Colditz in alten Ansichten Band 1

Colditz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Albert Peter Bräuer
Gemeente
:   Colditz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5908-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Colditz in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

19. Ungezählte Male ist sie zwischen Colditz und Leipzig Wege gegangen oder gefahren. Sie kannte Busch und Stein, Feld und Wald, Wind und Wetter. Dabei ist in ihrem gütigen Gesichtsausdruck nichts von Hektik und der Schwere ihres Berufes zu spüren, als sei redliche Last leicht. Mit der ihr angeborenen Geduld hat sie alles getragen bzw. ertragen - die letzte Colditzer Botenfrau Ernestine Bonitz geborene Sauerbrei. In der ihr eigenen urwüchsigen Weise wandte sie sich auch mehrfach an den damaligen Reichspräsidenten Pa ui von Hindenburg, dem sie brieflich ihre Anliegen in blühendem sächsischern Dialekt vortrug. Er hat alles beantwortet. Am 25. Juni 1927, genau am 81. Geburtstag, ist sie ihren letzten Weg in die Ewigkeit gegangen.

20. Die Weinstuben von Carl August Kästner (1851-1920) und Ernst Carl Kästner (1892-1973) waren in Colditz ein Begriff. Auch wird sich manch einer noch auf die Ölgemälde besinnen, die Ernst Carl Kästner in zwangloser Reihenfolge hinter dem rechten Schaufenster seines Hauses postierte. Gar nicht selten war auch ein eigenes Bild von ihm darunter. Allesamt heimatliche Impressionen, die der Einkehrende oder flüchtig Vorübereilende gern betrachtete. So sorgten zwei Generationen für guten Wein und behagliche Gastlichkeit. Die dritte mit der heutigen 'Marktstübl' -Wirtin Helga Blume weiß sich dieser Tradition verpflichtet und ist nicht minder herzlich um ihre Gäste bemüht.

21. Das große Eckhaus am Markt 21 mit dem schönen Birnenspalier, wo 1612 der nachmalige Hofrat und Coburger Kanzler August Carpzov das Licht der Welt erblickte, ist 1871 fotografiert worden. Über dem Geschäftseingang firmiert Louis Eismann. 1860 kaufte Johann Carl Eismann das Haus für achtbare 4 750 Thaler. Der Materialwarenhändler Louis Eismann erwarb das Anwesen 1864 vom Vater mit 'allem, was darum und daran ... niet-, wie nagel-, klammer- und wurzelfest' war. Seit 1886 sind die Eismanns ununterbrochen Uhrrnachermeister. Am gleichen Ort, in derselben Stadt! Zuerst Johannes, 1924 Willy, ab 1942 überbrückt Willy Eismanns Gattin Johanna den Geschäftsbetrieb, und seit 1953 Horst. Dessen Frau Gudrun betreibt dazu seit 1969 noch das Uhren- und Schmuckwarengeschäft. Eine selten lange Familientradition, der wir nur noch einmal im Hause Schlobach wiederbegegnen.

.,~ ;?!c.
~
~ I
p.
Zli
;;;j
........., ,
111
i'
~ 22. 'Heute mußte die Feuerwehr ausrücken. Aber es gab keinen Brand, dafür wurde das erste elektrische Uhrendreieck am Eismannschen Hause befestigt. In luftiger Höhl Eine Prozedur mit vielen Schaulustigen ... ' Das war 1929, und Oswald Radestock ist dabeigewesen. Durch die hölzerne Feuerwehrleiter ist der Bliek frei zum Baderberg 2, der Bäckerei Bruno Winters. Sie ist die älteste in Colditz. Aber um ihre Existenz braucht einem nicht bange sein, dafür sorgt seit vielen Jahren Bäckermeister Horst Wecke.

23. Herrn Hans Wavrinek verdanke ich das Foto vom Ehepaar Knauer vor dessen Haus auf der oberen Heiste am Baderberg 6. Verschmitzt schaut Schuhmachermeister Emil Knauer in die Kamera, in devotem Abstand Frau Gertrud. Währenddem der Meister nur mal kurz vom Werkstartschemel aufgestanden ist, hat sich Frau Knauer schon ganz und gar auf den Fototermin eingestellt. Das etwas tiefer liegende Haus - es gehört schon zur Haingasse - war anfangs die Bäckerei von Ernst Schulze, danach von Gerhard und Günther Müller. Heute besitzt es auch wieder eine Familie Müller. Nebenbei bemerkt übernachtete am 16. Aprill642 Octavio Piccolomini (1599-1656) im Vorgängerbau des Knauerschen Anwesens. Hausbesitzerin Edith Perkuhn ist darauf besonders stolz.

