Dannenberg in alten Ansichten Band 2

Dannenberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Berndt Wachter
Gemeente
:   Dannenberg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5983-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dannenberg in alten Ansichten Band 2'

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19. Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus - am Stadtwappen in der Hausmitte zu erkennen - hat sich vor der Anschlagtafel eine Menschenschlange von Frauen und besonders Männem gebildet. Es ist August 1914, die ersten Nachrichten vom Kriegsgeschehen (am 3. August Kriegserklärung des Deutschen Reiches an Frankreich) werden bekanntgegeben. 1m Rathaus untergebracht sind ebenfalls die Polizei links und rechts die Stadtsparkasse, an den Schildern über den Eingängen und den abgedeckten unteren Fernsterscheiben zu erkennen.

20. Rechts des traufenständigen Rathauses an der Südseite des Marktes steht ein giebelständiges Fachwerkhaus (um 1835 erbaut), dem 75 Jahre später eine Ziegelfassade vorgeblendet wurde, nachdem der Ziegelbau im späten 19. Jahrhundert üblicher wurde. Die Anpassung an die Proportionen der nachbarlichen Fachwerkbauten bleibt dabei voll erhalten, nur der Renaissancedekor am Giebeldreieck folgt etwas verspätet dem Zeitgeschmack. In den zwanziger Jahren wohnte dort Carl Lührs, der sich mit seiner Familie dem Fotografen präsentiert. Am mittleren Fenster des oberen Stockwerks ist ein Spion (Doppelspiegel) angebracht, der einen kontrollierenden Bliek auf den Marktplatz nach rechts und links ermöglicht, ohne gesehen zu werden. Vor dem Ofensetzer betrieben auf dieser Hausstelle Schuster, Schlosser und Drechsler ihr Handwerk, heute ein Friseur.

21. Die drei giebelständigen Häuser an der Nordseite des Marktes (Nr. 14 und 15 mit vorkragendem Fachwerk, Nr. 16 Ziegelbau im Neu-Renaissance-Stil) fielen dem Bombenangriff vom 22. Februar 1945 zum OpIer, bei dem auf dem von Flüchtlingen überfüllten Markt 85 Menschen ums Leben kamen. Links im Bild ist die RatskeIlerfront angeschnitten, dahinter das Haus des Kürschners Wilhelm Renger, rechts daneben die Bäkkerei Niewerth und der Feinkostladen von Dammann. Nur der Feinkostladen überdauerte die Zeiten. die beiden anderen wiehen anderen Geschäften trotz mancher zwischenzeitlichen Anpassungen an den Wandel der Bedürfnisse,

22. In dem Haus Am Schloßgraben 1 wohnte seit den zwanziger Jahren die Familie Kriel, Stadtmusiker in zwei Generationen, die Musikunterricht auf den gängigen Instrumenten erteilten und mit ihrer kleinen, je nach Bedarf zusammengestellten Kapelle zu allen Festlichkeiten aufspielten. Das traufenständige Bürgerhaus ist typisch für die Mitte des 19.1ahrhunderts mit zwei Stockwerken und Satteldach, einem Zwerchhaus mit großer Ladeluke und Aufzug darüber. Meist ist das Fachwerk auch an der Straßenfront sichtbar, hier ist es im einsehbaren Bereich, das heißt auch an der Stegelseite, mit Brettern verkleidet, die ein Quadermauerwerk aus Natursteinen vortäuschen sollen. Verblendungen mit Naturstein waren damals häufiger in den größeren Städten anzutreffen, gelegentlich aber auch hier zu finden.

23. Das Haus des Schneidermeisters Otto Schmedt liegt mit der Rückfront an der Kleinen Jeetzel, mit Vorderfront und Eingang am Karnypp (= Ausbau), einer Verbindung zwischen Langestraße und AdoJfsplatz. Der Karnypp gehört mit der Fischerstraße, als der nördlichen Verlängerung entlang der Kleinen Jeetzel zu einer ersten Stadterweiterung im 13. Jahrhundert. Es ist mal wieder Hochwasserzeit. Das Wasser ist in das Haus eingedrungen und nur auf Stellagen gelangt man trockenen Fußes vom Kahn ins Haus. Der hinter der Hausecke herausragende Schwengel einer Pumpe (acht solcher öffentlichen Pumpen versorgten Darmenberg mit Wasser) erscheint in dieser Situation wie blanker Hohn.

24. Schlachtermeister Carl Süssenguth schaut in sonntäglicher Zufriedenheit aus dem Fenster seines Hauses, Langestraße 35. Die Schaufenstcr, dekorativ von klassizistischen Säulenblenden eingefaßt, sind von Würsten freigeräumt. Das Oberlicht der Tür zeigt eine damals übliche schwungvoll aufgeteilte Verglasung; heute ein selten gewordener Anblick, der im Lauf der Zeit dem Anspruch nach Funktionalität und Effizienz gewichen ist, in diesem Fall mit der Verkachelung des Erdgeschosses für ein Milch- und Lebensmittelgeschäft.

25. Die Färberei A. Hoppe (Nordseite der Langenstraße ) paßte sich der neuen Zeit an und nahm zusätzlich die chemische Reinigung in ihr Programm auf. Die Ausleger, wenn auch mit dem Hinweis auf moderne Betriebe, gehören noch der alten Zeit an. Heute werden sie wieder bei Restaurierungen zur Auflage gemacht. als Gegengewicht für eine in der Zwischenzeit überhand nehmende Werbung, deren Dynamik sich auch auf diesem Bild erahnen läßt. Der mittlere niedrige Ausleger trug einst eine Gaslaterne, die nach der Elektrifizierung überflüssig wurde. Auch Fahrschule mit Autovermietung (Taxi) und Dapolin-Benzin weisen schon in das die Städte verändernde Zeitalter des Autos, obwohl über der Eingangstür noch der Schlüssel als Markenzeichen des Schlossers hängt.

W. Ziesenitz, Möbel-"Fabrik u. Lager Dannenberg a. d. Eibe.

Über 200 alon-, Woon-, chlafzimmer- und Kücheueinrichtun en.

Eigene Polster- u. Dekoraties e., werkstatt.

Tran port mit eizenem .Möbel-

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26. Auf der Nordseite der Langenstraße fallen einige breite traufenständige Häuser auf, zumeist mit einem Zwerchgiebel versehen. in dem der Warenaufzug untergebracht ist. Zu diesen machtigen Häusern gehört die Möbelfabrik Ziesenitz (von C. Ahlers erbaut, nach 1815). Die Vorfahren des Möbelfabrikanten betrieben seit 1766 eine Sattlerei in Dannenberg, aus der 1875 die Möbelherstellung mit Polster- und Dekorationswerkstatt hervorging. Die umfangreichen rückwärtigen Gebäude fielen zum Teil dem Bombenangriff 1945 zum Opfer. In das stehengebliebene Lagerhaus wurden in jüngster Zeit Wohnungen eingebaut. Der von der Familie betriebene Möbelverkauf und die Dekorationswerkstatt haben sich bis heute erhalten.

27. Eine Apotheke besteht in Dannenberg seit 1626, zunächst gegenüber der Kirche (Ecke Marschtorstraße), seit 1833 in der Münzstraße, wie hier auf dem Bild von 1927 als Einhorn-Apotheke, Die königlich privilegierte Apotheke für Allopathie und Homöopathie, gleichzeitig auch Drogerie, leitete damals Hermann Weverinck. Den eigentümlichen, aufschlußreichen lateinischen Spruch am Geschoßbalken (1987 wieder freigelegt) hat wohl einer seiner Vorgänger einschnitzen lassen, vielleicht erst in Verbindung mit der Zusatzbenennung 'Einhorn' um 1896 oder schon Jahrzehnte vorher bei der Verteidigung der Privilegien gegen andere Arzneiverkäufer. Er lautet frei übersetzt: 'Einen Hund der bellt, schlage ich nicht tot. Ich weiß, daß er nur Unbekannte anbellt. Das Bewußtsein der rechten Taten, ist der sicherste Zufluchtsort.'

28. Die Gärtnerei Car!Jahnke war bis vor kurzem noch mit einem Blumengeschäft in der Langenstraße (Südseite) existent. Früher dehnte sich die Gärtnerei hinter ihrem Geschäftshaus weit nach Süden mit Beeten und Gewächshäusern aus, über den Stadtgraben (heute Lindenweg) hinweg in die Jeetzelniederung (Querdeichgärten) hinein. Häufig war die Gärtnerei überschwemmt und nur mit dem Kahn zu erreichen, eine äußerst schwierige Lage für eine intensive und erwerbsmäßige Gartenbewirtschaftung.

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