Das Bordesholmer Land in alten Ansichten

Das Bordesholmer Land in alten Ansichten

Auteur
:   Paul Steffen
Gemeente
:   Das Bordesholmer Land
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6696-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Das Bordesholmer Land in alten Ansichten'

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Einleitung

Das Bordesholmer Land - Ein besinnlicher Blick zurück

Mit diesem Band legt der Verlag Europäische Bibliothek ein weiteres Buch mit 76 alten Ansichten aus unserer Region vor. Vertreten sind Bordesholm und die Nachbargemeinden des Amtes Bordesholm-Land. Berücksichtigt wurde auch das nah gelegene Gut Bothkamp. Es gehörte früher zum Kreis Bordesholm und ist bis heute eng mit der Region verbunden. Mit dieser Veröffentlichung wird erneut die historische und kulturelle Bedeutung der Landschaft zwischen den Städten Kiel und Neumünster dokumentiert.

Die Eigenständigkeit des Gebietes entwickelte sich aus der Ansiedlung des Augustiner Chorherrenstifts, das 1127 von Vicelin in Neumünster gegründet wurde. Der spätere Bischof von Oldenburg starb 1154. Unter seiner Leitung entstanden mehrere Kirchen in Ostholstein z. B. in Bosau, Bornhöved und Segeberg. Seine um 1332 nach Bordesholm überführten Gebeine wurden in diesem damaligen Wallfahrtsort als Reli q ui en verehrt.

Eine besondere kulturelle Leistung des Klosters war die Herausgabe und Aufführung der Bordesholmer Marienklage. Das mittelalterliche Mysterienspiel ist von PropstJohannes Reborch (etwa 1433-1513) um 1475 aufgezeichnet worden. Das Originalmanuskript befindet sich mit weiteren kostbaren Handschriften und Frühdrucken der Bordesholmer Klosterbibliothek seit 1665 in der damals gegründeten Christian-Albrechts-Universität in Kiel.

Ein Auftragswerk der Bordesholmer Chorherren und des Herzogs Friedrich von Holstein-Gottorp (1471-1533) war der Schnitzaltar des Meisters Hans Brüggemann (*um 1485). Das bedeutende Kunstwerk mit rund 400 Figuren wurde 1521 in der Bordesholmer Klosterkirche aufgestellt. Es befindet sich seit 1666 im Schleswiger Dom.

Das Amt Bordesholm entwickelte sich ab 1566 zu einem Zentrum der Agrarwirtschaft in Holstein. Die Bauern kamen hier ohne die Drangsale der Leibeigenschaft zu einem gewissen Wohlstand. Ein Zeugnis dafür

ist das Bordesholmer Haus mit eigenen Stilformen. Noch heute gibt es davon eindrucksvolle Beispiele. Eine derartige Hofanlage wurde in das Freilichtmuseum in Molfsee überführt und neu aufgebaut.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts erlebten die Herzogtümer Schleswig und Holstein unter der dänischen Verwaltung schwere wirtschaftliche Krisenzeiten. Ein chaotischer Tiefpunkt war der Staatsbankrott im Jahre 1813. Allgemeine Armut und Hungersnöte brachten der Bevölkerung bedrückende Verhältnisse. Nicht zuletzt diese schweren Zeiten führten 1848 zur Schleswig-Holsteinischen Erhebung, die eine Loslösung von Dänemark anstrebte. Als 1864 der Krieg gegen Dänemark ausbrach, befand sich das Hauptquartier der preußischen und österreichischen Truppen Ende Ianuar für einige Tage im Bordesholmer Amtshaus am Lindenplatz. Dem 80-jährigen Oberbefehlshaber Friedrich Graf von Wrangel (1784-1877) standen der Prinz Friedrich Karl von Preußen und für die österreichischen Truppen der Feldmarschall-Leutnant Ludwig Freiherr von Gablenz als kommandierende Generale zur Seite. Mit der Einverleibung der Herzogtümer durch Preußen am 12.Januar 1867 begann auch im Bordesholmer Land eine neue Ära. Es wurde der Landkreis Kiel (seit 1907 Kreis Bordesholm) gebildet, der bis 1932 bestand. Moderne Zeiten brachen an, als 1832 die erste Kunststraße (Chaussee) von Altona nach Kiel fertiggestellt und 1844 auf der gleichen Strecke die erste Eisenbahnlinie im Land eröffnet wurde. In beiden Fällen bekam Bordesholm einen direktenAnschluss mit der Führung der ehemaligen Bundesstraße 4 und dem Bahnhof an der Ostseite des Ortes. Diese günstige Entwicklung im Verkehrswesen setzte sich 1972 fort mit der Eröffnung der Bundesautobahn A7 von Hamburg nach Flensburg und Kiel und dem Anschluss Bordesholmer Dreieck. Seitdem entwickelte sich der Bordesholmer Raum mit der Steigerung der Bevölkerungszahl sowie der Ansiedlung von Handel, Handwerk und Gewerbe.

