Colditz in alten Ansichten Band 2

Colditz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Albert Peter Bräuer
Gemeente
:   Colditz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6147-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Colditz in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

9 Viele Iahre sind darüber hinweggegangen, und nur wenige werden sich noch des 'Marterls' erinnern, das uns hier durch ein Foto aus dem Nachlaß von LehrerVolkmar Dietzsch (1923-1978) ûberliefert ist. Noch 1954 stand es arn Anfang des Hauptweges zu Schlobachs Berg, der dort parallel zur Hainbergstraße verläuft (rechter Hand wird die Tiergartenmauer sichtbar) und mahnte den Wanderer: 'Die Blume spricht: / Sieh an mich nur, / Doch pflück mich nicht. / Denn mein schönes kurzes Leben, / Hast nicht Du, hat Gott gegeben!'

10 Vor Arthur Schober und Erich Noch war Bäckermeister Willy Lucko Inhaber der Brot - und Weißbäckerei in der Haingasse 24. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, mußte er mit ins Feld ziehen. Schon 1915 ist Willy Lucko gefallen. Ein Postbote überbrachte der Familie den schicksalsschweren Brief, der in großen schwarzen Lettern einem abscheulich-patriotischen Nationalismus huldigte: 'Kein schön'rer Iod ist auf der Welt, als wer vom Feind erschlagen fällt .. .'

Willy Kind hat die 'Kriegerswitwe' Hilma Lucko mit ihren kleinen Töchtern Margarethe (links) und Gertrud (rechts) einschließlich des Kindermädchens fotografiert.

11 Die 'Heiste' in der Hamgasse. Links Arthur Dietzes Schankwirtschaft 'SchlossKeller', die als erste in Colditz ein 'elektrisches MusikInstrument' offerierte. Daneben dasWohn- und Geschäftshaus von Kreishandwerksmeister Albert Bräuer (aus dessen Werkstatt die sich noch heute auf dem Turm des Rathauses drehende Wetterfahne stammt) und Schneidermeister Walter Wavrineks Domizil. Auf der hohen und niederen Heiste wächst seit einigen [ahren sowohl violett blühender 'Mauerefeu' , ein Zimbelkraut (Cymbalaria muralis), als auch der kalkliebende 'Blasenfarn' (Cystopteris fragilis ): in unserer Stadt

botanische Seltenheiten, die unbedingt geschützt werden sollten.

12 Verlobungsfeier des nachmaligen Rittmeisters Bernhard Felix Schlobach mit Fräulein Anna Margarete Everken aus Wiesbaden im Iahre

1 91 6. Von links nach rechts sitzen: Helene Katharina Pfützner geborene Schlobach (1884-1962), Carl Rudolf Schlobach (1855-19]7), Anna Margarete Everken (1890-1 96 9), Bernhard Felix Schlobach (]889-1960), FranziskaAnna Everken (Brautmutter), Helene Pauline Schlobach geborene Kärsten (1859-] 92]), Margarete Schlobach geborene Hösel (1895-1970) und Carl RudolfSchlobach (1886-1945). Der Älteste in dieserTafelrunde war Mühlenbesitzer Carl RudolfSchlobach (2. von

links), eine reputierliche Persönlichkeit, die am wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt maßgeblichenAnteil harte. Wenngleich sein Vorhaben, einen eigenen Eisenbahn-Anschluß in die Werk-

anlage legen zu lassen, nicht zur Perfektion kam, an genialen Bemühungen hat es nicht gefehlt. Davon zeugen viele Grundstückskäufe am jenseitigen Muldenufer. Hier sollte die Strecke entlang gehen,

dann über eine Eisenbrücke die Mulde überqueren und direkt ins Mühlengrundstück führen.

13 Nach dem Mühlenbrand vom 10. Oktober 1879 lagen bereits am 17. November des gleichen [ahres die Zeichnungen zum Wiederaufbau von BaumeisterT.L. Graul aus Rochlitz var. Am 2 1 . Februar 1881 zeigte Mühlenbesitzer Gustav Reinhold Sieber, er und Carl RudolfSchlobach (1) waren mittels Gesellschaftervertrag seit dem 8. Dezember 1880 'gemeinsame Eigenthümer der sogenannten Amtsmühle zu Colditz' , den Abschluß des Neubaues von Mühle und Wohnhaus an. Im wesentlichsten handelt es sich hierbei um die Gebäudeteile, die heute noch als Haingasse 3 zu sehen sind. Das Foto gewährt einen großartigen Blick in die zu jener Zeit

entstandene Vorhalle des Schlobachschen Wohnhauses. Für die gesamte Breite durchzieht sie den rechten hinteren Teil des Grundstückes Nr. 215, das ursprünglich der 'Getreidemakler und Restau-

rateur' Iohann David Ferdinand Heymann besaß. Kreuzgratgewölbe und Ausstattung sind von seltener, edler Schönheit.

