Colditz in alten Ansichten Band 2

Colditz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Albert Peter Bräuer
Gemeente
:   Colditz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6147-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Colditz in alten Ansichten Band 2'

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59 Pünfzig Iahre ist es her, daß das Mode- undAusstattungshaus Badergasse 2 nicht mehr unter Peter Schneider firmiert. Dessenungeachtet kann man heute immer noch Frauen hören, die 'zu Peter Schneiders gehn'. Welch bewundernswerte Lebensleistung, die solche Kundentreue nach sich gezogen hat. So ist es nur recht und billig, diesem Kaufmann noch einmal ins Antlitz zu sehen: Peter Schneider, geboren am 1 3. Oktober 1864, vollendete seinen Erdenlauf mit 81 Iahren, genau am Reformationstag 1945 in Colditz. Seine Gattin war EIsa Schneider geborene Müller (1874-1959). Über dem Familiengrab steht das

Psalmwort: 'Der Herr ist mein Hirte - mir wird nichts mangeln.'

60 Schmuck sehen sie aus, die Kapellen-Mitglieder der Freien Turnerschaft von Colditz. Im Arbeiter-Sportkartell waren zwischen 1 911 und

1 933 folgende Sportvereine organisiert: Freie Turnerschaft, FuBballabteilung der Freien Turnerschaft, ArbeiterTurn- und Sportverein Großsermuth, Naturfreunde, Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund Solidarität mit den Ortsgruppen der umliegenden Dörfer. Alle Vereinigungen bezweckten ' gegenseitige Unterstützung und Weiterbildung in der Pflege des Sportes'. Die Freie Turnerschaft hatte sogar eine eigene Kapelle. Von links nach rechts stehen in der hinteren Reihe:

Max Schmidt, Franz Scholz

und Bruno Kötz. In der Mittelreihe sitzen: Alfred Weber, Ernst Zesewitz, Paul Standke, Karl Ritter und Herr Heine. Links kniet Herr Setzkorn, rechts Karl Dietze, und die drei vorderen Mitglieder sind

Emil Kirsch, Karl Graupner (Tambourmajor) und Herr Adameck.

61 Diese Aufnahme zeigt alle Mitarbeiter der Colditzer Maschinenfabrik Pauf1er & Arnold im Oktober 1910. Vier jahre zuvor war der Betrieb von Edwin Pauf1er undAugust Arnold im Forsthof 1 als Spezialfirma für Holzbearbeitungsmaschinen gegründet worden. Leider sind auf dem obigen Foto nur noch wenige Herren namentlich überliefert: In der hinteren Reihe stehen Arthur Neidisch (2. von links). Otto Herbst (3. von links). Oswin Döge (5. van links), in der Mittelreihe sitzen Max Prasser (1. von links) undWalterWittig (4. van links). links vorn liegend Kurt Walenta. Firmenchef Edwin Pauf1er ist am 3. Dezember 1873 geboren und verstarb

1946 in Colditz. Enkelsohn RolfPaufler führte die ruittelständige Familientradition weiter, indem er am 1. März

1 953 eine Schlosserei und Fahrradreparatur- Werkstatt gründete. Heute firmiert Ur-

enkel Dietrich Pauf1er seinen Betrieb 'Zweiräder & Motorgeräte' am Untermarkt 9 und Sophienplatz 10.

62 Wir befinden uns hier 1874 in der Rochlitzer Straße am Hartenstein, kurz vor Baubeginn zur neuen Eisenbahnbrücke, der das kleine Haus rechts und das 1870 gerade neu errichtete TöpfereiBrennhaus Friedrich Wermuths (aufhalber Höhe links) geopfert werden mußte. Auf dem Berg (Grundstück Bildmitte) erfüllte sich der all 18. September 1916 in Colditz geborene Tierfotograf, Schriftsteller und Afrikaforscher Helmut Drechsler einen lange gehegten Wunsch. Er baute sein 'Haus Hartenstein' und benötigte dazu drei Iahre (1949-1951). 'Glück und Segen, Friede und Eintracht, Energie und Schaffenskraft' sollten aufWunsch des Haus-

herrn drin walten. Doch waren ihm und seiner Frau Gretel nicht einmal zehn Iahre ungetrübten Familienglücks vergönnt. Am 4. Februar 1 96 0 verunglückte Helmut Drechsler tödlich in Zentralafrika.

Hausbesitzer ist heute der Arzt Dr. Dr. Wolfgang Möbius.

63 Für zahlreiche Neugründungen van Steingutfirmen im sächsischen Raum hat die Hubertusburger Fayencemanufaktur Pate gestanden, da neue Fabriken von ehemaligen Hubertusburger Mitarbeitern ins Leben gerufen

wurden. 1804 verließ der Brennofenfabrikant S.G. Thomsberger Wermsdorf und gründete noch im gleichen [ahr mit seinem Schwiegersohn die erste Colditzer 'Steingutfabrik Thomsberger & Herrnann' in der Badergas-

se. Das war die Geburtsstunde der keramischen Industrie in Colditz. Unsere Aufnahme von 1890 zeigt die links am Fuß des Schlosses gelegenen alten Fabrikgebäude von Thomsberger und Hermann, daneben Ernst Richard Brauns

neues Wohnhaus (gehört seit 1982 Ramona und Dietmar Jakob). Am Muldenufer wird noch Wäsche gebleicht, und rechts schaut die alte Konditorei Bobert, jetzt Bäckerei Marticke, hervor.