Schon 1845 wurde die inzwischen überregionale Bordesholmer Sparkasse gegründet. Sie verfügt über Filialen in Kiel, Neumünster und Orten in der Wilstermarsch wie St. Margarethen und Wacken.

Durch die Eingemeindung von Eiderstede (1906) vergrößerte sich Bordesholm um das Doppelte. Große Veränderungen brachte der Zweite Weltkrieg (1939-1945). Es gab einen Zustrom von ausgebombten Familien aus Kiel mitAnlage der Finnenhaussiedlung ab 1942. Flüchtlinge und Vertriebene erhielten Wohnraum in neuen Baugebieten, insbesondere in Bordesholm undWattenbek. Dunkle Kapitel waren in der Nazizeit ab 1934 die Einrichtung einer Gauführerschule imAmtshaus am Linden platz und von 1940 bis 1945 die Unterbringung und Beschäftigung von Zwangsarbeitern in Wattenbek und weiteren Orten.

Die Einwohnerzahlen sind ständig gestiegen. Sie liegen im Jahre 2 00 1 in Bordesholm bei 8 000, in Wattenbek 2 800, Brügge 950, Mühbrook 500. Insgesamt gibt es im Amt Bordesholm-Land mit 13 Gemeinden rund 6 5 00 Einwohner. Mit Bordesholm zählt das Bordesholmer Land etwa 14500 Einwohner.

Das gemeinsame Verwaltungsgebäude für die Gemeinde Bordesholm und das Amt Bordesholm-Land am Marktplatz wurde 1973 fertiggestellt. Bürgermeister ist seit 1992 Jürgen Baasch in der Nachfolge von Eberhard Grünz (1980-92). Zum Bürgervorsteher wurde 1999 Reinhard Koglin gewählt. Seine Vorgänger waren u.a. Ehrenbürger Hans von Essen (1970-1974), Reimer Struve (1974-1990) und Erich Wolf (19901999). Amtsvorsteher des Amtes Bordesholm-Land ist seit zwanzig Jahren Klaus Göttsche-Götze. Er vertritt seine Heimatgemeinde Groß Buchwald seit 1976 ebenfalls als Bürgermeister.

Zum Zusammenhalt der Region tragen etliche Vereine und Institutionen bei. Hierzu gehören u.a. die behördlichen Einrichtungen, Schulen, Kirchen, Versorgungsbetriebe, Feuerwehr, Handel, Handwerk und Gewerbe, Parteien, Zweckverbände, die Gemeindebibliothek, die Sozialstation, Sportvereine und kulturelle Einrichtungen. Seit 1975 gibt es den SchuIverband Bordesholm. In ihm sind die Grund- und Hauptschulen Bordesholm, Wattenbek und Brügge, die Hans-BrüggemannRealschule und die Volkshochschule vertreten. Die 13 Gemeinden des

Amtes Bordesholm-Land sind mit Bordesholm sowie mit Bothkamp und BlumenthaI im SchuIverband zusammen geschlossen. Bürgermeister Jürgen Baasch ist seit 1998 Schulverbandsvorsteher in der Nachfolge von Erich Wolf (1990-1998). Seit 1946 ist die Schleswig-Holsteinische Verwaltungsschule in Bordesholm (Alter Haidkrug) ansässig. Die Bildungsstätte ist inzwischen zur Verwaltungsakademie ausgebaut worden. Die günstige Verkehrslage und eine freundliche Umwelt mit viel Natur und Kultur haben die Region zum Leben und Wohnen besonders interessant gemacht. Auch die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis ist mit ihrem Ehemann prof Dr. Udo E. Simonis seit 1977 in Bordesholm ansässig. Viele Tagesgäste und Touristen verweilen im Bordesholmer Land und genießen ein Stück unserer schönen Heimat.

