Darmstadt in alten Ansichten

Darmstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Volker Illgen
Gemeente
:   Darmstadt
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5408-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Darmstadt in alten Ansichten'

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28. Erbgroßherzog Georg Donatus, 'de Erbschorsch', wie der Darmstädter Volksmund ihn nannte , heirate 1931 Prinzessin Cäcilie von Griechenland, die Schwester des heutigen Herzogs von Windsor. Unsere Postkarte erschien anläßlich ihrer Vermählung. Der Erbgroßherzog, seine Gemahlin, seine beiden drei- und fünfjährigen Söhne sowie Großherzogin Eleonore kamen bei einem tragischen Flugzeugabsturz nahe Ostende 1937 ums Leben. Der Erbgroßherzog war bei der Darmstädter Bevölkerung wegen seiner Umgänglichkeit sehr beliebt. Er hatte Rechts- und Staatswirtschaft studiert und 1932 in Gießen seinen Dr. phil. erworben.

Darrnstadt.

Infanterie-Ka erne,

29. Welcher Darmstädter erinnert sich noch daran, daß dort, wo heute Studenten der TH-Darmstadt ein- und ausgehen, bis 1918 das großherzoglich-hessische Leib-Infanterie-Regiment 115 lag. Die 1829/30 von dem Hof- und Militärbaumeister Franz Heger geschaffene Kasernenanlage ging nach 1918 in die Nutzung der TH-Darmstadt über. 1944 zerstörten Fliegerbomben die Gebäude. Beim Wiederaufbau blieb die Straßenfassade der alten Kaserne weitgehend erhalten. Hinter diesen alten Kasernenmauern liegt die 1926 als Turn- und Festhalle für die Technische Hochschule eingeweihte Otto-Berndt-Halle. In ihr fanden noch bis in die sechziger Jahre rege bürgerschaftliche Veranstaltungen statt. Vor allem die hier vielfach abgehaltenen Vereinsbälle oder die hauptsächlich von der Jugend besuchten Jazzkonzerte brachten die Halle damals in aller Munde.

Alexanderstrasse mit rtocrueitstarm.

30. Unsere Aufnahme gibt vom Schloßgraben aus gesehen einen Einblick in die Alexanderstraße. Die Straße mit ihren giebelständigen Häusern wurde im späten 16.- und frühen 17. Jahrhundert angelegt und ursprünglich Birngarten oder Birngartenstraße genannt. In Alexanderstraße taufte man sie erst 1844 urn, anläß1ich der 1841 erfolgten Vermählung des Zarewitsches Alexander 11. von Rußland rnit der Darmstädter Prinzessin Maria, einer Tochter des Großherzogs Ludwig Il. Von der Bebauung dieser Straße haben nur wenige Häuser die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs auf Darmstadt überlebt. Der Straßenzug wird heute von modernen Institutsbauten der Technischen Hochschule beherrscht. Verschwunden ist auch die Straßenbahnlinie, die einst über die Alexanderstraße bis an das Oberwaldhaus fuhr.

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31. Das ehemals Ecke KapelIstraße und Karlstraße gelegene Waisenhaus entstand zwischen 1748 und 1750 auf Betreiben des Stadtpredigers Joharm Konrad Lichtenberg. Der Baukundige und Stadtprediger hatte für dieses Haus auch das Raumkonzept entworfen. Es war das einzige Bauwerk von Bedeutung, zu welchem sich die Bürgerschaft der Stadt im gesamten 18. Jahrhundert aufraffen konnte. Zwischen 1832 und 1944 fand es als Schulhaus für Teile des humanistischen Ludwig-Georg-Gymnasiums Verwendung. Für viele Darmstädter verbinden sich daher mit dem 'Waisenhaus', wie es bis zu seiner Zerstörung im Jahr 1944 immer noch genannt wurde, noch viele schulische Erinnerungen. Vom Waisenhaus, das nach seiner Zerstörung abgetragen und später durch einen Schulneubau überbaut wurde, blieben nur die Eingangspforte zum Vorgarten und der daneben gestandene Opferstock erhalten. Die Pforte markiert heute den Durchlaß vom Herrngarten zum Prinz-Georg-Garten, der Opferstock wurde im Alten Pädagog wiederaufgestellt.

32. 'Ein wasehechter Heiner sei nur der, der an der Insel geboren worden sei', behauptete manch einer der hier an diesem Platz das Licht der Welt erblickte. Entstanden war der Inselplatz 1885/86 nach dem Abbruch eines älteren Häuserblocks, der zwischen zwei ehemals noch offen dahinfließenden Darmbacharmen lag. Heute erinnert nur noch der Niebergallbrunnen an jenen Altstadtwinkel. der den Zweiten Weltkrieg nicht überdauerte. Den Brunnen, der 1930 aufgestellt wurde, schuf der Darmstädter Bildhauer Weil Habicht. Er zeigt das Porträt Niebergalls sowie drei mit Originaltexten versehene Szenen aus dem Datterich. Die finanziellen Mittel für die Schaffung des Brunnens erbrachten der Darmstädter Heimatdichter Robert Schneider und die Hessische Spielgemeinschaft durch Sammlungen.

