Colditz in alten Ansichten Band 3

Colditz in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Albert Peter Bräuer
Gemeente
:   Colditz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6674-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Colditz in alten Ansichten Band 3'

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69 Einziges überliefertes Foto vom Friedhof der Colditzer SchloßkirchenGemeinde. Die Aufnahme fand ich in der 'Neuen Sächsischen Kirchengalerie' auf Seite 77 4, Jahrgang 1914. Nur wenige werden sich noch auf den Gottesacker besinnen können,

da er kurz vor Beginn des Hausbaues von Sanitätsrat Horst Hitzschke am Wettiner Ring 9 (die heutigen Besitzer sind Eva-Maria und Rainer Sommer) dem Erdboden gleichgemacht wurde. Sein Haupteingang befand sich an der Nordseite, auf unserem Foto links oben unter den Schwarzkiefern zu sehen, wo zwei große Säulen das schmiedeeiserne Tor halten. Es ist die Stelle, wo Familie Otto später das Grundstück Am Tiergarten 8 erwarb. Der Straßenver-

lauf' Am Tiergarten' bildete zugleich die natürliche Begrenzung des Friedhofes nach Norden. Außer Paul Knabes Haus (seinerzeit Am Tiergarten 2, heute Am Tiergarten 6, Gudrun und Horst Eismann besitzen es), gab es damals auf der rechten Straßenseite stadtauswärts kein weiteres

Anwesen. Im Süden ist die Friedhofsgrenze in der Nähe der Hauptstraße Wettiner Ring zu suchen. Die Hinterhofgärten des Fürstenweges bildeten den Abschluß nach Westen.

Ein Hauptweg teilte das Gräberfeld in der Mitte. pfarrer P. Zuckschwerdt schreibt in der 'Kirchenga-

lerie' , daß hier 'Tausende unglücklicher Menschen und verdienter Beamten ihre Ruhestatt gefunden' haben. Der zweitjüngste Sohn von Clara und Robert Schumann ist auch darunter gewesen. Laßt uns aller gedenken ...

70 An der südlichen Peripherie eines weiten Auentales, das die Zwickauer Mulde durchfließt, liegt das noch nicht lange zur Stadt Colditz eingemeindete Lastau. Die Straße von Colditz schlängelt sich serpentinenartig in das kleine Dorf hinauf, dessen Name schon 981 im Zusammenhang mit der Aufteilung des Bistums Merseburg erwähnt wurde. Der Ort selbst ist möglicherweise vorslawischer Herkunft. Nach 981 mußte zurVersorgung des meißnisch gewordenen östlichen Burgwardsbereiches von Rochlitz eine neue Kirche errichtet werden. Sie entstand in Seelitz und war einst für 24 Orte zuständig. Unter ihnen befand sich auch Lastau. Urkundlich erstmalig belegt ist die Lastauer Kirche 1378 als

Filialkirche des benachbarten Zettlitz. Das kleine Fenster und Giebelkreuz an der Westseite geht noch auf den gotischen Bau der Kirche zurück. Ansonsten hat die St.-Marien-Kirche ihr heutiges Aussehen in den Iahren 1806/07 erhalten. Die 1817 von Johann Michael Gottlob Böhme (1772-1850) aus Zeitz erbaute Orgel, für die der Gutsbesitzer und Lastauer Richter Iohann Gottlieb Lange einen Zimbelstern stiftete, gehört nach der Restaurierung des Werkes (1983-1985) durch Orgelbaumeister GeorgWünning mit zu den wertvollen mechanischen Instrumenten des Kirchenbezirkes Grimma. Auf dem Foto blicken wir aufKanzelaltar und Kirchenschiff in der Ausstattung von 1890.

71 Dorfteich und Pfarrhaus Lastau vor fünfzig Iahren. 1900 ist das Lastauer pfarrhaus durch AdolfSterns Novelle 'Das Weihnachtsoratori urn'

in die Literaturgeschichte eingegangen. In dem 1936 erschienenen 'Buch der Landschaft Rochlitz' erzählt der Leisniger Kantor, Komponist und Heimatdichter Franciscus Nagler die Handlung der Novelle wie folgt: 'Schneit da an einem der letzten Dezemberabende des Iahres 1761 dem jungen pfarrer von Lastau, Gottfried Döhler, ein seltsamer Besuch ins Haus: sein ehemaliger Stubenältester von der Thomasschule in Leipzig, Bernhard Falz, der begabte Mensch, für dessen prachtvolle Baßstimme Iohann Sebastian Bach, derThomaskantor, die herrlich-

sten Arien seines Weihnachtsoratoriums schrieb. Vor 19 Iahren war er von der Schule gelaufen, um Schauspieler bei derTruppe der Karoline N euberin zu werden. Heruntergekommen, aber keinesfalls bescheiden, tut er sich im Pfarrhaus gütlich, tauscht mit dem einstigen Unterzellbursch Erinnerungen und - musiziert mit ihm

das unvergeßliche Weihnachts oratorium. Der Pfarrer hat sich dem pflegetöchterchen des Kantors Unbescheid van Colditz verlobt. Man weigert ihm die Braut, da ihre gute Herkunft als Kind einer vor 18 Iahren durchreisenden und hier gestorbenen Schauspielerin nicht erwiesen ist. Ich will es kurz machen: Falz ist derVater

des Kindes, kann mit Papieren die legitime Geburt bestätigen, kann sich aber nicht überwinden als wüster Gesell diesem Kreis biederer Menschen anzugehören und läßt sich als Soldat des Preußenkönigs anwerben, geläutert wiederzukommen oder unterzugehen.'

