Dannenberg in alten Ansichten Band 2

Dannenberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Berndt Wachter
Gemeente
:   Dannenberg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5983-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dannenberg in alten Ansichten Band 2'

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49. Etwa 25 Jahre später hat sich gcgenüber dem vorigen Bild des Marktplatzes (diesmal von Westen gesehen in die Marschtorstraße hinein) nicht viel geändert. Es ist die gleiche Zeit, die Rathausuhr zeigt kurz nach 3 Uhr. Neue Verkehrsmittel sind zwar hinzugekommen, ein Fahrrad lehnt beim 'Gundelfinger' , ein Lastkraftwagen steht an der KraftposthaltesteJle und vor dem Rathaus parkt ein Auto, aber Pferdefuhrwerke sind in der Überzahl, Insgesamt ein ebenso geruhsarncs Bild wie zuvor.

50. Der Bliek (vor 1899) in die Marschtorstraße, zu dieser Zeit hieß sie Bahnhofstraße, zeigt im Vordergrund gerade noch das Geländer der Kolkbrücke und links die durchgehend zweigeschossige Angelbecksche Brauerei; denn nach dem Brand von 1899 wurde sie zum Teil aufgestockt. Erstbesitzer war 1670 Paul Niemeitz, der außerdem die Gastwirtschaft 'Zum weißen Roß' (= Sachsenroß) betrieb. Nur ein Pferdefuhrwerk und einige Fußgänger mitten auf der Fahrbahn beleben die Straße.

51. Etwa dreißig Jahre später quillt die Marschtorstraße in den Morgenstunden geradezu von Verkehr über. Einige Radfahrer schieben lieber ihr Rad, als sich in das Gewühl von Motorrädem, Autos, Lastkraftwagen und Pferdewagen zu begeben. Die Fuhrwerke mit Milchkannen voll beladen kommen wohl von der Molkerei und wollen schnell in ihre nahe bei Darmenberg gelegenen Dörfer zurück, Sie bestimmen den Verkehr und lassen Autos und LKWs kaum eine Chance. Die drangvolle Enge macht deutlich, daß es schon um 1930 in Dannenberg in den Morgenstunden eine 'Rush-hout' gab. Deshalb werden heute an den besonders schmalen Stellen dieser Straße Passagen angestrebt, um einen gefahrlosen Fußgängerverkehr zu gewährleisten, besonders notwendig wegen der permanent stärkeren Verkehrsbelastung.

52. Um die Jahrhundertwende floß der Verkehr nach Westen ähnlich geruhsam von der Langenstraße zum Marschtor und Prochaskaplatz durch die ehemalige Vorstadt Lauben. Im Vordergrund ist das Eisengeländer der Brücke über die Mühlenjeetzel zu sehen (vor 1897), durch das vorwitzig ein Junge schaut. Rechts steht ein Wohnhaus der ehemals herzoglichen Mühle, links ein Beamtenwohnhaus und daran schließt die Molkerei westlich der Mühlenjeetzel an.

53. Ebenfalls dreißig Jahre später zeigt die Langestraße (hier an der Brücke über die Kleine Jeetzel) einen ähnlichen Verkehr wie in östlicher Richtung, läßt aber die veränderte Zeit noch deutlicher in Erscheinung treten. Im ehemaligen jüdischen Bankhaus Behrens, das zu dieser Zeit der Klempner Schmidt bewohnt, der auch Küchenbedarf verkaufte, befindet sich die Parteizentrale der NSDAP (1933). Vor dem Kaufhaus Bryld steht ein Motorrad und vor dem Fahrradgeschäft im Nachbarhaus eine Shell- Tanksäule. Dieses Haus wurde in den letzten Kriegstagen 1945 in Brand geschossen. Der Neubau gehört heute zum Geschäft Günther, allerdings ohne den zierenden Erker. Das Gördelersche Textilhaus daneben blieb mit seinem massiven Anbau von 1905-1908 samt Erker und Türmchen erhalten.

54. Nostalgisch mutet das Bild von der letzten Fahrt der Pferdepostkutsche in Dannenberg 1928 an. Während die Postler gefaßt in die Welt schauen, läßt das Pferd - den Ernst der Lage erahnend - den Kopfhängen. Schon die Einführung der Bahnpost war ein Eingriff in den Aufgabenbereich der Landpost. 1921 wurde die erste Kraftpostlinie nach Gartow eingerichtet und sieben Jahre später war die alte Pferdepost überflüssig geworden.

55. Die kurz vor der Jahrhundertwende wegen des Schiffsverkehrs höher gelegte eiserne Kolkbrücke bildete mit der Zunahme des Autoverkehrs bald ein stetes Hindernis und erzeugte so manches Verkehrschaos, wie hier in der stadteinwärts führenden Marschtorstraße (um 1937). Sie barg nicht nur für Autos und Lastkraftwagen gefahrvolle Begegnung, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer. Radfahrer stiegen lieber ab und gingen zu Fuß.

56. Der St.-Annen-Friedhot (um 1900) am Westrand der Stadt war nicht nur Begräbnisplatz für die Vorstadt Lauben, sondern auch für insgesamt 17 Dörfer aus der Elbmarsch und der Jeetzelniederung (von Streetz bis Langenhorst und von Gamehlen bis Groß Heide), die keinen eigenen Friedhof unterhalten konnten, da das Grundwasser zu hoch anstand. Die Kapelle ist schon lange abgerissen, die Gräber sind eingeebnet, nur das Grabmal von Eleonore Prochaska blieb erhalten. Auf der sogenannten 'Freyheit' des Friedhofes konnten damals Militärpersonen bestattet werden.

57. Auf den ersten Bliek scheint das Bild einen normal ruhigen Verkehr an der Reichsstraße 191 LudwigslustDannenberg-Uelzen zu zeigen; denn nur ein Pferdefuhrwerk und ein Fahrrad sind zu sehen und von Fernverkehr kein Spur. Aber die Männer am Mühlentor gehen beim steigenden Hochwasser einer wichtigen Beschäftigung nach, dern Bau von Stellagen. Das erklärt die Diskrepanz zwischen der aus der Fernverkehrstafel erfolgten Erwartung und dem Zustand eines nicht vorhandenen Verkehrs.

58. Der im Hochwasser vor Darmenberg steckengebliebene Lastkraftwagen verdeutlich besser als Worte die Schwierigkeiten der fast jährlich wiederkehrenden Verkehrssituation. Die konnte auch der allgemeine Fortschritt nicht immer überwinden. Erst die Eindeichung der Jeetzel als gezielte Gegenmaßnahme (ab 1952) und die Inbetriebnahrne von Pumpstationen schufen Abhilfe.

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