24. Die Feuersbrunst vom 20. September 1750 vernichtete auch zehn Häuser vor dem Haintor. Erst nach und nach sind sie wieder aufgebaut worden. Rechts die 'Heiste', jener erhöhte und gepflasterte Gehweg, der fast bis zum Marktplatz führt. Das Haus rechts erbaute 1794 der Seifensieder Johann Gottlieb Köhler. Er war von 1790 bis zu seinem Tode 1820 Stadtorganist. Seit 1879 ist es ununterbrochen im Besitz der Familie Wavrinek. Das sich anschließende Gebäude, die Haingasse 6, wurde 1753 von Johann Sigismund Holzmüller errichtet. In ihm ist am 23. Dezember 1877 der vielen noch bekannte Oberschullehrer von Rochlitz und Heimatforseher Prof. Dr. Otto Richter geboren. Interessant auch der damalige Standort des uns mit dem Giebel zugewandten hinteren Hauses, das jetzt Familie Klaus Knochenmuß bewohnt.

25. Waren das noch Zeiten, als die Bewohner der Haingasse im Mühlgraben baden konnten! Hier die zum Graben hinabführende Steintreppe. 'Linken Franz' ist ein stadtbekanntes Original gewesen. Er betrieb in dem jetzt Helga und Lothar Blume gehörenden Haus Nr. 32 (links) den ersten Altstoffhandel in Colditz, hatte zwei Pferde, mit denen er die Fäkalienabfuhr besorgte und handelte im übrigen mit allem Möglichen und Unmöglichen. Sein geflügeltes Wort war immer: 'Guktsch nich um!' (Sieh dich nicht um!) Das hatte ihm immer der Bauer gesagt, wenn's zur Kirche gegangen war. In der Vorweihnachtszeit handelte Franz Linke auch mit Christbäumen. Monierte jemand den Preis, antwortete er: 'Komm nach Weihnachten wieder, da sin se billiger!'

Colditz

Schloß rnit Mulde

26. Wenn der Fotografkam, war das um 1880 noch ein besonderes Ereignis. Alles liefzusammen, keiner wollte auf dem Bild fehlen. Am Fuße des Schlobachschen Berges ducken sich typische Vorstadthäuser dicht an den Hang. Vorn rechts der alte Hainbachbrunnen mit Holzpumpe und gußeisernem Auslauf. Die Ansicht von damals läßt sich heute nur schwer nachvollziehen, denn von den abgebildeten Gebäuden haben sich nur zwei erhalten: Haingasse 36 (Egon Kausler) und Haingasse 40 (Gudrun Steinert geborene Dietze). Das uns mit seiner Giebelseite zugewandte oberhalb des Berges hat sich später Kreisleiter Otto Naumann vollkommen umbauen lassen. Seit 1949 wird es von der Jugendherberge genutzt und ist für viele ein beliebtes Ausflugsziel.

Coldilz

arlie an der hinteren Haingasse mil Scillob

27. 'Partie an der hinteren Haingasse mit Schloß.' Rechter Hand das Restaurant 'Zur Hainburg' von Alfred Wießner. Enkelsohn Klaus ist mit seiner Frau noch heute hier beheimatet. In der Bildmitte das von Werkmeister Martin Kirsten gekaufte Haus Haingasse 34. Im hinteren Hofgebäude haben seine Tochter Jutta und Schwiegersohn Heinz ihren Wohnsitz. Majestätisch erhebt sich über den bewaldeten Hängen des tief im Tal liegenden Schloßparkes der Nordwestteil des alten Residenzschlosses.

28. An der Wiege der Stadt wird schon 1265 die Colditzer Mühle erwähnt, Das ist über 725 Jahre her, und stets hat sie sich behaupten können. Ungeachtet der Wandlung vom Mühlen- zum Nährrnittelbetrieb, ist ihr wirtschaftlicher Sinn gleichbedeutend geblieben. Aus der alten Amtsrnühle wurden die Mühlenwerke c.L. Schlobach und nach 1971 der VEB Nährmittelwerk Colditz. Seit dem 1. Juli 1990 ist das Unternehmen als 'anona nährmittel C. L. Schlobach GmbH' reprivatisiert. Gesellschafter wurden zwei Urenkel des Firmengründers:

Sybille Schlobach (geboren 1919) und Carl-Rudolf Schlobach (1922-1994). Carl Leopold Schlobach, 1826 noch Pächter der königlich-sächsischen Amtsrnühle, erwarb diese 1850 käuflich vom Staat und steht damit am Anfang einer bemerkenswerten Finnen- und Familientradition, wie sie in Colditz ohne Beispiel ist.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2021 Uitgeverij Europese Bibliotheek