Coppenbrügge in alten Ansichten

Coppenbrügge in alten Ansichten

Auteur
:   Ilsemarie Nagel
Gemeente
:   Coppenbrügge
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2974-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Coppenbrügge in alten Ansichten'

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29. Kurz nach 1300 sollten die Spiegelberger Grafen den Herzog von Braunschweig als Lehnsherrn anerkennen. Da sie dies ablehnten, überlistete der Herzog sie, Er schickte mehrere Fuhrwerke, mit leeren Bierfässern beladen, nach Coppenbrügge. Die Fuhrleute machten abends außerhalb des damaligen Ortes Rast auf der Kuhweide (heute das Gebiet mit Schule, Sporthalle, Postweg, Apfelkamp). Nachts warfen sie die Fässer in den Burggraben, so daß der Herzog über die so entstandene Brücke in die Burg gelangen konnte. Aber wie schon erwähnt, dies ist nur eine Sage. Die Aufnahme zeigt einen Bliek auf die Brücke und das Kutscher- und Schweizerhaus der Domäne. Dieses Haus wurde Anfang der sechziger Jahre, nach Auflösung der Domäne, abgerissen.

30. Auf dem Burgwall wächst eine mächtige, uralte Linde, die sogenannte 'Peter-Linde'. Ein Stein nennt das Jahr 1697, das Jahr des Zarenbesuchs in Coppenbrügge. Al1erdings hat Peter der Große den Baum damals nicht gepflanzt, denn die Linde ist schon wesentlich ä1ter. Ihre Baumkrone hatte man in der damaligen Zeit in Form einer Laube geschnitten. Zu dieser führte eine Treppe am Baumstamm hinauf. Viel1eieht hat sieh Zar Peter der Große in dieser Baumlaube aufgehalten und so der Linde ihren Namen gegeben. Alte Coppenbrügger, die als Kinder auf dem Burgwall spielten, erzählen, daß sie noch die alten Bodenbretter der Laube im Baum fanden.

31. Auf dem Gelände vor der Burg, dort wo sich heute Grünanlagen befinden, standjahrhundertelang die alte Zehntscheune. In dieser wurden die Naturalien gelagert, die die Bauern den Spiegelberger Grafen (beziehungsweise ihren Nachfolgern) als Pachtzins für ihre Höfe abgeben mußten, Bis Mitte des 19. Jahrhunderts gab es nur wenige freie Höfe. Die meisten Bauern, die Inhaber sogenannter Meierhöfe, standen in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Grundherrn. Dazu gehörte unter anderem, daß der zehnte Teil der Ernte, zum Beispiel jede zehnte Stiege Korn vom Feld, an die Spiegelberger Grafen abgeliefert werden mußte. Die hier zu sehende Rückfront der Zehntscheune zeigt eine Fachwerkwand, während die zur Schloßstraße weisende Wand aus Bruchsteinen gemauert war.

32. Neben der Zehntscheune stand ein weiteres mächtiges Bauwerk, der Kuhstall der Domäne, Zwischen Zehntscheune und Kuhstall befand sich die Einfahrt zur Burg. Nach Auflösung der Domäne wurden die Zehntscheune und der Kuhstall im Jahr 1962 abgerissen. Die Schloßstraße war übrigens, im Gegensatz zur Niederstraße und zur Osterstraße, schon vor 1900 mit Kopfsteinpflaster versehen. Daher sprachen die Anwohner der anderen Straßen vom 'Millionenviertel', wenn sie die Schloßstraße meinten.

33. Außerhalb des urspriinglichen Fleckens, an der Bahnhofstraße, lag der Wirtschaftshof der Domäne, der sogenannte Schäferhof. Die dazugehörigen Gebäude entstanden zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Am ältesten und eindruckvollsten war wohl der, auf diesem Bild zu sehende, mächtige Schafstall. Sein Mauerwerk bestand überwiegend aus Bruchsteinen, nur die Giebelflächen waren in Fachwerk gehalten. Der Schlußstein im Rundbogen des Tores trug die Inschrift: 'W.C.H.F. Prince von Nassau-Oranien I734.' Neben dem Schafstalllagen das Hofmeisterhaus sowie der Pferdestall mit Kornspeicher (auf der Aufnahme sind lediglich die Dächer zu erkennen). Auf dem Schäferhof befand sich auch die Domänenbrennerei, in der der Coppenbriigger Branntwein hergestellt wurde. Der Schafstall wurde bedauerlicherweise vor einigen Jahren zum Teil abgerissen und in eine moderne Lagerhalle verwandelt.

