirtschaft. Als 1904, wenige Meter von hier entfernt, das 'Kaiserliche Postarnt entstand, wurde aus Voigtländers Restaurant das Restaurant 'Zur Post'. Bei dieser Bezeichnung ist es bis heute geblieben. Seit 1967 sind Uda und Friedrich Hunger die Wirtsleute, Zuvor bewirtschaftete die Tochter Louis Voigtländers, Alice verehelichte Denecke, das Anwesen. Interessant ist auch das links auf dem Foto angrenzende Eckgebäude. 1905 mußte es leider das auf Abbildung 15 zu sehende große Geschäftshaus Platz machen.

17. Links im Bild die Mädchenschule bis 1830. Diese Häuser standen früher in der 'Nikolaigasse' (Untermarkt), rechts ging es zum 'Zschackenthal' (untere Schulstraße ), links zum 'Griebengäßchen' (obere Schulstraße). 1904 mußten sie dem Neubau des Postgebäudes weichen. Die Baufluchtlinie wurde wesentlich zurückgesetzt, Über zwei 'wüsten Scheunenplänen und einem Kellerhaus' erbaute Johann Gottlieb Zille sein Wohnhaus am Griebengäßchen 72, 73, 74. Hier ist ihm am 5. Dezember 1824 ein Sohn namens Johann Traugott geboren worden, der Vater des Berliner Malers Heinrich Zille. Das Gebäude befand sich dort, wo heute der Ernst-Schneller-Gedenkstein steht. Ein dem Zeitgeist geschuldetes Ehrenmalohne jedwede Beziehung zu Colditz. Wäre ein schlichter Zillestein nicht sinnvoller?

Colditz. Postamt.

18. Das Jahr 1698 ist als Gründungsjahr der ersten Posthalterei in unserer Stadt verbürgt. Es war noch die Zeit, da des Posthorns heller Ton alle Reisende begleitete. Unter den vielen Amtsvorstehern verdient einer besondere Würdigung: Heinrich Ferdinand Bellger, der Verfasser unserer Stadtchronik von 1832. Zu der Zeit war die Postexpedition noch in der Badergasse 3. Nach Plänen des Leipziger Architekten Rohmer baute die Stadtgemeinde 1904 das neue Postamt am Untermarkt. Die Colditzer nutzen es noch heute fleißig. Wiewohl sich seine beeindruckende Sandsteinfassade erhalten hat, stehen doch die beiden Toreinfahrten rechts und links des Gebäudes längst nicht mehr. Sie wurden dem zunehmenden Postautoverkehr im Hinterhof geopfert.

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