Dannenberg in alten Ansichten Band 2

Dannenberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Berndt Wachter
Gemeente
:   Dannenberg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5983-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dannenberg in alten Ansichten Band 2'

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9. Im Festumzug durften die Russen, als Verbündete und Mitstreiter maßgeblich an der Göhrdeschlacht beteiligt, nicht fehlen und waren mit zwei Abteilungen Kosacken vertreten. Oberbefehlshaber über Russen, Deutsche und Engländer war damals der russiche General GrafWallmoden, ein Niedersachse, zunächst Offizier in der hannoverschen Garde, später in preußischen und österreichischen Diensten. Als Generalstabschef stand ihm Carl von Clausewitz zur Seite. Die Lützower Jäger gehörten zum Vortrab unter dem russischen Kosacken-General von Tettenborn, aus der Grafschaft Sponheim im unteren Nahetal gebürtig. Das Bild zeigt die gleiche Stelle wie das vorherige Foto, jedoch von der anderen Straßenseite aufgenommen.

10. Nach dem kriegerischen Teil des Festzuges folgten Behörden-, Lieder- und Erntewagen und dahinter zeigten sich Wendländerinnen und Wendländer in ihrer Tracht, die als alltägliche Kleidung immer mehr verschwand. Wie ein Chronist fünf Jahre zuvor (1908) schreibt: ' ... erst in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts ist sie durch die moderne Nivellierungs- und Uniformierungssucht und die billige Fabrikschleuderware verdrängt worden.' Der Fotograf scheint es aber noch als etwas Bekanntes angesehen zu haben, da davon kein Foto existiert, deshalb eine zeitgenössische Postkarte von einem Hochzeitszug. Denn die kostbarste Tracht des Wendlandes ist die Brauttracht, allein die hohe, mit Perlen, Pailletten und Blumen besetzte Krone kostete 1850 zwanzig Thaler. Wenig Prunk dagegen zeigte die Männertracht. Man unterschied zwischen Festtracht (Buerbeertracht), Arbeitstracht, Abendmahlstracht, Alterstracht (ab 30 Jahre), und Trauertracht.

11. Im vaterländisch motivierten Festzug fuhr selbstverständlich auch ein Wagen mit der (Gips-)Büste des Kaisers Wilhelm, den man des Deutschen Reiches Schmied nannte. Zwei Ehrenjungfern hielten die von Girlanden und dem Reichsadler geschmückte und einem Palmwedel beschützte Büste, Weitere junge Mädchen und Männer in Matrosenkleidung vervollständigten das Bild des Festwagens. Es folgten noch Salzwedeler Ulanen, Schulklassen und Kinderschützengilde, die Turnvereine aus Darmenberg und Groß Heide, die Wasserwehr und als Schluß 'Die gute alte Zeit' (Fahrpost 1813). Angesichts des von internationaler Solidarität geprägten Anlasses erstaunt die nationale Betonung.

12. Eines der 1913 zur Jahrhundertfeier aufgestellten Tore stand an der Ostseite der Marschtorstraße, tast an der Stelle des alten äußeren Marschtores, Während innerhalb der Stadt, am Markt, Giebel von niedersächsischen Hallenhäusern, wie sic überall in den urnliegenden Dörfern bis heute noch zu finden sind, aufgestellt wurden mit der Grot Dör als Durchfahrt, fand hier ein phantasievoll nachempfundenes Stadttor Verwendung, mit symbolträchtigen Bildern geschmückt. Mit drei Türmchen und zinnenbewehrt im grünen Schmuck ließ es aber wie die anderen Tore eine große Durchfahrt für Fahrzeuge und rechts und links zwei kleine Tore (Türen) für die Fußgänger offen. Das Stadtwappen in der Mitte, ein Bild des Kaisers (wen es darstellt, ist nicht zu erkennen, vielleicht Karl der Große) und der Reichsadler mit der Inschrift 'Heil Dir Kaiser und Vaterland' unterstreichen die patriotischc Gesinnung.

Von links nach rechts:Strauß,Kapitän,Hohenstein,Fähnrich~Siems,Knopff,Schmidt,Betbke Wegener,Daasch,Gehrels,Läffler,Hormes,Süßenguth,Schulz,Lehm~~Ilsemann,Hennings, Albrecht.Sc~ulz.Henning~G.Erich.Jun~e.H.Ordas.Leutnant. 1y2~

13. Die Dunnenberger Schützengilde präsentiert sich zum Schützenfest 1923 im Wäldchen hinter dem Schützenhaus. Die Namen lesen sich, als wären sie einem Darmenberger 'Who's Who' entnommen. Auf der linken Seite der Kapitän Strauß (Zimmermeister und Sägewerksbesitzer) und neben ihm Fähnrich Hohenstein mit der grün-weißen Schützenfahne, dahinter in Frack und Zylinder die Stadtoberen, ganz rechts Leutnant Ordas (Möbelfabrikant).

