Darmstadt in alten Ansichten

Darmstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Volker Illgen
Gemeente
:   Darmstadt
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5408-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Darmstadt in alten Ansichten'

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Darmstadt, Er'] t-Ludwigsplatz , Wartehalle,

8. Eine Straßenbahnwartehalle mit angeschlossener öffentlicher Bedürfnisanstalt zierte von 1906 bis zur Zerstörung Darmstadts den Ernst-Ludwig-Platz. Im Hintergrund der Weiße Turm und das Kaufhaus Schwab, heute Henschel & Ropertz. Der Ernst-Ludwig-Platz, dessen eigenständiger Platzcharakter heute völlig verwischt ist, war bis zu seiner Nachkriegsumgestaltung als eine umseitig umfahrbare Fußgängerinsel angelegt. Der Weiße Turrn, auf den man im Bildhintergrund blickt, wurde in früheren Jahrhunderten als Gefängnis genutzt. Damals war er noch nicht vom Turmfuß aus zugänglich, sondern über einen angebauten Treppenturm, der direkt ins vierte Geschoß führte. Von dort ließ man die Gefangenen durch eine Bodenluke ins dunkle Verlies hinab. Der Eingang am Turmfuß sowie die kleinen Fenster der unteren vier Geschosse brach man erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Turm.

9. 'So groß und breit die Rheinstraße ist, es wimmelt darauf ein Akzessist', dichtete im vorigen Jahrhundert ein auswärtiger Spötter über die für damalige Verhältnisse allzu großzügig geratene Rheinstraße. Knapp fünfzig Jahre später sprudelte auf ihr aber wirklich hauptstädtisches Leben. Die am Ende des 19. Jahrhunderts entlang der Rheinstraße angepflanzten Bäume wurden leider nach 1933 gefällt und nie wieder ersetzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde dieser Straßenzug völlig eingeäschert. Von den Gebäuden der neuen Bebauung fanden einige wegen ihres klassisohen Baustils der fünfziger Jahre bereits Aufnahme in die städtischen Denkmalslisten. Vcrwiegend Banken prägen in diesen Tagen das Geschäftsbild dieser ehemaligen Einkaufsstraße.

10. 'Alleweil kimmt de Schutzmann Heil', riefen die Darmstädter Gassenjungen und nahmen Reißaus, wenn seine achtungserregende Gestalt auf der Bildfläche erschien. Adam Heil, die Legende eines gefürchteten Darmstädter Schutzmanns, dem die Wahrung von Anstand und Moral als höchste Tugend seiner Polizeigewalt galt, lebte von 1852 bis 1931. DaB er nicht wenig eitel war, belegt sein fein gezwirbelter Oberlippenbart. daß seine Dienstbeflissenheit die ungeteilte Huld der Obrigkeit fand, seine breite Ordensspange , in der sich sogar die Auszeichnung des Großherzoglich-Hessischen Philipps-Verdienst-Ordens reiht. Süffisant ist anzumerken, daß ausgerechtnet einer jener Gassenjungen, der ihn in seiner Kindheit wohl besonders gefürchtet haben muß, ihn auf den Heinerfesttagen der frühen fünfziger Jahre in Uniformschmuck mit Inbrunst imitierte.

Darmstadt

Rathaus mit Marktbrurmen

11. Das zwischen 1588 und 1590 erbaute Darmstädter Rathaus mit dem davorgelagerten Marktbrurmen von 1780. Der Bliek rechts führt in die damals noch recht enge Kirchstraße, wo gleich am Straßenanfang bis zur Zerstörung Darmstadts der legendenumwobene Hannibal, eine berüchtigte, besonders von Lehrern bevorzugte Stamrntischwirtschaft lag. Durch die Kirchstraße quälte sich noch bis in die siebziger Jahre unseres Jahrhunderts die Straßenbahn. Um den Fußgängern mehr Raum zu schaffen, wurde beirn Wiederaufbau des Rathauses die letzte zur Kirchstraße hin gelegene Fensterachse des Erdgeschosses zu einer durchlässigen Fußgängerarkade geöffnet.

Darmstadt. MarktDlatz mit

12. Darmstädter Markplatz mil Bliek auf das 1908 von Georg Wiekop erbaute Kaufhaus der Gebr. Rothschild (heute Henschel & Ropertz). Die Aufnahme stammt wohl aus den frühen zwanziger Jahren. Damals wurde der Darmstädter Wochenmarkt noch überwiegend von den Griesheimer Bauern, den sogenannten Schlotte-Bauern , beschickt. Die Fassade des ehernaligen Kaufhauses Rothschild steht heute unter Denkmalschutz. Sie galt schon seinerzeit als Beispiel einer funktional bedingten repräsentativen Bauweise. Die beiden Nachbargebäude des Kaufhauses brannten während des Großangriffs auf Darmstadt aus. Nach dem Krieg errichtete man sie völlig neu.

