Colditz in alten Ansichten Band 1

Colditz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Albert Peter Bräuer
Gemeente
:   Colditz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5908-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Colditz in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

39. Stadteinwärts blieken wir in die Tiergartenstraße. Unsere Vorfahren nannten sie ursprünglich Preinitzgasse. Sie verband das unterhalb gelegene Schultor mit dem oberen Tiergartentor im östlichen Vorstadtbereich. Das Foto von 1930 zeigt im Hintergrund die Stadtkirche St. Egidien, im Vordergrund die beiden Häuser der Zigarrenfabrik Rüdiger. Das größere von ihnen wurde 1730 von Thomas Ranft für den Colditzer Amtsmaurer Johann David Schönfeld erbaut. Das Haus ist das einzige Barockgebäude der Stadt, an dem sich architektonische Zierformen eindrucksvoll erhalten haben. Seit November 1938 ist hier das Städtische Museum Colditz untergebracht; eine gern und vielbesuchte heimatgeschichtliche Institution, die bereits 1874 von Bürgermeister Johannes Müller gegründet worden ist.

J<:'AN-:' /

F'UENFZICzl' À

40. Insbesondere die Gesangvereine prägten in den zurückliegenden 147 Jahren das kulturelle Leben und die Geselligkeit in der Stadt, Hierbei sei sowohl an die vielen Theater- als auch an die großen Konzertaufführungen der Liedertafel bis 1930 gedacht Auch die Sommerkonzerte von Männerchor und Kantorei zwischen 1986 und 1988 bereicherten das Kulturelle Leben. Unter den geselligen Veranstaltungen ist der Sängerfasehing in den vergangenen drei Jahrzehnten stets unübertroffener Höhepunkt gewesen. Von den fünf Männerchören vor dem Zweiten Weltkrieg hat sich nur der Männerchor Liedertafel Colditz erhalten. Er ist am 5. Oktober 1847 durch Kantor Friedrich Wilhelm Böhmer gegründet worden und der älteste Gesangverein am Ort 1997 wird er auf 150 Jahre des Bestehens zurückschauen können.

41. Zur Erinnerung an die 75-Jahrfeier des Männergesangvereines Liederkranz haben sich hier im ersten Colditzer Schloßhof alle Sangcsbrüder zum Fototermin eingefunden. In der ersten Reihe sitzen die Herren der Vereinsleitung: Liedermeister Schierge (6. von links), Vorsitzender Edmund Belza (5. von links) und stellvertretender Vorsitzender Albert Bräuer (4. von links). Anläßlich des 10. Deutschen Sängerbundfestes in Wien, wohin die Chorgemeinschaft gereist war, erfolgte die Weihe der neuen Vereinsfahne am 22. Juli 1928 in der Karlskirche durch Pfarrer Reichenbach.

42. Die Straßenbilder einer Stadt sind ständigen Wandlungen unterworfen. Im zeitlichen Abstand von 25 Jahren hat der Fotograf auf dieser Postkarte das äußere Erscheinungsbild des Kirchgäßchens überliefert. Einmal um 1900, ein weiteres Mal um 1925. Die Bezeichnung 'Kirchberg' ist auf der Karte nicht unbedingt falsch, dennoch sei angemerkt, daß wir uns hier im Kirchgäßchen befinden. Dahingegen wird der heute zwischen Sparkasse Muidental und Herrenbekleidungsgeschäft Langer ansteigende Straßenzug zum Kirchberg gerechnet.

43. Alle Häuser an der Dresdener Straße sind erst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden. Davor war die Straße gänzlich unbebaut. Links im Bild das repräsentative Haus von Bürgermeister Johannes Müller, Nach 1920 erwarb es Sanitätsrat Dr. med. Richard Gärtner (1889-1979), der hier eine große Privatpraxis einrichtete, An sein verdienstvolles Wirken erinnern sich noch heute viele Patienten. Die danebenstehende Villa schuf Baumeister Martin Win kIer (1897-1989), für Jahrzehnte der geistig-schöpferische Stadtarchitekt. Den von seinem Schwiegervater Carl Peuthert 1864 gegründeten Betrieb führt seit 1991 Gert Hemmrich als 'Colditzer Baugeschäft' weiter. Das oberhalb stehende dritte Gebäude gehörte dereinst Dr. med. Heinrich Uhlmann.

