Colditz in alten Ansichten Band 1

Colditz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Albert Peter Bräuer
Gemeente
:   Colditz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5908-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Colditz in alten Ansichten Band 1'

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29. Am Morgen des 15. März 1929 lagen hunderte aufgetürmter Eisschollen an den Uferwiesen der Zwikkauer Mulde. Die Nacht zuvor hatte der Stadt und Umgebung zweifellos den schwersten Eisgang dieses Jahrhunderts beschert. Augenzeugen berichten vom 'gespenstischen Ächzen des brechenden Eises'. Zuweilen hatten die Anwohner den Eindruck, 'als würde die Erde beben und jeden Moment auseinanderbersten' . Zwischen hinterer Haingasse und Eichberg bedeekten Eisbroeken sämtliche Felder und Wiesen (hier im Bild) und lagen zuweilen noch bis an die Straße nach Kleinsermuth.

30. Vom Nordteil des Schlosses, genauer gesagt aus der ehemaligen kurfürstlichen Kirchstube, hat man den schönsten Bliek auf Schlobachs Berg, die hintere Haingasse sowie das Zwickauer Muidenta!. Vor uns der mit vielen Terrassen umkleidete Hainberg, den Kurfürstin Sophie 1610 als Weinberg anlegen ließ.1682 erbrachte der Weinberg eine Ernte von 64'12 Eimern, das waren ungefähr 4340 Liter vorzüglichen Colditzer Weines. Jedoch verlor der Weinanbau im 18. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung. Die übriggebliebenen Terrassen und Reste des Bergschlößchens kaufte noch vor 1900 Mühlenbesitzer Schlobach. Seitdem sprechen die Colditzer beim Hainberg auch gern von Schlobachs Berg.

31. Ein prächtiges Renaissanceportal ziert die Fassade der Schloßkirche. Der Dresdener Bildhauer Andreas Walther (II) schuf es für Sophie von Sachsen. Die Rundbogentür wird von je zwei toskanisehen Säulen gestützt. Über dem reichgeschmückten Architrav Pelikan (links) und Phönix (rechts). Dazwischen hält ein Engel das kursächsische Wappen und den Adler von Brandenburg. Sophie war eine Tochter des brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg. Seinen krönenden Abschluß erhält das Kirchenportal durch die drei auf Konsolen stehenden Symbolfiguren des Glaubens und der Hoffnung. In ihrer Mitte Christus mit dem Kreuz: 'Friede den Kommenden / Freude den Bleibenden / Segen den Scheidenden!'

32. Im Jahre 1656 ist das Alte Diakonat, ein Fachwerkbau an der Nordseite der Stadtkirche, für den 'Schloß-Schösser' Johann Beyer gebaut worden. Später haben es viele Pfarrergenerationen bewohnt, so auch Magister Johann Christoph Köhler. Am 18. Januar 1684ist ihm hier ein Sohn geboren worden, den die deutsche Numismatik und Bibliothekswissenschaft heute zu ihren Begründern zählt: Johann David Köhler (1684-1755). Gegen viele Widerstände bemühte sich die Leitung des Städtischen Museums ab 1979 um eine grundlegende Rekonstruktion des Hauses. 1984, zum 300. Geburtstag des Gelehrten, öffneten sich erstmals Mal die Pforten der Memorialgedenkstätte im Johann-David-Köhler-Haus. Seit 1994 beherbergt es auch das Colditzer Fremdenverkehrsamt. Das wiedergegebene Foto stammt aus dem Jahre 1903.

33. Hoch über den Dächern von Colditz ist die 1286 erstmals genannte Stadtkirche St. Egidien errichtet worden. Durch die unmittelbare Nähe zum Schloß spürt man etwas von der Macht und dem Stolz ihrer Gründer. Der heutige Bau ist in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts zu verweisen. Er hat 1876 seine letzte gravierende Umgestaltung erfahren. Dabei verschwanden alle Betstuben und Familiengrüfte an der Südseite. Turm und Mauer, Altar und Orgel, Tür und Tor haben Generationen kommen und gehen sehen. Wir spüren den Herzschlag und Geist der Menschen, die ihr Lebenszeugnis hier hinterlassen haben und erfahren etwas von der Hoffnung einer christlichen Gemeinde.

34. Ernst schauen sie drein, die Chorknaben der Stadtkirche, denn sie hatten bei Wind und Wetter keinen leichten Dienst zu verrichten. Beijeder Beerdigung liefen sie vor dem Sarg her, allen voran der Kreuzträger, dann singend die Buben. Das überlieferte Foto ist um 1875 gemacht worden. Seinerzeit war der angesehene Johann Ernst Geißler (1827-1920) Kantor an St. Egidien, ein Amt, das er 35 Jahre ausübte. Unterdessen leitete er nicht nur die 1588 gegründete Kantorei, sondern stand auch der Liedertafel viele Jahre als Dirigent vor. Seinen engen Beziehungen zum Leipziger Thomaskantor Prof. Wilhelm Rust verdankt Colditz zwei Thomanerchorkonzerte.

35. Die alte Superintendentur, ein stattliches Gebäude aus dem Jahre 1554, stand dereinst am Schloßgraben. Das war dort, wo man heute über ausgetretene Steinstufen in den höher gelegenen linken Gartenteil des Pfarrhauses gelangt. Jetzt blickt man von dieser Stelle nur noch auf das frühere Poliklinikgebäude, da man den Graben später aufschüttete und bebaute. Als 1841 der letzte Superintendent Friedrich Siebenhaar starb, sind Amt und Haus aufgelöst bzw. abgetragen worden. Ein neues Pfarrhaus entstand. Der einzige klassizistische Bau unserer Stadt trägt in seinem Frontgiebel aus Porphyrtuff die römische JahreszahI1847. Seitdem ist das Haus Sitz der Kirchenverwaltung und des derzeitigen Stadtpfarrers von St. Egidien, Dietrich Aust.

36. Das erste Schulhaus befand sich ursprünglich 'auf der Mauer am Schulthor, ohnweit der Kirche', 1564/65, also erst nach der Reformation, ist die Alte Knabenschule entstanden. Das Sitznischenportal zeigt mit Wulst und Kehle noch wunderbare gotische Profilüberschneidungen, gleichwohl sein Rahmen schon ganz der Renaissance verpflichtet ist. Bis 1842 haben die Colditzer Jungen hier ihre erste Bildung erhalten, Fast dreihundert Jahre! Anschließend übernahm der Verleger Bruno Heinke das Haus und richtete darin seine Buchdrukkerei ein, in der bis 1907 unter anderem auch das 'Colditzer Wochenblatt', Vorläufer des 'Colditzer Tageblattes', gedruckt wurde. Besitzer des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes ist derzeit Dieter Hofmann.

37. Das Eingangstor zum Tiergarten: Hier gelangt man von der Stadtseite aus in das 'Tiergarten' genannte Waldgebiet von 104 Hektar Ausdehnung, ein sowohllandschaftliches als auch geschichtliches Kleinod, das Kurfürst Friedrich der Weise 1523 anlegte. In seiner Schrift 'Die unerkannten Wohltaten Gottes in dem Churfürstlichen Sachsen' zählte Christian Gerber 1717 den Colditzer Tiergarten mit zu den sieben Wunderwerken des Landes. Nun, die Zeiten kurfürstlicher Fisch- und Wildhaltung liegen lange zurück, und auch von den vier Torhäusern haben sich nur zwei erhalten. Das hier abgebildete besaß und pflegte über viele Jahrzehnte Willy Pöhnert, ein Colditzer Original, dessen hochbetagtes Leben sich 1994 vollendet hat.

COLDlTZ i. Sa. SchloBgasse.

38. Vor dem Schultor siedelte der örtliche Rat lange Zeit Leute an, die innerhalb der Stadtmauern keinen Platz finden sollten:

Landstreicher, Arme und kränkliche Personen. Die Schloßgasse lag in jenem Bereich, hat aber ihren Namen viel später erhalten. Anfänglich mußte man sich schon vorsehen, wenn einem der Weg durch diese Gasse führte. Hier trieb sich viel 'vagabuntierendes Volk' umher, auch waren ihre Steige zuweilen felsig und abschüssig. Deshalb nannte sie der Volksmund 'Sieh dich für', Auch als sich die sozialen Verhältnisse gebessert hatten, die Straße mit Mauer und Kopfsteinpflaster längst betestigt war, blieb es bei diesem N amen. Die BeUgersche Chronik von 1832 kennt noch keine Schloßgasse. Dort wohnte man eben an der 'Sieh dich für',

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