Colditz in alten Ansichten Band 3

Colditz in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Albert Peter Bräuer
Gemeente
:   Colditz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6674-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Colditz in alten Ansichten Band 3'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

29 Otto van Bismarck erreichte in Verträgen mit den süddeutschen Staaten und mit der Proklamation König Wilhelrus 1. van Preußen zum deutschen Kaiser am 18. Ianuar 1871 in Versailles die Gründung des Deutschen Reiches. Im Iahr des dreißigjährigen Bestehens des neuen Nationalstaates feierte Colditz vom 20. bis 1l.Juli 1901 sein erstes Heimatfest, das 2001 einhundert Iahre zurückliegt. Damals zählte die Stadt 5 280 Einwohner. Zum Zeitpunkt des Heimatfestes sind mindestens 3 300 Gäste nachgewiesen. Demgegenüber ist die Ausbringung van 2 500 'Festmûnzen' gering zu

bewerten und folglich von Anfang an ein wertvolles Erinnerungsstück gewesen. Auf der Silber-Medaille ist avers der Colditzer Markt mit Brunnen, Schloß, St.-Egidienkirche

und Rathaus zu sehen; revers zieren Stadtwappen und Umschrift die schöne 'Heimatsrnedaille' .

30 Das Einweihungsfoto des Heimatturms vom

20. Juli 1901. Aus der Stiftungsurkunde: 'Am 6. Mai, 11 Wochen vor dem Heimatfeste, wurde der 1. Spatenstich gethan, und am 11. Mai erfolgte die feierliche Grundsteinlegung. Der Bau konnte bei dem ausgezeichneten Bauwetter und der hingebenden Thàtigkeit des Herrn Baumeisters Iulius Wirth in Colditz rasche Fortschritte machen. Am Turmbaue waren thätig:

1 Maurerpolier, 10 Maurer, 3 Maurerlehrlinge, 1 Zimmermann, 1 Zimmerlehrling, 3 Steinbrecher, 6 Handlanger, 2 Erdarbeiter - Zusammen 27 Arbeiter. Der Heirnatsturm auf dem Töpelsberge soll bezeugen, dass die Leibe zur Heimat fest und tief in den Herzen der Colditzer wur-

zelt. Der harte und feste Stein, aus dem er aufgeführt ist, deute an, dass die Liebe in allen Stürmen des Lebens sich treu und unveränderlich erwiesen hat. Gott segne und schütze unsere Heimatstadt Colditz!'

t

~

I I

3 1 Teilweise Zerstörung des Heimatturms durch Blitzschlag am 7. Juni

1 9 0 3. Aus dem Colditzer Wochenblatt vom 19. Dezember 1903: 'Ietzt steht derTurm wieder fertig da. Der Turm ist um 2.40 m erhöht worden. Diese Tatsache hat günstige Folgen. Jetzt vermag man auch nach Norden zu Ausschau zu halten. Da grüßt der Collmberg herüber, von Süden her lugt Schloß Augustusburg nach unserem Heimatturm, und über den Colditzer Staatsforst hinweg sehen wir den Ebersbacher Bewohnern zu, wie sie in ihrer ländlichen Abgeschiedenheit sich mühen und plagen. Der alte Turm verjüngte sich nach oben ganz wesentlich. Dies hatte zur Folge, dass manchem Besucher der Auf- und

Ausstieg Beschwerden verursachte. Jetzt besitzt die oberste, kreisförmige Plattform einen Durchmesser von 4.50 m.' Im 100. Jubeljahr seines Bestehens ist Dode Schütze Pächterin des Heimatturms, und die rührigen Wirtsleute Elke und Wolfram Hunger sorgen für Einlaß und leibliches Wohl.

32 Fünfundzwanzig Iahre später feierten die Colditzer vom 3. bis 5. Juli 192 6 das zweite Heimatfest. Professor Dr. Otto Richter aus Rochlitz ist dabeigewesen und faßte seinen Dank in zweiundzwanzig Gedichtversen zusammen, die das ColditzerTageblatt abdruckte. Sechs davon möchten bleibende Erinnerungen wachrufen:

Was ist das für ein festlich frohes Treiben, Das meine alte Heimatstadt bewegt?

Am Bahnhof viele hundert Menschen, Ehrenbogen, Wo man sonst schlichter Kleinstadtruhe pflegt?

Von Sankt Egidien ruft am Sonntagmorgen Die Glocke feierlich hin übers Tal

Zu stiller Andacht, die einst dort empfingen Die heil'geWeihe und das Ostermahl.

Von überall sind sie herbeigekommen, Sogar von ' drüben', von Amerika.

Das war ein froh Erkennen, herzlich Grüßen Von manchem, den man vierzig Jahr nicht sah.

Wer dankt euch nicht, dankt's nicht aus vollem Herzen, Daß ihr uns rieft in unser Jugendland,

Das, von Erinn'rung golden schon umflossen,

Im Schmuck nun zehnmal schöner vor uns stand!