64 Viele Besitzer kennt die Villa in der Bahnhofstraße 34. Ihr erster war Steingutfabrikant Alfred Handmann. Er ließ das repräsentative Haus bauen und im parkähnlichen Garten Terrassen anlegen, von denen man wohl den imposantesten Bliek auf die mächtige Anlage des Colditzer Schlosses hatte. Zusammen mit seiner Frau Elsbeth ist er auf dem Stadtfriedhof zur letzten Ruhe gebettet worden. Die große Marmorplatte der Gruft hat viele jahrzehnte überstanden. Sie befindet sich im oberenTeil an der Westmauer des Friedhofes. Den Handmannschen Nachkommen juliane und Winfried RedanzinWedelverdankeich die auf diesen Seiten wieder-

gegebenen Fotos. Mitte 1 935 ging das Wohnhaus von Sidonie Stockmann an Fritz Hergt (1893-1945) über, dessen Söhne Peter und Gûnter Hergt es bis heute gemeinschaftlich besitzen.

65 Mit dem 1. Juli 1891 übernahm Alfred Handmann die Leitung der Colditzer Steingutfabrik Thomsberger & Hermann als alleiniger Inhaber. Er war' ein strenger Dienstherr von edlem Äußeren, aber gerecht und für jeglichen Fortschritt der Fabrik unerläßlich tätig'. So sah ihn der langjährige künstlerische Gestalter und Modelleur des Unternehmens, Johannes Hoppe. Als der sächsische König FriedrichAugust lIL am 17. März 1906 zu einem offiziellen Besuch in der Stadt weilte, überretchten 'die Töchter der Herren Amtsrichter Dr. Otto und Fabrikbesitzer Handmann Sr. Majestät ...

5 mit Schokolade gefüllte Ostereier aus Steingut für die

Prinzessinnen und Prinzen und eine Steingutplatte, kobaltblau und mit königlichem Namenszug verseheri'. Sämtliehst Erzeugnisse der Firma Thomsberger & Hermann, die Alfred Handmann bis 1909 leitete.

66 Carl Robert Kronbiegel wurde am 16. [anuar 1874 in Bitterfeld geboren, erlernte den Beruf eines Kupferschmiedes, diente im 19. Husaren-Regiment Grimma, heiratete und kaufte 1918 das Doppelhaus auf der Lausicker Straße 4 und 6 in Colditz. Den Garten des Grundstückes schloß eine brach liegende Sandgrube ab. Aus alten Gipsformen der Steingutfabrik Thomsberger & Hermann begann er hier ab 1929 weiträumig Terrassen anzulegen. Als diese mit Muttererde aufgefüllt waren, wurden hauptsächlich Weinstöcke angepflanzt, die in guten [ahren bis zu 300 Liter des edlen Rebensaftes einbrachten. Den baulichen Höhepunkt er-

reichte Carl Robert Kronbiegel aber mit einem Gartenpavillon. Weithin sichtbar bekrönte dieser die Terrassenanlage. Alle Teile waren von ihm selbst konstruiert und gefertigt. Nur beim Aufbau des Holzgerüstes unterstützte ihn die Dachdeckerfirma Max und Richard Michael aus der Haingasse 70. Richtfest ist im Sommer 1932 gewesen.

67 Von 1906 bis 1908 befand sich CR. Kronbiegel auf Montage im russischen Zarenreich. Hier lernte er Land und Leute kennen und war besonders von den Kirchenbauten in Nowgorod, Moskau und St. Petersburg fasziniert. Diesen Eindrücken, so ist unschwer zu erkennen, verdankt der Gartenpavillon seine àußere Gestalt. Im Herbst 1932 war der Holzbau vollendet. Auf dem Foto sehen wir den Erbauer mit seinem Enkelsohn Hans-Joachim, der heute noch das großelterliche Haus bewohnt. Die einzigartige Leistung gerät an die Grenzen unseres Vorstellungsvermögens, wenn man bedenkt, daß Carl Robert Kronbiegel seinen linken Arm im Ersten

Weltkrieg verloren hatte und die rechte Hand seitdem verkrüppelt war. Am 6. März 1941 ist dieser tüchtige Mann in Colditz verstorben. Sein Lebenswerk har ihn um etwa zwanzig Iahre überdauert.

68 Bis in unsereTage har sich der Name 'Bule' für das westheli von Colditz gelegene Flurstück erhalten. Eulen spielten früher als Symbole der Rechtssprechung eine wichtige Rolle. 1679 wird der Flurname 'Eule' zum ersten Mal erwähnt und der ursprüngliche Waldbestand uacheinander abgeholzt. Zwischen 1894 und 1896 entstand auf dem Gebiet der 'Bule' die Papierstoff-, Pappen- und Papierfabrik von Iohann Christian Braun, eine Zweigfabrik des Hauptwerkes gleichen Namens in Rochsburg. Die Bauausführung lag in den Händen von Baumeister Curt Zöllner, und Richtfest wurde am 2. Oktober 1895 gefeiert. Reinhold

Srümpfle, erster Colditzer Stadtfotograf und Vorgänger von Moritz und Johannes Lange, ist dabeigewesen.

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