Darmstadt in alten Ansichten

Darmstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Volker Illgen
Gemeente
:   Darmstadt
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5408-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Darmstadt in alten Ansichten'

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38. Nachdem der ursprünglich nur auf körperliche Erfrischung ausgerichtete Badebetrieb irn Großen Woog schließlich auch den Kult des Sonnenbadens zeitigte, konnte man nicht mehr urnhin, auch Liegeflächen für Sonnenhungrige anzubieten. 1924 wurde daher durch das Abgraben eines Sumpfstückes die Insel angelegt. Sie war noch bis in die fünfziger Jahre mit feinem Sand beschichtet, um den Sonnenbadenden eine echte Strandidylle vorzutäuschen. Die jetzigen Liegewiesen im Umfeld der Urnkleidekabinen entstanden erst nach dem Zweiten Weltkrieg nach und nach, teils durch die Verlegung der Rollschuhbahn der TSG 1846, die noch bis in die späten vierziger Jahre direkt nördlich der Urnkleidekabinen anschloß, teils durch die Trockenlegung des Woogschilfgürtels in den fünfziger und sechziger Jahren.

Wintersport in ûermstedt.

Schlittschuhbahn grosser Woog.

39. Eislaufen auf dem zugefrorenen Woog ist ein traditionsreiches Wintervergnügen der Darmstädter. Eissegeln, wie es zwei Darmstädter vor mehr als fünfzig Jahren einmal versuchtcn, hat sich allerdings nicht auf dem Woog durchgesetzt. Interessant an unserer Aufnahme ist die große Zahl der Erwachsenen, die sich darnals, auch ohne Schlittschuhe , auf dem Eis tummelten. Schlittschuhe wurden in jenen Jahren noch an den Sohlen und an den Absätzen der Schuhe festgeschraubt und gar mancher Absatz wurde dabei zerquetscht oder blieb zum Leidwesen seines Besitzers auf dern Eis des Woogs zurück.

40. Zu den wenigen deutschen Städten, die noch vor dem Ersten Weltkrieg öffentliche Hallenbäder bauten, zählte auch Darmstadt. Die heute 'Zentralbad' benannte Badeanlage entstand 1907-1909 nach Plänen des Stadtbaumeisters August Buxbaum. Gemäß dem damaligen Sittenkodex, wonach Damen und Herren getrennt zu baden hatten, besaß die Anlage zwei separate Hallen, wovon eine leider im Zweiten Weltkrieg zerstört und später in völlig veränderter Form wiederaufgebaut wurde. Neben Schwimmen konnte man hier medizinische Bäder nehmen, oder auch nur duschen, was mangels eigener Bäder besonders in der Nachkriegszeit von den Darmstädtern gerne angenommen wurde. Der nördliche Eekkiosk (rechts im Bild) fiel in den fünfziger Jahren der Verbreiterung der Landgraf-Georg-Straße zum Opfer, den südlichen entfernte man wenig später aus Symmetriegründen.

DARM8TADT. Hauptbahnnêfe.

41. Bis zum Jahre 1911lagen die Darmstädter Hauptbahnhöfe, von denen es damals noch zwei gab, an der West- und an der Nordseite des heutigen Steubenplatzes. Hier, im Hauptbahnhof der Hessischen Ludwigsbahn, liefen die Verbindungen nach Mainz, Worms, Asehaffenburg und in den Odenwald zusammen und im Hauptbahnhof der Main-Neckar-Bahn die Strecken nach Heidel berg und Frankfurt. Der Donnersbergring, Teile der Kasinostraße und der Rhönring markieren noch heute die Trassenführungen der alten Gleisanlagen. Beide Bahnhöfe erwiesen sich am Ende des 19. Jahrhunderts als veraltet. Der Hauptbahnhof der Ludwigsbahn war ein umständlicher Sackbahnhof, seine Gleise und die der Main-Neckarstrecken standen in keiner direkten Verbindung, so daß der Reisende, der beispielsweise von Frankfurt nach Warms reiste , in Darmstadt die Bahnhöfe wechseln mußte. Für den Warenverkehr war ein umständliches Umladeverfahren nötig. 1911 wurden die Bahnhöfe daher aufgegeben. Ihre in den Folgejahren anderweitig genutzten Gebäude standen noch bis zur Zerstörung Darmstadts im Zweiten Weltkrieg.