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Darmstadt,

Schillerplatz u::d Schirngasse.

33. Das alte Kaufhaus Hess am ehemaligen Schillerplatz, mit Bliek in die ehernalige Schirngasse. Der gegenüber dem Schloß, unterhalb des Marktplatzes gelegene Schillerplatz entstand 1901/02 durch den Abriß eines alten Häuserblocks. Schloßfreiheit nannte man damals diese Maßnahme. Der Platz ging nach dem Zweiten Weltkrieg zugunsten der begradigten und verbreiterten Landgraf-Georg-Straße verloren. Vom vormaligen Kaufhaus Hess überdauerten die Außenmauern der beiden Untergeschosse den Bombenangriff. In den ersten Nachkriegsjahren war hier die Kaufhalle untergebracht, heute befindet sich darin ein Elektrogeschäft.

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34. Auf dieser Ansicht aus der Zeil vor 1905 blieken wir in die alte Schustergasse , im Hintergrund befindet sich die Rückfront des Rathauses. Rechts im Bild erkenrit man die ehemalige Brauerei 'Zur Krone'. Dieses Gebäude ist das einzige Haus der gesarriten Darmstädter Altstadt, das sich über die Zerstörungen des Zweiten Weltkricgs hinaus nahezu unversehrt erhalten hat. Heute befindet sich in der 'Krone' eine Jugend-Diskothek. Links, gegenüber der Krone, Ecke Holzstraße , lag die Metzgerei Fuchs. Auch dieses Haus hatte den Bombenangriff auf die Altstadt überdauert, es fiel jedoch in den fünfziger Jahren einer neuen Straßenplanung zum Opfer. Der Metzger Fuchs, bzw. sein Nachfolger Salm, erfreute sich in den ersten Jahren der Währungsreform wegen der dort erhältlichen Wurstzipfelpakete besonders regen Zuspruchs.

35. Ein echter Heiner sei mit Woogswasser getauft. Mit dieser Feststellung dokumentieren noch heute alte Darmstädter mit Vorliebe ihre Verbundenheit zum Großen Woog. Dieser war im 16. Jahrhundert, damals noch weit vor den Toren der Stadt, als Fischteich und Regenrückhaltebecken angelegt worden. Seit dem späten 19. Jahrhundert entstanden an seinen Ufern nach und nach verschiedene Badeeinrichtungen. Unser Bild zeigt das alte Männerbad - Damen waren hier nicht zugelassen -, mit dem 1920 entstandenen ersten Sprungturm auf der sogenannten Weise , der späteren Wettkampfbahn, die ihre endgültige Gestalt erst im Jahre 1929, anläßlich eines in Darmstadt abgehaltenen internationalen Schwimmwettkampfes erhielt.

36. Schlammbeißer nennt man heute leicht ironisch jene Darrnstädter, die auf den Großen Woog als ihren idealen Badesee schwören und sich bei jedem erträglichen Wetter in seine Fluten stürzen. Ihre Vorgänger nannten sich 1911 einmal Darmstädter Wasserratten. Welche Bedeutung der Große Woog für Darmstadt als einzige Badeanstalt weit und breit einmal hatte , läßt sich heute, wo beheizte, besser geklärte und gechlorte Bäder in Mode sind, kaum noch vermitteln. Hier im Großen Woog fand bis in die fünfziger Jahre der Badebetrieb Darmstadts statt. Hier entstanden die großen Schwimmvereine bzw. Schwimmabteilungen von DSW, TSG, TG D, hier trainierten sie, hier maßen sie sich im Wettkampf mit anderen Städten und Ländern.

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37. Sozial, wenn es um die Badefreuden im Woogswasser ging, dachten die Darmstädter Stadtväter schon immer. Für Mittellose stand die Nordseite des Woogs, das sogenannte Flöhbad, zur Verfügung. Ein Bohlenzaun grenzte diese kostenfreie Badefläche aber rigide gegenüber dem Übrigen ab. Wehe, ein Flöhbadbenutzer überwand diesen Zaun, dann ruderte sofort ein Bademeister herbei und schnauzte den Frechling zurück. Links im Bild erkennt man noch die alte auf Pfählen errichtete Woogsinsel. Sie konnte nur mit Hilfe eines rudernden Bademeisters erreicht werden und bestand aus mehreren Badekabinen mit sichtgeschützten Zugängen zum Wasser, so daß auch Schamhafte hier in den Woogsfluten untertauchen konnten, ohne sich den Blieken der Neugierigen zeigen zu müssen.

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