Colditz in alten Ansichten Band 1

Colditz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Albert Peter Bräuer
Gemeente
:   Colditz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5908-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Colditz in alten Ansichten Band 1'

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COLDITZ i. Sa.







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59. Wir blieken in die Sophienstraße. Linker Hand das Eckhaus der langeingesessenen Kaufmannsfamilie Paul und Fritz Weise. An ihrer Geschäftsfassade boten sie in schier unerschöpflicher Vielfalt alles feil: 'Rucksäcke, Gamaschen, Bürstenwaren und Pantoffeln, Tesehing- und Revolver-Patronen, Tabak, Cigarren, Rum, Punsch, Benzin, tote Heringe .. .' Darüber hinaus hat Fritz Weise viele chronistische Aufzeichnungen über originelle Personen hinterlassen. Hierunter auch eine faszinierende Episode von 'Seiferts Oskar', Leipzigs berühmten Marktschreier. Im Eckhaus gegenüber waren Emil Oertels Bäckerei und das Restaurant Sedan.

60. Früher hörte man häufig sagen: 'Mein lieber Freund und Kupferstecher!' Eine Anrede, die oft 'nicht ganz ohne' war. Der Charakterkopf des letzten Colditzer Kupferstechers ist das auch nicht. Carl Krepel war am 9. Februar 1858 in Trier geboren und verstarb am 19. August 1941 in Colditz. Das Städtische Museum verdankt der Enkeltochter Veronika Bernhard aus Eisenberg (Pfalz) manch schönes Erinnerungsstück aus seinem Nachlaß. Über ein halbes Jahrhundert hat er in Colditz gezeichnet, aquarelliert und gestochen. Kunstvolle Werke, aber auch humorvolle Arbeiten, wie auf der nächsten Seite zu sehen.

61. 'Oktoberfest in München' nannte der Gewerbeverein das Fastnachtsvergnügen am 20. Februar 1911. Für das bayerische Volksfest zeichnete Carl Krepel den 'Feichtfreelichen Gruss aus Colditz im scheenen Sachsen', Der Colditzer Buchhändler Walter Huhn gab ihn als Postkarte heraus. Alles scheint aus den Fugen geraten. Sophienplatz und -straße taumeln. Aber nicht nur die. Ein Zeeher liegt bereits vor Weisens Laden am Boden, ein anderer wird durch die Restauranttüre hinauskomplimentiert. Man schreit, tanzt, rauft und liebt sich, Selbst der Schloßturm flirtet beherzt mit dem schüchtern dreinschauenden der Stadtkirche ... Die Jungen staunen nicht schlecht, was es in der guten alten Zeit so alles gegeben hat.

62. Am 16. August 1886 ist die Bürgerschule am Sophienplatz feierlich eingeweiht worden. Damals stand bereits der Zierbrunnen inmitten des Platzes. Von Oswald Radestock wissen wir, daß er 'immer nicht funktionierte'. Um aber das Wasser nicht nutzlos weglaufen zu lassen, wurde vor dem Brunnen ein großer Holzbottich aufgestellt. Von den zwei so grundverschiedenen Wasserspendern hat keiner das 20. Jahrhundert erblickt. Wohl aber das Schulhaus. Ununterbrochen wird hier gelehrt und gelernt. Seit wenigen Jahren ist aus der einstigen Bürgerschule das erste Colditzer Gymnasium hervorgegangen, dem Wolfgang Lippe als Direktor vorsteht.

63. Das Lehrerkollegium der Volks- und Fortbildungsschule, um 1925 aufgenommen. Am Tisch sitzen von links nach rechts: die Herren Richard Karch, Kantor i.R, Oskar Kober, Direktor Bräunich, Bruno Scheffler und Organist i.R. Gustav Schaffrath. In der mittleren Reihe stehen, von links nach rechts: Wilham Ostermai, Arno Staudte, Organist Max Richter, Fräulein Käthe Franke, Fräulein Eckert, Fräulein Margarethe Schulze, Fräulein Leonhardt sowie die Herren Willi Lorenz und Franz OUo. In der hinteren Reihe stehen, von links nach rechts: die Herren Arno Ehemann, Hermann Starke, Kar! Dathc, Otto Michel, Arthur Apel und Kantor Alfred Hösel.

Colditz.

Muidenpartie am Muldenschlösschen.

