Colditz in alten Ansichten Band 2

Colditz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Albert Peter Bräuer
Gemeente
:   Colditz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6147-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Colditz in alten Ansichten Band 2'

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29 Ein Kantor kann nur überzeugen, wenn er nicht sich selbst, sondern die Musik ernst nimmt. [ohann Ernst Geissler hat die Musica sarera sehr wichtig genommen und ist zweifellos die bedentendste Colditzer KirchenmusikerPersönlichkeit des 19. [ahrhunderts.Am 19.Juni 1827 in Lausick geboren, besuchte er nach der Fürstenschule Grimma ein Lehrerseminar und war anschließend als Kreisschulvikar bzw. Kirchschullehrer in Glasten und Mockau tätig. 1858 trat er dann sein Kantorenamt in Colditz an, das er sage und schreibe 35 Iahre innehatte. Auch die 1847 gegründete Liedertafelleitete er 36 [ahre. In der 1899 erschienenen

'Geschichte der Cantoren und Organisten von den Städten im Königreich Sachsen' führt Reinhard Vollhardt insbesondere Geisslers Kompositionen über Psalm 21, 90 und 100 an. Im gesegneten Alter von

fast 93 [ahren ist Kantor Geissler am 17. Mai 1 92 0 heimgegangen. Das ûberlieferte Foto zeigt ihn mit seiner zweiten Prau Iulie Louise geborene Michels im Sommer 1893.

30 Am l ójuni 1907, zum 80. Geburtstag von [ohann Ernst Geissler, ist die große Familie des Kantors auf einem Gruppenbild festgehalten. Von links nach rechts stehen in der hinteren Reihe: der Mathematiker prof Dr. Georg Wiegner mit Frau Sidonie geborene Geissler, Tierarzt Dr. Arthur Geissler mit Frau Otilie, Karl Stock, Emil Stock, Guido Geissler mit Frau Grete geborene Mosch, Kantor Max Günther mit Frau Helene geborene Geissler und Kaufmann Wilhelm MichaeL In der vorderen Reihe steht links RudolfWiegner, danach folgen sitzend Adele Stock geborene Geissler, Liesbeth Riedl geborene Ceissler, Lehrer Riedl, Iulie Louise Geissler

geborene Michels, Kantor Johann Ernst GeissIer, Ida verwitwete Kaufmann Burgaid, Margarethe Michael geborene Geissler, und in dem damals gewiß überaus modernen Hochrad-Kinderwagen po-

stieren sich die MichaelTöchter Lotte (links) und Louise (rechts). Wäre noch nachzutragen, daß der international bekannte Leipziger Konzert-und Oratoriensänger Prof. Hermann Christian Pol-

ster ein Urenkel Kantor GeissIers ist. Die hier abgebildeten Wiegners sind seine Großeltern.

31 Der Dienst des Glöckners galt in alten Zeiten des Christentums als heiliges Amt, das meist nurWürdenträger ausüben durften. Heutigentags verrichten vielerorts elektrische Läutemaschinen die Arbeit. Bernhard Taubert war ein Menschenleben lang Glöckner und Küster an St. Egidien. Erst im vorgerückten Alter hat er das Amt seinem Schwiegersohn Max Kutzer übergeben. Mancher wird sich noch an denliebenswerten Mann mit schlohweißem Schnautzbart erinnern. Als er starb, war es seine Frau Marie, eine Taubert -Tochter, die den Glöcknerdienst bis zu ihrem eigenen Lebensende versah. Obgleich fast erblindet, sehe ich sie noch vorsichtig ta-

stend vom elterlichen Haus in der Schloßgasse 6 zur Stadtkirche gehn, um das unterdessen auch hier eingebaute elektrische Läutewerk zu bedienen. Auf obigem Bild ist Bernhard Taubert mit Ehefrau

Auguste und den acht Kindern zu sehen: Marie, Paul, Anna, Ella, Frieda (vonlinks nach rechts, hintere Reihe) sowie Liesbeth, Kurt und Arthur (vordere Reihe).

32 Stadtkassendirektor Friedrich Emil Mann. Unter den bislang 32 Vorsitzenden hat er der Liedertafel Colditz am längsten vorgestanden. Am 28.April1860 geboren, berief ihn die Chorgemeinschaft 1 885 zum 1. Vorsteher. Ein Amt, das er wie kein Zweiter ausfüllte und bis 1908, also 23 jahre, innehatte. Als am

18. September 1905 der Colditzer Sängerbund aus der Taufe gehoben wurde, war Friedrich Emil Mann der Gründer. Aus Anlaß des 50jährigen Sängerjubiläums erhielt er 192 7 den 'Ehrenbrief" des Deutschen Sängerbundes, besuchte noch bis ins hohe Alter die Chorproben und starb am 23.Februar 1942.Ander Westmauer des Stadtfriedhofs

hat seine Gruft, unweit der Schlobachschen, die Zeiten überdauert. ' ... Deiner, 0

Sel' ger, denken wir in Segen; schlumm're in Prieden!' (Aus dem Männerchor-Grabgesang von EG. Klopstock.)

33 In diesen Tagen schickt sich die Colditzer Liedertafel an, eine neue Sängerfahne streken zu lassen. Zum 150. Chorjubiläum soll sie fertig sein. An der alten Fahne sind halt auch nicht die Iahre spurlos vorüber gegangen. Aber, was war das für ein stolzes Fest, als diese am 4.August 1889 geweihtwurde!Was Rang und Namen harte, war auf dem Marktplatz zusammengelaufen.