Manches hat sich im Laufe der Zeit verändert. Dennoch konnten viele, die hier vorübergehend oder für etliche Jahre eine neue Heimat gefunden haben, ein Gefühl der Nachbarschaft und Zusammengehörigkeit entwickeln und bewahren. Das wird hoffentlich weiter so bleiben.

Nach Bordesholm schrieb Johann Wolfgang von Goethe 1823 nach langer Pause noch einmal mit Hoffnung und Zuversicht an seine Brieffreundin Auguste zu Stolberg (1753-1835). Darin heißt es: 'Und so bleiben wir wegen der Zukunft unbekümmert!'

Einen besonderen Dank sagen wir der Heimatsammlung Bordesholm im Kultur- und Verschönerungsverein Bordesholmer Land für die Überlassung von Fotomaterial. Die größte Anzahl der Aufnahmen stammt von den Berufsfotografen Hans Gumlich und Helmut Dölling. Weitere Fotos und Repros kommen vom heutigen Verlag Skala-Druck Bordesholm, aus Privatbesitz und dem eigenen Archiv. Herzlichen Dank ebenfalls dem Verlag Europäische Bibliothek für die stets gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Bordesholm, im März 2 002 Peul Steffen

1. Bordesholm. Blick auf die Klosterkirche mit dem Seeufer auf der Westseite. Die Bebauung blieb an dieser Stelle in den letzten Jahrzehnten nahezu unverändert. Links neben der Kirche mit ihrem markanten Dachreiter ist der Ostflügel des Klosterstift erkennbar. Es handelt sich um das Alten- und Pflegeheim des Landesvereins für Innere Mission mit Sitz in Rickling. In diesem früheren Amtshaus von ca. 1770 befindet sich seit dem Jahr 2000 die Heimatsammlung im Kultur- und Verschönerungsverein Bordesholmer Land. Am schönen Klosterufer beginnt ein Rundweg um den See. Die Tour kann in ca. 11/, Stunden als erholsamer Spaziergang bewältigt werden. Unterwegs bieten sich herrliche Ausblicke über den See auf eine weitgehend intakte holsteinische Landschaft. Die Strecke berührt auf der Klosterinsel die neu errichtete historische Ziegelmauer mitTurm und dem Wappen des Herzogs Hans d.Ä (1521-1580). Es geht weiter durch den Wildhofüber die Vogelwiese auf das Mühbrooker Gebiet. Über einen Wiesenpfad erreicht man das Ostufer und kommt über Eckholm zum Ortsteil Eiderstede. An der Freibadeanstalt vorbei endet der Seeuferweg. Von dort aus geht es auf der Eidersteder Straße zum Dreiecksplatz. Hier erinnert ein Gedenkstein an die Wiederherstellung der Deutschen Einheit im Jahre 1991. Auf der Heintzestraße geht es zurück zum Lindenplatz bei der Klosterkirche.