(Jo/difz - l3aderberg mil l3adergasse

44. Zwischen 1505 und 1527 bekam Colditz seine fünfStadttore: Nikolai-, Bader-, Hain-, Töpfer- und Schultor. Im Jahre 1804 hat man die letzten drei zusammen mit großen Teilen der alten Stadtmauer abgetragen. Vor der Mühlgrabenbrücke am Baderberg stand das Badertor. Von hier aus schweift unser Bliek in den langen Straßenzug der Badergasse. Rechter Hand Robert Müllers Lederhandlung, gegenwärtig Domizil der QuelleAgentur Barbara Joseph. An Kurt Lindners stadtbekanntem Frisiersalon hangt ein 'Barbierbecken' , das wir noch als Kinder kannten. Eva Maria Kausler hat hier ihr 'Haarstudio'. Gleich nach der Mühlgasse Peter Schneiders bekanntes Mode- und Ausstattungshaus. An gleicher Stelle firmiert heute Glöckners Modehaus. Überall spüren wir lange Geschäftstraditionen.

Colditz, Badergasse

45. Bis auf die Drogerie von Otto Krug zeigt das Straßenbild der Badergasse noch wohltuend mittelalterliche Züge. Unterhalb des Badertores stand die Baderei, im 15. und 16. Jahrhundert ein beliebter Treffpunkt der Colditzer Bevölkerung. Den Vorstadt-Gasthof 'Zum braunen Roß' gibt es schon lange nicht mehr. Bei einem guten Tropfen ist hier so mancher Pferdehandel besiegelt worden. Später hat man den Gasthofeingang zugemauert, Schlußstein mit springendem Pferd dagegen belassen. Jetzt bewirtschaftet Fleischermeister Fischer das Grundstück. Das Woll- und Weißwarengeschäft von Hermann Hoppe nebenan ist nach wie vor in Farnilienbesitz, und Inhaberin der späteren Kreuz-Drogerie von Carl Braun ist Gisela Zander.

46. Ein Buch wie dieses möchte auch in die Gesichter der Menschen blieken, denen die Stadt damals zur Lebenslandschaft wurde. Noch einmal erstehen sie vor uns, sehen wir in ihren längst verblichenen Augen Freude und Stolz, Liebe und Enttäuschung. Die Colditzer Familie Rudolph ist hier 1909 von Moritz Lange im Bild festgehalten worden. Johann Friedrich Ernst Rudolph mit Marie Ida geborene Fritzsche im Kreise ihrer fünf Kinder: links Martha, dann Eisa, Frieda, Max und Liska. Das junge Mädchen im Armsessel hat später als Martha Hertel viele Kinder im Mandclinen- und Laurenspiel unterrichtet und sang neben Hilde Hamann und Johanna Blüthig im 'Solisten-Terzett' des Colditzer Kirchenchores.

47. Ursprünglich mündete die Badergasse in den engen Straßenzug der Wassergasse. Andeutungsweise sieht man das auf der rechten Bildseite. Um 1910 gehörte der 'Rasier- und Frisiersalon' Paul Hoffmann. Das spätere Triltsche Haus und diese Gebäude der Wassergasse stehen schon lange nicht mehr. Geblieben ist nur das zweistöckige Wohnhaus von Hermann Andreä, Badergasse 17. Andreä war Gerbermeister und hielt dafür, ein denkwürdiges Utensil zu besitzen: einen roten Strumpf, den Kaiser Napoleon am 6. Mai 1813 in Ramsthals Fabrik vor dem Nikolaitor zurückgelassen haben soll...

Badergasse

48. Da die Colditzer Muldenbrücke nicht schlechthin die Leipziger Straße mit der vorstädtischen Badergasse verband, sondern auch ein wichtiger Muldenübergang für die kursächsische Poststraße Leipzig-Freiberg war, befaßte sich der Dresdener Zwinger-Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann auch mit deren Neubau. Zur Ausführung ist der Bau nicht gekommen. Wohl aber haben sich die Konstruktionsunterlagen erhalten. Auf dieser Postkarte blieken wir von der Brücke in die Badergasse. Vor dem Zweiten Weltkrieg die am stärksten frequentierte Einkaufsstraße. Im ersten Haus links befand sich das stadtbekannte Café Bobert mit seinem schattigen Terrassengarten an der Mulde. Heute besitzt es Bäckermeister Rudolf Marticke.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2021 Uitgeverij Europese Bibliotheek