34 Handwerk, Handel und Gewerbe bilden von jeher die rechte Grundlage für das wirtschaftliche Gedeihen einer Stadt. Die Ersterwähnung der Colditzer Fleischhauer-Innung geht auf das [ahr 1 575 zurück. Vor alters war es Brauch, mit dem zu schlachtenden 'Meisterochsen' durch die Stadt zu ziehen. Hieran beteiligten sich alle Fleischhauer der Innung, und Geschäftsleute schenkten dem Kandidaten die zum Schlachten notwendigen Gerätschaften. Ein solches Ereignis ist auf diesem Foto vom 7. januar 1914 festgehalten. Vor Carl Friedrich Krämers Haus am Markt 5 hält Fleischergeselle WaltherThonig den geschmückten Ochsen, an dem

Ewald Arthur Lehmann (der 7. von links mit dem Schlaghammer) seine Meisterprobe abzulegen hatte. Fleischermeister Lehmann kaufte noch im gleichen [ahr das Krämersche Geschäft und betrieb es

bis 1935.Weil1930 auchdas Zollwitzer Rittergut in seinen Besitz übergegangen war, ist er nach dem Zweiten Weltkrieg nach Sachsen-Anhalt 'landesvertrieben' worden.

35 Auf diesem schönen Foto, das sich ursprünglich im Besitz von Frau Gertrud Weiske in Thierbaum befand, sehen wir den 'reichseigenen Postwagen'; von einer originalen Pferdestärke gezogen, links auf dem Kutschbock Postillon Schneider und rechts Postmeister Viktor Schmidt. Es hat leicht geschneit, und wir blieken in den Hof des 'Kaiserlichen Postamtes' um das Iahr 1910. Durch den Bau der Muldentalbahn verlor die Posthalterei zunehmend an Bedeutung. Postmeister Heinsius von Mayenburg sah sich deshalb gezwungen, Privatfuhrwerke einzusetzen. Ab

1 879 wurde mit dem Fuhrwerksbesitzer Ernst Günther ein Vertrag abgeschlossen, der

den Posthalter verpflichtete,

? einen Postillon und ein pferd zu stellen, um den reichseigenen Postwagen von und nach dem Bahnhof zu befördern'. Fuhrunternehmer August Emil Hammer hat als Letzter

diesen Dienst verrichter, denn 1926 ist die Posthalterei gänzlich aufgelöst worden.

36 Sie waren klein und hatten über 120 [ahre den Zeitenläuften getrotzt, die drei ersten Häuser der NikolaistraBe. Von links nach rechts sind ihre letzten Eigentümer die Familien Sauerbrey, Winkler und Hammer gewesen. Viele Leser werden hier Probleme mit der Orientierung haben, doch diese wieder erlangen, wenn sie sich des dahinter stehenden Schulhauses am Sophienplatz bewußt werden. Dort, wo einst [ene Häuser standen, ist heute die Grünfläche im Mündungsbereich NikolaistraBel Schulstraße.

37 Genau vor einhundert jahren, am 14. Dezember 1895, nahm das städtische Elektrizitätswerk seinen Betrieb auf und beleuchtete einen Tag später alle Straßen und Plätze mit elektrischem Licht. Der Fotograf dieses Bildes hat das Terrain 1 898 aus der ehemaligen Berufsschule aufgenommen. Rechts das Elektrizitätswerk; an der kaum bebauten Nikolaistraße stehen erst drei neue Häuser: Links beginnend Nr. 7 (besitzen heute Margitta und Gert Hemmrich), Nr. 11 (dito:

Hannelore und Helmut KelIer) und Nr. 13 (dito: Marieluise Kreisel). Nach 58 [ahren, am 1. Februar 1 953, ist das Elektrizitätswerk aufgelöst worden. Unter den letzten

Beschäftigten waren Ralf Schwan, HeinzAugustyniak, Kurt Hoppe, Heinz Köhler und Wolfgang Georgius. Das Gebäude ansieh steht heute noch. In ihm befindet sich eine Wohnung sowie der Ge-

tränkehandel von Heidi und Bernd Hofmann.

38 Es ist wohl mit jeder technischen Neuerung so: Ist sie erst einmal da, möchten auch die Skeptiker am Fortschritt teilhaben. Keine drei Monate nach Inbetriebnahme des städtischen Elektrizitàtswerkes nahm der private Stromverbrauch in Colditz gravierend zu, sodaß die Anlage erweitert werden mußte. Auch ein neuer Kessel mußte her. 1897 bestimmt das Ereignis des [ahres, als der Transport des Zwei-HammenRohrkessels mit 40 Quadratmetern Heizfläche bei 7 Atmosphären Druck über den Topfmarkt roilte. Vier Pferde hatten 'schwer an dem MetallRiesen zu ziehen. Fuhrwerksbesitzer August Emil Hammer, dessen ehemaliges

Wolmhaus auf der Schulgasse 14 im Hintergrund zu sehen ist, leitete die 'riscante Fuhre'. Rechter Hand das alte Spritzenhaus Schulstraße 2 (es wird zur Zeit von Familie Maik Hommel bewohnt) mit

vorgebautem hölzernen Schlauchturm, in dem nach einem Löscheinsatz der Feuerwehr die Wasserschläuche getrocknet wurden.

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