Colditz in alten Ansichten Band 2

Colditz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Albert Peter Bräuer
Gemeente
:   Colditz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6147-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Colditz in alten Ansichten Band 2'

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39 Auf dem Grundstück Ecke Schulgasse 14/Wassergasse 2 gründete August Emil Hammer (1862-1928) ein Fuhrgeschäft, mit 18 pferden das größte der Stadt. Damals gab es halt noch viel zu fahren: den Postwagen, den Leichenwagen, die Arzt-Kutsche, Kohlen, Holz und Baumaterial. Später übernahm Emil RudolfHammer (1892-1951) das väterliche Geschäft. Inzwischen war das motorisierte Zeitalter der Kraftwagen und Autobusse angebrochen. So empfahl er seiner werten Kundschaft 1931 unter anderem eine Achttagereise von Colditz über Dresden, Bodenbach und Prag nach Wien zum Fahrpreis von sage und schreibe 68 Reichsmark.

Nach 1950 ist 'Reise-Hammer' unter Sohn Günther zum festen Begriff geworden. 1972, gerade im achtzigsten ]ubiläumsjahr des Betriebes, mußte die Geschichte des alteingesessenen Familienunter-

nehmens enden. Es ging, wie viele andere auch, in 'Volkseigentum' über.

40 Im jahre 177 5 ließ GortfriedAugust Költz diesen repräsentativen Manufakturbau errichten, um Leinwand zu Kattun und Zitz zu verarbeiten. Die Toreinfahrt war an der Schulstraße und befand sich auf dem Gelände des heutigen Postamtes. Als der französische Kaiser Napoleon 1. am 5. Mai 1813 in die Stadt einzog, übernachtete er in diesem Gebäude. 1808 ging die Fabrik an die Gebrûder Ramsthal (zur Zeit bekommt die denkmalgeschützte Farniliengruft G.H. Ramsthals auf dem Stadtfriedhof ein würdiges Äußere) und 1816 an cc Schwägrichen. Die Schwägrichensche Dampfbleiche galt damals als größte und modernste in Sachsen.

Zwischen 1842 und 1886 wurde aus dieserPabrique' die erste Colditzer Bürgerschule.

41 Trotz mehrfacher Wandlungen har das Haus, heute Nikolaistraße 8, konsequent den Schul-Status beibehalten. 1887 wurde es ZeichenschuIe, zehn [ahre später zur Fachschule erweitert und 1913 Gewerbeschule. Zur Einweihung der Handelsschule ist 1932 dieses Foto entstanden. An der 'Öffentlichen Handelsund Gewerbeschule zu Coldirz' lehrten Ingenieur Fritz Lehmann, Dr. Friedrieh Lämmerhirt, Studienassessor Gerhart Gowasch und Diplom-Berufsschullehrer Friedrich Weise; Direktor war Studienrat Gerhard Kießling. Nach umfangreichen Baumaßnahmen ist aus dem alten Gebäude nun die 'Grundschule Colditz' geworden. Im Au-

gust 1995 öffnete sie ihre Pforten; Schulleiterin ist Hannelare Werner.

42 Ein Bild, das für sich selbst spricht: Die obere 50phienstraße im [ahre 1877.

43 Martin Schädlichs Restaurant und Hotel 'Wettiner Hof' war in Colditz schon eine vornehme Adresse. 1926 empfahl er den gut 'bürgerlichen Verkehr in vollständig neu vorgerichteten Lokalitäten, den Großen Fest-Saal, freundliche Fremden- und Gesellschafts-Zimmer, verschließbare Auto-Garagen, Ausspannung, Ausschank von hiesigen und bayrischen Bieren, reichhaltige Speisekarten und Unterhaltungs-Konzert in allen Räumen'. Auch herrschte reg es Treiben, wenn der Vortragsverein hierher einlud oder der SächsischThüringische Heimatbund tagte. Weniger bekannt war, das im 'Wettiner Hof' auch Näh- und Stickunterricht auf

Singer-Nähmaschinen erteilt wurde. Wie das Foto beweist, ging ein Kursus vom 21. August bis 12. September 1 92 8.