Ein heitrer Strom fließt jedem in das Leben, Der froh der Heimat denken kann;

Und freundliche Gestalten sah ich niedersteigen, Aus reinem Quell uns reiches Maß zu reichen.

Es rollt der Zug. Lebt wohl, ihr lieben Menschen! Leb' wohl, du liebe alte Heimatstadt!

Zum Segen werd' euch alle Treu' und Güte, Die uns so überreich umfangen hat!

33 Studienrat Prof. Dr. phil. Moritz Otto Richter wurde am 23. Dezember

1 877 als Sohn des Glasermeisters Friedrich Moritz Richter in Colditz geboren. Gemeinsam mit sieben Geschwistern wuchs er hier aufund schreibt: 'Nach achtjährigem Besuch der Bürgerschule meines Geburtsortes bezog ich Ostern 1892 das Seminar Grimma II, das 1895 nach Rochlitz übersiedelte. 1898 legte ich dort die Reifeprüfung ab und wurde daraufhin als Hilfslehrer an der Bürgerschule zu Mittweida angestellt.

N ach bestandener Wahlfähigkeitsprüfung im Herbst 1900 trat ich in den Schuldienst der Stadt Dresden. Michaelis 1901 bezog ich die Universität Leipzig, um Pädagogik, Geographie und Deutsch zu studieren.

Ich hörte Vorlesungen bei den Herren Professoren v. Bahder, Heinze, Köster, Ratzel, Sievers, Studnicska, Witkowski, Volkelt,

Wundt ... 'Als Lehrer an der Rochlitzer Oberschule haben ihn später viele Schülergenerationen ein solides Wissen sowie Liebe zur Natur und Heimat verdanken dürfen. Mir scheinen auch seine vielen volkskundlichen und heimatgeschichtlichen Publikationen längst noch nicht richtig erschlossen. Ganz zu schweigen von seinen Mundartforschungen. Diese teilte Prof. Dr. Richter aufbesonderen Karteikarten der Universität Leipzig mit. In Rochlitz war sein 'Medium' die 'alte Bennewitzen ' . Am 1 2. Mai 1 957 verschied der hochgeachtete Pädagoge im Alter von 79 Iahren in

Rochlitz. pfarrer Fricke hat ihn am 15. Mai auf dem Rochlitzer Friedhof zur letzten Ruhe gebettet und seine Beerdigungspredigt unter 1. Mose 24, 56. gestellt: 'Halter mich nicht

auf; denn der Herr hat Gnade zu meiner Reise gegeben. Lasset mich, daß ich zu meinem Herrn ziehe.'

34 Walter Beuchling (1890-1980).

Alter Baum. Bleistiftzeichnung 1912.

35 Colditzer Forstmeister

1867-1876 1876-1885 1885-1892 1893-1898 1898-1901 1901-1921 1921-1924 1924-1929 1929-1938 1938-1940 1940-1941 1941-1945 1945 1945-1946 1946-1952 1952-1958 1958 1958-1960 1960 1960-1985 1986 1986-1987 1987-1991 1991-1995 seit 1995

von Witzieben K.G. Tittmann

Robert Emil Heinicke A. Plant

Gustav Hermann Handriek Hermann Timaeus

Gustav Richard Cunit

Willy Franz Karl von Schönberg Georg Arthur Bruhm

Martin Walther Weidner

Georg Arthur Bruhm

Werner Sinz

Werner Kraft

Willy Henker

Edgar Gottermeier

Willy Henker

Günter Zillmann

Engelbert Schmialek

Gerhard Kern

Edgar Gottermeier

Heiko Linhart

Edgar Gottermeier

Heiko Linhart

Karl Miersch

Heiko Linhart

361m Iahre 192 9 wurde Georg Arthur Bruhm, aus dem erzgebirgischen Hundshübel kommend, als Forstmeister nach Colditz berufen. Dreißig Iahre seines Lebens sollten ihn mit dieser Stadt und der Landschaft verbinden. Da hier außer dem nebenstehend abgebildeten Grabmal nichts mehr an ihn erinnert, möchte ich mit den folgenden Zeilen einiges über die außergewöhnliche sächsische Försterfamilie berichten. Über 325 Iahre hindurch wurde innerhalb der Familie Bruhm der Beruf eines Forstmannes in ununterbrochener Folge vom Vater auf den Sohn vererbt. Eine in Stein gemeißelte Inschrift gilt als älteste Nachricht über die Familie Bruhm. Das Denkmal stand noch um 1950 bei Kreyern in der Nähe von Weinböhla und war zum Andenken an die Erlegung eines wilden Wolfes errichtet worden. Die Begebenheit geht auf den 20. April 1618 zurück, wo im 'Priedewalde an hiesigem Ortte der Durchleuchtigste Churfürst zu Sachsen und Burggraf zu Magdeburg Her: Johan George der Erste kegenwärtigen Wolffbehetzet und geschossen, zu welchen Gedächnüsse höchstgedachte Seine Churf: Durchl: dieses Waldzeichen verferttigen und auffrichten lassen. Wobei sich befunden .. .' Und nun stehen 36 Namensträger des Gefolges. Zuletzt 'Anthoni Brum Jäger Jung, So den Wolff geschossen'. Anthoni Bruhm , der 'Jäger Jung', war zu diesem Zeitpunkt 28 Iahre alt und nicht der erste seines Geschlechtes, der sich dem Weidmanns- Handwerke verschrieben hatte. Sein Vater war bereits schon Schwarzburgischer Hof- und Besuchsjäger im thüringischen Frankenhausen. Das Familien-