2. Bordeshalm um 193 0 mit dem Blick von Süden auf den Lindenplatz. Die Ansicht gibt einen Eindruck von der alten Allee vom Bereich Klosterkirche bis zur historischen Linde. Deren Alter wird auf rund 700 Jahre geschätzt. Vorne links steht das frühere Postamt. Es wurde 1889 von Bauunternehmer Hans Hinrich Deinert erstellt. Der Giebel ist mit einem Reichsadler und der Jahreszahl verziert. Hinter dem kleinen Haus steht das Gebäude der Sattlerei und Polsterei Butscher. Der Handwerksbetrieb wurde 1879 gegründet. Er war damit die älteste noch bestehende Bordesholmer Firma. Ende 200 1 wurde der Betrieb von Raumausstattermeister Heinz Butscher und seiner Ehefrau Karin eingestellt. Hinter der alten Linde erkennen wir das ehemalige Kaufhaus Schwartz. Das Gebäude ist um 19 00 errichtet worden. Es wurde 1993/94 von dem Malerei betrieb Meining ausTechelsdorf sorgfältig restauriert. Die Familie hatte das Anwesen 1992 erworben. Inzwischen gibt es hier wieder das Kolonialhaus als Café und Restaurant unter Leitung von Familienangehörigen. Danach folgt ein stilvolles l-Familienhaus, das ebenfalls instand gesetzt wurde. Weiter in Richtung Kirchhofsallee folgt die mehrstöckige Wohnanlage von 1996. Rechts von der Linde ist im Hintergrund das frühere Organistenhaus an der Ecke zur Heintzestraße zu sehen. Es wurde um 19 00 erbaut. Heutiger Besitzer ist prof Dr. Gerd Stock. Davor befindet sich auf der anderen Straßenseite das Grundstück von Petra und Reinhard Koglin. Hier wohnte früher die Familie von Konrektor und Organist Heinrich Clausen und davor Sanitätsrat Dr. med. Otto Clausen. Es folgt in Richtung Kirche die ehemalige Linden-Apotheke von 1843 (Neubau von 200 1). Es schließen sich an: das frühere Haus der Amtsverwaltung Bordeshalm Land (1953-1973, heute Familie Gieseke) und das ehemalige Gefängnis, das später als Jugendherberge genutzt wurde (heute Wohnhaus). Der Lindenplatz ist ab 1989 in mehreren Abschnitten restauriert worden. Damals ist auch die Allee auf der Westseite mit jungen Bäumen erneuert worden.

3. Bordesholm. Die Nordseite der Klosterkirche (um 1950) zeigt deutlich die dreiAbschnitte beim Bau des Gotteshauses. Die Kirche ist bewusst weithin sichtbar und beherrschend auf dem Hügel des Holms platziert worden. Der östliche Chorteil wurde zunächst in einfacher Form ab 1330 errichtet. Es war die erste Aktion der Augustiner Chorherren, die damals von Neumünster auf die Bordesholmer Klosterinsel umzogen. Am Chor mit den nachfolgenden drei hochgezogenen Spitzbogenfenstern schließt sich im 2. Bauabschnitt (1450-1462) eine größere Wandfläche mit einem leicht abgeflachten Fenster an. Es folgten von 1490 bis 1509 zwei Hallenjochs nach Westen mit einer flachen Portalfront. Das Fenster des 3. Bauabschnitts wurde noch weiter abgeflacht. Am Ende der Kirche befand sich früher ein Nordportal, das hier noch deutlich zu erkennen ist. Unter dem gewaltigen Dach sind neben dem höheren Mittelschiff die beiden flacheren Seitenschiffe eingezogen. Es handelt sich damit um eine gotische Hallenkirche, in der das Licht allein durch die Seitenfenster einfällt. Die westliche Frontseite mit dem heutigen Portal besaß früher ein großes Mittel- und seitlich je ein hohes Seitenfenster. Eine erhebliche Veränderung mit dem Vermauern der Fenster erfolgte aus Anlass einer Renovierung, die 1826 abgeschlossen wurde. Diese umfassende Maßnahme ist mit der Jahreszahl im Giebel dokumentiert. Insgesamt erhielt die Klosterkirche nach einer unterbrochenen Bauzeit von rund 175 Jahren die heutige Gestalt. Der Gesamteindruck ist im Äußeren bestimmt durch eine gewisse Eleganz im Ostteil und einer kompakten Kraft im westlichen Teil. Es wird damit auch der Wandel in der Gotik sichtbar, die im Norden um 1500 von der Renaissance abgelöst wurde.

4. Die Russische Kapelle an der Süd-Ost-Seite der Klosterkirche Bordesholm ist ein Restbestand des ehemaligen Kreuzganges zu den damaligen Klostergebäuden. Der Raum wurde später als Sakristei genutzt. Das Kreuzgewölbe wird von einer Mittelsäule getragen. An der Südwand sind Reste von Wandmalereien freigelegt worden, die ab 2000 restauriert wurden. Das Eingangsportal ist mit einem Ziergitter geschmückt, in dem die Initialen CF für Carl Friedrich eingearbeitet sind. Der im Zopfstil (Louis XVI.) gestaltete Sarkophag aus hellgelbem Marmor von ca. 1773 trägt eine lateinische Aufschrift mit den Lebensdaten des hier beigesetzten Herzog Carl Friedrich von Holstein-Gottorp (17 001739) und dem Schlusssatz: Fromm, gerecht, hochherzig. Ein Vater des Vaterlandes. Die Buchstaben o.E.B.Q.C. wurden u.a. gedeutet als Ossa Ejus Bene Quies Cant = Seine Gebeine mögen wohl ruhen. Der Sarkophag ist eine Arbeit des zuletzt in Ostholstein ansässigen Bildhauers und Stuckateurs J ohann Georg Maser d.Ä. (* 1 713/14 evt!. Traunstein, 1 780 in Eutin). Der Herzog war der Vater des Zaren Peter HL (Karl Peter Ulrich von Holstein-Gottorp, 1728-1762). Carl Friedrich war der Schwiegervater der Zarin Katharina H. (1729-1796). Als Begründer der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde (1737/38) sowie u.a. als Stifter des Altars (1726) hat sich der Fürst um das Bordesholmer Land besonders verdient gemacht.