44 Anfangs hatte die Buchdruckerei des Colditzer Kantorensohnes Guido Geissler in den Räumen der heutigen Eisenwarenhandlung von [ürgen Reinhardt am Sophienplatz 4 ihre Unterkunft. Später ist noch Sophienplatz 3, das Haus rnit dem Tordurchgang zurTöpfergasse, dazugekommen. Um 1916 befanden sich daselbst auch Verlag und Druckerei des 'Colditzer Wochenblattes'. Erst als die Zeitung täglich erschien, ist ihr Name in 'Colditzer Tageblatt' umgewandelt worden. Das war der 1. Juli 1919. Zwischen 1831 und 1945 liegt eine wichtige Etappe Colditzer Zeitungsge-

schichte, die die Swing Druck GmbH am Albertplatz 4 seit 1989 wieder neu belebt.

45 Im Hinterhaus am Markt 13 befand sich viele Iahre die 'Spielschule', ein privater Kindergarten, den [ohanneLuise van Witzieben leitere. Hier ihre Zöglinge aus dem Iahre 1 92 9: Von rechts nach links stehen in der hinteren Reihe: Iochen Gey, Ruth Ulbricht, (der Name dieses Jungen konnte nicht ermittelt werden), Gerd Rüffer, Sigrid Eismann, Liselotte Hunger, Helmut Schneider, Fräulein van Witzleben, Rosemarie Schindler, Erika Hamann und Marianne Müller.

In der vorderen Reihe stehen:

Inge Franz, Werner Rüffer, Eva Müller und Anita Meyer. Davor sitzen: Erika Stephan, Gottfried Hegewald, [ochen Eichhorn, Christa Beilig, Fritz

Weber, Erhart Schädlich, KarlHeinz Schröder und Gûnter Commichau.

46 Es gibt keine Schonheit an sich. Ein Bach oder Fluß ist erst schön, wenn er sich in unseren Augen spiegelt. Auch im Nutzen eines Gewässers liegt Schönheit. Der alte Colditzer Mühlgraben sorgte nicht nur [ahrhunderte dafür, daß stets genügend Brot in Stadt und Land gebacken werden konnte. In dem Maße, wie er Häuser, Gärten und Brücken berührte, miteinander verband, das war von einer solchen Idylle, daß die Colditzer liebevoll dazu 'Klein- Venedig' sagten.

47 Verträumt stehn sie da, fast wie im Märchen. Ûber ihnen liegt etwas von [ener anmutigen Melancholie, die im Schweigen erzählt. Das untere Haus gehörte einmal zum Fürstenweg 1. Hier gehen seit vielen Iahrzehnten unsere Iüngsten ein und aus. Die Volkssolidarität LeipzigLand ist jetztTräger des Kindergartens. Das obere Haus (Fürstenweg 3) stand einstmals auf dem großen Terrain der Gärtnerei Martin. Hermann Reichelt, Umsiedler aus Ostpreußen, hatte es nach dem Zweiten Weltkrieg erworben und nur den einen Wunsch, hier seinen Lebenslauf dereinst beschließen zu können. 1981 war ihm das im gesegneten Alter von 92

jahren vergönnt. Danach ist das Haus abgerissen worden und durch ein neues im hinteren Gartenbereich ersetzt, Edith und Manfred Deutscher sind seine Besitzer. Die von H. Reichelt gepflanzte Wey-

mouthskiefer ist heute ein stattlicher Baum. Sie weiß als einzige noch von alten Tagen zu berichten ...

48 'Oswald Pönitz. Einkauf von Hadern, Knochen, Papier, Eisen u. Metallen.' Mit diesem Schild über der Eingangstür des Hauses Kirchgäßchen 5 ist das Geschäft des 'Rohprodukten-Händlers' Oswald PÖnitz hinlänglich erklärt. Von Berufwar er Ulanen-Sattler in Grimma, bevor er 1903 den Altwarenhandel in Colditz eröffnete. Vor dem 1 989 abgetragenen Gebäude steht unter anderen Sohn Kurt Pönitz (1903-1943) mit Strohhut, rechts daneben 'Barbier und Friseurgeschäftsinhaber' Georg Müller. Martha Pönitz (1903-1981), die das Geschäft viele Iahre weitergeführt hat, ist uns allen noch in guter Erinnerung.

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