64. An der Muldenfurt mag die Geschichte von Colditz ihren Anfang genommen haben, denn Handel und Wandel bestimmten in der Nikolaivorstadt von jeher das Leben. 1583ließ Kurfürst August über diese Furt die erste Brücke bauen. Leider war sie nur von kurzer Dauer, denn bereits nach zwölf Jahren, am 28. Februar 1595, fiel sie einem schweren Eisgang zum Opfer. Ferdinand Müller, der mutige Fährmann von Kleinsermuth, siedelte 1879 nach Colditz über. An der Muldenfurt richtete er einen Gondel- und Fährbetrieb ein und baute in unmittelbarer Nähe zu seinem Gasthof 'Muldenschlösschen' den hier zu sehenden Holzsteg. Fortan nannten ihn die Colditzer liebevoll 'Steg-Muller'.

Cölditz i. Sa.

Heimatsturm

MuIdental

Steingutfabrik

65. Das sich hier nach beiden Seiten hin öffnende Muidental zeigt uns noch einmal den Müllerschen Steg, den seit 1969 eine neue Brücke abgelöst hat. Links im Hintergrund Töpelsberg mit Heimatturm, und am jenseitigen Muldenufer die 1907 neu gebaute 'Steingut A.G. Colditz'. Das Firmengelände nimmt sich vergleichsweise bescheiden aus, wenn man bedenkt, daß das Werk bereits 1937 mit zu den größten in Deutschland zählte. Otto Franz war der letzte Direktor. 1948 ging aus der A.G. der 'VEB Steingutwerk Colditz' hervor, den 1958 wiederum der 'VEB PorzeJlanwerk Colditz' ablöste. Mit 1 200 Beschäftigten wurde Haushalt- und Hotelgeschirr für dreißig Länder der Erde produziert. Die heutige 'Vereinigte Porzellanwerke Carl Schumann GmbH Colditz' liefert Erzeugnisse unter anderem nach Italien, Frankreich, Dänemark und Schweden.

friedhojskirche

66. Die St-Nikolai-Kirche auf dem Colditzer Stadtfriedhof wurde im frühen 12. Jahrhundert errichtet. Sie ist das älteste Bauwerk der Stadt. An ihrer Nordseite befinden sich acht Gedenktafeln mit den Namen der aus dem Kirchspiel im Ersten Weltkrieg Gefallenen. 'Zum Andenken an seinen gefallenen einzigen Sohn' stiftete Arno Stockmann 1922 ein Ehrenmal, das dem romanischen Nordportal beziehungsvoll vorgeblendet ist. Es stammt aus der Werkstatt des Bildhauers Arthur Lange (1875-1929). Damals wie heute hat das göttliche Wort aus Jesaja 30,15 im Giebeldreieck des Denkmals den gleichen Ernst, die gleiche Dringlichkeit: 'Wenn Ihr stille wäret, könnte Euch geholfen werden.'

67. Die Kirche von Lastau um 1890. Gleich neben dem Burgberg schmiegt sich an den Südrand der Muldenaue die Ortschaft Lastau. Seit 1994 gehört die Gemeinde zur Stadt Colditz. Nur eine Straße schlängelt sich aus dem Tal in das kleine Dorf hinauf, dessen Name schon 981 in der berühmten Chronik Bischof Thietmar von Merseburgs erste schriftliche Erwähnung fand. Dicht liegt Gehöft an Gehöft. Nur der schlanke Kirchturm hebt sich auffällig am Horizont ab. In den letzten Jahren ist das vom Friedhof umgebene Gotteshaus aufwendig renoviert worden und nun eine Zierde unter den Landkirchen. Gemeindepfarrer ist Johannes Herberholz, Kirchnerin seit fast dreißig Jahren Annelies Fritzsch.

68. Sie ist nur vierunddreißig Jahre alt geworden, Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz, seit 1797 Gemahlin König Friedrich Wilhelrns lIL von Preußen. Ihr plötzlicher Tod löste 1810 eine Welle tiefer Trauer und Fassungslosigkeit aus. Vor allem im sozial-politischen Umfeld erwarb sie sich bleibende Verdienste. Selbst Mutter von zehn Kindern, wußte sie um die Not der vielen anderen Mütter im Lande wie selten eine Fürstin. So stiftete sie unter anderem Geld, um Kinderbewahranstalten anzuregen. Nach 1871 wurden Wohlfahrtsvereine, die sich ausschließlich um Kinder bemühten, aus dem Stiftungskapital der Königin Luise begünstigt. 1896 kam es zum Bau des 'Luisaheimes' in Colditz. Das Gebäude steht, wir sehen es, noch ganz allein auf weiter Flur, und die heutige Luisastraße zeigt sich als besserer Feldweg.

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