5. Diese Innenansicht der Bordesholmer Klosterkirche zeigt nach Osten den Chorteil. Betont werden in strengen linearen Formen das gotische Spitzbogengewölbe sowie die hoch aufragenden Fenster und die Strebepfeiler (Dienste). Dazu heben sich die Details der Ausstattung mit Altar, Grabmal mit Gitterwerk und Teile des Gestühls in einer malerischen Auffassung kontrastreich ab. Die lavierte Federzeichnung (43x34cm) von etwa 1860 befindet sich im Eigentum der SH-Landesbibliothek in Kiel. Sie stammt sehr wahrscheinlich von Adalbert Baron von Löwenstern (1817 -1879). Der dänische Kammerjunker und preußische Auditeur (Jurist) war ein achtbarer Laienmaler. Verwandtschaftliche Beziehungen verbanden ihn mit Bordeshalm. Das Blatt zeigt den Barockaltar von 1726. Der Stifter Herzog Carl Friedrich hat sich in einem Medaillon über dem Altarbild verewigen lassen. In der offenen Fläche innerhalb des Strahlenkranzes befand sich von 1913 bis 2000 ein Gemälde des Kirchenmalers August Olbers (1860-1946). Dargestellt war ein Lamm-Motiv und das Buch mit den sieben Siegeln. Das ovale Bild war von dem Maler während der Restaurierung der Kirche eingefügt worden. Das hier noch umgitterte Bronzegrabmal für Herzogin Anna (t 1514) und Ehemann, Herzog Friedrich, stand damals vor dem Chorraum. Es ist um 1861 in die nördliche Seitenkapelle neben den Altar versetzt worden.

6. Das Bronzegrabmal in der Bordesholmer Klosterkirche wurde aus Anlass des Todes der Herzogin Anna von Holstein-Gottorp (1487 -1514) von ihrem Ehemann Herzog Friedrich (1471-1533) in Auftrag gegeben. Die gebürtige Markgräfin von Brandenburg ruht in einem kleinen Gewölbe unterhalb des leeren Grabmals. Der nachmalige König Friedrich 1. von Dänemark fand im Schleswiger Dom seine letzte Ruhestätte. Der Bordesholmer Kenotaph (Tumba) könnte aus der Werkstatt der berühmten Nürnberger Erzgießerfamilie Vischer stammen. Das spätgotische Kunstwerk enthält an den Längsseiten je sechs Apostelfiguren, an der einen Stirnwand eine Verkündigungsszene und an der Frontseite die beiden Familienwappen der Häuser Schleswig-Holstein und Brandenburg. Die beiden liegenden Figuren mit der Deckplatte sind naturgetreu in einer von der Renaissance beeinflussten Stilform dargestellt. Das Grabmal steht seit 2 000 wieder an der ursprünglichen Stelle. Vor der Umsetzung ist es grundlegend renoviert worden. Vorher stand der Kenotaph ab 19 0 3 zwischen dem Chorgestühl vor dem Altar. Dies geschah aufVeranlassung von Kaiser Wilhelm H. nach einem Besuch der KaiserinmutterVictoria (1840-190 1) im Jahre 1898 in Bordeshalm.