buch der Bruhms berichtet von mannigfachen Schicksalen, von manchem Besitz, der gewonnen wurde, und manchem, der wieder zerronnen ist. Es erzählt ferner, wie die Geschicke Deutschlands auch zum Schicksal der Familie wurden. So ist der ForstmannAnton Bruhm (Il.) aus Langebrück im Dreißigjährigen Krieg überfallen und beraubt worden, konnte sich aber wieder befreien. 1683 rettete

der Oberförster Anton Bruhm (lIl.) KurfürstJohann Georg Ill. in der Türkenschlacht bei Rußdorf das Leben. 1706 bezog der Schwedenkönig Carl XII. im Bruhmschen Vorwerk von Radeberg Quartier. Ortspfarrer Arnold aus Loschwitz hat über Oberförster Bruhm und seinen Bittgang ins Schwedenlager schriftliche Aufzeichnungen hinterlassen. Am 29. Dezember 1751 wurde Iohann Georg Bruhm von einem Wildschwein, das sein kurfürstlicher Herr Friedrich August 1I. angeschossen hatte, schwer verwundet. Nach

der Genesung verlangte der Kurfürst eine Schilderung des Herganges. Bruhm entledigte sich des Auftrages mit derbem Humor: 'Die Sau biß mich in den Arsch, und der Hund biß die Sau in den Arsch, Ihro Durchlaucht, so warsch!' Daraufhin schenkte der Kurfürst Iohann Georg Bruhm ein prunkvolles Radschloßgewehr, worauf die Beißerei naturgetreu dargestellt war. Das Prachtstück ist zuletzt im Besitz des Colditzer Forstmeisters Georg Arthur Bruhm gewesen, der es Interessierten stets gern und mit Stolz gezeigt hat. Diesen Hinweis sowie viele weitere genealogische Anmerkungen fand ich in den Leipziger N euesten Nachrichten vom 19. November 1943.

37 Das Familiengrab des Colditzer Forstmeisters Georg Arthur Bruhm liegt unter hohen, alten Bäumen auf der Abteilung C des Colditzer Stadtfriedhofes. Hierin sind Margarethe Bruhm geb. Pedretti (1874-1944), die Frau des Colditzer Forstmeisters, und Georg Arthur Bruhm (1872-1959) zur letzten Ruhe bestattet. Der Forstmeister selbst ist am 24. Ianuar 1959 im gesegneten Alter von 86 Iahren heimgegangen. Auf Bitten des Autors ist der Grabstein des Ehepaares Bruhm nicht nach abgelaufener Löse- und Liegezeit vom Familiengrab entfernt worden. Dafür sei Herrn Friedhofsmeister Karsten Löffler besonders herzlich gedankt.

38 Im Iahre 1889 wurde zur 800-Jahrfeier des sächsischen Herrscherhauses derWettinplatz im Colditzer Wald angelegt. In unseren Kinderjahren sind wir noch zwischen den Baumhecken, die den Platz umsäumten, herumgetollt und haben den großen Findling bestaunt, der später zwischen die beiden Jahreszahlen 1089 und 1889 gesetzt worden war. Von der Bepflanzung, wie sie uns AdolfSchmidt auf diesem Postkarten-Foto überliefert hat, ist kaum noch ein Baum erhalten geblieben. Nach 1945 ist der Platz in Heinrich-vonCotta- Platz umbenannt worden und heute allenfalls ein bescheidener Park- und Rastplatz.

PFLANZUNG I. COLDITZER WALDE Z. ERINNERUNG AN D. eOOJÄHRIGE REGIERUNGSJUBILÄUM D. WETTINER

J~ 1:'ff-fIJ.- r: Ij-. '1~,;CtJi ~ !f,LJ /I~ f( ---

J'..;,. '1.:-. J~.:.... o#~A'-« .z.:. r>1-,.L..-. 1'--' I[ J.!' L

~ fd H "+iJ ~./.~ 4" - ?.... %.-/ ?. ';1 ~ "'~,

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2022 Uitgeverij Europese Bibliotheek