72 Garten- und Kaffeeterrasse der Colditzer 'Condltorei Bobert' urn 1938. Diese Postkarte erschien im Leipziger Verlag von Johannes Rost. Auf ihrer Rückseite empfiehlt sich die Konditorei als 'behagliche Gaststätte' mit 'auserlesenen Konditorwaren - Sonntags Konzert u. Tanz' . Beim Betrachten dieser einladenden, wunderschön gestalteten Muldenterrasse meint man aus heutiger Sicht, gar nicht in Colditz zu sein. Inhaberin von Bäckerei und Konditorei war seinerzeit Hedwig Bobert, eine mit straffer Hand in Haus und Hof waltende herrschaftliche Geschäftsfrau. Maßstäbe, die sie sich selbst setzte, erwartete sie auch von ihren Angestellten und Gästen: peinlichste Sauberkeit, Anstand und unbe-

dingte 'Kontenance'. So war es nicht verwunderlich, daß sie einmal dem in bierseliger Laune eintretenden Elektrotechniker Rudolf Knobeloch aus der Haingasse 14 laut und bestimmt zurief: 'AufWie-

dersehn, Herr Knobeloch! ' Ihr Sohn, Bäckermeister Herbert Bobert, hat das Geschäft noch viele Iahrzehnte erfolgreich weitergeführt. Und wer erinnert sich nicht gern an die immer freundliche und

zuvorkommende Bedienung Frau Neubert? Seit 1986 leitet das Geschäft Bäckermeister Rudolf Marticke. Auch in unseren Tagen eine gute Adresse.

73 Einstige Kolonialwarenhandlung von Albert Nikolai in der Dresdener Straße 18. Dergleichen gab es 1906 in Colditz achtundzwanzig. Vor uns tut sich ein typischer 'TanteEmma-Laden' aus den zwanziger Iahren auf. Nur, daß nicht Tante Emma hinter der Ladentafel steht, sondern Kaufmann Albert Nikolai. Im Vordergrund Hermann Engberg, der langjährige Prokurist von Schlobachs Mühle. Nach Nikolai übernahm das Geschäft der Feinkosthändler Arno Riedel. Danach kauften das Haus Hemmrichs. Anneliese Hemmrich wohnt noch heute darin und Enkelsohn Frank besitzt es.

74 Markt 14: Kolonialwarengeschäft von Kurt Berthold. Kaufmann Kurt Berthold war in Sachsen geboren, hatte 'noch zu Kaisers Zeiten in Pommern im Lebensmittel- Einzelhandel' gelernt und übernahm das Colditzer Geschäft am Markt 14, vormals FA. Schütze, im Februar 1 937. Kurt Bertholds geschichtlichem Interesse ist es zu verdanken, daß schriftliche Aufzeichnungen der Vorbesitzer des Ladens erhalten blieben:

Friedrich Albert Schütze, Hugo Hetzer und Hermann Warneck. Johannes Bartholick aus Geithain hat vom 20.April1897 bis zum 1. April 1901 in der 'Colonialwaren-, Taback-, Cigarren-, Spirituosenund Weinhandlung' von Hermann Warneck in der Lehre gestanden. Über

diese Zeit schrieb der zuletzt in Dahme (Mark) lebende]. Bartholick an

K. Berthold: 'Das Lehrgeld kostete pro Iahr 50,- Mk. Dafür bekam ich zu Weihnachten als Geschenk einen Anzug. Als Kaufmannslehrling trug man eine braune Tuchschürze, die auch auf der Straße getragen wurde. Eine Lederschürze gehörte auch dazu, welche beim Rollen

u. Füllen der Öl- u. Petroleumfässer gebraucht wurde. Der Laden wurde früh 6 Uhr aufgemacht u. 10 Uhr abends ohne Pause geschlossen. Die erste Zeit war keine Sonntagsruhe. Später war von 10-12 Uhr u. nachmittags von 3-4 Uhr, dann Ausgang bis 7 Uhr. Nach 7 Uhr konnten wir, der Commis und ich, in des Chefs Wohnung lesen oder schreiben, bis

die Herrschaften von ihrem Ausgang 10 Uhr zurück kamen ... ZuWeihnachten wurden die großen Rosinen, die in Säcken geliefert wurden, blank poliert. Es wurden 1 Zuckersack genommen, ein Teil Rosinen hinein geschüttet, und zwei Mann schüttelten die Rosinen hin und her bis sie glänzten.'

75 Markt 14: Blick in den Laden des Geschäftes von Kurt Berthold. Kurt Berthold, der auch zu den Gründervätern des Colditzer Männerchores nach 1945 gehört, durfte 1992 noch die Eröffnung des Porzellangeschäftes

'La Table' in seinem Haus miterleben. Von Bremen kommend, überbrachte der einundneunzigjährige Senior seine Grüße und Glückwünsche sowie die seiner ganzen Familie. In der weiteren Besitzerfolge stand Kurt Bertholds Sohn Martin, und seit Ende des Iahres 2000 gehört das Gebäude Gerold Kratzsch. Mit der Auflösung des Colditzer Porzellanwerkes

trennte sich de

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