7. Das künstlerisch wertvolle Chorgestühl schmückt im östlichen Teil die Nord- und Südwand. Die im Kern original erhaltene Anlage ist auf das Iahr 1509 datiert. Die von Herzog Friedrich in Auftrag gegebene Arbeit stammt wahrscheinlich aus einer LübeckerWerkstatt. Die 28 erhaltenen Sitze waren in katholischer Zeit zur Westseite durch jeweils vier querstehende Plätze mit einem hölzernen Bogen eingefasst. Es wurde damit der Chorbereich von dem übrigen Teil der Kirche abgetrennt. Zur Ausstattung des Gestühls gehören verschiedene Wappen, Monogramme, lachende Löwen (Drollerien) und ausdrucksvolle Männerköpfe. Diese Portraits werden als unterschiedliche Charaktere wie Schalk, Sophist oder ein brutaler Reicher gedeutet. Das Klappgestühl mit Notsitzen (Misericordia) ist einzeln durch dickeArmlehnen und Handknäufe eingefasst. Die Plätze werden an der Rückseite durch eine Verschalung (Dorsale) sowie durch Maßwerk und eine baldachinartige Überdachung begrenzt. Die Wappen der herzoglichen Stifter Friedrich und Anna sind an den hohen Wangen mit der Jahreszahl 1509 platziert. Die Abschlüsse der PuItwangen zeigen in der meisterhaft gestalteten Form von Medaillons die Symbole der vier Evangelisten. Es sind dies: der Mensch für Matthäus, der Adler für Johannes, der Löwe für Markus und der Stier für Lukas. Beim Barockaltar von 172 6 nehmen die großen Figuren mit ihren Symbolen einen direkten Bezug zum mittelalterlichen Chorgestühl. Das Bordesholmer Gestühl war in seiner schönen und praktischen Form ein Vorbild für spätere Anlagen dieser Art. Dies zeigen besonders die ähnlichen Formen im Schleswiger Dom und in Lügumkloster.

8. Die beiden dunklen Marmorsarkophage des Prinzenpaares Georg Ludwig und Charlotte von Holstein-Gottorp stehen an der Südwestecke im Eingangsbereich der Bordesholmer Klosterkirche. Die Eheleute waren die Eltern des bedeutenden Oldenburger Herzogs Peter Friedrich Ludwig (1759-1829), dem 'Vater Eutins'. Georg Ludwig (1711-1763) stand als Offîzier in preußischen und sächsischen Diensten. Als General-Leutnant nahm er unter dem preußischen König Friedrich der Große (1712-1786) an mehreren Schlachten teil u.a. in Kesselsdorf, in Ostpreußen, Krefeld und Minden. Der König entließ ihn, nachdem der General bei Torgau (1760) mit seinen Truppen zu spät auf dem Schlachtfeld erschienen war. Im Dienst seiner Tante, der Zarin Katharina H., war Georg Ludwig als russischer General-Feldmarschall zeitweise Chef ihrer Leibgarde. 1762 wurde er von der Zarin zum Statthalter ihrer holsteinischen Erblande berufen. Der frühe Tod beendete 1763 die Laufbahn des Prinzen. Die Ehefrau Charlotte (172 2-17 63) stammte aus dem Hause Holstein-Beck. Sie war in erster Ehe mit dem Burggrafen Aemilius zu Dohna verheiratet. Die Grabstätte in der Klosterkirche befindet sich bis heute im Eigentum des Hauses Oldenburg. Sie wurde 1784 vom Herzog Peter Friedrich Ludwig erworben. Die schönen Nachrufe an den Seitenwänden der Sarkophage schrieb um 1786 der damals in Eutin ansässige Dichter und Homer-Übersetzer Johann Heinrich Voß (175 1-1826). Die Verse lauten für Georg Ludwig: Heiß war Dein Lebenstoq, Du Redlicher, Thaten des Ruhmes, größere Thaten des Wohls krämten in Liebe Dein Haupt. - Friedlich kam die Kühle desAbends, ehe die Dämmerung schattete führte der Tod Dich zum Lager der Ruh. Schlummere, heiliger Staub. Dein Geist umschwebe mich waltend, Vater, und lehre den Sohn, bieder zu sein und gerecht. Für Charlotte: Lebend warst Du des Mannes untrennbure treue Genossin, unter Waffengetös und an den Küsten des Nords. Freundlich vereinte der Tod die Liebenden. Noch war die Fackel Deines Sargs nicht verbmnnt, als sie auch seinen beschien. Aber ich, ein verwaistes Kind in der Wüste des Lebens sehne mich trosdos zu Dir, zärdiche Mutter ins Grab.

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