Darmstadt in alten Ansichten

Darmstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Volker Illgen
Gemeente
:   Darmstadt
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5408-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Darmstadt in alten Ansichten'

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DARM8TADT

Martinskirche

48. Das Martinsviertel, das im Volksmund auch Watzeviertel genannt wird, weil hier in der Arheilger Straße früher der Stadteber , der Watz, gehalten wurde, erhielt seinen jetzigen Namen nach der 1895 erbauten Martinskirche. Stifter dieser Kirche war der 1823 in Darmstadt geborene und 1909 in Alsbach verstorbene Germanist Max Rieger. Der eklektische Baustil der Kirche, der Architekturelemente der Gotik , der Renaissance und des Frühbarocks durcheinandermengte und versatzstückhaft gebrauchte, war der typische Baustil des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Ihm setzten die Darmstädter Jugendstilkünstler ihren neuen Baustil entgegen. Nach Max Rieger, dem Stifter der Martinskirche , wurde 1907 der der Kirche benachbarte Platz benannt.

Darms/adt.

kûnstterkotonle. Bliek auf das Ernst Ludwighaus.

49. Im Jahre 1899 rief Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein die Darmstädter Künstlerkolonie ins Leben. Sieben Künstler folgten zunächst dem Ruf', darunter Peter Behrens, Hans Christiansen und Joseph Maria Olbrich. 1901 veranstalteten sie ihre erste Leistungsschau, die ein vollfunktionsfähiges Atelierhaus, das Ernst-Ludwig-Haus, sowie acht davorgruppierte Wohnhäuser umfaßte. Die architektonische Planung übernahm, bis auf die des Peter-Behrens-Hauses, Joseph Maria Olbrich. Die Innenausstattungen der Häuser oblagen den Mitgliedern der Kolonie. Mit dieser Art der Präsentation, die in der Kunstpresse nicht nur Zustimmung fand, setzte die Ausstellung von 1901 Maßstäbe für alle folgenden Künstlerkolonie-Ausstellungen in Darmstadt. Unsere Aufnahme zeigt das Ernst-Ludwig-Haus mit den davorgelagerten Künstlerhäusern in der Zeit noch vor 1908, ehe der Hochzeitsturm und die Ausstellungshallen entstanden.

Hessische Lendes-ûussietlunç Hauptgebäude für angewandle Kunst.

Darmstadt 7908.

50. Als dritte große Ausstellung auf der Mathildenhöhe folgte 1908 die Hessische Landesausstellung für angewandte Kunst. Sie sollte einen Überblick über die damalige künstlerische und gewerbliche Situation des Großherzogtums Hessen vermitteln. AI· bin Müller, der nach Olbrichs Tod (1908) dessen Part unter den Mitgliedern der Darmstädter Künstlerkolonie übernahm, entwarf für diese Ausstellung das am Osthang der Mathildenhöhe gelegene Hauptgebäude. 1914, anläßlich der letzten Künstlerkolonie-Ausstellung, wich diese Halle einer ebenfalls von Albin Müller entworfenen Wohn- und Atelierbebauung. Letztere fiel den Bombenangriffen von 1944 zum Opfer. Über eine sinnvolle Neubebauung dieses Grundstücks streiten sich die Stadtväter seit nunmehr 45 Jahren, bisher ohne Konsens.

DARM5TADT

K'ünstlerl'tolonie - A"U ~ stellung shau5

51. Zur Hessischen Landesausstellung für angewandte Kunst 1908 ließ die Stadt Darmstadt als ihren Beitrag die Ausstellungshal!en auf der Mathildenhöhe zusammen mit dem Hochzeitsturm errichten. Ausführender Künstler war Joseph Maria Olbrich. Der Turrn, dessen Form und Standort für OIbrich ein wichtiges städtebauliches Moment zur Einbindung der Neubauten auf der Mathildenhöhe war, sollte an die 1905 erfolgte Vermählung des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein mit Prinzessin E1eonore von Solrns-Hohensolms-Lich erinnern. Noch bis in die sechziger Jahre wurden die Hallen vielseitig für Ausstellungen, Kongresse oder gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt. Vor allem die hier gefeierten Faschingsbälle mögen noch manchem Darmstädter in schöner Erinnerung sein. In den siebziger Jahren erfolgte eine umseitige Bausanierung. Seither finden die Hallen nur noch für Ausstellungen Verwendung.

Darmstadt - Panorama I

52. Bliek vom Hochzeitsturm auf die Russische Kapelle, mit dem davorliegenden Wasserbecken und dem Löwentor. Wasserbekken und Löwentor waren gemeinsam von Albin Müller und von Bernhard Hötger für die Ausstellung der Künstlerkolonie 1914 konzipiert worden. Das Löwentor bildete damals die Haupteingangspforte der Ausstellung. Später wurde das Tor zerlegt und seine Teile an zwei verschiedenen Orten wiederaufgestellt. Die Säulen gelangten an den Eingang des 1928 eröffneten Hochschulstadions, während die Löwen und die Torflügel in einer etwas veränderten Aufstellung auf gemauerten Klinkerpfeilern als Tor an den Zufahrtsweg zur Rosenhöhe kamen.