14. Mädchen gefolgt von Jungen marschieren schwarz-weiß gewandet in aufgelockerter Form über den Marktplatz zu einem wohl sportlichen Ereignis (Reichsjugendwettkampf 1924?), voran ein Junge mit der Fahne von Mädchen flankiert. Dem kleinen Zug folgen Lehrer und Betreuer. Die Anteilnahme der Bevölkerung scheint gering zu sein, nur wenige Erwachsene und Kinder verfolgen den Aufmarsch, manche wohl nur zufällig mit dem Fahrrad in der Hand.

15. Dichtgedrängt dagegen stehen Frauen und Kinder, wenn die Schützengilde in Reih und Glied angetreten ist, wie hier 1928 in der von Girlanden überspannten Langenstraße. Vielleicht loekt auch nur die flotte Marschmusik; am linken Bildrand ist gerade noch der Taktstock des Dirigenten zu erkennen. im Hintergrund das Haus des Uhrmachers Theodor Kamlah (heute Tischlerei Grabow). Das Schützenfest bestimmt wie kein zweites Fest, von den kirchlichen Feiertagen einmal abgesehen, den Jahreslauf der Bürger.

16. Eine Pause auf dem Schulhof wie urn 1905, bei der die Schulkinder bis an fließendes Wasser gehen und spielen konnten, scheint bei dem heutigen Sicherheitsbedürfnis und den daraus resultierenden Vorschriften nicht denkbar. Damals waren die Dannenberger, Groß und Klein, an das Leben am und zu Zeiten im Wasser notgedrungen gewöhnt. Die Schule irn Hintergrund ist von Bäumen verdeckt, und nur Dach und Giebel sind zu sehen. Links von ihr der Schuppen der Wasserwehr mit großem Tor für die Transport- und Rettungskähne. Links davon am Ufer eine Umkleidekabine, die auch dem Schwimmunterricht des Lehrers Lohmann diente. 1907 nahrnen 35 Kinder daran teil, 1908 waren es schon 55 Kinder.

17. Links des Pausenhofes befand sich eine Badestelle mit einem Bretterverschlag als Umkleidekabine (um 1910). Badende sind nicht zu sehen, dafür ein gut besetzter Kahn wie zu einem Sonntagsausfiug. Etwas ruhiger lag eine weitere Badestelle jeetzelaufwärts an den Knickwiesen, wenn auch mit ähnlich anspruchsloser Ausstattung. Erst im Zuge der Jeetzeleindeichung (1956) erhielt Darmenberg eine eigens für Freizeit und Sport ausgehobene und einfach ausgestattete Badeanstalt südlich des Schützenhauses, die 1968 von einem gefiießten Schwimmbad mit Sprungturm, 50-Meter-, Nichtschwimmer- und Plansebbeeken und beheizbaren Umkleidekabinen abgelöst wurde. 1977 kam beim Ausbau des Schul- und Kulturzentrums eine Kleinschwimmhalle hinzu.

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J eetzeI Partie

18. Im Jahre 1911 ließ sich das Lehrerkollegium wahrscheinlich Ostern zum Schuljahresbeginn ablichten: stehend die Lehrer/Innen Burmeister, Feindt, Borstelmann, Mul! und Lohmann; sitzend Küster Wegener. Rektor Parisius, Kantor Kröger und Organist Meinecke. Einige der Lehrer waren schon lange in Dannenberg tätig und blieben auch in der Regel, wie die gestrenge und gefürchtete 'Evi' Feindt, andere verließen die Schule bald wieder. 1912 wechselten Lehrer Borstelmann nach Lüneburg und Rektor Parisius nach Freiberg/ Eibe. Neu im Kollegium war Lehrer Burmeister, der gerade sein erstes Examen bestanden hatte und wenige Monate nach seiner zweiten Lehrerprüfung im August 1914 als Reserveunteroffizier in den Krieg zog. Ein Jahr später wurde er als vermißt gemeldet und im Jahr darauf für tot erklärt: ein schmerzlicher Verlust für seine in Darmenberg wohnenden Eltern und ein bitteres Ende eines hoffnungsvoll begonnenen Lebensweges.

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