Dannenberg in alten Ansichten Band 1

Dannenberg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Berndt Wachter
Gemeente
:   Dannenberg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4989-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dannenberg in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Dannenberg liegt in der Reihe altmärkischer und wendländischer Jeetzelstädte als vorletzte von fünf 8 km oberhalb der Einmündung der Jeetzei in die Elbe, dort wo die Ausläufer des Drawehns dicht an die Langendorfer Geestinsel reichen. Diesen Übergang nutzte der alte Verkehrsweg von Hamburg-Lüneburg über Dannenberg nach GartowSeehausen-Stendal-Magdeburg und diese Durchgangsstraße bildet noch heute die Hauptachse der Stadt.

Die kontinuierliche Besiedlung des Ortes beginnt spätestens um 800, zur Zeit des Frankenreichs. Herausragende Grabungsfunde lassen seit dem 11. Jahrhundert hier einen bedeutenden slawischen Adelssitz und Kultplatz vermuten, worauf der später überlieferte Name 'Woikam' (= helle Burg) hinweist. Kurz vor der Übernahme der Burg durch Graf Volrad (1145 erste Erwähnung mit seinem Bruder Friedrich von Salzwedel) muß der Name Darmenberg von deutschen Kaufleuten geprägt worden sein. 'Dannenberg' wird 1157 erstmals genannt und 1202 als 'urbs' (= Stadt) bezeichnet.

Die slawisch-deutsche Burg auf dem heutigen Amtsberg wurde wie die Stadt auf einer Talsandinsei angelegt, schmiegt sich in eine Jeetzelschlinge und war durch einen Graben von der Siedlung getrennt. Beide Sandkuppen boten Burg und Stadt nur wenig Platz und wurden bis zum Rand hin bebaut. Noch heute mißt der Stadtkern Dannenbergs von der Ostecke des Marktes aus 100 bis 150 m nach beiden Seiten. Der einzige Zeuge der Grafenzeit ist der aus Ziegeln zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtete Bergfried, der Waldemarturm. Er rückte mit der Gefangenschaft des Dänenkönigs Waldemar und seines Sohns 1223-1224 ins weltgeschichtliche Blickfeld. Spätestens seit 1293 besitzt Dannenberg Stadtrechte und einen dreitätigen Jahrmarkt. Die Kirche nordöstlich des Straßenmarktes lag außerhalb des alten Stadtkerns auf sumpfigen Untergrund, ein Zeichen

für einen späten Aufbau kirchlicher Organisation; erst 1218 wird ein Propst (P. Conrad) genannt. Die Reste der ältesten Stadtkirche, einer romanischen Basilika mit Feldsteinfundament in der Breite des heutigen Mittelschiffes, liegen in 1,50 m Tiefe unter dem Fußboden der dreischiffigen, gotischen Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Seit 1419 bestand in Dannenberg eine Lateinschule, die nach der Reformation zur Bürgerschule wurde. Im 17. Jahrhundert wird ihr die Küsterschule (nur für Mädchen) angegliedert. 1828 befinden sich fünf Schu1en in der Stadt (die Rektor- und Kantorschulen, zwei Mädchenschulen und die Elementarschu1e), die 1847 in zwei Schulen zusammengefaßt werden, in die 1. Stadtschule als einer weiterführenden und die 2. StadtschuIe als Grundschule. Erst 1924 wurde eine Realschule gegründet, und aus ihr ging seit 1952 in vielen Stufen ein Gymnasium hervor.

Der älteste Dannenberger Hafen, der wohl nur als AnlandesteIle ausgebildet war, muß am Adolfsplatz gesucht werden, wo Siedlungsfunde seit dem 9.110. Jahrhundert vorliegen. Der Hafen in der Fischerstraße mit der bis heute vorhandenen Kaimauer gehört zu einem spätmittelalterlichen Ausbau, der etwa gleichzeitig mit der Bebauung längs des Straßendammes, heute Langestraße, entstand. Ein Knüppeldamm als älteste Wegebefestigung wurde in 4 Meter Tiefe unter der Langenstraße angetroffen. Nach verheerenden Bränden (1483, 1592, 1608), bei denen bis zu 70% aller Wohnhäuser in Schutt und Asche fielen, wurden die Häuser westlich des Amtsberges aufgegeben und dafür ab 1610 die Marschtorstraße bebaut. Häufige Überschwemmungen (seit 1490 zuerst genannt) hemmten bis ins 20. Jahrhundert hinein die Entwicklung und Ausweitung der Stadt. Seit 1952 wurde zwanzig Jahre an der Jeetzeleindeichung gearbeitet, um die in den letzten Jahrhunderten immer stärker anschwellende Hochwassergefahr für die Jeetzel-

niederung endgültig zu bannen und nutzbare Flächen zu gewinnen.

Als Mittelpunkt seines Umlandes wird Darmenberg seit dem 13. Jahrhundert Sitz eines Amtes im Fürstentum Braunschweig-Lüneburg. Von 1569 bis 1671 residiert eine Nebenlinie des Fürstentums in Darmenberg und die Stadt erlebt unter den Herzögen Heinrich und Julius Ernst von Braunschweig-Lüneburg eine bescheidene Blüte, die mit dem Dreißigjährigen Krieg und Pestepidemien ihr rasches Ende fand. Erst nach den Befreiungskriegen, die Dannenberg mit den Namen Theodor Körner und Eleonore Prochaska verbinden, beginnt ein erneuter Aufschwung. 1837 wird eine Stadtsparkasse eingerichtet; von 1851 bis 1859 beherbergt der Amtsberg ein kleines Obergericht, in dem Gottlieb Planck wirkt, der als Schöpfer des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch, von 1900) bezeichnet wird. 1852 wird die JeetzelZeitung, die erste im Hannoverschen Wendland, gegründet. Nach der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen wird 1867 der Großkreis Darmenberg gebildet. 1885 erfolgte die Teilung in die Kreise Dannenberg und Lüchow, die 1932 wieder zu einem Großkreis Darmenberg zusammengefaßt werden. 1951 jedoch wurde der Kreissitz nach Lüchow verlegt, und obwohl er den Namen LüchowDannenberg erhält, bleiben nur einige Dienststellen in der Stadt.

Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Wittenberge-DörnitzDannenberg-Lüneburg 1872-1874 verbanden sich große Erwartungen, die sich an dem Aufschwung der 'Gründerzeit' in den Städten ringsum orientieren, aber in den wendländischen Städten sich kaum erfüllen, da die anschließenden Bahnverbindungen zu spät erfolgten: 1911 Dannenberg-Lüchow, 1924 Dannenberg-Uelzen, Einigen Fortschritt bedeutete 1886 die Errichtung des JohanniterKrankenhauses und seit 1900 stand in Dannenberg Stadtgas

für Straßenbeleuchtung und Haushalte zur Verfügung. Der Anstieg der Bevölkerung blieb mit rund 40% in den letzten hundert Jahren (1821: 1 346, 1875: 2066, 1933: 1871) im Rahmen der Entwicklung der anderen wendländischen Jeetzelstädte, verglichen aber mit der altmärkischen Jeetzelstadt Salzwedel (1800: 4406, 1927: 15 670) wirkt der Zuwachs eher als Rückschritt.

Erst die Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch von 1945 riefen größere und augenfällige Veränderungen in unseren noch mittelalterlich anmutenden Dorf- und Stadtbildern hervor - etwa 100 Jahre nach der ersten Gründerzeit, die zumeist die Stadtbilder prägte und trotz aller Zerstörung noch heute bestimmt. In dieser zweiten Gründerzeit wuchs die Bevölkerung auf rund 8000 Einwohner (mit Eingemeindungen) und zum neuen Bild Dannenbergs gehören das Kreiskrankenhaus (1960), das Schulzentrum (19641976), das Erholungszentrum am Thielenburger See (19641988), die Feuerwehrtechnische Zentrale (1975/76) mit einem Schlauchturm als drittem hohen Gebäude in der Stadt und die Umgehungsstraße (1980), um die wichtigsten Bauten zu nennen. Mit der Stadtsanierung wird seit 1985 eine harmonische Verbindung der restaurierten mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bausubstanz mit den modernen Bauten angestrebt, damit architektonischer Formenreichtum wieder sichtbarer das abwechslungsvolle und damit unverwechselbare Bild Darmenbergs bestimmt.

Der kurze historische Abriß mag Rahmen und Hintergrund abgeben für die folgenden Bilder aus dem alten Dannenberg. Die meisten der Bilder stammen aus dem Stadtarchiv Dannenbergs, weiterhin von Frau Erika Max, Dannenberg, denen ich für ihre freundliche Unterstützung zu Dank verpflichtet bin.

Berndt Wachter

fB.L.~tJah

1. Die älteste Ansicht Dannenbergs, der Merianstich 'F.(ürstentum) B.(raunschweig-) L.(üneburg) Statt und Schloß Dannenberg' von 1654. In der Beschreibung heißt es: Vom Jeetzel Strom, so aus der AltMark kommt und oberhalb der Stadt sich in drei Flûsse teilet, treibet ein Fluß die Mûhle, auf den übrigen zweien Flussen gehen die Schiffe nach Hamburg auf und nieder. Im übrigen lieget diese Stadt fein lustig, weil sie mit schönen Wiesen und Acker gantz herum umgeben ist ... Durch Bezeichnung hervorgehoben sind das Schloß, die 'S. Joh. Kirche', das 'Rathhauß' und links das 'Travener'-, rechts das 'Masche'-Tor.

2. Darmenberg um 1845. Die kolorierte Lithographie eines anonymen Künstlers zeigt einen romantisch gestimmten Bliek auf die Südseite des Städtchens. Im Vordergrund eine Bauersfamilie, malerisch gruppiert, bei der Rast auf dem Feld; auf der Jeetzel ein Kahn mit Waren beladen und auf den Knickwiesen unterhalb des Amtsberges wird Gras gemäht, einer der Männer schärft gerade seine Sense. Der Turm der Johanniskirche trägt noch ein Walmdach ohne die später hochaufragende Spitze, links davor die gerade erbaute Synagoge mit quadratischem Grundriß, Pyramidendach und hohen Rundbogenfenstern. Jüdische Einwohner werden spätestens nach Errichtung des Fürstentums Dannenberg im 16. Jahrhundert vermutet, als die Stadt für über hundert Jahre zur Residenz einer Nebenlinie der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg wurde. Erst 1844 wurde eine Synagogengemeinschaft gegründet.

3. Darmenberg von Nordwesten, um 1910. Im Vordergrund Wiesen und Gärten nördlich der Jeetzel, im Hintergrund links die Angelbecksche Brauerei mit hohem Schornstein, um 1670 stand dort das Gasthaus 'Zum weißen Pferd'; weiter nach rechts die Kolkbrücke und hinter den Bäumen der Amtsberg mit dem Waldemarturn; bildbeherrschend die Johanniskirche; unterhalb der Kirche an der Jeetzel ein Bretterverschlag als Umkleidekabine für Badende; rechts davon ein langgestrecktes Gebäude, die Schule, und davor der Bootsschuppen der Wasserwehr. Es folgen die Giebel von Häusern in der Fischerstraße und im Hintergrund links der Baumgruppe das Textilhaus von Gördeler (Langestraße), mit kleinem Türmchen.

4. Eine Postkarte aus der Serie 'Gruss aus Darmenberg a.d.IElbe' , aus einem Stendaler Verlag, wie sie dem Zeitgeschmack der Jahrhundertwende gemäß von vielen Städten mit gleichem Dekor vertrieben wurden. Neben die Gesamtansicht Dannenbergs von Süden werden die beiden bedeutendsten Denkmäler gestellt, das Grabmal der als Lützower Jäger hier gestorbenen Eleonore Prochaska und der 'Theodor-Körner-Stein'. Darunter finden sich Zeichnungen dreier wichtiger Neubauten der letzten Jahrzehnte, das Bahnhofshotel, der Bahnhof (heute Ost-Bahnhof) und das Johanniter-Krankenhaus im Westen der Stadt. (Poststempel von 20.12.1900.) Ähnliche Postkarten ließ auch ein Dannenberger Verlag drucken.

5. Darmenberg von Süden mit Jeetzel-Partie am Knick, um 1900. Im Vordergrund ein Lastkahn wie er im regelmäßigen Frachtverkehr bis 1901 benutzt wurde und gelegentlich noch bis 1931 verkehrte. Vor dem Mast ist eine kleine Kajüte zu erkennen. Das 'Sprit-Segel (= Spreizsegel) ist nicht gesetzt, auffällig das große Ruder. Die Schiffe konnten bei normalen Wasserstand mit einer Last (= 1 to) Ladung fahren, bei Hochwasser mit fünf Last. Der Handkahn davor ermöglicht einen Größenvergleich. Im Hintergrund der Amtsberg mit Landratsamt und Waldemarturm, die Kirche und links davor das helle Gebäude, die Synagoge, die 1911 verkauft und abgerissen wurde, nachdem die Gemeinde zu klein geworden war.

6. Die Jeetzel südlich von Dannenberg, um 1910. Vater Nepker fischt mit der Senke, einem Netz zum Fangen von Köderfischen. Unterhalb des Amtsberges führt ein einfacher Steg ohne Geländer über die Jeetzel. Am linken Bildrand die weiß getünchte Synagoge, dahinter das Haus Nr. 185 'Am Knick'. Beide Gebäude stehen auf dem Grundstück des ehemaligen Sattelhofes (= Hof eines Ministerialen oder Ritters, der im Kriegsfall ein gesatteltes Pferd zu stellen hatte) der Herren von Dannenberg, ehemals Ministerialen der Grafen von Dannenberg.

7. Mitglieder der nach dem großen Hochwasser von 1888 gegründeten Dannenberger Wasserwehr zeigen sich in einem ihrer hölzernen Boote, um 1900. 1909 wurden diese Boote durch eiserne ersetzt. Im Hintergrund der Bootsschuppen mit einer zur Jeetze! führenden Schleppbahn und weiterhin die Haube des Waldemarturms und die Kirche.

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8. Jeetzel mit der Kolkbrücke und der Marschtorstraße von Süden im Jahre 1909. Die Brücke war wegen des zunehmenden Schiffsverkehrs höher gelegt worden. Die in der Bildmitte in einem Jeetzelkahn stehenden Menschen schauen ruhig in die Kamera, wie es die damalige Technik erforderte. Die Kähne sind nicht nur dekorative Bildbestandteile, sondern solch ein Handkahn gehörte zu jedem Jeetzelgrundstück für fast tägliche Transporte.

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