Colditz in alten Ansichten Band 1

Colditz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Albert Peter Bräuer
Gemeente
:   Colditz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5908-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Colditz in alten Ansichten Band 1'

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49. Die alten Nachrichten verwirren. 1832 schreibt unser Stadtchronist, die erste Colditzer Holzbrücke von 1207 habe bis 1804 allen Zeitläufen getrotzt. Im gleichen Atemzug sagt er andernorts, daß ein Teil der durch den Abriß des Tiergarten-Lusthauses gewonnenen Steine 1790 'dem hiesigen Stadtrath, zu Erbauung der Pfeiler der Muldenbrücke' überlassen wurde. Folgerichtig ist lediglich, daß 1804 eine neue Holzbrücke errichtet werden mußte, die aber schon nach achtzehn Jahren nicht mehr taugte. So kam es 1822 zu einem weiteren Brückenbau, diesmal auf Staatskosten und mit 'fünf steinernen Pfeilern und hölzernen Rahmen'. Der Bau endete im Frühjahr 1823 und kostete 10 166 Thaler, 4 Groschen, 12 Pfennige. Die Aufnahme von 1873 zeigt das stolze Werk, eingerahmt von Schloß und Stadtkirche.

50. Die keramischen Traditionen des Colditzer Gebietes sind fast so alt wie die einst vorhandenen reichen Lagerstätten an Ton, Kaolin und Sand. Am 15. Januar 1708 gelang Johann Friedrich Böttger mit der 'weissen Colditzer Erde, Freiberger Kalkspat und Alabaster aus Nordhausen erstmals ein weißbrennender durchscheinender Scherben. Das war die Geburtsstunde des Meißner Porzellans. Da in der Folgezeit 18 000 Zentner Colditzer Ton in Dresden und Meißen verarbeitet wurden, besinnen sich die Colditzer relativ spät auf den einheimischen Rohstoff. 1804 gründet S.G. Thomsberger mit seinem Schwiegersohn Hermann in der Badergasse die erste Steingutfabrik der Stadt. Die obige Postkarte zeigt das Werk nach der Muldenseite urn 1930.

51. Bis in die siebziger Jahre standen noch die drei ersten Häuser auf der rechten Bahnhofstraße. In Paul Augustins 'Colonialwaren-Handlung' war zuletzt ein Molkereigeschäft, das mancher noch kennen wird. Dann kam ihr Abriß, vor dem nur der dahinterliegende 'Frerndenhof zur Brücke verschont blieb. Bis 1994! Nun steht auch dieses Gebäude nicht mehr. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch, wie man bei Augustins über eine schmale Steintreppe ans Muldenufer gelangen konnte. Als Kinder standen wir fasziniert vor der langen Meßlatte, deren Skala bei so manchem Hochwasser gar nicht mehr ausreichte.

52. 'Fremdenhof zur Brücke' nannte Arthur Wermuth (1881-1970) die vom Vater übernommene 'Restauration' in der Bahnofstraße 6. Auf einer Werbetafel empfiehlt er besonders seinen 'staubfreien Garten mit Genuß des herrlichen Blickes auf Schloß und Stadt Colditz'. Wie an der Fassade unschwer zu erkennen, führten separate Eingänge links zum Kolonialwarenund Spirituosenladen, rechts zur Gaststätte. In diesem Haus schenkte seine Gattin Agnes (1886-1962) vier gesunden Kindern das Leben: Dorothea, Anni, Friedrich und Hans. Friedrich Wermuth hat ein Menschenleben lang im Pfarramt gestanden und Gottes Wort verkündigt, zuerst in Höfgen, danach in Grimma. Gegenwärtig baut das Diakonische Werk anstelle des 'Fremdenhofes' ein Wohn- und Pflegeheim für psychisch Behinderte.