14 Im Iahre 1890, als Professor Cornelius Gurlitt (1850-1938) am 19.Heft seiner 'Beschreibenden Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen', die Amtshauptmannschaft Grimma betreffend, arbeitete, pflegte er zumeist im Colditzer Gasthof'Zum goldnen Kreuz' zu logieren. Das hatte gewiß viele gute Gründe. Einer davon war die hübsche zwanzigjährige Gastwirtstochter Martha Weigel. Ihr Foto bedichtete der Geheimrat mit den Worten: 'Dein Bild ist schön. Doch schöner ist des Bildes Original..: Martha Weigel ist später mit Stadtmusikdirektor Paul Stadler verheiratet gewesen. Die Ablichtung ihres e1terli-

chen Hauses dürfte die früheste sein. Wir schreiben das

J ahr 1 876 und haben einen seltenen Bliek auf den linken Straßenzug derTöpfergasse. Kleine niedrige Häuser schmiegen sich aneinander.

Von ihnen hat kein einziges die Gründerzeit überlebt.

IS Am Kirchberg 2 fügte sich das Haus der Schokoladenwaren- und Zigarrenhändlerin Selma verwitwete Richter harmonisch ins Obermarkt-Ensemble. Mit demAbriß des Gasthofes 'Zum goldnen Kreuz' (ein Haus weiter) ist auch ihr Anwesen einem sonderbaren Zeitgeist geopfert worden. Merkwiirdigerweise sind diese Geister immer noch nicht ausgestorben, obwohl staatliche Behörden schon 1815 erkannt hatten, daß 'Gebäude in den Städten, die an Straßen oder öffentliche Plätze stoßen, nicht zerstört oder vernichtet' werden dürfen ...

161mJahre 1913 erließAugust Weise auf der Städtischen Polizeiwache im Rathaus den Tages-Befehl: 'Heite wem mor offgenomm. Wenn Ihr bei Langs Moritz eenrickt, stellt dr Eich sofort hin. Rufe ich "Stillgestandn!", dann Klappe zu, strenge gucken un an unsern Keenich denkn. Fertsch is es Bild. Daß mir das ooch klappt. E zweetes Bild gibts nich, das werd zu deler!' Zu gut deutsch: 'Heute werden wir fotografiert. Wenn Ihr bei Moritz Lange einrückt, stellt Ihr Euch sofort hin. Rufe ich "Stillgestanden! ", dann Mund zu, streng gucken und an unseren König denken. Fertig ist das Bild. Daß mir das auch klappt. Ein zweites Bild gibt es nicht, das wird zu teuer!'

Von der Befehls-Ausführung kann sich der geneigte Leser selbst überzeugen, denn hier stehen sie, die königlichsächsischen Gesetzeshûter, von links nach rechts: Herr Kupper, Gustav Müller, August

Weise, Bruno Steyer und Johannes Hoffmann.

1 7 Sachsens letzter König Friedrich August lIL besuchte am 17. März 1906 die Stadt Colditz. Über die königliche Visite ist im 'Colditzer Wochenblatt' vom 22. März 1906 unter anderem zu lesen:

Auf dem Markte hatten sich die Schützengesellschaft, die freiw. Ieuerwehr, der Sängerbund und der Turnver ein aufgestellt. Das Publikum stand auch hier dicht zusammengedrängt. Kurz vor 3 Uhr langte Se. Majestät urn Rathaus an, von allen Seiten urnjubelt. Majestät entstieg dem Wagen, nahm dieVorstellung des Herrn Bürgermeister Müller und Stadtverordnetenvor steher durch Se. Exzellenz Herrn Kreishauptmann von Ehrenstein entgegen und begab Sich unter Führung beider Herren in das Rathaus ...

18 Der Ratssaal des Colditzer Rathauses, wie er sich in den Iahren 1890 bis 1935 zeigte. Beeindruckend sind die tiefen Nischen sowie Tûrgewände, Säulen und Kragsteine aus Rochlitzer Porphyrtuff.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek