Dannenberg in alten Ansichten Band 2

Dannenberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Berndt Wachter
Gemeente
:   Dannenberg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5983-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dannenberg in alten Ansichten Band 2'

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29. Die Firma Friedrich Westermann verkaufte über 120 Jahre bis 1985 Eisen- und Haushaltswaren in der Marschtorstraße. 1935 stellten sich bis auf eines der Mädchen nur die rnännlichen Mitglieder der Familie dem Fotografen. Die Mutter schaut zurückgezogen hinter der Gardine zu. Ihr Haus ist ein frühes Traufenhaus (um 1700), das sich ähnlich wie das Nachbarhaus mit einem Zwerchgiebel der Umgebung anpaßte. Im Rahmen der Stadtsanierung umgeplant führt heute die Seepassage durch das Grundstück und bietet Geschäften, Arztpraxen, einer Apotheke, einer Imbißstube und einem Chinarestaurant Platz.

30. Vom Kuhmarkt blieken wir um 1930 in die Marschtorstraße, rechts der Gasthof 'Deutsches Haus' und links zwei flotte junge Damen, Töchter des Stadtsekretärs Haupt. Hinter ihnen läßt sich eins der schönsten Fachwerkhäuser aus dem 16. Jahrhundert nur erahnen. Es stand bis 1958, war dreigeschossig mit vorgebauter Utlucht und altertümlichen Knaggenformen. Hier wohnte der Produktenhändler Hugo Wolff aus einer alteingesessenen jüdischen Familie. Sie war seit dem 18. Jahrhundert hier ansässig und die letzte einer relativ großen jüdischen Gemeinde. 1938 mußte die Familie Dannenberg fluchtartig verlassen.

31. In einem Nachbarhaus am Propsteigang (Richtung Kirche) befand sich zur gleichen Zeit auf der linken Seite der Handarbeitsladen des Fräulein Höniger, ein für die Damenwelt unentbehrliches Geschäft. Rechts davon hatte ein Dömitzer Geschäftsmann einen Verkaufsladen für Konfitüren und allerlei Leckereien eingerichtet. Das Bild - im trüben Herbst mit fallendem Laub aufgenommen - signalisiert einen erstaunlichen Wechsel: in drei Jahrhunderten wohnten hier Grobschmiede, Brauer, Gastwirte und Destillateure, Maler und Kaufleute.

32. Neben dem Ratskeller (links) stand das alte Hotel Ellinger (später Schulz), das sich stolz 'König von Hannover' nannte. Außensitzplätze - von einer Markise bei Sonnenschein oder Regen geschützt - gehörten zur Grundausstattung einer Gaststätte ebenso wie die große Toreinfahrt für Kutschen und Fuhrwerke. Nach dem Brand (1922) wurde es nicht wieder aufgebaut, da die Besitzer Darmenberg verließen. Die Lücke dient seitdem der Durchfahrt zum Adolfsplatz. Links anschließend wohnt der Schneidermeister, der mit einem Kleiderrnagazin sich den Erfordernissen der Zeit anpaßte. Fröhlich winkend schaut er aus der Ladeluke seines Hauses.

33. Das Bild zeigt links die an der Mühlenjeetzel gelegene Molkerei mit rauchendem Schornstein. Auf der Treppe und der Laderampe stehen die Mitarbeiter im weißen Kittel und die Mitarbeiterinnen mit weißer Schürze. Davor ein einspänniger, zweirädiger Karren, beladen mit Molkereiprodukten und bereit zur Abfahrt. Rechts daneben lag ein Beamtenwohnhaus, das an die Straße 'Am Mühlentor' grenzte (vgl. Bild 52) und eine breite Zufahrt zum Molkereihof freiließ.

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34. Ein Bliek in die ehemalige Bahnhofstraße, jetzt Marschtorstraße (um 1910) zeigt rechts, hinter der Einmündung der Straße 'An den Ratswiesen' die Möbelfabrik Ordas. Hier schloß einst das Marschtor, die äußere östliche 'Ioranlage, die Stadt ab. Es ist noch heute an der Häuserlücke, vor dem flachem Haus, das zeitweise eine Gastwirtschaft war, erkennbar. Hundert Meter stadteinwärts stand das äußere Melkertor und an der Kolkbrücke das innere Melkertor. Der Straßenabschnitt zwischen den Toren hieß 'Auf der Freiheit', da er nicht der Stadtgerichtsbarkeit unierstand. sondern der des Amtes Dannenberg. Links eines der wenigen Häuser mit Holzschnitzwerk vom Beginn unseres Jahrhunderts. Davor steht der Hausbesitzer, der Zahnarzt Schmidt. In zwei Generationen praktizierten Familienmitglieder bis in die Gegenwart in Dannenberg.

35. Die Zeichnung zierte den Briefkopf der Ordas'schen Möbelfabrik und zeigt den Gesamtkomplex von Süden. An der Marschtorstraße liegen die Wohn-, Geschäfts- und Ausstellungsräume, dahinter die Fabrik mit Holzlagerplatz. Heute nutzt die Firma 'nya nordiska' - skandinavische Heirntextilien, das Gelände. Das Ziegelgebäude rechts wurde im Volksmund früher 'Kaseme' genannt, weil dort ein Großteil der Mitarbeiter wohnten: Tischler, Holzschnitzer, Lagerarbeiter und Angestellte. Karren. Pferdefuhrwerke und Eisenbahn vermitteln den Eindruck von lebhaftem Verkehr. Das Modell eines Möbeltransportwagens. wie er hier stadteinwärts fahrend gezeichnet ist, hat sich als Spielzug erhalten.

36. Das Foto wurde von einer ähnlichen Position aufgenommen wie die Zeichnung vorher, jedoch nicht aus der Vogelperspektive und dreißig Jahre später, Es zeigt eine Begegnung bei Hochwasser an der Einmündung der Straße 'An den Ratswiesen ' in die Marschtorstraße. Das Auto mußte stehengelassen werden, da es auf der abwärts führenden Straße bis zum Hofplatz der Möbelfabrik nicht weiterfahren konnte. Der flachgehende Kahn übernahm dafür die Personenbeförderung.

37. Das Bild zeigt die Südseite des Marktes um 1875. Die Häuser liegen zwar schon sehr hoch wie auf einer Wurt, aber der Marktplatz selbst ist noch nicht erhöht. Das breite traufenständige Haus, 1780 über zwei Grundstücke von Ziegelmeister Kruse aus Damnatz erbaut und mit großer Toreinfahrt ausgestattet, war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Posthalterei und wird ab 1872 Rathaus, dabei wird die Toreinfahrt zur linken Tür umgebaut und in den Geschoßbalken ein bedeutungsvoller Spruch eingeschnitzt: 'Wi Börgers hebbn de Last dorvon un mütt dat all betahlen.' Die Traufenständigkeit garantierte bessere Lichtverhältnisse für die Amtsstuben. Nur der Amtsdiener ist zu sehen, sonst keinerlei Verkehr, der vielleicht wegen der langen Belichtungszeiten nicht erwünscht war.

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Elbbrücke

38. Die Eisenbahn-Elbbrücke Dömitz-Dannenberg vom Dörnitzer Hafen aus gesehen (1909) zeigt Doppeltürme, die an beiden Brückenenden stehen. Sie erwecken nicht nur den Eindruck von Festungstürmen, sondern sie wurden zur Verteidigung mit dieken Mauern, Schießscharten und zinnenbewehrten Plattform ausgestattet. Es fehlt nur die Armierung, die im Kriegsfall schnell eingebaut werden konnte. Im Ersten Weltkrieg beherbergten die Türme eine Wachmannschaft. Die Eisenbahnlinie nach Lüneburg wurde als Ergänzungslinie zum Hauptbahnnetz geplant und ausgebaut, so daß der Brücke stets eine strategische Bedeutung zugemessen wurde. 1887 wurde jedoch das zweite Gleis entfernt und das Hauptgleis in die Mitte verlegt, so daß es genug Platz für einen regen Fuß- und Radfahrverkehr hinüber und herüber gab bis zur Zerstörung der Brücke 1945.

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