Coldik z: Sa. -

53. Bis 1874 war die Bahnhofstraße ursprünglich ein Teil der Leipziger Straße, deren Wegführung für den Bau der Eisenbahnschienen verlegt werden mußte. Großartige Villen und Geschäftshäuser wuchsen zu beiden Seiten der Straße empor. Der erste Eindruck sollte für die Muldentalbahn-Reisenden der beste sein. Die beabsichtigte Wirkung blieb nicht aus. Betrachten wir nur das mit Klinkersteinen verblendete und von einem Turm bekrönte Eckgebäude. Kaufmann Paul Oertel war einer der stolzen Besitzer. Oder auch das linke Eekgebäude, das sich der skurrile Generaldirektor Zehe von der Steingut A.G. Colditz bauen ließ, Sie alle repräsentieren einen wirtschaftlichen Wohlstand, der durch den Eisenbahnbau in der Stadt Einzug hielt.

54. Viele Privatbahnen waren nach 1871 reine Spekulationsobjekte. So nicht die Muldentalbahn. Sie wurde auf solider Basis und streng nach den Bestimmungen der Sächsischen Staatseisenbahn errichtet. Während der 1874 begonnene Streckenabschnitt Rochlitz-Großbothen schnell voranschritt, verzögerte sich der Baubeginn in Colditz. Vor allem erhitzte die Gemüter, ob der Bahnhof nun am linken oder rechten Muldenufer seinen Platz finden werde. Nach viermaligem Protest der Stadtväter wurde schließlich weitergearbeitet. Aufwändige Felssprengungen waren unvermeidlich, bis 1875 mit dem Brückenbau über der Rochlitzer Straße begonnen und die Strecke am 9. Dezember 1875 endlich für den Verkehr freigegeben werden konnte.

Colditz von der Rochlitzer-Straße gesehea.

55. Eingebettet im Erzgebirgsvorland, steigen die Häuser der Stadt terrassenartig aus dem Talbecken hinauf, gleichsam mit der Landschaft wachsend. Obenauf Schloß und Kirche als Stadtkrone. Die Gleisführung der 'Muldenthal-Eisenbahn' Rochlitz-Großbothen folgt dem Muldenlauf. Mehrfach ist der Bliek vom Hartenstein auf Zeichnungen und Fotos festgehalten worden. An dieser Stelle trennt der Fluß nicht, er verbindet und ist seit Menschengedenken die Lebensader des Colditzer Landes.

C:olàitz i. Sa.

Blick aufs Schloß

56. Der Mühlgraben ist so alt wie die Mühle selbst gewesen, und vielen noch als 'Klein Venedig' bekannt. Ihn säumten gedrungene, verschachtelte Häuser. An seinen Ufermauern wuchs Zymbelkraut herab, und der Stadthirte trieb Lämmer und Böcke über die 'Schafbrücke' zur Weide. Malerisch spiegelte sich das Schloß in seinem ruhig dahinfließenden Wasser. Kein Motiv hat Heimatkünstler und Fotografen mehr gereizt. Heute ist er 'verrohrt' und wird von einer modernen Straße überquert. Wir kehren immer wieder zur gleichen Einsicht zurück: Nur was man liebt, kann man schützen und bewahren.

57. Hoch ragen die Giebel der 1929/30 in norddeutscher Bauform errichteten Allgemeinen Ortskrankenkasse empor. Das Haus steht in der Pestalozzistraße 3. Sein Hauptbau wurde zu Verwaltungs- und Wohnzwecken genutzt, daneben war eine Badeanstalt mit der Bademeisterin und Masseuse Gertrud Mehnert. Nach der deutschen Wiedervereinigung ist rechts erneut die AOK und links die Physiotherapie Mohn GmbH cingezogen.

58. In dankbarer Erinnerung an Kurfürstin Sophie von Sachsen, die die Hauptzeit ihres Lebens in Colditz verbrachte, kam es 1877 bis 1879 zum Ausbau der oberen Sophienstraße und des Sophienplatzes. Dieser Ambition folgte auch der Erbauer des 'Wettiner Hofes'. Das zuletzt von Martin Schädlich besessene Restaurant und Hotel nannte Bruno Thieme zu Beginn unseres Jahrhunderts 'Konzert- und Ball-Etablissement'. Tatsächlich sind hier viele Konzerte mit damals namhaften Solisten, Vorträge und Festbälle veranstaltet worden. Saal und Garten zählten zu den vornehmsten der Muldenstadt.

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