Darmstadt

Künstlerkolonie "Russische Kapelle"

53. Nach seiner 1894 erfolgten Heirat mit Prinzessin Alix, einer Schwester des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein, ließ sich Zar Nikolaus 11. 1896 auf der Mathildenhöhe eine russisch-orthodoxe Kapelle erbauen, die er der Hl. Maria Magdalena weihte. Die Baupläne entwarf ihm der Peters burger Akademieprofessor Louis Benoit; die Mosaiken und Malereien schuf Viktor Michajlowitsch Wasnezow aus Moskau. Als die russische Kapelle entstand. war die Mathildenhöhe noch unbebaut. Das Baugrundstück lag damals noch in einem eingefriedeten Privatgarten des damaligen Großherzogs. Zur Einweihung der Kapelle, am 9. Oktober 1899, reiste der Zar persönlich mit großem Gefolge an.

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54. Nach dem Tod von Joseph Maria Olbrich (1908) übernahrn der bereits 1906 nach Darmstadt berufene Albin Muller dessen Führerschaft unter den Mitgliedern der hiesigen Künstlerkolonie. Noch im Todesjahr Olbrichs hatte Albin Muller Erhebliches für die 1908 erfolgte Hessische Landesausstellung geleistet. 1911 erbaute er sich am Nikolalweg. direkt neben dem Eingang zum Platanenhain, sein eigenes Wohnhaus. 1944 brannte es bei einem Luftangriff auf Darmstadt aus. Die Außermauern standen noch nahezu unversehrt bis weit in die fünfziger Jahre. Anstatt dieses Haus beispielhaft wiederaufzubauen, legte die Stadtverwaltung die Mauerreste nieder und führte über das Grundstück eine in ihrem Aussehen wenig schmeichelhafte Bürgerpromenade.

55. Tiefe Trauer herrschte in Darmstadt, als das Prinzeßchen (Prinzessin Elisabeth), das einzige Kind des Großherzogs Ernst Ludwig aus seiner ersten Ehe , am 16. November 1903 in Skierniewice (Prov. Lótz) achteinhalbjährig bei einern Besuch in Rußland an Typhus verstarb. Die Abbildung zeigt die Trauergesellschaft vor dem Neuen Mausoleum auf der Rosenhöhe. Der Großherzog steht links, in der ersten Reihe der ankommenden Herren. Die beiden mil dem Rücken zum Betrachter stehenden Damen sind zwei der angereisten Schwestern des Großherzogs.

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56. Prinzessin Elisabeth von Hessen und bei Rhein, das Prinzeßchen, wie die Darmstädter sie nannten, entstammte der ersten Ehe des Großherzogs Ernst Ludwig mit Prinzessin Victoria Melita von Sachsen-Coburg und Gotha. Die kaum achtjährige Prinzessin schaut gerade aus dem Fenster des Spielhauses. das ihr der Vater durch Joseph Maria Olbrich im Park von Schloß Wolfsgatten 1902 hatte bauen und mit maßstäblich kindergerechten Möbeln einrichten lassen. Nach ihrem Tod errichteten die Darmstädter Kinder dem Prinzeßchen ein Denkmal im Herrngarten. Die Platte am Fuß des Denkmals beinhaltet das Märchen von Schneewittchen im gläsernen Sarg, womit ausgedrückt werden sollte, daß die Prinzessin für die Darmstädter Kinder weiterleben werde. Das Denkmal schuf der Darmstädter Bildhauer Ludwig Habich.

57. Joharm Wolfgang von Goehte pflegte zeitweise sehr enge Beziehungen zu Darmstadt. Zwischen 1771 und 1773 verkehrte er häufig im Hause Johann Heinrich Mercks. Hier hatte sich ein literarisch interessierter Kreis aus einigen Hofdamen und Hofbeamten um den Hausherrn gesammelt. Man beschäftigte sich mit empfindsamer Poesie, schrieb selbst rührselig Briefe und Gedichte und las sie sich gegenseitig vor. Ihre angebeteten Damen nannten sie Urania, Lila oder Psyche. Goehte selbst bezeichnete diesen Kreis der Empfindsamen, der für die Natur und für Mondscheinspaziergänge schwärmte und sich im Lande der Seligen fühlte, wenn Tränen vor Rührung vergossen wurden, einmal 'Gerneinschaft der Heiligen'. Diesem Goethe weihten seine Darmstädter Verehrer 1903 im Herrngarten ein Denkmal. das Ludwig Habich schuf.

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