34. Kurz vor Abriß des Coppenbrügger Schlosses, baute man Mitte des 19. Jahrhunderts ein neues Amtshaus für den Amtmann von Coppenbrügge, dem Gericht und Verwaltung unterstanden. Das Haus erhielt seinen Platz in der Osterstraße gegenüber der Einmündung der Dammstraße. In späteren Jahren diente es als Wohnhaus des Forstmeisters und Sitz des staatlichen Forstamtes. Anfang der sechziger Jahre erfolgte der Abriß des Hauses, Es mußte der Verbreiterung der Bundesstraße 1 weichen.

35. Diese Aufnahme zeigt uns die alte Coppenbrügger Nikolaikirche im Jahr 1906. Das Kirchendach ist noch mit Schieferplatten gedeckt, und den Chorfenstern fehlt die Buntverglasung, die in späteren Jahren von Ernst Feuerhake gestiftet wurde. Der älteste Teil der Kirche, der Turm, ist wahrscheinlich zu Beginn des 1l. Jahrhunderts entstanden. Das Langhaus stammt aus dem Jahr 1670. Es wurde als Ersatz für ein älteres, wahrscheinlich kleineres Kirchenschiff gebaut, Den Chorraum erbaute 1565 der bekannte Hamelner Baumeister Cord Tönnis.

36. Die innere Ausgestaltung der Nikolaikirche um 1900 unterschied sich sehr von dem heutigen Aussehen, Im Chorraum gab es kleine Bänke für Kinder und Konfirmauden. Links vor der Kanzel stand ein gußeiserner Kohleofen, und ein zweiter Ofen befand sich im hinteren Kirchenschiff. Die rechte Prieche im Langhans wurde 1957/58 verkürzt. Beide Emporen im Langhaus der Kirche wurde nur von den Männern benutzt, die rechte von den Coppenbrüggern und die linke von den Dörpern. Die weiblichen Gemeindemitglieder saßen unten. Sämtliche Kirchenplätze waren nummeriert, und zwar nach den Hausnumrnern, Diese Nummerierung war 1781 von dem damaligen Amtmann der NassauOranier angeordnet worden. Die Dörper haben seit dem 16. Jahrhundert Plätze in der Coppenbrügger Kirche, Vorher soll es in Dörpe eine Kapelle gegeben haben.

37. Der äußere Treppenaufgang am Chorraum der Kirche führte auf die Herrenprieche. Dort befanden sich die Plätze der Spiegelberger Grafen, die nicht den gleichen Kircheneingang wie die übrigen Gemeindemitglieder benutzten. Später saßen auf der Herrenprieche die von den Nassauern als Verwalter eingesetzten Amtmänner der Grafschaft. Nach Verkauf der Grafschaft und Abriß des Schlosses nahmen auf der Herrenprieche der Domänenpächter sowie der Amtsrichter und der Forstmeister Platz. Gegenüber der Herrenprieche im Chorraum der Kirche lag die Honoratiorenprieche für Arzt und Apotheker. Diese wurde 1930 und die Herrenprieche 1957 abgerissen,

38. Am Ortsausgang von Coppenbrügge, in Richtung Elze, lag die alte Posthalterei (der ehemalige Schrottsche Hof, heute Maßmann). Hier machten die Handelswagen Station, und die Postkutschen wechselten die Pferde. Außerdem wurden von hier aus Vorspanndienste für solche Fuhrwerke geleistet, die die Steigung einer Straße nicht allein bewältigen konnten. Das Haus besaß schon immer zwei vordere Haustüren, denn Reisende, Händler und Postkutscher übernachteten hier auch. Sie erreichten ihre kleinen Schlafkammern durch den rechten Hauseingang. Die linke Tür war die eigentliche Haustür und gleichzeitig der Gaststätteneingang. Im ersten Stock befand sich ein Speisesaal für 'bessere' Gäste und unten eine große Gaststube. Hier saßen nicht nur fremde Gäste, sondern auch gern die Coppenbrugger, um Neuigkeiten zu erfahren, Die eigentliche Postabfertigung fand bis 1872 schräg gegenüber bei Krückeberg (heute Hobein) statt.

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