13. Bliek vom Ernst-Ludwig-Platz auf die zwischen 1716 und 1726 von Louis Remy de Ia Fosse geschaffenen Neu-Schloßflügel des Darmstädter Residenzschlosses. Die beiden Neu-Schloßt1ügel waren niemals bewohnbar. 1726 blieben sie aus Geldmangel im Rohbau stecken. Nur die Erdgeschossen konnten von Anfang an provisorisch zu Archivzwecken und für die Schloßwache genutzt werden. Die Fenster der oberen Stockwerke blieben bis ins 19. Jahrhundert mit rohen Brettern verschalt. Noch Goethe fiel dieser Mißstand bei einem seiner Darmstadtbesuche peinlich ins Auge. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts überholte man die zwischenzeitlich maroden Dächer und schuf in den Obergeschossen Räume für die öffentlich zugängliche Hofbibliothek (heute Landes- und Hochschulbibliothek) sowie für die damals neugegründete Großherzogliche Gemäldegalerie, deren Bestände später den Grundstock für das neueingerichteteHessische Landesmuseum bildeten.

14. Unsere Aufnahme von der Südseite des Luisenplatzes um 1930 zeigt eine der 1908 auf dem Platz aufgestellten Brunnenschalen von Joseph Maria Olbrich. Im Hintergrund erhebt sich das Bankgebäude der Deutschen Bank sowie das ehemalige Hotel Traube. Die Traube, wie die Darmstädter das Hotel nannten, blickte 1930 auf eine beinahe dreihundertjährige Tradition zurück. Auf seinem Dachboden fanden sich 1814 die von Georg Maller veröffentlichten alten Pläne des Kölner Doms, die dann den Ansporn gaben, das in der Gotik unvollendete Wahrzeichen Kölns doch noch zu vollenden. Die Lage der Traube, neben dem Alten Palais. in Sichtweite des ehemaligen Landtags. des Kollegiengebäudes und des Alexander-Palais. war bis zur Zerstörung Darmstadts nahezu ideal für einen Hotelbetrieb. 1926 übernahm die Stadt Darmstadt die Herberge. Die Stadt baute das Hotel nach 1945 wieder auf. Heute sind in ihm städtische Ämter untergebracht.

15. Einzug des russischen Kaiserpaars im Herbst 1903 in Darmstadt. Zar Nikolaus Il. war seit 1894 mit Prinzessin Alix (Alexandra Feodorowna), der Schwester des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein, verheiratet. Die sich seit ihrer Vermählung nahezu regelmäßig wiederholenden Besuche des Zarenpaars zählten bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs zu den glanzvollsten politischen Höhenpunkten der ehemaligen großherzoglich-hessischen Residenz. Der Besuch von 1903 erfolgte anläßlich der Vermählung der Prinzessin Alice von Battenberg mit Prinz Andreas von Griechenland. Die Zarin war eine Tante ersten Grades von Prinzessin Alice. Die Familie der Fürsten von Battenberg entstammte einer 1851 gegründetcn Seitenlinie des großherzoglich-hessischen Hauses.

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16. Als die letzte große europäische Fürstenhochzeit wurde die 1903 zu Darmstadt gefeierte Vermählung der Prinzessin Alice von Battenberg mit Prinz Andreas von Griechenland vielfach bezeichnet. Das Brautpaar ließ sich zunächst in der Schloßkirche nach protestantischem und anschließend in der Russischen Kapelle auf der Mathildenhöhe nach griechisch-orthodoxern Ritus trauen. Die geladene Gesellschaft glänzte durch eine große Anzahl gekrönter Häupter. Aus der Ehe der beiden ging unter anderen Prinzessin Cecilie, die spätere Gemahlin des Erbgroßherzogs Georg Donatus von Hessen und bei Rhein, sowie Prinz Philipp, der Gemahl der Körugin Elisabeth Il. von Großbritannien, hervor.

17. Enthüllungsfeierlichkeiten für das Reiterdenkmal des Großherzogs Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein, am 25. November 1898, auf dem Paradeplatz gegenüber dem Schloß (heute Friedesplatz). Das von dem Berliner Bildhauer Friedrich Schaper geschaffenen Standbild zeigt den 1892 verstorbenen Großherzog zu Pferd, in der Uniform eines Generalobersten der Infanterie. Das Denkmal überragt rechts den von Menschen wimmelnden Platz. Links erhebt sich das bekrönte Zelt des regierenden Großherzogs (Ernst Ludwig), mit den Ehrensitzplätzen für ihn, seine Familie und seine persönlichen Gästen. Bei dem langgestreekten Bau im Hintergrund handelt es sich um den sogenannten Französischen Jagdhof, ein ursprünglich für Landgraf Ernst Ludwig 1701 als Wohnhaus errichtetes Gebäude, in dem 1708 vorübergehend seine Parforce-Jagdangestellten unterkamen. Der sogenannte Jagdhof säumte die Westseite des Paradeplatzes noch bis zur Zerstörung Darmstadts, das Reiterstandbild wurde beim Bau einer unterirdischen Tiefgarage in den sechziger Jahren, unter Verlust seines Unterbaus, um einige Meter nach Osten verschoben.

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