I

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42. Zwischen 1906 und 1911 erbaute der Darmstädter TH-Professor Friedrich Pützer den neuen Hauptbahnhof. Er ersetzte die veralteten Hauptbahnhöfe der Ludwigs- und der Main-Neckar-Eisenbahngesellschaften, die bis dahin am heutigen Steubenplatz lagen. Der von Pützer geschaffene Bahnhof faßte alle fortschrittlichen Erkenntnisse des damaligen Bahnaufkommens unter einem Dach zusammen. In ihm vereinigten sich alle Strecken die Darmstadt tangierten in einem leistungsstarken Durchgangsbahnhof. Dadurch verringerten sich die Umsteige- und Aufenthaltszeiten wesentlich. Mit der Verlegung des Bahnverkehrs und seiner Gleisführung vom heutigen Steubenplatz weg, weiter nach Westen, gewann die Stadtentwicklung einen großzügigen Spielraum, der leider bis heute noch nicht genutzt wurde. Noch immer fehlt eine städtebaulich organische Anbindung zwischen diesem Bahnhof und der entfernt liegenden Innenstadt.

:Oarmfladt.

'VolkiOrd)ule am ßallonplat,.

43. Ballonheiner nannte man in der Vergangenheit jene Darmstädter, die im Umfeld der alten Volksschule am Ballonplatz wohnten. Das ursprüngliche Gebäude dieser Schule war 1847 nach Plänen des Hof- und Militärbaumeisters Franz Heger unterhalb des alten Ballonplatzes, entlang der Magdalenenstraße geschaffen worden. Unsere Aufnahme zeigt einen zum Ballonplatz hin gelegenen Anbau von 1888. In den dreißiger Jahren wurde die Schule abgerissen und zusammen mit dem davorgelagerten Ballonplatz mit einem Institut der Tl-l-Darrnstadt überbaut. Der einst Ecke Alexander- und Magdalenenstraße gelegene Ballonplatz führte seinen Namen auf seine ehemalige Funktion als Ballspielplatz des Hofes zurück.

44. Im Jahre 1877 erhob man in Darmstadt eine ehemalige polytechnische Lehranstalt zur technischen Hochschule, was zur Folge hatte , daß bald mehr Studenten eingeschrieben waren, als die vorhandene Kapazität an Lehrräumen verkraften konnte. 1893 begann man deshalb mit dem Neubau mehrerer Hochschulgebäude entlang der heutigen Hochschulstraße. Das Gelände stellte noch Großherzog Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein zur Verfügung. Zum Zweck des Neubaus ließ er eine alte an dieser Stelle gestandene Hofmeierei abbrechen. Die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Gebäude wurden danach unter Schonung der erhaltengebliebenen Fassaden wiederaufgebaut und bilden heute immer noch die Zentralen der TH-Darmstadt. Nur noch die Bedachung der Turmspitze wartete bis heute vergeblich auf ihre Wiederinstandsetzung.

45. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein (erste Reihc, Dritter von links) und sein damals noch neunzehnjähriger Sohn Prinz Ludwig (erste Reihe, Zweiter von links) anläßlich der Enthüllung des Gefallenendenkmals für das ehemalige großherzoglich-hessische Leib-Infanterie-Regiment 115, im August 1928, an der Schloßgrabenmauer in der Zeughausstraße. Die ungeheure Menge der damaligen Versammlungsteilnehmer, die aus allen Teilen des ehemaligen Großherzogtums zur Einweihungsfeier angereist waren, war so gewaltig, daß dieses Ereignis den Darmstädtern noch Jahre Gesprächsstoff bot. Den sterbenden Bronze-Löwen des Denkmals schuf der Darmstädter Bildhauer Heinrich Jobst.

46. Ehrenjungfrauen gehörten früher zu jedem feierlichen Festzug. Unser Festzug fand statt anläßlich der Einweihung des Gefallenendenkmals für die beiden ehemaligen großherzoglich-hessischen Dragoner-Regimenter Nrn, 23 und 24 in der Landgraf-PhilippsAnlage, im Jahre 1927. Die beiden Reiterregimenter, die bis 1914 in der Kavalleriekaserne am Marienplatz lagen, gehörten bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum Selbstverständnis der alten großherzoglichen Residenz. Von den Darmstädtern wurden sie entsprechend der Farbe ihrer Kragenspiegel die weißen oder die roten Dragoner benannt. Inhaber des Regiments der weißen Dragoner (Nr. 24) war zwischen 1896 und 1914 Zar Nikolaus Il. von Rußland. Seine Initiale unter der Zarenkrone schmückt die Achselklappen und die Fahne des Regiments bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Darmstadt,

Pfründnerhaus.

47. Pfründner nannte man früher mittellose ältere Menschen, die ihren Lebensabend in einem öffentlich geförderten Altenheim verbringen mußten. Ein solohes Pfründnerhaus errichtete die Stadt Darmstadt 1889 in der Emilstraße. Es umfaßte damals bereits 109 Plätze. Dieses Gebäude bildete zusammen mit einem benachbarten, ehemaligen großbürgerlichen Landhaus des frühen 19. Jahrhunderts, dem sogenannten Schlößchen, die Keimzelle für das heutige Altenwohn- und Pflegeheim in der Emilstraße. Betrieben wird das Heim immer noch von der Stadt Darmstadt. Die Zahl der Plëtze ist auf 146 gestiegen.

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